Rauchen aufhören - Brauche Hilfe



Raucher?
Ja
29%
 29%  [ 8 ]
Nein
70%
 70%  [ 19 ]
Stimmen insgesamt : 27

Shoghi, hast du gesehen, ich hab dir eine pn geschickt.
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
@Shoghi

Das Thema Sucht und Abhängigkeit ist ein sehr komplexes und vielschichtiges. Es ist schwierig dir maßgeschneiderte Tipps zu geben, wenn man dich nicht näher kennt. Es gibt jedenfalls kein "Patentrezept" sich von Süchten zu lösen.

Eines ist jedoch sicher - bei jeder Form von Sucht und Abhängigkeit - sei sie stoffgebunden (wie z.B. die Nikotinsucht) oder stoffungebunden (z.B. Spielsucht) - hat immer ein unsichtbarer Dritter seine "Hand am Lenkrad" deines Lebens.

Vielleicht solltest du dir dein Leben als Zug vorstellen. Ziel ist es, dass du alleine den Zielbahnhof, die Geschwindigkeit und die Mitfahrenden vorgibst. Vielleicht gibst du den Zigaretten ja ein eigenes Abteil, wo sie drin bleiben müssen, bis du dorthinein gehst, um ihren "Fahrschein" zu kontrollieren, du hast die Hosen an, du bist Schaffner. Und wenn diese Rowdies gar nicht dort drinnen bleiben wollen in ihrem Abteil, wo du sie unter Kontrolle und im Griff hast, dann schmeiß sie raus - und zwar nicht aus Angst vor ihnen, sondern weil DU und ganz alleine nur DU im RECHT bist das zu tun in deinem Zug. Schmeiße sie nicht weil du Angst vor ihnen hast raus. Sie werden das spüren und dann steigen sie beim nächsten Bahnhof wieder ein, vielleicht anders bekleidet, aber sie kommen wieder!

Ist das kein Ziel für dass es sich lohnt zu kämpfen - selbstständig zu sein, ohne erpresserische "blinde Passagiere" an Board seines Lebenszuges?

Viel Kraft und Durchhaltevermögen!

LG Burkl
Danke ihr Lieben. Ich halte euch auf dem Laufenden!
Medikamente sind da nicht grundlegend verkehrt.
Sie sollten nur kein eigenes Suchtpotential darstellen.
Leider ist meines Wissens nach die Raucher-Impfung noch nicht auf dem Markt.
Die Versuche sind aber vielversprechend.
Durch die Impfung bildet der Körper Nikotin-Antikörper und verhindert dadurch, dass die Nikotin-Moleküle die Blut-Hirn-Schranke überwinden und in das Belohnungszentrum gelangen.

Lange kann es aber nicht mehr dauern, bis zur Zulassung des Impfstoffes.

Ich habe aber mal von einem Menschen gehört,
der pro Tag so ca. eine Schachtel geraucht hat.
Nach jeder Zigarette "gönnte" er sich ein 0,2 l Glas voll Orangensaft.
So dass er einige Wochen lang pro Tag ca. 4 Liter Orangensaft trank.
Dann fing ihn der Orangensaft dermaßen an zu ekeln, dass er mit dem Orangensaft sich gleich das Rauchen mit abgewöhnte.

Möglichkeiten gibt es doch viele!
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
>HIER KLICKEN<
Martin H. hat folgendes geschrieben:


Ich habe aber mal von einem Menschen gehört,
der pro Tag so ca. eine Schachtel geraucht hat.
Nach jeder Zigarette "gönnte" er sich ein 0,2 l Glas voll Orangensaft.
So dass er einige Wochen lang pro Tag ca. 4 Liter Orangensaft trank.
Dann fing ihn der Orangensaft dermaßen an zu ekeln, dass er mit dem Orangensaft sich gleich das Rauchen mit abgewöhnte.


Er hätte mal Bier nehmen sollen. dann hätte er sich gleichzeitig Rauchen und Trinken abgewöhnt.



@Shoghi
Ich würde erst einmal versuchen, die Dosis zu reduzieren.
Nikotin hat eine starke Suchtwirkung, aber ich finde, die das gewohnte Verhalten zu verändern ist mindestens genauso schwer. Vielleicht hilft es dir, wenn du deine Routine versuchst zu verändern.

LG
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Astrella hat folgendes geschrieben:


Er hätte mal Bier nehmen sollen. dann hätte er sich gleichzeitig Rauchen und Trinken abgewöhnt.

Oder aber er wäre dann zum Alkoholiker geworden.
Motto:
Von zwei Übeln wähle das Schlimmere!
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Martin H. hat folgendes geschrieben:

Motto:
Von zwei Übeln wähle das Schlimmere!


Skorbut
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Astrella hat folgendes geschrieben:

Ich würde erst einmal versuchen, die Dosis zu reduzieren.
Nikotin hat eine starke Suchtwirkung, aber ich finde, die das gewohnte Verhalten zu verändern ist mindestens genauso schwer. Vielleicht hilft es dir, wenn du deine Routine versuchst zu verändern.

LG


Das habe ich schon getan. Ganz einfach ist das auch nicht... Werde morgen mal bei der Hotline anrufen.

Danke für eure Beiträge =)
Lieber Shoghi,

eine ehrenwerte Sache, das Rauchen aufgeben zu wollen, besonders für dich und dein Umfeld.

Lieber dtrainer: so blöd das mit dem "Wollen" auch klingen mag, aber ja, es stimmt. Man muss eine Sucht wirklich aus tiefstem Herzen aufgeben und loswerden wollen, sonst funktioniert es üblicherweise nicht. Ich habe das selbst durch...
Das Aufhören ist nämlich nicht das Schwierige. Sondern das nicht wieder Anfangen.
Und wenn man dann nicht wirklich den festen Willen hat beim Nichtrauchen zu bleiben, dann kann man es im Grunde auch gleich bleiben lassen.

Nun wieder zu dir, lieber Shoghi:
Ich habe bei der Umfrage jetzt nichts angeklickt, weil ich zwar seit über 8 Jahren nicht mehr rauche, aber manchmal immer noch will. Was heißt, ich sehe mich quasi als "trockene Raucherin".
Wenn ich vergessen würde, wie schwierig es für mich war und ist aufzuhören, würde ich wohl auch tatsächlich manchmal Gefahr laufen, wieder anzufangen. Und dann ginge alles von Vorne los. Also lasse ich es

Ich finde den Tipp von Martin mit dem Orangensaft ja wirklich genial, hätte ich mal drauf kommen sollen *ggg*

Erst mal kurz zu meiner persönlichen Aufhör-Geschichte: Ich habe 6 Jahre lang zwischen 1,5 bis 2 Packungen am Tag geraucht und dann von einem Tag auf den anderen sofort aufgehört.
Grund: Ich habe plötzlich kaum noch Luft bekommen. Mein Arzt hatte mich schon vorgewarnt und meinte, dass ich, wenn ich nicht aufhöre, bald wahrscheinlich mit Chortison behandelt werden müsste.
Ich habe nicht sofort aufgehört, sondern erst 3 Monate später, als es schon fast zu spät war.

Zusätzlich zu der Atemnot kamen Panikattacken, eine Art psychotischer Schub, Klaustrophobie, Agoraphobie.

Ich habe es damals ohne medizinische / professionelle Hilfe da raus geschafft, aber im Grunde nur durch puren Zufall und eiserne Willenskraft.
Ich war so schockiert von meinen eigenen Gedanken, dass ich angefangen habe zu kämpfen.
Ich habe mich dazu gezwungen, in vollgestopfte Straßenbahnen zu steigen, ich habe mich dazu gezwungen 12 Stunden mit der Bahn zu meinem damaligen (noch nicht) Verlobten (jetzt Ehemann) zu fahren, ich habe mich dazu gezwungen mein Leben weiter zu leben, in der Hoffnung, dass es irgendwann mal wieder in geregelten Bahnen verläuft.
Und ich habe es geschafft.

Und wenn ich all das nicht erlebt hätte, ich weiß nicht, ob ich standhaft und weiterhin Nichtraucherin geblieben wäre.

Also wie gesagt: Man muss schon wirklich wollen und einen guten Grund haben, um aufzuhören. Besonders, wenn man wirklich abhängig / süchtig ist, und nicht "nur" Gelegenheitsraucher.

Nun zu verschiedenen Methoden:
Die von Martin beschriebene finde ich, wie gesagt, schon mal genial
Ich kenne auch Leute, die für jede Zigarette, die sie rauchen wollten, 5 Cent in eine Spardose geworfen haben, um sich zu veranschaulichen, wieviel Geld sie über die Jahre verqualmt haben.
Ich persönlich halte auch nichts vom langsamen Aufhören oder der "letzten Zigarette". Aber das kann ja jeder handhaben wie er will.
Es gibt Nikotinpflaster, die elektronische Zigarette, bei der man auch langsam die Nikotinmenge senken kann, damit der körperliche Entzug nicht so krass ausfällt; bei einer aus meinem Chor hat Akkupunktur super gewirkt, sie hat dann zwar noch ein paar Nächte lang vom Rauchen geträumt, aber auch das ging vorbei; ein Freund von mir hat sich mit Hypnose entwöhnen lassen, das hat eine Weile vorgehalten, aber irgendwann hat er wieder angefangen.

Wie gesagt, das Wichtigste - und Schwierigste - ist, nach meiner persönlichen Erfahrung zumindest, dass man NICHT WIEDER ANFÄNGT.

Was auch immer du also machst, um aufzuhören: Lege dir viele wirklich gute Argumente zurecht, warum du nicht wieder anfangen solltest.
Beobachte dich selbst, wie es dir ohne Zigaretten geht, und was du daran genießt, und merke dir diese Momente.
Merke dir, wie sehr dir der Gestank an der Kleidung von Rauchern auffällt, was dir früher an dir selbst nie aufgefallen ist.
Merke dir, wie gut das Essen plötzlich wieder schmeckt.
Merke dir, wie du gesundheitlich wieder aufbaust.
Merke dir, wie schlecht es dir gesundheitlich ging, als du noch geraucht hast.
Merke dir, wie sich deine Kondition steigert und die Kurzatmigkeit verschwindet.

VERGISS: Wie gut die Zigarette nach einem übermäßigen Essen tut.
VERGISS: Wie gut einen die Zigarette von Wartezeiten ablenkt.
VERGISS: Wie angenehm es ist, wenn man einfach mal einen Moment abschalten kann, tief einatmen, den Tod inhalieren...

Suche dir dafür Ersatzhandlungen.
Zum übermäßigen Essen: Vermeide in der ersten Zeit Völlerei, du wirst dich unbändig nach einer Zigarette sehnen. Versuche vielleicht überhaupt eine kleine Ernährungsumstellung zusätzlich zum Aufhören, denn man nimmt leider in den meisten Fällen zu... Da kann es nicht schaden, wenn man dem etwas entgegen wirkt.
Zu Wartezeiten: Habe IMMER ein gutes Buch oder eine andere Beschäftigungsmöglichkeit bei dir, besonders in der ersten Zeit.
Abschalten: Geh trotzdem mal an die frische Luft, genieße das Wetter, Atme den Frühling ein, nimm dir vielleicht einen Apfel mit, damit du was in den Händen und im Mund hast. (Auf der Arbeit bei einer Freundin gibt es für die Nichtraucher einmal täglich eine "Apfelpause").

Und last but not least: Auch mit dem körperlichen Entzug musst du rechnen. Man denkt immer, Zigaretten machen nur psychisch abhängig, das stimmt aber leider nicht.
Bei jedem verläuft der körperliche Entzug anders, bei mir war es so wie in der Zeit als ich angefangen habe.
Ich hatte regelmäßig Kopfschmerzen, mein Kreislauf sackte regelmäßig ab, ich war kurzatmig (was aber auch an meiner Krankheit gelegen haben könnte, die übrigens 4 veschiedene Ärzte nicht diagnostizieren konnten), ich fühlte mich einfach elend.
Das ging etwa 5-10 Wochen so, weiß nicht mehr genau, wie lange.
Eine frühere Arbeitskollegin hat sich mal damit bei ihrem Aufhören auseinandergesetzt, sie meinte, der körperliche Entzug ginge über 11 Wochen, die komplette Entgiftung, also bis der körper frei von Nikotin ist, dauert 6 Monate - bzw. dann ist die Nikotinmenge so gering, dass sie einem Embryo sicher nicht mehr schaden kann. (Aber das ist halt Hörensagen, keine Ahnung, ob das so auch wirklich stimmt. Ich kann es mir aber gut vorstellen).

Sodale, das wars jetzt erst mal von meiner Seite, ich wünsche dir viel Kraft und Erfolg mit deinem Aufhören. Wenn du es dir vorgenommen hast, dann schaffst du das auch!

Alles Liebe,
Riki

P.S.: Ach ja, was mir auch ungemein geholfen hat:
- Rückhalt und unbedingte Liebe von meiner Familie.
- Gute Gespräche mit Freunden, besonders mit Nicht-Rauchern und solchen, die das Aufhören geschafft haben.
- Mein Glaube! (Es gibt ein paar recht interessante Zitate von 'Abdu'l-Bahá über das Rauchen, die waren ungemein hilfreich. Außerdem ein Gebet das besonders beim Überwinden von Süchten hilft. Wenn du willst, kann ich es dir gerne raussuchen und zukommen lassen).
- Der unbedingte Wunsch diese Phase hinter mir zu lassen und es endlich zu schaffen.

Ich wusste immer schon, dass ich zwar irgendwann aufhören möchte, aber dass ich es (noch) nicht kann. Ich habe den richtigen Moment abgepasst, und zum Glück nicht verpasst. Und es hat geklappt
Vielen Dank, liebe Riki! Werde gleich mal die Zitate recherchieren.

Wie schön, dass es hier so viele nette Leute gibt