Ohne "Gebet" keine Höhere Stufe Keine Erleuchtung


Hallo Burkl,

ja, Benedikt hat viel religiösen Nonsens geschrieben oder geredet. Er war schon vor seinem Amtsantritt nicht mehr auf der Höhe der Zeit.


Zitat:
Anhaltende Traurigkeit ist - mit wenigen Ausnahmen, etwa die Traurigkeit, die in die Reue über die eigenen Sünden und deren Bekenntnis führt oder darüber, einer besonderen Berufung Gottes zur Nachfolge nicht entschieden genug zu antworten - eine "Verbündete des Feindes", also des Teufels.


gg, von einer Krankheit namens Depression hatte Benedikt wohl noch nie gehört.

Zitat:
Wo der Zweifel an Gott dominierend wird, da folgt der Zweifel am Menschsein selbst unausweichlich. Wir sehen heute, wie sich dieser Zweifel ausbreitet. Wir sehen es an der Freudlosigkeit, an der inneren Traurigkeit, die man in so vielen menschlichen Gesichtern lesen kann. Nur der Glaube macht mich gewiss: Es ist gut, dass ich bin.“


Wahrscheinlich ist es ihm schon ausgesprochend schwer gefallen, nicht zu sagen:" Nur der kath. Glaube macht mich gewiß:..."
Was hat ein Gottesglaube mit dem Glauben an einer vorhandenen Menschlichkeit im Sinne eines Wertekodexes zu tun?
Ohne diesen Wertekodex würden wir heute nicht mehr existieren. Humanisten halten ihn im Gegensatz zu vielen Religionsanhängern aber nicht für unveränderbar.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Ohne diesen Wertekodex würden wir heute nicht mehr existieren. Humanisten halten ihn im Gegensatz zu vielen Religionsanhängern aber nicht für unveränderbar.

Veränderbare Elemente gibt es natürlich auch in der Religion. Nimm zum Beispiel das Kirchenrecht, das sich den jeweiligen organisatorischen und pastoralen Erfordernissen anzupassen hat. Der Kernbereich, wie z.B. die zehn Gebote sind tatsächlich nicht der Abänderung unterworfen - Gott ignorieren, Respektlosigkeit ihm gegenüber, den Gottesdienst wegen geringwertigerer Dinge bewusst zu versäumen, Lügen, Stehlen, Andere seelisch und physisch verletzen, die Eltern nicht ehren, Pornos anschauen, Selbstbefriedigung, außerehelicher Verkehr, Geiz, Neid und Missgunst waren immer Sünden, sind es heute und werden es immer und in alle Ewigkeit bleiben. Die Kirche musste noch nie eines ihrer Urteile in grundsätzlichen moralischen Fragen abändern.

Im Kern der christlichen Religion steht aber kein Gesetzeswerk, sondern die Person Jesus Christus und seine durch den Heiligen Geist bewirkte Gründung; die Kirche. Es geht im Christentum nicht darum einen Gebots- und Verbotskatalog möglichst genau einzuhalten, sondern um die mystische Verschmelzung mit Jesus Christus. Daraus folgt dann, das bestimmte Verhaltensweisen immer klarer als schädlich und böse erkannt werden und immer mehr freiwillig gemieden werden. Wenn ich weiß eine Speise verursacht bei mir Kopfweh werde ich sie nicht mehr essen. Die Sünde schädigt demgegenüber ganz objektiv die Seele - selbst wenn ich sage "das ist keine Sünde". Es würde ja auch niemandem einfallen ein Pilzragout aus Knollenblätterpilzen mit den Worten "Das ist nicht giftig!" zu essen. Ähnlich ist es bei der Sünde. Wenn ich anderer Meinung bin als die Kirche bleibt es dennoch Sünde.

Weil es im Christentum um die Beziehung zu einer lebendigen Person geht - dem auferstandenen Jesus Christus, der in seiner Kirche durch die Sakramente lebt und wirkt - gibt's im Christentum engeren Sinn keine "Gesetzesreligion" wie im Judentum und Islam, wo in den traditionellen Richtungen die dortige Geistlichkeit ja oftmals schon fast mit Juristerei gleichzusetzen ist.

Da fällt mir ein Witz ein:
Warum sind die zehn Gebote so klar und gut verständlich?
Weil sie kein Jurist geschrieben hat.

Zitat:

Wahrscheinlich ist es ihm schon ausgesprochend schwer gefallen, nicht zu sagen:" Nur der kath. Glaube macht mich gewiß:..."
Was hat ein Gottesglaube mit dem Glauben an einer vorhandenen Menschlichkeit im Sinne eines Wertekodexes zu tun?

Ich darf dir noch einmal eine wichtige Aussage von Seiner Heiligkeit, dem emeritierten Papst Benedikt, zitieren:
Em. Papst Benedikt XVI. hat folgendes geschrieben:

Wer nicht geliebt wird, kann sich auch nicht selber lieben. Dieses Angenommenwerden kommt zunächst vom anderen Menschen her. Aber alles menschliche Annehmen ist zerbrechlich. Letztlich brauchen wir ein unbedingtes Angenommensein.

Nur wenn Gott mich annimmt und ich dessen gewiss werde, weiß ich endgültig: Es ist gut, dass ich bin. Es ist gut, ein Mensch zu sein.

Es geht also in der christlichen Religion nicht zuerst um Wertecodices, sondern um dieses letzte Angenommensein, das keine irdische Liebe, kein Glück, nicht die leibliche Gesundheit und kein Reichtum jemals geben kann - sondern nur Gott, genauer: Jesus Christus, in dem Er, der Erhabene und Ferne, für uns "begreifbar" geworden ist und uns berührt hat, mit uns eins geworden ist.
Hallo Burkl,

deine Antwort kann mein Statement nicht entkräften.

Ein Zweifel an Gott hat kein Zweifel am Menschsein unausweichlich zur Folge.

Was soll der Unsinn?


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Ein Zweifel an Gott hat kein Zweifel am Menschsein unausweichlich zur Folge.

Jemand mir Nahestehender, der sich schwer tut im Glauben an Gott, hat einmal gesagt: "Ich glaube an den Menschen!"

Ich muss ich ehrlich sagen, ich nicht.
Tja Burkl, das ist schon ein bischen traurig muss ich eingestehen, weil Menschen das spüren...
Ich bin ja nunmal in einem christlich geprägten Umfeld aufgewachsen und habe so manche überbordene Frömmelei erlebt die mich oft genug sprachlos gemacht hat.
Du wirst nicht müde zu betonen dass Gott für dich an erster Stelle steht und menschliche Beziehungen erst an zweiter Stelle kommen.
Natürlich getragen von der Idee dass diese menschlichen Beziehungen von besserer Qualität sind wenn sie von deinem Glauben getragen im christlichen Sinne aufgewertet werden.

Du sagst es gehört Mut dazu in Gott zu vertrauen, mit dem Vertrauen in menschliche Beziehungen verhält es sich ganz genauso.
Ich habe erlebt wie Menschen ihren Gotteswahn über Familie und alle sonstigen Beziehungen gestellt, und dabei die Relationen völlig aus den Augen verloren haben.
Am Ende hat man dann gute Chancen im festen Glauben zu sterben und bald seinem geliebten Schöpfer gegenüberzustehen.

Die geliebten Menschen haben sich dann leider längst abgwandt und die Beerdigung gestaltet sich als ein tragisches Trauerspiel bei dem jedes tröstende Wort des Pfarrers in Bezug auf die Frömmigkeit des Verstorbenen, unendliche Schmerzen und Wut bei den Hinterbliebenen hervorruft.
Investiere bitte Vertrauen in dein nächstes familiäres Umfeld, sonst läufst du Gefahr mal sehr einsam zu gehen...
Das meine ich freundschaftlich, ob du mir vertraust oder nicht.
Kann ja auch sein das du diesen Spagat gut hinbekommst, ich weiss es nicht...

LG
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https://youtu.be/f2ROFnA4HRA
Burkl hat folgendes geschrieben:
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Ein Zweifel an Gott hat kein Zweifel am Menschsein unausweichlich zur Folge.

Jemand mir Nahestehender, der sich schwer tut im Glauben an Gott, hat einmal gesagt: "Ich glaube an den Menschen!"

Ich muss ich ehrlich sagen, ich nicht.


Lieber Burkl, lieber Pjotr Kala!

Wir müssen zwei Dinge erkennen. Zum einen, dass wir Geist sind und zum anderen, dass es eine lebendige Kraft gibt, die reine Liebe ist, und die wir als Geist in uns tragen, und zu der wir werden müssen. Wenn wir das erkannt haben, machen wir einen Sprung in der Evolution. Eine solche Veränderung des Bewusstseins können wir allerdings nur mit einem menschlichen Körper machen, denn im Jenseits gibt es keine Evolution. Wer diesen Evolutionssprung im Diesseits nicht macht, kann sein Bewusstsein nicht zum Positiven verändern und ist Sklave seines unreinen Bewusstseins, im Diesseits wie im Jenseits und wird auch keinen guten Start in einer neuerlichen Inkarnation machen.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Grubi hat folgendes geschrieben:

Du sagst es gehört Mut dazu in Gott zu vertrauen, mit dem Vertrauen in menschliche Beziehungen verhält es sich ganz genauso.
Ich habe erlebt wie Menschen ihren Gotteswahn über Familie und alle sonstigen Beziehungen gestellt, und dabei die Relationen völlig aus den Augen verloren haben.
Am Ende hat man dann gute Chancen im festen Glauben zu sterben und bald seinem geliebten Schöpfer gegenüberzustehen.

Ich habe einmal gutes Zitat gehört.

"Wer in Gott eintaucht, taucht bei den Menschen wieder auf."

Gott- und Nächstenliebe gehören unmittelbar zusammen, betreffen die gleiche Ressource. Wo es mit einer der beiden Komponenten nicht passt, kann die andere niemals gesund sein. Nehmen wir als Beispiel eine Mutter, die am Vormittag in die Kirche geht und die Familie bekommt dann kein Mittagessen. Da kann etwas massiv nicht passen, wenn die Religiosität zu einer Abnahme des Zwischenmenschlichen führt. Kennzeichen einer intakten Gottesbeziehung ist vielmehr eine wesentliche Verstärkung der Feinfühligkeit im Zwischenmenschlichen.
OK, wenn du diese Angelegenheiten auf dem Schirm hast, und das alles meistern kannst, bin ich einigermassen beruhigt...

LG
Grubi hat folgendes geschrieben:
OK, wenn du diese Angelegenheiten auf dem Schirm hast, und das alles meistern kannst, bin ich einigermassen beruhigt...

Darum dreht sich letztlich Alles im Glauben - um mehr Menschlichkeit. Und die kommt eben von Gott.

"Gott wurde Mensch, damit der Mensch göttlich werde."

Hl. Ignatius von Antiochien
Grubi hat folgendes geschrieben:
Ich bin ja nunmal in einem christlich geprägten Umfeld aufgewachsen und habe so manche überbordene Frömmelei erlebt die mich oft genug sprachlos gemacht hat.

"Der Scheinheilige verhält sich zum Heiligen wie der Frömmler zum Frommen: seine Karikatur."

Hl. Josémaría Escrivá, Der Weg, Nr. 408


http://de.escrivaworks.org/book/der_weg-nummern-408.htm