Häufig gestellte Fragen


Wie steht die Bahá'í-Religion zum Christentum?

Der Bahá’í-Glaube betont die Einheit aller Offenbarungsreligionen - der eine Gott ist die einzige Quelle der Offenbarung. Christus und Bahá’u’lláh sind beide Gottesoffenbarer. Der Bahá’í verehrt sie hoch und begegnet ihnen voll Ehrfurcht. Die Religionen sind miteinander verbunden, und in jeder Gottesoffenbarung wird auf weitere künftige Offenbarungen verwiesen.

Nach Auffassung der Bahá’í haben sich mit dem Kommen Bahá’u’lláhs die alt- und neutestamentarischen Verheißungen erfüllt. Die Lehren der Gottesoffenbarer stimmen in ihren Grundzügen überein. Bahá’u’lláh erfüllt sie mit neuem Leben und ergänzt sie durch solche, die der Stufe der bevorstehenden Reife der menschlichen Gesellschaft angemessen sind.
Einige soziale Aspekte des Bahá'í-Glaubens

"Es rühme sich nicht, wer sein Vaterland liebt, sondern wer die ganze Welt liebt." Bahá’u’lláh

Ein Bahá’í ist ein Weltbürger, sein Interesse gilt der Wohlfahrt der ganzen Menschheit.

"Ein wahrer Bahá'í strebt Tag und Nacht danach, auf dem Pfade menschlicher Vervollkommnung voranzuschreiten. Es ist sein sehnlichster Wunsch, so zu leben und so zu handeln, dass die Welt durch ihn bereichert und erleuchtet wird..."

Arbeit, die im Geiste des Dienstes an der Menschheit getan wird, kommt dem Gottesdienst gleich. Die Kinder beiderlei Geschlechts müssen bestmöglich erzogen und ausgebildet werden, wofür letztlich die Gemeinschaft zu sorgen hat, wenn die Eltern die Erziehung und Ausbildung nicht aus eigenen Mitteln ermöglichen können. Entwürdigende Armut und übergroßer Reichtum müssen beseitigt werden.
Was bedeutet der Tod für Bahá’í?

Die Seele des Menschen ist eine geistige Wirklichkeit und bleibt auch nach dem körperlichen Tode bestehen. "Das Jenseits ist so verschieden vom Diesseits wie diese Welt von der des Kindes, das noch im Mutterleib ist." Bahá’u’lláh

"Was die Seele des Menschen nach dem Tod betrifft, so bewahrt sie den Grad der Reinheit, zu dem sie sich während des Lebens im physischen Körper entfaltet hat, und nach ihrer Befreiung vom Körper bleibt sie vom Meer der Gnade Gottes überflutet". 'Abdu’l-Bahá

Die Feuerbestattung wird als unnatürlich abgelehnt. In Bezug auf Bahá’í-Beerdigung soll auf schlichte Würde geachtet werden. Beim Begräbnis werden entsprechende Bahá’í-Gebete und Textstellen aus den Heiligen Schriften der Bahá’í gelesen.
Wie werden die Bahá’í-Lehren verbreitet?

Die Bahá’í haben die Pflicht und das Vorrecht, die Lehre Bahá’u’lláhs weiterzutragen. Da es keinen Priesterstand gibt, verbreitet jeder Gläubige die Botschaft Bahá’u’lláhs gemäß seinen Fähigkeiten. Dabei ist Proselytenmacherei völlig ausgeschlossen, denn "die unabhängige, von Aberglauben und Tradition befreite Wahrheitssuche" (Shoghi Effendi) gehört zu den Grundprinzipien der Bahá’í-Religion.

Die Bahá’í informieren durch öffentliche Veranstaltungen und im privaten Gespräch, doch ob ein Mensch die Botschaft annimmt oder nicht, muss er völlig selbständig entscheiden.
Was sind die geistigen Grundlagen des Bahá'í-Lebens?

Gott zu erkennen, in seine Gegenwart zu gelangen und ihn zu lieben, ist das höchste Ziel des Menschen. Sein Wort, das wir in den Schriften Bahá'u'lláhs finden, ist die Kraftquelle, die uns hilft, geistige Eigenschaften - wie Eintracht, Vorurteilslosigkeit, Liebe, Wahrhaftigkeit, Demut, Gerechtigkeit - zu erwerben. Die Bahá'í-Schriften nennen uns auch das Rüstzeug zum geistigen Wachstum: das Gebet, Meditation, Studium der heiligen Schriften und Dienst an der Menschheit.

Beste Voraussetzung für die geistige Entwicklung des Einzelnen ist eine Gesellschaft, die Zusammenarbeit und Einheit unterstützt. Das bedeutet für den Bahá'í, dass er in der Bahá'í-Gemeinde - für ihn die Keimzelle der zukünftigen Weltgesellschaft - mitwirkt.
Was zeichnet die Bahá'í-Religion besonders aus?

Nach der Bahá’í-Religion gibt es nur einen Gott, und alle Religionen haben ihren Ursprung in Gott und sind Widerspiegelungen derselben Wahrheit. Sie sind vielfältig in ihrem Erscheinungsbild, aber gleich in ihrem Kern. Und wie Gott in der Vergangenheit immer wieder Boten zu den Menschen geschickt hat, so wird er auch in Zukunft durch seine Boten zu ihnen sprechen. Die fortschreitende Gottesoffenbarung, die Einheit aller Religionen, ist eine zentrale Glaubenslehre. Grundsätzlich neu in der Religionsgeschichte ist, dass der Stifter der Religion selbst die Rechtsordnung für seine Gemeinde vorgesehen hat.

Bahá'u’lláh hat die künftige Leitung der Bahá’í-Gemeinde in die Hände des Universalen Hauses der Gerechtigkeit gelegt. Ihre Gemeinschaftsordnung mit Strukturen auf örtlicher, nationaler und weltweiter Ebene, die nach dem Prinzip der Beratung arbeiten, bieten die Bahá’í als “Muster und Vorbild der künftigen Gesellschaftsordnung“ an. Sie sehen in ihr das tauglichste “Werkzeug für die Errichtung des »Größten Friedens«“. Shoghi Effendi
Wie sehen die Bahá’í die Zukunft?

Die Bahá’í glauben an eine sehr positive Zukunft der Menschheit. "Diese verderblichen Kriege werden vergehen und der Größte Friede wird kommen." Bahá’u’lláh

"In diesem wunderbaren Zyklus aber wird die Erde verwandelt und die Welt der Menschheit mit Frieden und Schönheit geschmückt... Die Starken und die Schwachen, die Reichen und die Armen, die streitenden Sekten und die verfeindeten Nationen, die dem Wolf und dem Lamm... gleichen, werden in größter Liebe, Freundschaft, Gerechtigkeit und Unparteilichkeit zusammenwirken." ‘Abdu’l Bahá

"Nationale Rivalität, Haß und Intrigen werden aufhören, Feindseligkeiten und Rassenvorurteile werden durch Freundschaft, Verständigung und Zusammenarbeit ersetzt werden. Die Ursachen religiöser Zwistigkeit werden für immer aus dem Wege geräumt werden; wirtschaftliche Schranken und Hindernisse werden völlig beseitigt, der maßlose Klassenunterschied verwischt werden... Ein Weltbundsystem, das die ganze Erde beherrscht und unanfechtbare Amtsgewalt über ihre unvorstellbar großen Hilfsquellen hat, ... dessen Leben von der allumfassenden Anerkennung eines Gottes und vom Gehorsam gegen eine gemeinsame Offenbarung getragen ist - dies ist das Ziel, dem die Menschheit, durch die vereinenden Lebenskräfte angetrieben, zustrebt." Shoghi Effendi