Ist Sexualität immer beherrschbar ?


Pommes hat folgendes geschrieben:
Nö, aber ein guter Freund von mir ist angehender Priester.


Dann (unbekannterweise) herzliche Grüße an ihn.

Pommes hat folgendes geschrieben:

Und ich empfehle dir im gegenzug Harry Potter.


Dankeschön. Das 2. Vatikanum spricht mich aber mehr an.

Pommes hat folgendes geschrieben:
Hä? Und wo ist hierbei das Problem? Sollen sich die Leute lieber Geschlechtskrankheiten einfangen und zahllos Kinder bekommen?


Gegen die Geschlechtskrankheiten ist eheliche Treue immer noch der beste Schutz. Und was die Kinderzahl anbelangt, 2-3 pro Ehepaar würden schön genügen, um den Fortbestand einer Gesellschaft und Kultur zu sichern. Wenn es mehr sind, wäre es natürlich schön.
Du schaffst es auch immer wieder vom Hauptthema abzuweichen
Naja, muss eh los. Schönen Tag noch Burkl.
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
Pommes hat folgendes geschrieben:
Du schaffst es auch immer wieder vom Hauptthema abzuweichen


Ach so? War hat denn Harry Potter ins Spiel gebracht?

Ebenfalls schönen Nachmittag.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Pommes hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:
Pommes hat folgendes geschrieben:
Und der der nicht "herausgehoben" wurde kommt in die Hölle.


Wer sagt das? Das wird so von der Kirche nicht vertreten.


Muss ich dir deine Lehre erklären?

"[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, dass niemand außerhalb der katholischen Kirche, weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter - des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr (der Kirche) anschließt." (381)

Lehraussagen der Römisch-Katholischen Kirche


Ist das 2. Vatikanum spurlos an dir vorübergegangen? Da werden sehr genaue Aussagen zur Heilsmöglichkeit außerhalb der Kirche getroffen.


Was aber bedeudet, dass erst seit 1965 Andersgläubige nicht ins ewige Feuer müssen?

Was ich mich auch Frage, wenn der Papst der Stellverteter Gottes ist, warum muss dann ein Konzil bestehend aus Normalsterblichen Dogmen und Regeln anpassen, einführen oder streichen, welche als Gottgewollt verbreitet werden?
Burkl hat folgendes geschrieben:
Pommes hat folgendes geschrieben:
Burkl hat folgendes geschrieben:


Wenn Heilbehandlungen krankheitswerter Zustände und Kontrazeption für dich das Gleiche ist, reihst du dich in die Reihen derer ein, die für Pille auf "Krankenschein" sind, weil du damit die Schwangerschaft als pathologischen Zustand siehst.


Du redest permanent am Thema vorbei. Warum sollte jemand nicht verhüten dürfen? Nenne mir einen vernünftigen Grund.


Ich rede gerade mit Tobias - wenn du sein Vorpost oben auf der Seite liest, wirst du meine Antwort darauf verstehen.


Einen vernünftigen nicht. Dein Argument ist, dass jeder Eingriff in die "Natürlichkeit" eine "Entwürdigung" des Menschen bzw. der "natürlichen Sache" selbst bedeuten würde. Führt man das aber durch führt das zu absurdesten Folgen.
Tobias hat folgendes geschrieben:
Dein Argument ist, dass jeder Eingriff in die "Natürlichkeit" eine "Entwürdigung" des Menschen bzw. der "natürlichen Sache" selbst bedeuten würde.


Das ist nicht mein Argument.

Mein Argument ist, dass das Geschenk der Sexualität seines vollen Sinnzusammenhanges beraubt wird, wenn mit künstlichen Mitteln der Aspekt der Fruchtbarkeit bewusst ausgeschaltet wird. Es geht bei dieser Art menschengemachter künstlicher Intervention um die bewusste Ablehnung der vollen Annahme der Sexualität als Geschenk Gottes an den Menschen in der Form, wie es von ihm kommt - nämlich mit der Fruchtbarkeit einhergehend.

Du hast darauf hin die Parallele zu dem aus dieser meiner Feststellung bei logischem Zuendedenken angeblich resultierenden Verbot der medizinischen Heilbehandlung krankheitswerter Zustände gezogen. Diese Einstellung und Denkweise ist an und für sich bezeichnend für eine Zeit, die das Kind wie Krankheit und Unfälle "verhüten" will, also als Unglück sieht, dem zuvorgekommen werden muss.

Nach christlichem Glauben sind Kinder gottgewollt, Krankheiten dagegen nicht. Künstliche Verhütung richtet sich daher gegen den göttlichen Willen, Krankheiten zu heilen erfüllt ihn.
luschn hat folgendes geschrieben:
Was aber bedeudet, dass erst seit 1965 Andersgläubige nicht ins ewige Feuer müssen?

Was ich mich auch Frage, wenn der Papst der Stellverteter Gottes ist, warum muss dann ein Konzil bestehend aus Normalsterblichen Dogmen und Regeln anpassen, einführen oder streichen, welche als Gottgewollt verbreitet werden?


So ist es. Ich hoffe es geht sich bei dir noch aus!

Im Ernst: Was ist denn jetzt der Vorwurf an der Kirche, dass es keine Weiterentwicklung gibt? Und wenn es eine theologische Erneuerung gibt, ist es auch nicht in Ordnung?

Glaube ist ein Weg, nichts Statisches. Die Kirche geht diesen Weg seit 2000 Jahren. Unser Erkennen ist nur Stückwerk, das Dazulernen aus Fehlerkenntnissen und Irrwegen ist jedenfalls auch in der Kirche Realität. Wenn sich etwas ändert passt es nicht, wenn alles gleich bleibt passt es auch nicht. Für mich eigentlich der Beweis, dass die Kirche nicht so falsch liegen kann. Durchgängiger Applaus müsste uns eher nachdenklich stimmen.
Burkl hat folgendes geschrieben:
luschn hat folgendes geschrieben:
Was aber bedeudet, dass erst seit 1965 Andersgläubige nicht ins ewige Feuer müssen?

Was ich mich auch Frage, wenn der Papst der Stellverteter Gottes ist, warum muss dann ein Konzil bestehend aus Normalsterblichen Dogmen und Regeln anpassen, einführen oder streichen, welche als Gottgewollt verbreitet werden?


So ist es. Ich hoffe es geht sich bei dir noch aus!

Im Ernst: Was ist denn jetzt der Vorwurf an der Kirche, dass es keine Weiterentwicklung gibt? Und wenn es eine theologische Erneuerung gibt, ist es auch nicht in Ordnung?

Glaube ist ein Weg, nichts Statisches. Die Kirche geht diesen Weg seit 2000 Jahren. Unser Erkennen ist nur Stückwerk, das Dazulernen aus Fehlerkenntnissen und Irrwegen ist jedenfalls auch in der Kirche Realität. Wenn sich etwas ändert passt es nicht, wenn alles gleich bleibt passt es auch nicht. Für mich eigentlich der Beweis, dass die Kirche nicht so falsch liegen kann. Durchgängiger Applaus müsste uns eher nachdenklich stimmen.


Ich mag tropische Temperaturen

Wie gesagt, habe ich nichts gegen Fortschritt, ich unterstütze und fördere ihn, wenn es mir möglich ist. Jedoch ist es mir schleierhaft wie Entwicklung in der Kirche voranschreiten kann. Sie können es lediglich nach menschlichen Kriterien entscheiden, denn neue Propheten und direkte Anweisungen von Gott gibt es ja nicht. Worin unterscheidet sich heutzutage also die Kirche vom Staat, abgesehen vom spirituellen Aspekt? Wurde nicht im 1. Vatikanischen Konzil die Unfehlbarkeit des Papstes angefochten, woraufhin die Altkatholiken sich abgespalten haben? Wer hat Recht? Die Mehrheit?

Worauf ich hinaus will, dass Katholiken einem (fast) festgefahren System folgen, welches verzweifelt versucht Mitglieder zu halten und deswegen auch massenpopuläre Themen mehr thematisiert und dementsprechend auch anpasst. Mich würde es nicht wundern, wenn das Zölibat bald verschwindet und die Kirche Verhütungsmittel zur Eindämmung von Krankheiten als neutral befindet. Frauen ins Priester und Bischofsamt aufsteigen dürfen und Homosexuelle als normal betrachtet werden, usw.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Ach so? War hat denn Harry Potter ins Spiel gebracht?


Och, der Science-Fiction Konzilwisch irgendeiner Katholischen Gruppierung wird von etwa genauso vielen Leuten ernst genommen wie Harry Potter. Besitzt auch die gleiche Geistlichkeit.

Burkl hat folgendes geschrieben:
So ist es. Ich hoffe es geht sich bei dir noch aus!

Im Ernst: Was ist denn jetzt der Vorwurf an der Kirche, dass es keine Weiterentwicklung gibt? Und wenn es eine theologische Erneuerung gibt, ist es auch nicht in Ordnung?


Ja aber... der Papst ist doch unfehlbar. Oder... oder nicht?
Oder verlieren die Päpste ihre ex cathedra immer zu bestimmten Situationen?

Die Theologische Erneuerung der Kirche halte ich für eindeutig zu wenig. Es ist nur ein umformulieren alter Dogmen. Mehr nicht. Soll ich mich freuen das Juden nicht mehr als die "Verworfenen" gälten? Denkst du das hat die Juden je interessiert das sie so galten bei Katholiken? Sie hätte ihre echte Theologische Erneuerung zu Zeiten Eckhart von Hochheim, Thomas Müntzer oder Marguerite Porete haben können. Sie antwortete lieber mit dem Scheiterhaufen.

Burkl hat folgendes geschrieben:
Glaube ist ein Weg, nichts Statisches. Die Kirche geht diesen Weg seit 2000 Jahren. Unser Erkennen ist nur Stückwerk, das Dazulernen aus Fehlerkenntnissen und Irrwegen ist jedenfalls auch in der Kirche Realität. Wenn sich etwas ändert passt es nicht, wenn alles gleich bleibt passt es auch nicht. Für mich eigentlich der Beweis, dass die Kirche nicht so falsch liegen kann. Durchgängiger Applaus müsste uns eher nachdenklich stimmen.


Glaube muss frei sein dürfen. Er darf nicht dogmatisiert und diktiert werden. Der Geist eines jeden Menschen muss sich frei zu Gott hin entfalten dürfen. Die Kirche spricht anders:

"Nach göttlichem Recht gebühre es der Kirche und in der Kirche dem Römischen Bischof, in beiden Ordnungen (der bürgerlichen und der kirchlichen) zu bestimmen, was zu glauben und was zu tun sei." - Papst Leo XIII vom 10.01.1890
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Realität ist etwas für Leute, die Angst vor Einhörnern haben!
luschn hat folgendes geschrieben:
Worauf ich hinaus will, dass Katholiken einem (fast) festgefahren System folgen, welches verzweifelt versucht Mitglieder zu halten und deswegen auch massenpopuläre Themen mehr thematisiert und dementsprechend auch anpasst. Mich würde es nicht wundern, wenn das Zölibat bald verschwindet und die Kirche Verhütungsmittel zur Eindämmung von Krankheiten als neutral befindet. Frauen ins Priester und Bischofsamt aufsteigen dürfen und Homosexuelle als normal betrachtet werden, usw.


Das gibt es ja alles schon im Protestantismus. Aber auch diesen Konfessionen schlägt deshalb keine Welle der Begeisterung entgegen. Es kann also nicht der "Zaubertrank" sein, dem Zeitgeist wie Lemminge hinterherzulaufen. Der Heilige Geist und der Zeitgeist sind eben nur in kleinem Umfang deckungsgleich.

Es wird Änderungen geben, allerdings entscheidet das nicht das Volk, weil in solchen Fragen der demos oft zum Dämon werden kann. Ich bete für unseren Papst, dass Gott ihm gibt, die richtigen Entscheidungen zur richtigen Zeit zu fällen.

luschn hat folgendes geschrieben:
Sie können es lediglich nach menschlichen Kriterien entscheiden, denn neue Propheten und direkte Anweisungen von Gott gibt es ja nicht.


Da setzt wieder die Glaubensebene ein. Es heißt ja im Glaubensbekenntnis "Wir glauben an die eine heilige katholische und apostolische Kirche". Die Kirche als Frucht des Heiligen Geistes, als von Gott gewolltes neues durch die Zeit bis zum Ende der Welt pilgerndes Volk Israel ist also Gegenstand des Glaubens, sie ist also nicht nur menschengemachter "Verein", wie man das oft abwertend hört, sondern selbst Gegenstand des katholischen Glaubens. Glaubensinhalt und nicht irgendeine "Trägergesellschaft", die auf menschlichem Zusammenschluss beruht.

Jesus selbst leitet diese Kirche auf einer transzendentalen Ebene, die nach seinem körperlichen Scheiden von dieser Welt, seinen mystischen Leib darstellt. Das ist zu unterscheiden von der äußeren Organisationsform Kirche. Nicht alles was unter "Kirche" läuft ist auch tatsächlich noch lebendiger Teil am Leib Christi, da gibt es auch faule Glieder, die dem Untergang zugehen, genauso wie frische hoffungsvolle Triebe. Nicht jede Erscheinungsform der von Menschen gebildeten äußeren Organisation "Kirche" ist daher heilig und unfehlbar, sondern der Grundstein dieser Kirche, der Christus ist. Er ist die Versicherung, dass seine Stiftung - trotz aller menschlichen Irrwege, Verfehlungen und Schwächen - während ihre Pilgerweges durch die Zeit nicht aus seiner Gnade herausfällt.

"Denn wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus.
Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.
Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern.
...
Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib?
So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib.
...
Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm.
Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm." (1 Kor 12, 12-27 gek.)

Nach dem Scheiden des körperlichen Christus aus dieser Welt (Christi Himmelfahrt) IST sein irdischer Leib daher die Kirche (wie gesagt - bei Weitem nicht jede Ausprägung von "Kirche" ist allerdings Leib Christi!). Nur wer an diesem mystischen Leib Anteil hat, kann an Christus Anteil haben. Wo die Grenzen dieses mystischen Leibes Christi verlaufen, das weiß allerdings nur Gott.

Damit ist jede Aussage wie "Christus ja - Kirche nein" schon ein Widerspruch gegen die Bibel und aber auch darüber hinaus auch nicht schlüssig und logisch: Denn ohne die Kirche wüsste niemand vom Evangelium - also gäbe es ohne die Kirche heute gar niemandem mehr, der sich mit diesem Gedankenspiel (Christus ja - Kirche nein) beschäftigen könnte.

Ein interessanter Beitrag zum Thema Heiligkeit und Unzerstörbarkeit der Kirche und wie es aus katholischer Sicht zu verstehen ist:

http://www.youtube.com/watch?v=k8_0.....p;list=PL00E6B21BE5073E91