Froschwettlauf....


Eines Tages entschieden die Frösche, einen Wettlauf zu veranstalten. Um es besonders schwierig zu machen, legten sie als Ziel fest, auf den höchsten Punkt eines großen Turms zu gelangen.
Am Tag des Wettlaufs versammelten sich viele andere Frösche, um zuzusehen.
Dann endlich – der Wettlauf begann.

Nun war es so, dass keiner der zuschauenden Frösche wirklich glaubte, dass auch nur ein einziger der teilnehmenden Frösche tatsächlich das Ziel erreichen könne. Anstatt die Läufer anzufeuern, riefen sie also "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!" oder "Das ist einfach unmöglich!" oder "Das schafft Ihr nie!"

Und wirklich schien es, als sollte das Publikum Recht behalten, denn nach und nach gaben immer mehr Frösche auf.

Das Publikum schrie weiter: "Oje, die Armen! Sie werden es nie schaffen!"

Und wirklich gaben bald alle Frösche auf – alle, bis auf einen einzigen, der unverdrossen an dem steilen Turm hinaufkletterte – und als einziger das Ziel erreichte.

Die Zuschauerfrösche waren vollkommen verdattert und alle wollten von ihm wissen, wie das möglich war.

Einer der anderen Teilnehmerfrösche näherte sich ihm, um zu fragen, wie er es geschafft hatte, den Wettlauf zu gewinnen.

Und da merkten sie erst, dass dieser Frosch taub war!

Verfasser unbekannt
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Ich habe für jedes Problem eine Lösung, doch leider passen die Lösungen nie zu meinen Problemen.
-unbekannt-
Danke für die lehrreiche Geschichte, Claudi

LG,
Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Wirklich eine schöne Geschichte, nicht nur für Kinder.
Vor einger Zeit beim Kinderarzt haben wir eine andere Version von Der Hase und der Igel in die Hände bekommen . Die Geschichte ist dort so abgewandelt, dass nicht zwei Igel den Hasen täuschen, sondern dass der eine Igel, der zum Wettlauf herausgfordert wurde, den Termin vergisst. Er picknickt mit seiner Igelfrau im Garten und genießt die Sonne und die Natur, während der Hase zum Wettrennen erscheint. Da er den Igel nirgends erblicken kann, rennt er los. Er hat Panik, der Igel könnte schon vorgelaufen sein und gewinnen. So rennt und rennt der Hase vom Ehrgeiz angespornt und fällt irgendwann tot um. Die Geschichte endet mit dem glücklich picknickenden Igelpaar, das den Wettlauf völlig vergessen hat.

Ich finde, diese Version - von Janosch - passt wunderbar in unsere Burn-Out-Zeit. Anstatt sich von krankem Ehrgeiz treiben zu lassen, von der Lust auch noch dem ohnehin Schwächeren seine Überlegenheit zu demonstrieren, lieber mal ausspannen und einfach glücklich sein.

LG
Helle
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Sehr schön Liebes,

...und so passend in diese Zeit.
Ich habe hier auch eine Geschichte für Dich, die, wie ich glaube, gerade sehr gut zu DEM Thema passt:

Das andere Ufer

Es war einmal eine Frau, die stand am Ufer eines Flusses. Sie hatte gehört, dass auf der anderen Seite das Leben einfacher sei, bunter, schöner, aufregender.
"Neuland" hieß die Welt da drüben, und wer davon zu ihr gesprochen hatte, dem blitzten die Abenteuer aus den Augen.
Die Frau war nicht zum ersten Mal hier.
Immer wieder mal hatte ihre Sehnsucht sie an dieses Ufer gelockt, an dem sie dann mit hängenden Armen gestanden war,
zerrissen von der Mutlosigkeit und dem Traum vom ganz anderen Leben. Ängste und Zweifel hatten dann wie hungrige Ratten an ihr genagt und ein Chor von „Ja-aber-Stimmen" ihr leises "Ich-möchte" übertönt.
Sie war immer wieder umgekehrt und hatte sich, nicht ohne Erleichterung, still in die vertraute Eintönigkeit ihres gewohnten Alltags eingereiht.
Eine Weile hatte sie Schritt gehalten, doch die Unzufriedenheit mit dem, was sie tat und dem, was sie unterließ, hatte stetig zugenommen.
Auch die Betäubung durch ihre rastlosen Versuche, das Unbehagen auszuhalten, ließ beunruhigend nach.

Nun stand sie also wieder hier, und diesmal war es anders.

Sie hatte einen riesigen Rucksack gepackt mit Dingen, von denen sie sich beim besten Willen nicht trennen konnte. Er war so groß und so schwer, dass sie vom Tragen und Schieben und Ziehen schon einen großen Teil ihrer Kraft verbraucht hatte.
Aber diesmal wollte sie nicht mehr umkehren. Das "Neuland" da drüben, das war ihr Ziel. Nun sah sie aber keine Brücke, kein Schiff, und an Schwimmen war gar nicht zu denken.
Sie erschrak, als plötzlich fast lautlos das kleine Boot des Fährmanns durch das Schilf glitt. Der Fährmann war ein eigenwilliger alter Kauz, der manchmal, und nur wenn er Lust hatte, Reisende übersetzte.
Er legte sein Boot an und starrte befremdet das sperrige Gepäck und dann die Frau an.
"Hast du vor, dich hier mit deinem gesamten Hausstand anzusiedeln?" schnarrte er nicht gerade freundlich.
Die Frau, die den Fährmann als einen Wink des Schicksals sehen wollte, schüttelte erleichtert den Kopf. "Nein, nein, ich möchte auf die andere Seite des Flusses, und ich wäre dir sehr dankbar, wenn du mich hinüber bringen würdest."
Der Alte krächzte bissig auf: "Dich überzusetzen, wird wohl angehen; doch Neuland betritt man nur mit leichtem Gepäck. Da wirst du dich erst noch von Einigem verabschieden müssen."...
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Wenn Du glaubst zu glauben, was Du glaubst, dann glaube daran.
Wenn Du an Deinen Glauben nicht glaubst, glaube ich, brauchst Du Hilfe.
Immer wieder gerne liebe Minou

Dankeschön Liebes

Kenne diese Geschichte zwar schon einige Zeit, doch diesmal kam sie ganz anders bei mir an, als sonst. Habe mich in letzter Zeit sehr verändert und bin auch erwachsener geworden. Wogegen sich ein Teil in mir aber immer noch sehr sträubt, der will einfach an diesen alten, komischen, unnötigen Dingen und Mustern festhalten und das obwohl das alles unnötiges Zeugs ist. Doch ich bin auf dem Weg und gebe nicht auf. Ich bin mir wichtig und ich mag mich.

Hab Dich Lieb
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Ich habe für jedes Problem eine Lösung, doch leider passen die Lösungen nie zu meinen Problemen.
-unbekannt-
Tolle Geschichten, danke Ihr Lieben. Sie erinnern mich auch an den Spruch:

>Alle sagten es geht nicht. Da kam einer der das nicht wusste und hat es gemacht.< (Weiß nicht von wem)

Ich wünsche uns allen, dass wir mehr in diese Richtung denken und gehen können, ohne irgendwie nur naiv zu handeln.

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh