Freiheit... Utopie?


Freiheit ist für mich eine Fussnote die immer wieder genannt werden muss.
Konnte trotz einigem Suchen die Sache mit dem englischen Geschäftsmann im Internet nicht finden.
Kam damals im Radio.
Hat mich auf jeden Fall sehr beeindruckt.
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Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
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Zitat:
jetzt geh ich mal davon aus daß diese Frage nicht ernst gemeint ist, meine Antwort darauf: wo, wann und wen ich 'kennen' lernen möchte würde ich immer noch gerne selber bestimmen


Eines meiner grössten "Anpassungsschwierigkeiten" im Ausland war genau diese Einstellung.
In Laufe der Zeit dort habe ich aber gelernt, daß morgens am Frückstückstisch schon uneingeladene Gäste saßen und sich auch schon selbst Kaffee gemacht hatten (wenn sie nett waren). Nicht ganz Unbekannte, aber immerhin.
Irgendwann habe ich es sogar zu schätzen gelernt und fand es interessant (weil auch die Menschen interessant waren), manchmal war es zugegebenermaßen nervig (wenn die Menschen nicht so interessant waren).
So ein "Haus der offenen Tür" ist hier völlig undenkbar, sogar unter guten Nachbarn oder Freunden.
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
sophistin hat folgendes geschrieben:
Was wäre, wenn Politik sowie Religionen keine Rolle spielen würden? Das sind auch gesellschaftslenkende Institutionen, mit führenden Merkmalen, die Menschen zwangsläufig beeinflussen- denn das ist letzlich der Effekt von politischer und religiöser FÜHRUNG.

Braucht der Mensch Führung um eine soziale Lebensform zu organisieren oder kann er es irgendwann schaffen die Gesetzlichkeiten eines freien sozialen Miteinanders so verinnerlichen, dass er sich mit gesellschaftsspaltenden Ideen nicht mehr auseinander setzten braucht?

Ist das dann Freiheit?

Oder gibt es Freiheit nur in unserer inneren Vorstellung?


Zumindest gewisse Organisationen und Leitbilder wird der Mensch wohl immer brauchen um in einer Gesellschaft zu leben und letzteres tut er ja immer (von extremen Ausnahmen abgesehen).

Auf den ersten Blick heißt Freiheit zu tun und zu lassen und zu denken was man will. Will man die eigene Freiheit aber mit der Freiheit anderer in Einklang bringen, dann wird die Sache äußerst kompliziert und zum Erhalt der Freiheit braucht es dann Regeln.
Namaste

Freiheit, immer wieder ersehnt, immer wieder Thema und das nicht nur in Foren wie dem unseren, in dutzenden Grundrechten und Menschenrechtsproklamationen festgeschrieben, in vielen Festen und Traditionen zelebriert und in Diktaturen gefordert, von wenigen gelebt und doch in der Frage ihrer Existenz stark von Definition und Differenzierung abhängig.

Ich möchte mal den guten alten Sartre mit in die Diskussion hier bringen:

"Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt!"

(J.P. Sartre)

Wie steht ihr zu dieser Aussage?

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Hi

Da ist was dran, mit Freiheit muss man erstmal umgehen können um sie wahrnehmen zu dürfen...

Gruß Grubi
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:
Ich möchte mal den guten alten Sartre mit in die Diskussion hier bringen:

"Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt!"

(J.P. Sartre)

Wie steht ihr zu dieser Aussage?

LG Tiro


Hat Sartre das je genau so geschrieben? Wie dem auch sei, ohne den Kontext ist das ein schwer bzw. äußerst verschieden verständlicher Satz. Sartre geht davon aus, dass die Existenz dem Wesen vorausgeht. Dem folgt, dass wir uns selbst ein Wesen bzw. einen Sinn geben müssen. Diese Wahl ist frei, aber notwendig. Entsprechend ist der Mensch zur Freiheit "verurteilt". Man könnte auch von "Wahlpflicht" sprechen. Das Ganze nennt sich Existenzialismus als dessen Begründer im engeren Sinne Sartre ja gilt.

Mit der von dir darüber angesprochenen Freiheit des Menschen oder des Bürgers als Rechtssubjekt hat das erst einmal nichts zu tun. Da besteht zwar sicher eine gewisse gegenseitige Abhängigkeit, gleichwohl könnte man zwischen beiden Ideen auch gewisse Widersprüche finden. So legen Menschenrechte ja in gewisser Weise schon fest was Menschengerecht ist. Nach dem Existenzialismus muss jeder einzelne aber selbst sein Wesen festlegen.
Lieber Tobias,

Was die Widersprüchlichkeit von Gesetzen/Rechten (und hier besonders den Grund bzw. Menschenrechten) und dem Existenzialismus angeht so gebe ich dir recht. Genau darauf wollte ich in diesem Zusammenhang heraus. Freiheit nahe am "Absolut" lässt sich durchaus subjektiv verwirklichen, dass hieraus keine Freiheit im Objektiv wird bzw. werden kann liegt daran das man in einen sozialen und damit im Endeffekt auch schon rechtlichen Raum hineingeboren wird. Dessen Beschränkungen sind zwar notwendig um ein "reibungsarmes geselschaftliches Zusammenleben" zu garantieren sind aber nach meiner Meinung eine ewige Hemmschwelle für eine wirklich freie Menschheit.

Insofern kann man die Frage des Threaderstellers nicht mit "Ja" oder "Nein" beantworten und daher kann man die verwirklichbare Freiheit (eben die des Subjekts) als hartes Los oder eben, wie Sartre in der 1946er Originalfassung des 2. Bandes seines Romans "Wege der Freiheit" sagte, "Der Mensch ist zur Freiheit verurteilt". Mancher behauptet er habe diese prägnante Form der Erkenntnis einem Kollegen zu verdanken, ich persönlich gehöre zu der weit größeren Schar Derjenigen welche es Sartre persönlich zuschreiben.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)