Darf ein Muslim eine Baha'i heiraten?


Sulayman hat folgendes geschrieben:
Ja, aber bitte nicht pauschal den Islam. Das hat so ausgesehen als ob der Mann auf was sehr "Wichtiges" verzichten müsse, weil das im Islam ja an der Tagesordnung ist.

[...]

Das liegt daran, dass häusliche Gewalt kein muslimisches Phänomen ist.

[...]

Es geht nicht um das Schönreden. Es geht darum, dass eine Aussage über den Islam gemacht wurde, die so nicht stimmt.
Es ist existierend, verbreitet ist es eher weniger. Wenn wir warnen möchten, sollten wir konkrete Personen ansprechen.


Ich kann ja verstehen, dass du den Islam hier nicht als die "Frauenverprüglerreligion" dargestellt haben willst. Ich glaube dir auch, dass du es aufrichtig so siehst, dass der Islam das Schlagen von Frauen nicht erlaubt.

Gleichwohl geht die ganze Sache nun nicht nur auf ein böses Gerücht zurück, sondern auf die verbreitete Auslegung des genannten Verses des Koran und der gelebten Praxis. In entsprechenden Statistiken sind es nun einmal immer wieder muslimische Familien und islamisch geprägte Länder bei denen der Anteil an häuslicher Gewalt (mit) am höchsten ist. Und es gibt nun einmal auch sehr viele muslimische Männer die dies als vermeintlich legitimes Mittel sehen ihre vermeintliche Vorherrschaft in der Familie zu sichern.

All das ist kein Zufall. Es ist systemisch bedingt. Wenn dir der Umstand nicht gefällt mach was dagegen. Ich höre nicht auf so etwas anzukreiden bis es kein Problem mehr ist.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Auch der Islam verlangt, dass man bei Gewalttätigkeit, sei es von Mann oder Frau vorher, warnt.


Mir ging es um die völlige Vermeidung von Gewalt.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Der Eintritt kommt mit der überzeugten Aussprache der Shahada vor Gott. Ein vererbter Islam, was heute leider oft so ist, bringt vor Gott nichts.


Sehr schön das du dies so siehst.

Ändert aber eben nichts daran, dass es beide von mir beschrieben Praktiken gibt und das sie als Teil der Einführung in die islamische Religionsgemeinschaft betrachtet werden und sie entsprechend nicht an dem Kind einer Bahai vollzogen werden sollen.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
An der Aussage ist sicher nichts Falsches, eher könnte es umstritten sein, dass man nach mehreren Religionsgesetzen heiratet.


Dann muss man dazu den kleinsten gemeinsamen Nenner bieten und ich glaube der ist hier von Bahai-Seite erfüllt.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Ich habe bis jetzt nichts ausgelegt, sondern lediglich islamische Quellen zitiert. Ich mache aber kein Geheimnis daraus, dass ich das Schlagen der Frau aus islamischer Sicht für ein Verbrechen halte.

Natürlich gibt es andere Meinungen, aber diese sind nicht so stark (basierend auf Quran und Sunnah), außerdem gibt es keine Ahadith, wo der Prophet dieses erlaubt.
Wohl aber, und da gebe ich dir Recht, gibt es Ahadith, wo erwähnt wird, dass Frauen geschlagen wurden, das kann aber nicht als Rechtfertigung angesehen werden, vor allem, weil der Prophet die Prügler dann verwarnte, und später in der Kalifenzeit wurden sie bestraft.


Natürlich hast du ausgelegt, nämlich dadurch welche islamischen Quellen du zitiert hast. Ich finde deine Auslegung ja klasse!

Du könntest auch auf Sahih Muslim 4,2127 verweisen wo berichtet wird, dass Mohammed angeblich Aischa so auf die Brust geschlagen hätte, dass es sie geschmerzt hätte. Oder auf Sahih Bukhari 7,715 wo berichtet wird, dass es Mohammed angeblich während einer Rechtssprechung überhaupt nicht interessiert hätte, dass die Frau von ihrem Mann so verprügelt wurde, dass man die Flecken deutlich sah. Ich denke ich muss nicht ausführen was ich von diesen Ahadith halte. Ich denke du weißt selbst, dass wenn man lange genug Sucht sich aus den Ahadith allen möglichen Unsinn zusammensuchen kann.

Oder auf einer der vielen Fatwa (bzw. deren Quellen) zu dem Thema die sagen es sei islamrechtlich erlaubt seine Frau zu schlagen. Auch hier spare ich mir die Aussagen dazu was ich von diesen halte.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Okay lassen wirs.

Ich denke, da sind wir uns einig, dass das nicht zulässig ist.


Wir schon. Dir wollte ich da auch nichts unterstellen. Aber ich nehme man an das du nicht der muslimische Mann bist um den es hier geht.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Auch Männer, sei es aus dem Judentum oder dem Christentum. Später wurden auch andere Religionen in den Dhimmá-Vertrag aufgenommen, weil der Prophet es auch erlaubte mit Polytheisten Verträge zu schließen.
(Später: Buddhisten, Zoroastrier)


Natürlich auch Männer. Ich habe hier Frauen genannt weil es um Frauen ging.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
In der Regel war das so. Ich denke, dass es trotzdem im islamischen Sinne ist, die anderen Religionen da auch reinzulassen. (Ich finde keinen Beweis dagegen)


Der Punkt dürfte sein, dass der Islam einen Finalitätsanspruch hat. Nach der Offenbarung Mohammeds soll es keine mehr geben. Wenn nun doch noch Religionen entstehen können diese nur als Sekte oder Apostasie gesehen werden. Zumindest wenn man nicht über diesen Schatten springen kann. Es ist schon sehr auffällig, dass dieses Problem mit allen nachislamischen Religionen besteht (mit denen größerer Kontakt besteht).

Vermutlich haben die Religionsgelehrten zudem eher vor Religionen Angst wo ein Muslim eine Offenbarung nach jener Mohammeds annehmen würden als Religionen wo sie Mohammed und dem Koran abschwören müssten. Zudem hat ein Schutzbefohlener seine Religionsfreiheit ja auch einzuschränken und darf seine Religion z.B. nicht öffentlich bewerben. Nachislamische Religionen haben aber meist explizit einen Anspruch diesen zu erfüllen.

Es sei erwähnt, dass die Auffassung verbreitet ist, dass Apostasie islamrechtlich mit dem Tod zu bestrafen sei.
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
wenn die Eltern die Ehe mit der Baha'i Frau verbieten, kann der Mann dann etwas dagegen machen? darf er trotzdem heiraten?


Wen die Erlaubnis der Eltern nicht vorliegt kann die Ehe auch von Bahai-Seite nicht geschlossen werden. Im Einzelfall kann man dazu jedoch das Universale Haus der Gerechtigkeit befragen.

RoseGarden hat folgendes geschrieben:
uiui^^Die Frage ist ob die Gebete eben nur an Gott gerichtet sind, denn Baha'u'llah sagt, dass wir Gott nur durch die Offenbarer erreichen können und niemals so mit ihm kommunizieren können. Ich denke wenn du Baha'i Gebete betest, kommst du an Baha'u'llah nicht vorbei.


Das stimmt so nicht:

We may do both, and also can pray directly to God, but our prayers would certainly be more effective and illuminating if they are addressed to Him through His Manifestation, Bahá'u'lláh. (Ein Brief im Auftrag Shoghi Effendis, zitiert in Lights of Guidance 1489)

Zudem glaubt Sulayman ja an eine ganze Reihe von Manifestationen Gottes.

RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Und ein selbstgereimtes Gebet ist für Baha'i vor Gott auch nicht annehmbar. Nur die offenbarten Gebete.


Wo hast du denn das her? Wie kommst du bitte auf die Idee, dass Gott einfach jedes frei formulierte Gebet ablehnt? Tut mir leid, wenn das jetzt hart klingt was ich hier schreibe; aber deine Aussage ist auch sehr hart. Damit sagst du, dass zig Millionen Menschen und zig Milliarden Gebete einfach nicht erhört werden von Gott.

In Lights of Guidance 1487 finden sich lediglich Aussagen, dass die offenbarten Gebete vorzuziehen sind und auch von denen jene aus der Bahai-Sendung.

RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Also für gemeinschaftliche Andachten gilt das auf jeden Fall. Aber es kann sein, dass es im privaten Gebet anders ist. Ich hab die Textstelle gerade nicht gefunden. Besser ein Zitat angucken, vielleicht bringe ich da was durcheinander. Ein offenbartes Gebet ist halt perfekt und mit einer besonderen Kraft ausgestattet.

Machen die Muslime Pflichtgebete und freie Gebete? Habt ihr eigentlich auch offenbarte Gebete für jede Situation


Du schließt jetzt einfach davon, dass auf Bahai-Andachten nur Texte vom Bab, Bahaullah und Abdulbaha gelesen werden einfach darauf, dass alle anderen Gebete nicht erhört werden (außer vielleicht noch jene aus anderen heiligen Schriften). Das ist aber kaum ein zulässiger Schluss.

Für eine solch starke Behauptung solltest du schon eine eindeutige Textstelle haben. Du hast hier nämlich gerade Millionen von Menschen dahingehend verdammt, dass Gott ihre Gebete völlig ignorieren würde.

Natürlich ist ein offenbartes Gebet mit besonderer Kraft ausgestattet und selbst unter diesen gibt es noch welche die mit ganz besonderer Kraft ausgestattet sind.

In der Bahai-Religion gibt es auch einen Unterschied zwischen Salát (Gebete die Pflicht sind) und Munáját (Gebete die freiwillig sind). Von ersteren gibt es nur ein paar, von letzteren tausende. Erstere sollen bis auf das Totengebet nur allein vollzogen werden, letztere auch in Gruppen. Einige Munáját haben einen höheren Rang als andere. Hinzu kommt noch das Dhikr (Gedenken) des Größten Namens: 95mal Alláh-u-Abhá rezitieren. Auch gibt es noch einige Gebetsteile in den Tafeln zur Pilgerfahrten (Hajj) die ja momentan nicht möglich sind und die Tafeln zum Besuch (Zíyárat) der Schreine, welche ja auch zu bestimmten Feiertagen gesprochen werden.

RoseGarden hat folgendes geschrieben:
hmm ja...ich will nichts falsches sagen, ich versuche ein Zitat zu finden.


Würde mich sehr interessieren, aber solche harten Aussagen sollte man lieber belegen können bevor man sie macht.
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Zur Hölle mit der iranischen Regierung, egal um was es geht.


Da gibt es auch Leute die da einfach nur arbeiten und keine Menschen schinden wollen. Die Armen sollen nicht in die Hölle müssen, die mussten schon genug im Diesseits ertragen.
Guck mal bei Lights of Guidance 1487, ich konnte das hier leider nicht einfügen:

http://recherche.bahai-studien.de/?.....s+of+Guidance.txt&c=1

[quote]We may do both, and also can pray directly to God, but our prayers would certainly be more effective and illuminating if they are addressed to Him through His Manifestation, Bahá'u'lláh. (Ein Brief im Auftrag Shoghi Effendis, zitiert in Lights of Guidance 1489) [/quote] ja direkt zu Gott schon, aber auf welche Weise? In LoG 1987 steht, dass offenbarte Gebete vorzuziehen sind.
@RoseGarden

Auf die beiden Stellen habe ich doch hier bereitss verwiesen und sie sagen deutlich andere Dinge als du behauptet hast.

Die beiden Stellen sagen zwar aus, dass das Beten durch Bahaullah per durch Ihn offenbarte Gebete effektiver und besser sind; aber es steht nicht da, dass man nicht direkt zu Gott beten darf oder kann und es steht auch nicht da, dass alle nicht von Bahaullah offenbarte (oder einer anderen Manifestation Gottes oder von Abdulbaha) Gebete von Gott nicht angenommen werden.

Beides hattest du hier behauptet. Beides verdammt sehr viele andere Menschen. Beides ist eindeutig falsch. Ich fände es doch angebracht, wenn du von diesen Aussagen mal eindeutig Abstand nimmst oder eingestehst, dass sie deiner eigenen Intoleranz entspringen und nicht der Bahai-Lehre.

Wie schon in meinem letzten Post gesagt: Das mag sehr hart wirken wie ich darauf reagiere; aber was du hier in der Hinsicht schreibst ist auch sehr hart und verdammt Millionen von Menschen und Milliarden von Gebeten.
Zitat:
Beides hattest du hier behauptet. Beides verdammt sehr viele andere Menschen. Beides ist eindeutig falsch. Ich fände es doch angebracht, wenn du von diesen Aussagen mal eindeutig Abstand nimmst oder eingestehst, dass sie deiner eigenen Intoleranz entspringen und nicht der Bahai-Lehre.


Wie ich schon sagte, ich kann nur von meinem eigenen Verständnis sprechen, ich denke was anderes kannst du auch nicht?
Ja du kannst noch 10 mal schrieben, dass das was du sagst hart ist, das wird auch nichts daran ändern. Du kannst mal Abstand nehmen von deiner eigenen selbstgerechten Art. ich glaube wir sind alle hier um zu lernen, du bildest da keine Ausnahme, also versuche dich nicht über mich zu erheben, nur weil ich etwas falsch gelesen habe.

Ich muss das auch hier nicht nochmal ausbreiten, denn ich denke nicht dass meine Worte mehr hergeben als die Shoghi Effendis.

Was willst du mir sagen? Ist das deine demütige Lernhaltung? Ich bin sicher du hast jeden Fetzen in der Offenbarung Baha'u'llah akkurat verstanden? Oh ja, dein Ego freut sich sicher, wenn ich hier etwas "einräume" gell?
Weißt du wenn du schon selbst merkst, dass deine Beiträge "hart" sind, dann schreib sie einfach nicht und und unterstelle mir nicht, ich würde Menschen verdammen. Oder ist das die Nettiquette in diesem Forum?
Zitat:

Ich kann ja verstehen, dass du den Islam hier nicht als die "Frauenverprüglerreligion" dargestellt haben willst. Ich glaube dir auch, dass du es aufrichtig so siehst, dass der Islam das Schlagen von Frauen nicht erlaubt.

Eben, weil er es nicht ist.

Zitat:
Gleichwohl geht die ganze Sache nun nicht nur auf ein böses Gerücht zurück, sondern auf die verbreitete Auslegung des genannten Verses des Koran und der gelebten Praxis. In entsprechenden Statistiken sind es nun einmal immer wieder muslimische Familien und islamisch geprägte Länder bei denen der Anteil an häuslicher Gewalt (mit) am höchsten ist. Und es gibt nun einmal auch sehr viele muslimische Männer die dies als vermeintlich legitimes Mittel sehen ihre vermeintliche Vorherrschaft in der Familie zu sichern.


Ich habe schon längst untermauert, dass das Problem bei Muslimen existiert.

Allerdings würde ich mich freuen, wenn du mir die Statistiken einmal zeigen könntest.

Zitat:
All das ist kein Zufall. Es ist systemisch bedingt. Wenn dir der Umstand nicht gefällt mach was dagegen. Ich höre nicht auf so etwas anzukreiden bis es kein Problem mehr ist.


Und genau, das ist es. Man muss konkret die Menschen kritisieren, die so etwas tun.

Woher weißt du, dass ich nicht schon etwas tue?


Zitat:
Sehr schön das du dies so siehst.

Ändert aber eben nichts daran, dass es beide von mir beschrieben Praktiken gibt und das sie als Teil der Einführung in die islamische Religionsgemeinschaft betrachtet werden und sie entsprechend nicht an dem Kind einer Bahai vollzogen werden sollen.


Von Muslimen. Laut Quran und Sunnah ist man erst ein Muslim, wenn man mit Herz die Shahada vor Gott akzeptiert hat.


Zitat:
Natürlich hast du ausgelegt, nämlich dadurch welche islamischen Quellen du zitiert hast. Ich finde deine Auslegung ja klasse!


Nein, Nein, ich akzeptiere auch deine zwei geposteten Hadithe. Ich bin niemand, der nur das annimmt, was meine Gelüste akzeptieren.
Auf die Hadithe komme ich gleich.

Zitat:
Du könntest auch auf Sahih Muslim 4,2127 verweisen wo berichtet wird, dass Mohammed angeblich Aischa so auf die Brust geschlagen hätte, dass es sie geschmerzt hätte.


Danke für diesen Verweis. Hier wird sehr schön deutlich, wie oftmals Antiislampropaganda von statten geht. Man nimmt einen Satz aus einem Hadith, der eigentlich zwei Din A4 Seiten in Schriftgröße 12 füllt, um seine Ansicht zu untermauern. Ich würde jedoch niemals dir vorwerfen Antiislampropaganada zu verbreiten, das bezog sich nicht auf dich!
Kein Problem.

In diesem Hadith hat Muhammad eine Offenbarung bekommen nach Baqi´ nachts aufzubrechen.
Als Aisha das bemerkte, ist sie aufgestanden und ihm hinterher gerannt.
Nach einer Weile merkte der Prophet, wie Aisha sich schnaufend hinter ihm näherte.
Aisha dachte, dass Muhammad sie betrügen wolle oder dergleichen.
Der Prophet war natürlich erschüttert, dass seine Frau so von ihm dachte, obwohl er der Prophet Gottes war. Aus dieser Erschütterung heraus drückte, die richtige Übersetzung für arabisch "lahád", der Prophet Aisha auf die Brust und sagte: "Denkst du Allah und sein Gesandter würden dich ungerecht behandeln?"
Hier wird deutlich, dass auch der Gesandte Gottes Emotionen hat, und erschrocken darauf reagierte, dass seine geliebte Frau dachte, er würde sie ungerecht behandeln.
Obwohl es Aisha weh getan hatte, wertete sie das nicht als Schlagen.

Das berichtet Aisha selbst: "Der Prophet, Allahs Segen und Frieden seien auf ihm, schlug nie einen Menschen, ob Mann, Frau, oder Sklave, mit seiner Hand, außer wenn er für Allahs Sache kämpfte (Verteidigungskrieg)." (Sahih Muslim)

Aisha hatte unter den Sahaba eine große Autorität, es wäre nicht falsch gewesen wenn sie das Schlagen eines unfehlbaren Propheten erwähnt hätte.

Al Hakim berichtet, dass der Prophet Umar ibn al -Khattab auch dreimal auf die Brust drückte (lahád) und für ihn betete, nach dem er den Islam annahm.

Ubbay ibn Kaab berichtet, dass der Prophet Muhammad ihn ebenfalls so drückte (lahád) als er Zweifel an der Wahrhaftigkeit Muhammads bekam, während die Mekkaner sie auspeitschten.
Muhammad hat ihn damit "aufgeweckt" und ihm Mut zu gesprochen.

Das ist also überhaupt kein Züchtigungsrecht.



Zitat:
Oder auf Sahih Bukhari 7,715 wo berichtet wird, dass es Mohammed angeblich während einer Rechtssprechung überhaupt nicht interessiert hätte, dass die Frau von ihrem Mann so verprügelt wurde, dass man die Flecken deutlich sah.


Ebenfalls gibt dieser Hadith mehr her, als das was du geschrieben hast.

In diesem Hadith geht es überhaupt nicht um die Erlaubnis des Schlagens, sondern um Eheprobleme zwischen einem Mann und einer Frau, welche vor den Propheten gebracht wurden.
Beide sowohl der Mann (Frau Schlagen), als auch die Frau (Lügen über ihren Mann), haben Fehler gemacht.
Soweit die Überlieferung geht hat der Prophet beide für ihre Fehler nicht getadelt. Zumal der Mann ja nicht nach all den Bedingungen der Sura 4, 34 gehandelt haben kann.
Dazu wird die Überlieferung nur von einer Seite erzählt und die darauffolgende Entscheidung des Propheten wird gar nicht mehr zitiert.

Es wäre irrsinnig diese Überlieferung als Beweis für die Erlaubis der Züchtigung zu nehmen.

Ich werde in kommender Zeit noch mehr Ahadith diesbezüglioch erklären.

Somit ist im Lichte aller (auch meinen gestrigen) Überlieferungen klar, dass es nicht erlaubt ist Frauen zu schlagen.

Auch muss man alle Quranvers betrachten, wie:

"Und wenn eine Frau von ihrem Ehemann rohe Behandlung oder Gleichgültigkeit befürchtet, so soll es keine Sünde für beide sein, wenn sie sich auf geziemende Art miteinander versöhnen; denn Versöhnung ist gut. Die Menschen sind auf Habsucht eingestellt. Tut ihr jedoch Gutes und seid gottesfürchtig, dann ist Allah eures Tuns kundig." (Quran 4:128)

"Geht gütig mit ihnen um. Wenn ihr eine Abneigung gegen sie empfindet, wer weiß, vielleicht empfindet ihr Abneigung gegen etwas, worein Allah aber viel Gutes gelegt hat." (Quran 4:1

Dann:

Muawiyah al-Qurayshi fragte den Propheten auf was er bzgl. seiner Frau besonders achten solle.
Der Prophet antwortete: "Versorge sie, kleide sie, schlage sie nicht und beschimpfe sie nicht!" (Abu Dawud)

Ebenfalls in Abu Dawud findet sich folgendes:

Der Prophet wird gefragt bzgl. Scheidung und Eheproblemen.

Die Antwort:

"Wenn es unvermeidbar ist, dann nähert euch der Scheidung. Versorge und kleide deine Frau jedoch weiterhin, gebe ihr keine Schimpfnamen und schlage sie nicht!"

In Bukhary: "Wie könnt ihr nur eure Frauen schlagen und euch ihnen danach zärtlich nähern!?"

Sahih Ibn Hibban und Riyadh us Salihin:

"Es ist euch verboten die Dienerinnen Allahs zu schlagen."


In der selben Überlieferung klagte eine Frau beim Propheten, weil sie geschlagen wurde. Der Prophet antwortete: "Diese Männer gehören nicht zu den Guten dieser Ummah."

Es ist unnötig, die noch dutzend weiteren Überlieferungen und Verse zu posten, die die gute Behandlung von Frauen obligatorisch machen und das Schlagen verbieten.

Jeder aufrichtige Muslim, sollte dem Propheten nun gehorchen und Allah fürchten seine eigene Frau zu schlagen.



Zitat:
Ich denke ich muss nicht ausführen was ich von diesen Ahadith halte. Ich denke du weißt selbst, dass wenn man lange genug Sucht sich aus den Ahadith allen möglichen Unsinn zusammensuchen kann.


Das sagst du oft genug. Das darfst du auch denken.
Für andere Menschen sind diese Texte wichtig.
Ich benutze den Begriff "Unsinn" bzgl. anderen Religionen eher nicht so gern.
Zitat:

Oder auf einer der vielen Fatwa (bzw. deren Quellen) zu dem Thema die sagen es sei islamrechtlich erlaubt seine Frau zu schlagen. Auch hier spare ich mir die Aussagen dazu was ich von diesen halte.


Jede Fatwa, die ohne ausführlichen Beweis gebracht wird , ist abzulehnen. Die Beweise habe ich schon gepostet. Ich kann das gerne noch erweitern.

Zitat:
Wir schon. Dir wollte ich da auch nichts unterstellen. Aber ich nehme man an das du nicht der muslimische Mann bist um den es hier geht.


Kann jeder Mann unabhängig von Religion sein.

Zitat:

Der Punkt dürfte sein, dass der Islam einen Finalitätsanspruch hat. Nach der Offenbarung Mohammeds soll es keine mehr geben. Wenn nun doch noch Religionen entstehen können diese nur als Sekte oder Apostasie gesehen werden. Zumindest wenn man nicht über diesen Schatten springen kann. Es ist schon sehr auffällig, dass dieses Problem mit allen nachislamischen Religionen besteht (mit denen größerer Kontakt besteht).



Ja.

Zitat:
Vermutlich haben die Religionsgelehrten zudem eher vor Religionen Angst wo ein Muslim eine Offenbarung nach jener Mohammeds annehmen würden als Religionen wo sie Mohammed und dem Koran abschwören müssten. Zudem hat ein Schutzbefohlener seine Religionsfreiheit ja auch einzuschränken und darf seine Religion z.B. nicht öffentlich bewerben. Nachislamische Religionen haben aber meist explizit einen Anspruch diesen zu erfüllen.


Das stimmt.
Es kommt darauf an bzgl. dem Werben.
Oftmals steckt da eben eine unterschwellige Islamabneigung, gegen Aufklärung habe ich nichts einzuwenden, sowie es Bahai praktizieren.
Generell stimmt es, dass einige Muslime Angst haben, dass ihre Glaubensbrüder z.B: Ghulam Ahmad oder Baha Ullah akzeptieren.

Zitat:
Es sei erwähnt, dass die Auffassung verbreitet ist, dass Apostasie islamrechtlich mit dem Tod zu bestrafen sei.


Ja, das ist ein eigenes Thema für sich, ich habe darüber hier schon einmal ausführlich geschrieben.
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Also: nicht dass Missverständnisse aufkommen, Baha'i dürfen andere Gebete beten, außer den offenbarten, auch wenn Shoghi Effendi sagt, die offenbarten Gebete seien vorzuziehen.
Nicht dass sich jemand verdammt fühlt nur weil er freestyle betet
Zum Thema Islam und häusliche Gewalt eine recht aktuelle Stellungnahme der deutschen Islamkonferenz:

http://www.deutsche-islam-konferenz.....klaerung-gewalt-node.html
RoseGarden hat folgendes geschrieben:
Also: nicht dass Missverständnisse aufkommen, Baha'i dürfen andere Gebete beten, außer den offenbarten, auch wenn Shoghi Effendi sagt, die offenbarten Gebete seien vorzuziehen.
Nicht dass sich jemand verdammt fühlt nur weil er freestyle betet


Ich weiß, dass du das nicht wolltest.

Vlt. hat dich Tobias nur falsch verstanden.
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ