Was halten Bahai von Udo Schaefer?


ziraki hat folgendes geschrieben:
robinson hat folgendes geschrieben:

An einer der letzten Winterschulen die in Spital am Phyrn abgehalten wurden hatte ich das große Vergnügen eine Vortragsreihe von Dr. Schaefer zu hören.


Gibt es von dieser oder ähnlichen Vortragsreihen Aufnahmen?


Einige Aufnahmen gibt es sicher. Es gibt einen Bahai in Deutschland der regelmäßig solche Vorträge digital aufzeichnet.
Bernh hat folgendes geschrieben:
Lieber Abd al-Rahman,

bisher habe ich noch kaum etwas von Udo Schaefer gelesen. Nur ein wenig in "Sexualethische Positionen im Kitab i-Aqdas" und mir ist seine Polemik gegen Homosexualität etwas negativ aufgestoßen. Insofern hatte ich zunächst eine etwas zurückhaltende Meinung zu ihm. Aber vielleicht ändert sich das ja noch, wenn ich erstmal seine Schriften zu anderen Themen lese.

Liebe Grüße,
Bernhard


Man muss Schaefers Ausführungen und Meinungen freilich nicht alle mögen. Er ist durchaus öfter auch mal sehr polemisch und wertkonservativ. Aber das weiß er auch selbst und akzeptiert da durchaus auch andere Meinungen.

In diesem Fall würde mich aber interessieren was dich konkret stört. Ich habe das Buch bis auf wenige Stellen allerdings nur überflogen und gerade nicht zur Hand.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Bernh hat folgendes geschrieben:
Lieber Abd al-Rahman,

bisher habe ich noch kaum etwas von Udo Schaefer gelesen. Nur ein wenig in "Sexualethische Positionen im Kitab i-Aqdas" und mir ist seine Polemik gegen Homosexualität etwas negativ aufgestoßen. Insofern hatte ich zunächst eine etwas zurückhaltende Meinung zu ihm. Aber vielleicht ändert sich das ja noch, wenn ich erstmal seine Schriften zu anderen Themen lese.

Liebe Grüße,
Bernhard


Man muss Schaefers Ausführungen und Meinungen freilich nicht alle mögen. Er ist durchaus öfter auch mal sehr polemisch und wertkonservativ. Aber das weiß er auch selbst und akzeptiert da durchaus auch andere Meinungen.

In diesem Fall würde mich aber interessieren was dich konkret stört. Ich habe das Buch bis auf wenige Stellen allerdings nur überflogen und gerade nicht zur Hand.


Hallo Tobias,

es ist schon eine Weile her, deswegen habe ich die Details nicht mehr genau im Sinn ... aber es war im Grunde eine ähnliche Polemik, wie ich sie z.B. von der katholischen Kirche erwartet hätte: Die Schwulen würden die Öffentlichkeit vergiften, indem sie ihren "Lebensstil" offen zeigen und mit Stolz feiern, das zersetze die Gesellschaft und zerstöre Familienwerte. Und wie schrecklich es sei, dass sogar in Schulen bereits Toleranz gegen Homosexuelle den Schülern gelehrt werde.

Jedenfalls habe ich das Buch angeekelt weggelegt, nachdem ich diesen menschenverachtenden Mist gelesen habe. In Zeiten, wo in einigen Gegenden der Welt Homosexuelle wegen ihrer Orientierung verfolgt und sogar ermordet werden (so auch im Iran, wo sie direkt neben den Baha'i aufgehängt und zu Tode gefoltert werden, zugespitzt gesagt -- oder in Polen oder Russland, dem ganzen ehem. Ostblock, wo sie eine ausgegrenzte und allseits verhasste Minderheit sind); wo es, mit Ausnahme einiger westlicher Länder (aber selbst dort nur bestenfalls Westeuropa und einige US-Staaten) massive Ausgrenzung und Intoleranz gegen sie gibt, finde ich es nicht nur unverantwortlich, diese Intoleranz zu hofieren, sondern geradezu verbrecherisch.

Mein Verständnis unserer Religion legt nahe, dass homosexuelle Neigungen sowieso nicht problematisch sind, lediglich homosexuelle Akte. Aber selbst die sind keine größere oder kleinere Sünde als bspw. außerehelicher Verkehr oder üble Nachrede (etwa auch üble Nachrede gegen Homosexuelle). Aber wegen des irrationalen Ekels und Unverständnisses, das viele Menschen gegenüber Homosexualität in sich tragen, werden derartige Sünden weitaus mehr kritisiert und die Sünder ausgegrenzt, als das bei solchen Sündern geschehen würde, die etwa Homosexuelle hinter ihrem Rücken schlechtreden (obwohl beides gleichermaßen dem Göttlichen Gesetz widerspricht).

Abgesehen davon glaube ich daran, dass Religion Privatsache sein sollte und muss. Ich akzeptiere die Baha'i-Position zu diesem Thema, obwohl ich sie nicht verstehe, und halte mich daran -- was mir leichtfällt, da ich sowieso kein Bedürfnis nach homosexuellem Sex habe. Aber deswegen darf ich noch lange nicht anderen Menschen, die keine Baha'i sind, meine Moral aufzwingen. Immerhin erwarte ich umgekehrt von ihnen ja auch, dass sie meine extrem individualistische Entscheidung für den Baha'i-Glauben respektieren.

Gerade als Angehöriger einer kleinen Minderheit von in Deutschland 5000 bis 6000 Menschen, die mit dem Mainstream doch deutlich über Kreuz liegen, sollte man vorsichtig damit sein, auf andere Minderheiten einzuschlagen und lieber aufpassen, wie man sich der Öffentlichkeit nähert. Auch nur den Eindruck zu erwecken, teilweise militanten Vertretern der Intoleranz, die oft tief menschenverachtend reden und handeln, das Wort zu reden, sollte man meiner Meinung nach vermeiden.

LG,
Bernhard
Bernh hat folgendes geschrieben:
Hallo Tobias es ist schon eine Weile her, deswegen habe ich die Details nicht mehr genau im Sinn ... aber es war im Grunde eine ähnliche Polemik, wie ich sie z.B. von der katholischen Kirche erwartet hätte:


Udo Schäfer war auch bis zu seiner Konvertierung zum Bahaitum Katholik. Das er gewisse Strukturen aus dieser in sein Baha'i Verständnis mitbringt ist klar. Das tun konvertierte Moslem Baha'i oder Hindu Baha'i auch.

Bernh hat folgendes geschrieben:
Die Schwulen würden die Öffentlichkeit vergiften, indem sie ihren "Lebensstil" offen zeigen und mit Stolz feiern, das zersetze die Gesellschaft und zerstöre Familienwerte. Und wie schrecklich es sei, dass sogar in Schulen bereits Toleranz gegen Homosexuelle den Schülern gelehrt werde.


Ich kenne sein Werk diesbezüglich nicht, aber es fällt mir schwer zu glauben das in seiner Abhandlung Worte wie "vergiftung" gefallen sind. Das sollte wohl eher einer leicht verzerrten hysterischen Wiedergabe seiner Worte deinerseits entsprungen sein.

Bernh hat folgendes geschrieben:
Jedenfalls habe ich das Buch angeekelt weggelegt, nachdem ich diesen menschenverachtenden Mist gelesen habe. In Zeiten, wo in einigen Gegenden der Welt Homosexuelle wegen ihrer Orientierung verfolgt und sogar ermordet werden (so auch im Iran, wo sie direkt neben den Baha'i aufgehängt und zu Tode gefoltert werden, zugespitzt gesagt -- oder in Polen oder Russland, dem ganzen ehem. Ostblock, wo sie eine ausgegrenzte und allseits verhasste Minderheit sind)


Dafür ist es ein ziemlich Deutsches Phänomen aus einer Mücke einen Dinosaurier zu machen. Wie seine Gedankengänge zur einer wohlmöglich negativen Prägung auf die Gesellschaft durch einen möglichen falschen Umgang mit dem Thema Homosexualität gleich eine offene Tür zur Verfolgung und Ermordung Homosexueller sein soll ist mir schleierhaft. Deine Kontextziehungen haben da viel mehr was von Hetze und sorgen bei mir einen nicht gerade minderen "Ekel".

Du hast gerade ganz schön an Symphatiepunkten bei mir verloren Kollege.
_________________
Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Im übrigen dienen seine Werke einem rein persönlichem Verständnis und sind für keinen Baha'i verbindlich. Das nur mal am Rande.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:

Udo Schäfer war auch bis zu seiner Konvertierung zum Bahaitum Katholik. Das er gewisse Strukturen aus dieser in sein Baha'i Verständnis mitbringt ist klar. Das tun konvertierte Moslem Baha'i oder Hindu Baha'i auch.

Seine Werke sind jedoch nicht verbindlich für die Baha'i und dienen einem rein persönlichem Verständnis.


Das weiß ich, und das ist auch gut so.

Zitat:
Ich kenne sein Werk diesbezüglich nicht, aber es fällt mir schwer zu glauben das in seiner Abhandlung Worte wie "vergiftung" gefallen sind. Das sollte wohl eher einer leicht verzerrten hysterischen Wiedergabe seiner Worte deinerseits entsprungen sein.


"Vergiften" hat er vielleicht nicht wörtlich gesagt, aber seine Polemik war schon erschütternd. Ich erinnere mich, dass er z.B. ausdrücklich sich dagegend gewandt hat, in Schulen Toleranz gegenüber Homosexuellen zu lehren.

Zitat:
st es ein ziemlich Deutsches Phänomen aus einer Mücke einen Dinosaurier zu machen. Wie seine Gedankengänge zur einer wohlmöglich negativen Prägung auf die Gesellschaft durch einen möglichen falschen Umgang mit dem Thema Homosexualität gleich eine offene Tür zur Verfolgung und Ermordung Homosexueller sein soll ist mir schleierhaft. Deine Kontextziehungen haben da viel mehr was von Hetze und sorgen bei mir einen nicht gerade minderen "Ekel".


Ach ja? Dann schau Dir mal an, wie Homosexuelle in so gut wie jedem Land mit Ausnahme vielleicht Westeuropas und einigen US-Staaten verfolgt und diskriminiert werden. Das steht der Verfolgung der Baha'i in nichts nach und ist zumeist sogar noch weitaus schlimmer.

Du magst ja der Meinung sein, man mache "aus einer Mücke einen Dinosaurier", wenn überall auf der Welt Menschen nur dafür brutal gefoltert und ermodert werden, wie sie geboren worden sind. Aber es wirft nicht gerade ein gutes Bild auf Dich.

Vor allem hast Du in diesem Fall nicht mehr das allergeringste Recht, Dich über die Verfolgung der Baha'i zu beschweren, ohne völlig widersprüchlich zu werden und mit zweierlei Maß zu messen.

Zitat:
Du hast gerade ganz schön an Symphatiepunkten bei mir verloren Kollege.


Deine Ausführungen erschüttern mich doch schon sehr. Ich hätte nicht gedacht, dass gerade ein Baha'i die Verfolgung Unschuldiger so süffisant wegwischen würde.
Du bist ganz schön abgebrüht lieber Bernh. Das fällt mir gerade richtig auf.

Bernh hat folgendes geschrieben:
"Vergiften" hat er vielleicht nicht wörtlich gesagt, aber seine Polemik war schon erschütternd. Ich erinnere mich, dass er z.B. ausdrücklich sich dagegend gewandt hat, in Schulen Toleranz gegenüber Homosexuellen zu lehren.


Auch das fällt mir schwer zu glauben. Ich würde dich doch bitten besagte Stelle im Buch hier rein zu posten. Gerade Schäfer müsste sich der Worte Shoghi Effendi bewusst sein in denen er klar sagt das Intoleranz gegenüber Homosexuellen ein klares no go ist.
Toleranz bedeutet jedoch nicht automatisch das ich den Lebensweg anderer auch für meine Lebenssicht kompatibel sehe.

Ich kann mir gut vorstellen das er in seiner Ausführung den thematischen Umgang in Schulen kritisiert, welcher durch ein gewisses blindes glorifizieren der Homosexualität junge Menschen in die Homosexualität treibt welche selber nie die Veranlagung dazu besessen haben.

Bernh hat folgendes geschrieben:
Ach ja? Dann schau Dir mal an, wie Homosexuelle in so gut wie jedem Land mit Ausnahme vielleicht Westeuropas und einigen US-Staaten verfolgt und diskriminiert werden. Das steht der Verfolgung der Baha'i in nichts nach und ist zumeist sogar noch weitaus schlimmer.


Es ging mir darum das du Schäfers Aussagen in den Kontext mit den Verfolgungen der Homosexueller in anderen Ländern bringst. Damit stellst du automatisch Schäfer auf die Stufe von Mördern und Verfolgern Homosexueller. Ich halte dich auch für intelligent genug das zu wissen, also bitte nicht auf dumm stellen.

Das die Verfolgungen der Homosexuellen in der Welt eine grauenvolle Sache ist bedarf überhaupt keiner Diskussion. Deine boshafte Anbition ist es Schäfer (und jetzt auch mich) in Verbindung mit solchem zu bringen.


Bernh hat folgendes geschrieben:
Du magst ja der Meinung sein, man mache "aus einer Mücke einen Dinosaurier", wenn überall auf der Welt Menschen nur dafür brutal gefoltert und ermodert werden, wie sie geboren worden sind. Aber es wirft nicht gerade ein gutes Bild auf Dich.


Das Bild geht von dir aus und du hast ja gar keine Ahnung wie belanglos das für mich ist.

Bernh hat folgendes geschrieben:
Vor allem hast Du in diesem Fall nicht mehr das allergeringste Recht, Dich über die Verfolgung der Baha'i zu beschweren, ohne völlig widersprüchlich zu werden und mit zweierlei Maß zu messen.


Welche Rechte habe und welche nicht das wirst du mir überlassen müssen.


Bernh hat folgendes geschrieben:
Deine Ausführungen erschüttern mich doch schon sehr. Ich hätte nicht gedacht, dass gerade ein Baha'i die Verfolgung Unschuldiger so süffisant wegwischen würde.


lol... du bist wirklich abgebrüht.
_________________
Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:
Du bist ganz schön abgebrüht lieber Bernh. Das fällt mir gerade richtig auf.


Mein bester Freund ist homosexuell und ich habe durch seine Augen jahrelang erlebt, was für einen Terror, Leid und Ausgrenzung solche Menschen allein wegen ihrer Orientierung sogar in einem vergleichsweise liberalen Land wie Deutschland erleiden müssen.

Auch habe ich gelernt, dass die schlimmsten Verletzungen und Diskriminierungen von Leuten ausgehen, die aufgrund irgendeiner abstrakten Ideologie meinen, sie hätten abstrakt-allgemein etwas gegen Homosexualität, aber natürlich doch nicht "gegen den einzelnen Schwulen", oder die behaupten, sie "hassen die Sünde, aber lieben den Sünder". Das ist Augenwischerei. Es sind genau diese Menschen, die das größte Leid verursachen.

Vielleicht bin ich deswegen ein wenig zu emotional, wenn es zu diesem Thema kommt. Aber ich fühle mich aus menschlichem Mitgefühl und Solidarität meinem besten Freund gegenüber verpflichtet, ihn gegen die Angriffe derer Schreibtischtäter zu verteidigen, die zumeist gar nicht selbst merken, was für einen menschenverachtenden Standpunkt sie eigentlich vertreten.

Zitat:
Auch das fällt mir schwer zu glauben. Ich würde dich doch bitten besagte Stelle im Buch hier rein zu posten. Gerade Schäfer müsste sich der Worte Shoghi Effendi bewusst sein in denen er klar sagt das Intoleranz gegenüber Homosexuellen ein klares no go ist.


Ok, also muss ich nochmal im Buchschrank kramen:

Udo Schaefer -- Sexualethische Positionen in Baha'u'llahs Kitab-i-Aqdas.

"In ihrer [der Homosexualität] rechtlichen Anerkennung sieht man geradezu eine kulturelle Errungenschaft." S. 113 -- Das bedeutet, dass Schaefer die Anerkennung gleicher Rechte für Homosexuelle nicht nur nicht für eine menschenrechtliche Selbstverständlichkeit hält, sondern sogar für das gegenteil einer kulturellen Errungenschaft.

Er bezeichnet das Kämpfen für Gleichberechtigung von Seiten Schwuler als "ideologische 'Aufklärungsarbeit'" (er setzt das in Anführungszeichen!) von "'schwulen' und lesbischen pressure-groups" (also nicht der Kampf für gleiche Rechte, sondern offenbar eine rein ideologische, illegitime Lobbyarbeit einer verwirrten Gruppe von Menschen!). S. 114

Er bemüht sogar die schwulenfreundliche "political correctness", über die er sich abfällig äußert, in bester rechtspopulistisch-xenophobischer Gesellschaft. S. 114

Auf Seite 115 lässt er sich über das verdammungswürdige "missionarische Betreiben der völligen Gleichstellung gelebter Homosexualität" in Schulen in NRW und Berlin aus. Er bezeichnet Kinderbücher, in denen die Figuren jeweils zwei Väter oder zwei Mütter haben, als "besonders perfide, hinterhältige Indoktrination von Kindern". (!!!)

Sehr merkwürdig sind auch diese Sätze auf Seite 115-116: "Dem verfassungsrechtlich garantierten Recht der freien Meinungsäußerung sind, selbst wenn man sich auf sein Gewissen und seinen Glauben beruft, durch die in allen europäischen Ländern erlassenen Antidiskriminierungsgesetze Grenzen gesetzt. Denn diese im Namen der Toleranz erlassenen Gesetze verbieten die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung."

WTF! Er fordert allen ernstes das Recht, andere Menschen aufgrund des eigenen Glaubens diskriminieren zu dürfen? Würde er dasselbe sagen, wenn Moslems bald sich auf ihre Religion berufen, um die Todesstrafe für Apostaten oder Baha'i o.ä. zu fordern?

Dann äußert er sich abfällig und tendenziös über Politiker, die sich angeblich damit den Anschein von "Modernität" geben wollten, indem sie beim CSD auftreten -- allerunterste Schublade schwulenfeindlicher Ressentiments (S. 117).

S. 123: "Die Ablehnung gelebter Homosexualität -- von 'Schwulen' [Anführungszeichen von Schaaefer] und Lesben als 'Homophobie' gebrandmarkt -- ist kein 'Vorurteil', sondern das Werturteil des göttlichen Gesetzgebers." Wohlgemerkt spricht er ganz allgemein von "Ablehnung". Das kann alles mögliche sein, nicht wahr? Vom Widersprechen bis hin zum Diskriminieren, Verprügeln, Ermorden.

S. 123: Er stellt Homosexualität auf eine Stufe mit Diebstahl, Vergewaltigung, Mord.

Soviel dazu.

Zitat:
Toleranz bedeutet jedoch nicht automatisch das ich den Lebensweg anderer auch für meine Lebenssicht kompatibel sehe.


Da hast Du Recht. Es wird Dich auch niemand zwingen, homosexuelle Handlungen zu vollziehen oder einen Mann zu heiraten, wenn Du das nicht willst. Wenn das doch jemand von Dir verlangen würde, dann sei Dir sicher, dass ich Dein Recht auf selbstbestimmte Sexualität genauso verteidigen würde, wie das der Schwulen.

Zitat:
Ich kann mir gut vorstellen das er in seiner Ausführung den thematischen Umgang in Schulen kritisiert, welcher durch ein gewisses blindes glorifizieren der Homosexualität junge Menschen in die Homosexualität treibt welche selber nie die Veranlagung dazu besessen haben.


Und allein schon, dass Du diesen Unsinn überhaupt für möglich hältst -- dass heterosexuelle Kinder dadurch, dass ihnen Toleranz gegenüber Homosexuellen beigebracht werden soll, plötzlich schwul werden -- zeigt mir, was für eine vergiftende Wirkungen schwulenfeindliche Ressentiments wie die von Schaefer haben.

Kein normaler Mensch würde jemals glauben können, dass Heteros freiwillig schwul werden, wenn sie nicht sowieso die Neigung dazu haben. Homosexualität ist schließlich keine ansteckende Krankheit -- und doch haben Worte wie die Schaefers genau den Effekt, dass viele Menschen das glauben. Schwule werden entmenschlicht und dadurch entwürdigt.

Zitat:
Es ging mir darum das du Schäfers Aussagen in den Kontext mit den Verfolgungen der Homosexueller in anderen Ländern bringst. Damit stellst du automatisch Schäfer auf die Stufe von Mördern und Verfolgern Homosexueller. Ich halte dich auch für intelligent genug das zu wissen, also bitte nicht auf dumm stellen.


Ich meine das völlig ernst. Darüber, dass in islamischen und afrikanischen Ländern regelmäßig Schwule ermordet werden, verliert Schaefer kein Wort. Auch nicht darüber, dass im ehem. Ostblock darauf Arbeitslager steht. Von alltäglicher Diskriminierung abgesehen.

Allein, dass Schaefer diese Umstände in diesem Zusammenhang nicht nennt, obwohl man sie nennen müsste, ist ein Zeichen seiner tendenziösen Einseitigkeit und Intention zum Säen von Hass.

Oder glaubst Du, man kann vom islamischen Standpunkt zum Baha'i-Glauben im Iran unvoreingenommen berichten, ohne die Verfolgungen zu nennen, die die Baha'i dort zu erleiden haben?

Zitat:
Das die Verfolgungen der Homosexuellen in der Welt eine grauenvolle Sache ist bedarf überhaupt keiner Diskussion. Deine boshafte Anbition ist es Schäfer (und jetzt auch mich) in Verbindung mit solchem zu bringen.


Es freut mich, dass Du das so siehst. Aber vielleicht setzen Du und Schaefer sich selbst in diesen Zusammenhang, indem Ihr das Aussprechen dieser Realitäten als "themenfremd" unter den Teppich kehrt.

Wer von der Ablehnung von Schwulen spricht und ihr das Wort redet, muss auch von der Verfolgung der Schwulen reden. Wer das nicht tut, macht sich mitschuldig.
Pommes hat folgendes geschrieben:
Du bist ganz schön abgebrüht lieber Bernh. Das fällt mir gerade richtig auf.


Mein bester Freund ist homosexuell und ich habe durch seine Augen jahrelang erlebt, was für einen Terror, Leid und Ausgrenzung solche Menschen allein wegen ihrer Orientierung sogar in einem vergleichsweise liberalen Land wie Deutschland erleiden müssen.

Auch habe ich gelernt, dass die schlimmsten Verletzungen und Diskriminierungen von Leuten ausgehen, die aufgrund irgendeiner abstrakten Ideologie meinen, sie hätten abstrakt-allgemein etwas gegen Homosexualität, aber natürlich doch nicht "gegen den einzelnen Schwulen", oder die behaupten, sie "hassen die Sünde, aber lieben den Sünder". Das ist Augenwischerei. Es sind genau diese Menschen, die das größte Leid verursachen.

Vielleicht bin ich deswegen ein wenig zu emotional, wenn es zu diesem Thema kommt. Aber ich fühle mich aus menschlichem Mitgefühl und Solidarität meinem besten Freund gegenüber verpflichtet, ihn gegen die Angriffe derer Schreibtischtäter zu verteidigen, die zumeist gar nicht selbst merken, was für einen menschenverachtenden Standpunkt sie eigentlich vertreten.

Zitat:
Auch das fällt mir schwer zu glauben. Ich würde dich doch bitten besagte Stelle im Buch hier rein zu posten. Gerade Schäfer müsste sich der Worte Shoghi Effendi bewusst sein in denen er klar sagt das Intoleranz gegenüber Homosexuellen ein klares no go ist.


Ok, also muss ich nochmal im Buchschrank kramen:

Udo Schaefer -- Sexualethische Positionen in Baha'u'llahs Kitab-i-Aqdas.

"In ihrer [der Homosexualität] rechtlichen Anerkennung sieht man geradezu eine kulturelle Errungenschaft." S. 113 -- Das bedeutet, dass Schaefer die Anerkennung gleicher Rechte für Homosexuelle nicht nur nicht für eine menschenrechtliche Selbstverständlichkeit hält, sondern sogar für das gegenteil einer kulturellen Errungenschaft.

Er bezeichnet das Kämpfen für Gleichberechtigung von Seiten Schwuler als "ideologische 'Aufklärungsarbeit'" (er setzt das in Anführungszeichen!) von "'schwulen' und lesbischen pressure-groups" (also nicht der Kampf für gleiche Rechte, sondern offenbar eine rein ideologische, illegitime Lobbyarbeit einer verwirrten Gruppe von Menschen!). S. 114

Er bemüht sogar die schwulenfreundliche "political correctness", über die er sich abfällig äußert, in bester rechtspopulistisch-xenophobischer Gesellschaft. S. 114

Auf Seite 115 lässt er sich über das verdammungswürdige "missionarische Betreiben der völligen Gleichstellung gelebter Homosexualität" in Schulen in NRW und Berlin aus. Er bezeichnet Kinderbücher, in denen die Figuren jeweils zwei Väter oder zwei Mütter haben, als "besonders perfide, hinterhältige Indoktrination von Kindern". (!!!)

Sehr merkwürdig sind auch diese Sätze auf Seite 115-116: "Dem verfassungsrechtlich garantierten Recht der freien Meinungsäußerung sind, selbst wenn man sich auf sein Gewissen und seinen Glauben beruft, durch die in allen europäischen Ländern erlassenen Antidiskriminierungsgesetze Grenzen gesetzt. Denn diese im Namen der Toleranz erlassenen Gesetze verbieten die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung."

WTF! Er fordert allen ernstes das Recht, andere Menschen aufgrund des eigenen Glaubens diskriminieren zu dürfen? Würde er dasselbe sagen, wenn Moslems bald sich auf ihre Religion berufen, um die Todesstrafe für Apostaten oder Baha'i o.ä. zu fordern?

Dann äußert er sich abfällig und tendenziös über Politiker, die sich angeblich damit den Anschein von "Modernität" geben wollten, indem sie beim CSD auftreten -- allerunterste Schublade schwulenfeindlicher Ressentiments (S. 117).

S. 123: "Die Ablehnung gelebter Homosexualität -- von 'Schwulen' [Anführungszeichen von Schaaefer] und Lesben als 'Homophobie' gebrandmarkt -- ist kein 'Vorurteil', sondern das Werturteil des göttlichen Gesetzgebers." Wohlgemerkt spricht er ganz allgemein von "Ablehnung". Das kann alles mögliche sein, nicht wahr? Vom Widersprechen bis hin zum Diskriminieren, Verprügeln, Ermorden.

S. 123: Er stellt Homosexualität auf eine Stufe mit Diebstahl, Vergewaltigung, Mord.

Soviel dazu.

Zitat:
Toleranz bedeutet jedoch nicht automatisch das ich den Lebensweg anderer auch für meine Lebenssicht kompatibel sehe.


Da hast Du Recht. Es wird Dich auch niemand zwingen, homosexuelle Handlungen zu vollziehen oder einen Mann zu heiraten, wenn Du das nicht willst. Wenn das doch jemand von Dir verlangen würde, dann sei Dir sicher, dass ich Dein Recht auf selbstbestimmte Sexualität genauso verteidigen würde, wie das der Schwulen.

Zitat:
Ich kann mir gut vorstellen das er in seiner Ausführung den thematischen Umgang in Schulen kritisiert, welcher durch ein gewisses blindes glorifizieren der Homosexualität junge Menschen in die Homosexualität treibt welche selber nie die Veranlagung dazu besessen haben.


Und allein schon, dass Du diesen Unsinn überhaupt für möglich hältst -- dass heterosexuelle Kinder dadurch, dass ihnen Toleranz gegenüber Homosexuellen beigebracht werden soll, plötzlich schwul werden -- zeigt mir, was für eine vergiftende Wirkungen schwulenfeindliche Ressentiments wie die von Schaefer haben.

Kein normaler Mensch würde jemals glauben können, dass Heteros freiwillig schwul werden, wenn sie nicht sowieso die Neigung dazu haben. Homosexualität ist schließlich keine ansteckende Krankheit -- und doch haben Worte wie die Schaefers genau den Effekt, dass viele Menschen das glauben. Schwule werden entmenschlicht und dadurch entwürdigt.

Zitat:
Es ging mir darum das du Schäfers Aussagen in den Kontext mit den Verfolgungen der Homosexueller in anderen Ländern bringst. Damit stellst du automatisch Schäfer auf die Stufe von Mördern und Verfolgern Homosexueller. Ich halte dich auch für intelligent genug das zu wissen, also bitte nicht auf dumm stellen.


Ich meine das völlig ernst. Darüber, dass in islamischen und afrikanischen Ländern regelmäßig Schwule ermordet werden, verliert Schaefer kein Wort. Auch nicht darüber, dass im ehem. Ostblock darauf Arbeitslager steht. Von alltäglicher Diskriminierung abgesehen.

Allein, dass Schaefer diese Umstände in diesem Zusammenhang nicht nennt, obwohl man sie nennen müsste, ist ein Zeichen seiner tendenziösen Einseitigkeit und Intention zum Säen von Hass.

Oder glaubst Du, man kann vom islamischen Standpunkt zum Baha'i-Glauben im Iran unvoreingenommen berichten, ohne die Verfolgungen zu nennen, die die Baha'i dort zu erleiden haben?

Zitat:
Das die Verfolgungen der Homosexuellen in der Welt eine grauenvolle Sache ist bedarf überhaupt keiner Diskussion. Deine boshafte Anbition ist es Schäfer (und jetzt auch mich) in Verbindung mit solchem zu bringen.


Es freut mich, dass Du das so siehst. Aber vielleicht setzen Du und Schaefer sich selbst in diesen Zusammenhang, indem Ihr das Aussprechen dieser Realitäten als "themenfremd" unter den Teppich kehrt.

Wer von der Ablehnung von Schwulen spricht und ihr das Wort redet, muss auch von der Verfolgung der Schwulen reden. Wer das nicht tut, macht sich mitschuldig.
Ok Leute, ich habe mich vielleicht etwas zu sehr hineingesteigert ... das Thema ist ein wunder Punkt bei mir und dazu kommt noch, dass ich heute zuviel Koffein hatte.

Ich bitte um Entschuldigung, wenn ich irgendjemandem auf die Füße getreten bin.

In der Sache bin ich zwar nicht anderer Meinung als eben noch, aber vielleicht sollte ich rhetorisch etwas abrüsten.

Nichts für ungut.

LG,
Bernhard