Schöne Pfingsten allen Forenteilnehmern und Lesern!


Frohe Pfingstfeiertage an alle!
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Allmächtiger, ewiger Gott, durch das Geheimnis des heutigen Tages heiligst du deine Kirche in allen Völkern und Nationen. Erfülle die ganze Welt mit den Gaben des Heiligen Geistes, und was deine Liebe am Anfang der Kirche gewirkt hat, das wirke sie auch heute in den Herzen aller, die an dich glauben. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit. Amen.

Tagesgebet der Messe zum Pfingstsonntag
"Frage: Nach der Bibel kam der Heilige Geist auf die Jünger herab. Auf welche Weise geschah dies und was bedeutet es?
Antwort: Das Herabkommen des Heiligen Geistes ist nicht wie der Eintritt der Luft in den Körper; es ist ein bildlicher und kein wörtlich zu nehmender Ausdruck. Es gleicht vielmehr dem Eintritt des Bildes der Sonne in einen Spiegel; das heißt, ihr Glanz wird in ihm sichtbar.
Die Jünger waren nach dem Hingang Christi in Verwirrung, ihre Meinungen und Gedanken gingen auseinander und widersprachen sich; später wurden sie gefestigt und einig, und am Pfingstfest kamen sie zusammen und lösten sich von den Dingen dieser Welt. Sie dachten nicht an sich selbst, verzichteten auf Behagen und irdisches Glück, opferten Leib und Seele ihrem geliebten Herrn, verließen ihre Familien und wurden heimatlose Wanderer, wobei sie sogar sich selbst vergaßen. Da wurde ihnen göttliche Hilfe zuteil, und die Kraft des Heiligen Geistes wurde offenbar; die Geistigkeit Christi siegte, und die Liebe Gottes herrschte. An diesem Tage wurde ihnen Hilfe geschenkt, sie zerstreuten sich in alle Richtungen und lehrten die Sache Gottes durch schlüssige Argumente.
Die Ausgießung des Heiligen Geistes auf die Jünger bedeutet also, daß sie sich dem Geiste Christi ganz ergaben, wobei sie Sicherheit und Festigkeit fanden. Durch den Geist der Liebe Gottes gewannen sie neues Leben und sahen, daß Christus lebte, half und sie beschützte. Sie waren wie Wassertropfen und wurden zum Meer, sie waren wie schwache Mücken und wurden zu königlichen Adlern, sie waren kraftlos und wurden stark. Sie waren wie Spiegel, die der Sonne zugewendet sind; wahrlich, in ihnen wurden Strahlen der Sonne offenbar."
('Abdu'l-Bahá 1844-1921)
_________________
»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Die Herabkunft des Heiligen Geistes zu Pfingsten war kein isoliertes, einmaliges Geschehen im Leben der Kirche. Der Helfer heiligt sie ständig. Er heiligt auch jede Seele durch zahlreiche Eingebungen. Franz von Sales erinnert uns daran: Gott ruft und weckt uns plötzlich und unerwartet durch seine Einsprechungen. Wir berauben ihn, wenn wir uns das Verdienst an unserem Heil zusprechen; und wir schmähen seine Barmherzigkeit, wenn wir sagen, sie habe uns gemangelt. Wir beleidigen seine Freigebigkeit, wenn wir seine Wohltaten nicht anerkennen; und wir lästern seine Güte, wenn wir leugnen, dass sie uns half, uns stützte.
Wie anders, wenn wir uns seinem Wirken demütig und dankbar öffnen!

Welch große Fortschritte würden wir doch binnen kurzer Zeit in der Heiligkeit machen, wenn wir die himmlischen Eingebungen voll und ganz aufnähmen! Doch eine Quelle mag noch so stark sein, ihre Wasser fließen nur in dem Maße in einen Garten, als die Wasserleitung sie fassen kann. Und obwohl der Heilige Geist, der seine Gnade gleich einem Quell lebendigen Wassers in unsere Seele ergießen möchte, uns von allen Seiten umgibt, so teilt er uns seine Gaben doch nur soweit mit, als wir dafür empfänglich sind und sie freiwillig annehmen. Darum mahnt uns der heilige Paulus, wir sollten "die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen" (2 Kor 6,1). In dem Maße, in dem unser Herz sich weitet und sich der göttlichen Barmherzigkeit wie ein leeres Gefäß darbietet, werden uns ohne Unterlaß Eingebungen zuteil, durch die wir in der Liebe wachsen. Nur wenn es uns an Aufnahmefähigkeit fehlt, hört Gott auf, uns zu beschenken.

Pfingsten wurden die Apostel als Zeugen Jesu gestärkt, um allen Menschen die Frohbotschaft zu verkünden. Aber nicht nur sie: alle, die an Christus glauben, tragen die Verantwortung zu verkünden, dass Christus zu unserem Heil gestorben und auferstanden ist. Petrus predigt am Pfingstmorgen über ein Wort beim Propheten Joël: In den letzten Tagen wird es geschehen, so spricht Gott: Ich werde von meinem Geist ausgießen über alles Fleisch. Eure Söhne und eure Töchter werden Propheten sein, eure jungen Männer werden Visionen haben, und eure Alten werden Träume haben. Auch über meine Knechte und Mägde werde ich von meinem Geist ausgießen in jenen Tagen, und sie werden Propheten sein.

Mit Christus beginnt die Endzeit, die nicht mehr überbietbare Zuwendung Gottes zum Menschen. Alle Christen haben seitdem die Aufgabe, die magnalia Dei, Gottes große Taten, auszurufen, die Gott in seinem Sohne und in allen, die an ihn glauben, wirkt. Wir haben als heiliges Volk den zu verkünden, der uns aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.

http://www.hablarcondios.org/de/tagesmeditation.asp