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Wie ist die Bahá'í-Religion organisiert?
Die Bahá’í-Religion kennt kein Priestertum. Der Glaube stützt sich auf ein System örtlicher, nationaler und internationaler Verwaltungsgremien, das von Bahá’u’lláh begründet, von 'Abdu’l-Bahá ausgearbeitet und von Shoghi Effendi eingesetzt wurde.
Die Angelegenheiten einer örtlichen Bahá’í-Gemeinde werden von einem aus neun Mitgliedern bestehenden jährlich gewählten Lokalen Geistigen Rat verwaltet. Auf Landesebene wird jedes Jahr von Delegierten ein aus neun Mitgliedern bestehendes Gremium, der Nationale Geistige Rat, gewählt. Die Wahl des internationalen Gremiums, des Universalen Hauses der Gerechtigkeit, erfolgt alle fünf Jahre an seinem Sitz in Haifa anlässlich einer Tagung aller Mitglieder der Nationalen Geistigen Räte.
Alle Bahá’í Wahlen sind geheime Wahlen ohne Kandidaturen und Wahlpropaganda.
Bei der Verwaltung der Gemeindeangelegenheiten handeln die Bahá'í-Institutionen nach dem Prinzip der Beratung. Sämtliche Themen werden im offenen Gespräch und mit dem Wunsch behandelt, die Fakten zu ermitteln und zu einer Entscheidung zu gelangen, die auf geistigen Grundsätzen basiert und von jeglichem persönlichen Interesse frei ist.
In den Häusern der Andacht werden Texte aus den Schriften aller göttlich offenbarten Religionen gelesen. Derzeit gibt es Häuser der Andacht in Wilmette (USA), Frankfurt (Deutschland), Kampala (Uganda), Sidney (Australien), Panama City (Panama), Neu Delhi (Indien) und Apia (West-Samoa).
Die Bahá’í-Aktivitäten werden durch freiwillige und anonyme Spenden (nur dem Rechner ist der Name des Spenders bekannt) ausschließlich von Bahá’í getragen. Finanzielle Beiträge von Nicht-Bahá’í dürfen nicht angenommen werden. Es bleibt dem Gewissen des einzelnen Gläubigen überlassen, ob und wieviel er spenden möchte. Die Eigenverantwortung des Einzelnen sowie die Unabhängigkeit des Bahá’í-Glaubens sollen so gewährleistet werden.
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Was tun Bahá’í zur Erreichung ihrer Grundsätze?
Zusammenarbeit mit der UNO
Die internationale Bahá’í-Gemeinde ist Mitglied mit beratendem Status im Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) und dem Kinderhilfswerk (UNICEF) der UNO. In diesem Gremium arbeiten Bahá’í hauptsächlich an Fragen der Menschenrechte, der sozialen Entwicklung, dem Status der Frau, der Umwelt, der Ernährung, der Wissenschaft und Technik, der Drogenbekämpfung, der Jugend, der Familie sowie der Abrüstung und der Friedenssicherung mit. Die internationale Bahá’í-Gemeinde arbeitet ferner eng mit internationalen Organisationen zusammen: So ist sie u.a. Mitglied des "World Wide Fund for Natures-Network on Conservation and Religion".
Soziale und wirtschaftliche Entwicklungsprojekte
Bahá’í-Gemeinden auf der ganzen Welt arbeiten an sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungsprojekten. Die Betonung der Notwendigkeit universaler Erziehung in den Bahá’í-Lehren hat zur Errichtung von Schulen in Afrika, Asien und Amerika geführt. Die Bahá’í selbst betreiben zahlreiche Grund- und weiterführende Schulen. Zu den sozialen Entwicklungsprojekten gehören auch Krankenhäuser, Ausbildungsprogramme für Frauen, genossenschaftlich organisierte Landwirtschaftsbetriebe und Fischereiprojekte. Zudem sind weltweit sieben Radiostationen mit Erziehungsprogrammen in Betrieb.
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Gibt es Bahá’í-Gesetze und Regeln?
Bahá'í sollen wenigstens einmal täglich beten und morgens uns abends in den Heiligen Schriften lesen. Zudem ist eine Fastenzeit vom 2. bis 21. März jedes Jahres vorgeschrieben. Bahá’í können Positionen in der Staatsverwaltung bekleiden und entsprechende Ernennungen akzeptieren, dürfen aber nicht Mitglied einer politischen Partei sein. Die Bahá’í sind verpflichtet, sich dem Staat gegenüber, in dem sie leben loyal zu verhalten und die Autorität der ordnungsgemäß eingesetzten Regierung anzuerkennen. Sollten Gesetze dieses Staates gegen die Menschenrechte verstössen, ist eine Veränderung gewaltlos zu erreichen. Bahá’í lehnen den Genuss von Alkohol und Drogen jeder Art ab. Nicht gestattet ist Askese, Mönchstum, Beichte, Feuerbestattung, Glücksspiel und Bettelei.
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Gesetzliche Anerkennung der Bahá’í-Religion
Ihre hohen moralischen Grundsätze, ihr Wirken für Versöhnung und den Abbau von Vorurteilen sowie ihre positive gemeinschaftsbildende Kraft haben den Bahá’í-Gemeinden internationales Ansehen gebracht. Für ihre Bemühungen um den Weltfrieden wurde die Bahá’í-Weltgemeinde mit dem Peace Messenger-Preis der Vereinten Nationen ausgezeichnet. Der Bahá’í-Glaube ist in zahlreichen Ländern gesetzlich anerkannt.
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Ist die Bahá'í-Religion eine Sekte des Islam?
Kann das Christentum eine Sekte des Judentums genannt werden? Gottesoffenbarung ist fortschreitend. So entstand das Christentum in der jüdischen Gemeinde, aus jüdischen Wurzeln. Das gleiche gilt für den Bahá'i-Glauben und seine islamische Herkunft.
Heute sind Menschen aller religiösen Herkunft Mitglieder der Bahá'í-Gemeinden und leben und arbeiten einträchtig zusammen.
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