Darf ein Muslim eine Baha'i heiraten?


Sulayman hat folgendes geschrieben:
Hier wird das so dargestellt, als ob jeder Örtliche Geistige Rat den Muslimen eine Liste gebt, wo draufsteht: "Kein Züchtigungsrecht, gelle!"
Die Geistigen Räte, wie ich sie bis jetzt erlebt habe, sind jedoch kulant genug, um von solch einer fragwürdigen Handlung abzusehen.


Dies will ich zuerst vorwegnehmen: Mein Post ist aus keinem offiziellen Dokument der Bahai-Gemeinde und auch keinem nachempfunden. Es ist eine Zusammenfassung meines religiösen und praktischen Wissens zu dem Thema, welches ich aufgegliedert habe damit es leichter verständlich ist.

Zumindest in deutscher Sprache ist mir auch kein spezielles Dokument für interreligiöse Ehen zwischen Muslimen und Bahai bekannt.

Generell bin ich der Meinung: Lieber einmal zu viel für Gewalt gewarnt als das es wirklich welche gibt.

Vom Nationalen Geistigen Rat der Bahai in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es ein Handbuch zu dem Thema häusliche Gewalt aus dem Jahr 2002 (letzte Revision 2011). Auf Muslime wird dort allerdings nicht speziell Bezug genommen.

http://www-cdn.bahai.us/files/2011/.....DVS-Revision-Complete.pdf

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Was aber nicht heißt, dass Bahai-Eltern sich religiös im Bezug auf ihre Kinder völlig zurückhalten. Soweit ich einmal eine Schrift von Bahá Ulláh gelesen habe, wird dort gesagt, dass man als Bahai seinen Kindern die Verse Gottes beibringen soll, damit sie im Mashriqul Adhkar gesungen werden können.
Ich werde die entsprechende Stelle noch raussuchen.
Natürlich ist die Religionswahl dann frei, aber man darf sich das nicht so vorstellen, dass Bahai ihre Kinder überhaupt nicht beeinflussen, das wäre unnormal.


Natürlich sollen Eltern die Bahai sind ihren Kind die Verse Gottes näher bringen und sie auch im religiösen Sinne erziehen. Es gibt aber keine Riten zum Beitritt in die Religionsgemeinschaft für Kinder. Ein Kind kann ab 15 selbst entscheiden ob es sich als Bahai "erklären" will oder nicht.

Das muslimische Elternteil hätte ebenso das Recht seinem Kind den Koran nahe zu bringen, es an muslimischen Aktivitäten teilnehmen zu lassen, etc. Nur darf das Kind nicht von vornherein als "muslimisches Kind" vereinnahmt werden. Darunter würden dann z.B. die Beschneidung und das ins Ohr flüstern des islamischen Glaubensbekenntnisses zählen, wenn sie als Beitritt zur islamischen Gemeinschaft gewertet werden.

Es geht darum, dass das Kind ab dem 15. Lebensjahr wählen kann ob es Bahai, Muslim oder etwas anderes werden möchte.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Das ist aus islamischer Sicht schwerer möglich. Können Bahai, auch ohne Bahai-Trauung eine "religiös korrekte" Ehe schließen?


Nein, können sie nicht.

Eine Bahai-Trauung besteht aus dem jeweiligen Sprechen des Verses Wahrlich, wir wollen uns alle an Gottes Willen halten. vor zwei Zeugen und dem Einverständnis aller lebenden Elternteile und der schnellstmöglichen staatlichen Anerkennung der Ehe.

Was ist daran das Problem für einen muslimischen Mann?

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Achso es gibt also eine "doppelte Eheschließung".


Neben der Bahai-Trauung können auch andere Trauungen stattfinden solange diese nicht als Übertritt gewertet werden oder einen solche erzwingen oder für einen Bahai nicht erlaubte Handlungen enthalten.

Sulayman hat folgendes geschrieben:
Es ist schon erstaunlich, dass dieser Punkt so große Erwähnung findet, vor allem weil ja so viele Muslime ihre Frauen schlagen.

Dazu wird das arabische Wort "adribu´hunna" in diesem Vers nicht in allen Übersetzungen mit "schlagen" übersetzt, wie es manche Muslime, aber auch Islamfeinde gerne hätten.

Vielmehr wird dieser Vers mit der Handlungswiese des Propheten erklärt:

"Einige Sahaba kamen zu Abdullah ibn Abbas und fragten nach einem Vers im Quran, nach dem Allah das Schlagen der Frauen als letztes Mittel gestattet hat, sie fragten Ibn Abbas: "Ist dies nicht ein Widerspruch zwischen den Worten des Gesandten und dem Quran?"
Abdullah ibn Abbas holte seinen Miswak (eine Art hölzerne Zahnbürste) aus seinem Hemd, streckte die Hand aus und tippte dreimal leicht auf sein Handrücken, danach sagte er: "So hart dürft ihr Frauen anfassen, dies ist mit diesem Vers aus dem Quran gemeint." (Sahih Muslim)

Wieso dachten die Gefährten es sei ein Widerspruch? Weil der Gesandte sagte:

"Schlagt eure Frauen nicht!" (Sunan Abu Dawud)

Diese Übersetzung meint also nicht das"verprügeln" oder eine körperliche Züchtigung, sondern ist im metaphorischen Sinne zu verstehen. Nämlich in dem Man(n) sich zusammen mit seiner Frau eine Lösung überlegt, wo beide Parteien sich möglicherweise nahe legen ihr Verhalten zu ändern.

Des Weiteren hat der Prophet Muhammád seine Frauen nie geschlagen.

Es gibt aber leider viele muslimische Gelehrte und Nichtmuslime, die diesen Vers gerne als Vorwand sehen um die muslimische Frau ins schlechte Licht zu rücken.

Ein praktizierender Muslim, akzeptiert die dutzenden Aussagen des Propheten zur guten Behandlung der Frauen und würde Allah fürchten seiner Frau weh zu tun.

Des Weiteren würde ich doch sagen, dass kein wahrer Mann eine Frau, vor allem seine Ehefrau schlägt.

Übrigens gab es zur Zeit der rechtgeleiteten Kalifen ein Gesetz, das besagte, dass der Mann für jeden Finger seiner Hand mit dem er seine Frau schlug, bestraft werden müsste, um diesen altarabischen Brauch endlich auszulöschen.


Und um es nochmal zu sagen: Das Schlagen der Ehefrau ist kein muslimisches Phänomen, eine Bahai- Frau muss also keine Angst vor einem Muslim haben, verprügelt zu werden.


In der Praxis ist das nun einmal ein existierendes und sehr verbreitetes Problem und dann erwähne ich es auch. Ich bin niemand der Dinge schön quatscht.

Ich finde es toll, dass du diesen Vers so auslegst wie du es tust. Ich weiß aber auch, dass es zu dem Thema auch andere Meinungen und andere Ahadith gibt aus denen man dann andere Sachen lessen kann.


Für alle anderen. Es geht um folgenden Vers, der ja immer wieder heftige Diskussionen auslöst:

Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, – ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie (wa-iḍ'ribūhunna). Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß. (Koran 4,34)


Aber darum soll es hier nicht gehen. Fakt ist, dass nun einmal viele muslimische Männer meinen sie seien der Bestimmer in der Familie und dürften bzw. sollten ihre Meinung zur Not mit Gewalt durchsetzen und das ist aus Bahai-Sicht nicht zulässig. Bei Männern aller anderen Religionen gilt das genauso.
@Tobias

Zitat:
Dies will ich zuerst vorwegnehmen: Mein Post ist aus keinem offiziellen Dokument der Bahai-Gemeinde und auch keinem nachempfunden. Es ist eine Zusammenfassung meines religiösen und praktischen Wissens zu dem Thema, welches ich aufgegliedert habe damit es leichter verständlich ist.


Das ist mir klar.


Zitat:
Generell bin ich der Meinung: Lieber einmal zu viel für Gewalt gewarnt als das es wirklich welche gibt.


Ja, aber bitte nicht pauschal den Islam. Das hat so ausgesehen als ob der Mann auf was sehr "Wichtiges" verzichten müsse, weil das im Islam ja an der Tagesordnung ist.

Auch der Islam verlangt, dass man bei Gewalttätigkeit, sei es von Mann oder Frau vorher, warnt.

Zitat:
Vom Nationalen Geistigen Rat der Bahai in den Vereinigten Staaten von Amerika gibt es ein Handbuch zu dem Thema häusliche Gewalt aus dem Jahr 2002 (letzte Revision 2011). Auf Muslime wird dort allerdings nicht speziell Bezug genommen.

http://www-cdn.bahai.us/files/2011/.....DVS-Revision-Complete.pdf

Das liegt daran, dass häusliche Gewalt kein muslimisches Phänomen ist.

Zitat:

Das muslimische Elternteil hätte ebenso das Recht seinem Kind den Koran nahe zu bringen, es an muslimischen Aktivitäten teilnehmen zu lassen, etc. Nur darf das Kind nicht von vornherein als "muslimisches Kind" vereinnahmt werden. Darunter würden dann z.B. die Beschneidung und das ins Ohr flüstern des islamischen Glaubensbekenntnisses zählen, wenn sie als Beitritt zur islamischen Gemeinschaft gewertet werden.


Der Eintritt kommt mit der überzeugten Aussprache der Shahada vor Gott. Ein vererbter Islam, was heute leider oft so ist, bringt vor Gott nichts.

Zitat:
Es geht darum, dass das Kind ab dem 15. Lebensjahr wählen kann ob es Bahai, Muslim oder etwas anderes werden möchte.


Hab ich kapiert.


Zitat:
Eine Bahai-Trauung besteht aus dem jeweiligen Sprechen des Verses Wahrlich, wir wollen uns alle an Gottes Willen halten. vor zwei Zeugen und dem Einverständnis aller lebenden Elternteile und der schnellstmöglichen staatlichen Anerkennung der Ehe.

Was ist daran das Problem für einen muslimischen Mann?


An der Aussage ist sicher nichts Falsches, eher könnte es umstritten sein, dass man nach mehreren Religionsgesetzen heiratet.



Zitat:
In der Praxis ist das nun einmal ein existierendes und sehr verbreitetes Problem und dann erwähne ich es auch. Ich bin niemand der Dinge schön quatscht.


Es geht nicht um das Schönreden. Es geht darum, dass eine Aussage über den Islam gemacht wurde, die so nicht stimmt.
Es ist existierend, verbreitet ist es eher weniger. Wenn wir warnen möchten, sollten wir konkrete Personen ansprechen.

Zitat:
Ich finde es toll, dass du diesen Vers so auslegst wie du es tust. Ich weiß aber auch, dass es zu dem Thema auch andere Meinungen und andere Ahadith gibt aus denen man dann andere Sachen lessen kann.


Ich habe bis jetzt nichts groß ausgelegt, sondern eher islamische Quellen zitiert. Ich mache aber kein Geheimnis daraus, dass ich das Schlagen der Frau aus islamischer Sicht für ein Verbrechen halte.

Natürlich gibt es andere Meinungen, aber diese sind nicht so stark (basierend auf Quran und Sunnah), außerdem gibt es keine Ahadith, wo der Prophet dieses erlaubt.
Wohl aber, und da gebe ich dir Recht, gibt es Ahadith, wo erwähnt wird, dass Frauen geschlagen wurden, das kann aber nicht als Rechtfertigung angesehen werden, vor allem, weil der Prophet die Prügler dann verwarnte, und später in der Kalifenzeit wurden sie bestraft.


Zitat:
Für alle anderen. Es geht um folgenden Vers, der ja immer wieder heftige Diskussionen auslöst:

Die Männer stehen in Verantwortung für die Frauen wegen dessen, womit Allah die einen von ihnen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Besitz (für sie) ausgeben. Darum sind die rechtschaffenen Frauen (Allah) demütig ergeben und hüten das zu Verbergende, weil Allah (es) hütet. Und diejenigen, deren Widersetzlichkeit ihr befürchtet, – ermahnt sie, meidet sie im Ehebett und schlagt sie (wa-iḍ'ribūhunna). Wenn sie euch aber gehorchen, dann sucht kein Mittel gegen sie. Allah ist Erhaben und Groß. (Koran 4,34)

Genau das ist eine Übersetzung. Des Weiteren muss man immer den Kontext und Weiteres betrachten.

Zitat:

Aber darum soll es hier nicht gehen. Fakt ist, dass nun einmal viele muslimische Männer meinen sie seien der Bestimmer in der Familie und dürften bzw. sollten ihre Meinung zur Not mit Gewalt durchsetzen und das ist aus Bahai-Sicht nicht zulässig. Bei Männern aller anderen Religionen gilt das genauso.


Okay lassen wirs.

Ich denke, da sind wir uns einig, dass das nicht zulässig ist.
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Zitat:
Natürlich ist die Religionswahl dann frei, aber man darf sich das nicht so vorstellen, dass Bahai ihre Kinder überhaupt nicht beeinflussen, das wäre unnormal.

Ja...ich glaube halt für einen Baha'i ist es nicht so schlimm, wenn der Partner den Kindern auch muslimische Gebete beibringt, da die Baha'i Religion den Islam mit einschließt und Muhammad nicht weniger wertschätzen darf als Baha'u'llah. Mein Gedanke ist nur, dass Muslime Baha'u'llah nicht anerkennen und die Baha'i als Ungläubige sehen.
Zitat:

Das muslimische Elternteil hätte ebenso das Recht seinem Kind den Koran nahe zu bringen, es an muslimischen Aktivitäten teilnehmen zu lassen, etc. Nur darf das Kind nicht von vornherein als "muslimisches Kind" vereinnahmt werden. Darunter würden dann z.B. die Beschneidung und das ins Ohr flüstern des islamischen Glaubensbekenntnisses zählen, wenn sie als Beitritt zur islamischen Gemeinschaft gewertet werden.

Ich persönlich würde wollen, dass das Kind sowohl an muslimischen, als auch an Baha'i Aktivitäten teilnimmt und später selbst wählt.
Was mich interessieren würde, ist was muslimische Männer machen, wenn in ihrem Wohnzimmer ein 19-Tage-Fest oder eine Baha'i Andacht stattfindet. Zudem frage ich mich, was die Verwandtschaft des Mannes davon hält. Für mich steht Islam irgendwie auch im Kontext mit bestimmten Kulturen und damit einhergehender Bindung an die Familie. Das heißt, wenn die Eltern die Ehe mit der Baha'i Frau verbieten, kann der Mann dann etwas dagegen machen? darf er trotzdem heiraten? Kann einen Baha'I Frau in einer muslimischen Familie überhaupt akzeptiert werden?

Gibt es überhaupt Muslime, die so tolerant sind, dass sie eine Baha'i Frau und später evtl. ein Kind, dass sich entscheidet, Baha'i zu sein akzeptiert?

Zitat:

Und um es nochmal zu sagen: Das Schlagen der Ehefrau ist kein muslimisches Phänomen, eine Bahai- Frau muss also keine Angst vor einem Muslim haben, verprügelt zu werden.

Irgendwie unterstützt der Islam halt das Patriarchat (durch diese falsch ausgelegten Verse, dass man angeblich seine Frau schlagen darf) und das ist etwas wovor ich als westliche Frau Angst habe. In manchen islamischen Ländern gilt das Wort einer Frau vor Gericht nichts und sie kann sich ohne Verschleierung nicht raustrauen. Das mag alles nicht dem Islam entsprechen, aber sind nicht die Menschen der Auffassung es wäre so? Gerade, wenn sie aus solchen Ländern kommen?
Und im Iran werden Baha'i von Muslimen verfolgt.
Deshalb ist eine Ehe mit nem Muslim für Baha'i ein schwieriges Thema, auch wenn man zu zweit gut klar kommt...da hängt ja noch viel mehr dran, als die Beziehung zweier Menschen.

Wie ist das denn für nen Muslim, mit diesen ganzen Faktoren und Baha'i Frau?
@Tobias

Zitat:
Christliche Frauen zählen im islamischen Recht zu den Schutzbefohlenen (arab. dhimma) und zu den Buchbesitzern (arab. ahl al-kitab).


Auch Männer, sei es aus dem Judentum oder dem Christentum. Später wurden auch andere Religionen in den Dhimmá-Vertrag aufgenommen, weil der Prophet es auch erlaubte mit Polytheisten Verträge zu schließen.
(Später: Buddhisten, Zoroastrier)


Zitat:
Dieser Status wird allerdings nur Religionen (monotheistischer Natur und mit Offenbarung), welche vor Mohammed entstanden sind gewährt. Mit Religionen die danach entstanden sind kann das islamische Recht bis heute nicht wirklich umgehen.


In der Regel war das so. Ich denke, dass es trotzdem im islamischen Sinne ist, die anderen Religionen da auch reinzulassen. (Ich finde keinen Beweis dagegen)

Zitat:
Entsprechend gelten Bahai oft als feindliche Ungläubige oder irregeleitete Sekte oder Apostaten. Vielfach werden Bahai als Feinde des Islams hingestellt und mit allenmöglichen Dingen beschuldigt.


Von vielen Muslimen wird das so dargestellt ja. Dazu sind noch sehr fragwürdige Verschwörungstheorien im Umlauf.
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Zitat:

Ja...ich glaube halt für einen Baha'i ist es nicht so schlimm, wenn der Partner den Kindern auch muslimische Gebete beibringt, da die Baha'i Religion den Islam mit einschließt und Muhammad nicht weniger wertschätzen darf als Baha'u'llah. Mein Gedanke ist nur, dass Muslime Baha'u'llah nicht anerkennen und die Baha'i als Ungläubige sehen.


Das mag sein, mit den rituellen Gebeten sieht das aber von beiden Seiten anders aus. Ich habe als Muslim kein Problem Bahai-Gebete zu sprechen, die nur an Gott gerichtet sind. Das ist als ob ich selber ein Bittgebet zu Gott zusammen reime.


Zitat:
Was mich interessieren würde, ist was muslimische Männer machen, wenn in ihrem Wohnzimmer ein 19-Tage-Fest oder eine Baha'i Andacht stattfindet.

Damit muss er ja schon vorher rechnen, wenn er eine Bahai heiratet. Wenn es zur Heirat kommt, dann wird er diese Umstände wohl akzeptieren.

Zitat:
Zudem frage ich mich, was die Verwandtschaft des Mannes davon hält.


Kommt auf die Verwandschaft und deren Einstellung drauf an.

Zitat:
Für mich steht Islam irgendwie auch im Kontext mit bestimmten Kulturen und damit einhergehender Bindung an die Familie.


Bindung an Familie ja, aber bitte nicht mit Kulturen vermischen, da kommen üble Sachen raus, die gar nicht schmecken.

Zitat:
Das heißt, wenn die Eltern die Ehe mit der Baha'i Frau verbieten, kann der Mann dann etwas dagegen machen? darf er trotzdem heiraten? Kann einen Baha'I Frau in einer muslimischen Familie überhaupt akzeptiert werden?


Wie gesagt, das kommt ganz auf die Familie drauf an.
Es sollte schon so sein im Islam, dass die Heirat von den Eltern "abgesegnet" ist, lehnen die Eltern die Heirat aus illegitimen Gründen ab wie Nationalismus, Rassismus, Aussehen, Sprache, dann soll der/die Mann/Frau nicht auf die Eltern hören.

Ich sage es mal so. Ein gläubiger Muslim wünscht sich am liebsten, dass seine Familie und seine Nachkommen muslimisch sind.

Zitat:
Gibt es überhaupt Muslime, die so tolerant sind, dass sie eine Baha'i Frau und später evtl. ein Kind, dass sich entscheidet, Baha'i zu sein akzeptiert?


Wie gesagt, der Islam erlaubt nicht, dass man dem Kind den Islam einprügelt. Natürlich kann es da Konflikte geben, weil der Mann bestimmt will, dass sein Kind ein Muslim bleibt/wird. Das gibts ja oft.

Ich denke, dass ein praktizierender Muslim von vornherein eine Muslima heiraten würde. Man denke an die alltäglichen Pflichten und natürlich um das Familienleben.

Obwohl ich auch gläubige Muslime kenne, die mit Christinnen, auch eine sehr glückliche Ehe führen.

Ich sage es mal so: Der Islam empfiehlt, dass man Muslime heiratet.

Zitat:
Irgendwie unterstützt der Islam halt das Patriarchat (durch diese falsch ausgelegten Verse, dass man angeblich seine Frau schlagen darf) und das ist etwas wovor ich als westliche Frau Angst habe.


Nein, aufgrund deiner eigenen Aussage sogar eben nicht.
Und das ist mein Problem, wenn man Islam und Tradition vermischen will.

Zitat:
In manchen islamischen Ländern gilt das Wort einer Frau vor Gericht nichts und sie kann sich ohne Verschleierung nicht raustrauen.


Dafür kann der Islam ja nichts, weil der Islam nirgends umgesetzt wird. Wir können gerne über die Regierungen in den jeweiligen Ländern sprechen, aber das ist nicht das Thema.

Zitat:
Das mag alles nicht dem Islam entsprechen, aber sind nicht die Menschen der Auffassung es wäre so? Gerade, wenn sie aus solchen Ländern kommen?


Eben, weil die meisten dort nicht religiös sind, und ihre Religion verkaufen. Du kannst den Islam, die Botschaft, den Quran, nicht an den Muslimen messen.

Zitat:

Und im Iran werden Baha'i von Muslimen verfolgt.


Zur Hölle mit der iranischen Regierung, egal um was es geht.


Zitat:
Deshalb ist eine Ehe mit nem Muslim für Baha'i ein schwieriges Thema, auch wenn man zu zweit gut klar kommt...da hängt ja noch viel mehr dran, als die Beziehung zweier Menschen.


Liebe ist immer schwierig.
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Danke Sulayman für deine Antwort. Irgendwie hab ich es schon geahnt...Baha'i und Islam ist in der Liebe schwierig...obwohl sie gar nicht so verschieden sind...hm

Zitat:
Ich habe als Muslim kein Problem Bahai-Gebete zu sprechen, die nur an Gott gerichtet sind. Das ist als ob ich selber ein Bittgebet zu Gott zusammen reime.

uiui^^Die Frage ist ob die Gebete eben nur an Gott gerichtet sind, denn Baha'u'llah sagt, dass wir Gott nur durch die Offenbarer erreichen können und niemals so mit ihm kommunizieren können. Ich denke wenn du Baha'i Gebete betest, kommst du an Baha'u'llah nicht vorbei.

Und ein selbstgereimtes Gebet ist für Baha'i vor Gott auch nicht annehmbar. Nur die offenbarten Gebete.


Zitat:
Man denke an die alltäglichen Pflichten
was meinst du denn für Pflichten?



Zitat:
Und das ist mein Problem, wenn man Islam und Tradition vermischen will.
Dann musst du Baha'i werden

Zitat:
Zur Hölle mit der iranischen Regierung, egal um was es geht.
Amen xD
Zitat:

uiui^^Die Frage ist ob die Gebete eben nur an Gott gerichtet sind, denn Baha'u'llah sagt, dass wir Gott nur durch die Offenbarer erreichen können und niemals so mit ihm kommunizieren können. Ich denke wenn du Baha'i Gebete betest, kommst du an Baha'u'llah nicht vorbei.


Mann, mach nicht alles noch schwieriger!

Okay, dann habe ich wohl einige Gebete falsch verstanden.

Ich dachte die Mittlerfuktion beschränkt sich bei euch auf den Offenbarungsprozess, nicht bei den Gebeten. Gut, wieder was gelernt.
Zitat:

Und ein selbstgereimtes Gebet ist für Baha'i vor Gott auch nicht annehmbar. Nur die offenbarten Gebete.

Wirklich?


Zitat:
was meinst du denn für Pflichten?

Gebete, Fasten, usw.



Zitat:
Dann musst du Baha'i werden


Muss nicht.
Zitat:

Amen xD


Amin!
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ
Zitat:
Und ein selbstgereimtes Gebet ist für Baha'i vor Gott auch nicht annehmbar. Nur die offenbarten Gebete.


Hi Rosegarden, so habe ich das bis jetzt noch nicht gesehen, dass diese Gebete nicht annehmbar sind. Dass die offenbarten Gebete eine stärkere Kraft haben, glaube ich auch, denn schließlich sind es ja Worte Gottes, die uns zeigen wollen wie wir beten sollen.

Zitat:
Die Frage ist ob die Gebete eben nur an Gott gerichtet sind, denn Baha'u'llah sagt, dass wir Gott nur durch die Offenbarer erreichen können und niemals so mit ihm kommunizieren können. Ich denke wenn du Baha'i Gebete betest, kommst du an Baha'u'llah nicht vorbei.


Ich habe es bisher so verstanden, dass der Mensch schon von sich aus zu Gott beten kann, aber Gottes Willen verstehen können wir nur durch die Manifestationen und ihre Aussagen.

Upps, ein Auge ist schon zu, ich glaube jetzt kommt nichts Brauchbares mehr aus meiner "Feder".

Gute Nacht Ihr Lieben
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Zitat:
Wirklich?

Also für gemeinschaftliche Andachten gilt das auf jeden Fall. Aber es kann sein, dass es im privaten Gebet anders ist. Ich hab die Textstelle gerade nicht gefunden. Besser ein Zitat angucken, vielleicht bringe ich da was durcheinander. Ein offenbartes Gebet ist halt perfekt und mit einer besonderen Kraft ausgestattet.

Machen die Muslime Pflichtgebete und freie Gebete? Habt ihr eigentlich auch offenbarte Gebete für jede Situation?

Zitat:
Ich habe es bisher so verstanden, dass der Mensch schon von sich aus zu Gott beten kann, aber Gottes Willen verstehen können wir nur durch die Manifestationen und ihre Aussagen.
hmm ja...ich will nichts falsches sagen, ich versuche ein Zitat zu finden.
Zitat:

Machen die Muslime Pflichtgebete und freie Gebete? Habt ihr eigentlich auch offenbarte Gebete für jede Situation?


Ja, es gibt das fünfmalige Pflichtgebet "saláh" und freiweillige Gebete. Dazu gibt es noch die Bittgebete "Du´a".
Es gibt noch spezielle Gebete wie das Istíkharáh-Gebet, wenn man Gott um Rat fragen will, usw.

Im Islam gibt es auch zahlreiche offenbarte Gebete, für fast jede Situation.
Es ist aber auch in Ordnung ein Bittgebet selbst zu gestalten, z.B.: "Oh Allah, hilf mir"!

Die Pflichtgebete sind jedoch auch nach einem Muster zu verrichten.

Wenn du willst, kann ich dir das mal genauer erklären.
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Aḷḷāh ﷻ Muḥammad ﷺ