Joseph, Marienverehrung, Stiefväter


Besonders in der r.k.-Kirche gibt es ja eine sehr umfassende und starke Marienverehrung, dazu mal ein Kontra:

Das Axiom der Christen geht ja davon aus das Maria

a) Nicht verwitwet war.
b) Josph nicht der Vater ist.


In beiden Fällen übernahm Joseph aber freiwillig für ein ihm fremdes Kind die Stiefvaterschaft. Diese menschliche Güte aber die wird weder im Neuen Testament gewürdigt noch werden heute die vielen Stiefväter gesellschaftlich beachtet.

Ich denke die öffentliche Gedankenwelt, besonders die der Frauen und der Medien, liebt mehr das Bild der bösen Männer als feige Schwängere oder fremdgehenden Schürzenjäger.

Übrigens Mythen und Märchen, dort gibt es viele böse Stiefmütter, von Stiefvätern ist kaum die Rede.
Das ist die religiöse Interpretation, biologisch ist es wohl eindeutig anders wenn wir das Axiom oder die Überlieferung akzeptieren daß Josph NICHT der Vater sei.
Um das mal tiefgehender zu betrachten: Keuschheit ist eine von der Tradition geheiligte Tugend, wobei nicht mehr ganz klar ist, warum das so ist. Das ergibt sich aus der praktischen Erfahrung, dass ohne Keuschheit spiritueller Fortschritt nicht möglich ist. Wenn diese Energie, die sich auf unterster Ebene als Sexualität äußert, aufgespeichert wird, kann sie für höhere Zwecke eingesetzt werden. Auf Höhe des Herzens, aber auch im Kopf, wodurch das Denken ruhiger und kraftvoller wird.
Bleibt die Frage, wie das Keuschheitsideal gesellschaftlich umgesetzt werden kann. Hier kommt das Ideal der Frau ins Spiel. Traditionell ist die Frau "Mutter", also die Verkörperung innerlicher Attribute (Aufopferung, Güte, Vergebung- und damit menschlich die letzte Instanz und wichtigste Stütze der Gesellschaft). Westlich-modern ist die Frau "Frau", also vielmehr äußerlich angesehen (sexy, erfolgreich, emanzipiert, ...).
Es kann gesellschaftlich kein Keuschheitsideal ohne das Mutterideal überleben. Das Christentum nimmt gleich beides mit hinein, Maria ist "Jungfrau und Gottesmutter".
Ich finds schade, dass die Kirche das dahingehend nicht erklärt.
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@ Weinberg

Du musst dann aber auch das Axiom akzeptieren, dass der heilige Geist Maria geschwängert hat und bei der Überlieferung bleiben anstatt in den biologischen Rationalismus überzugehen.
Zitat:
Keuschheit ist eine von der Tradition geheiligte Tugend, wobei nicht mehr ganz klar ist, warum das so ist.


Keuschheit ist eine von patriarchatischen Gesellschaften und deren männerbezogene Erbfolge geheiligte Tugend. Und es ist ziemlich wahrscheinlich, dass eine sexuell enthaltsame Frau einem eher kein Kuckuckskind ins Nest setzt.

Interessant finde ich, dass man bei Josef Wert darauf legt, dass er vom Geschlecht Davids abstammt. Warum diese Mühe?
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Hallo eddyman,
Zitat:
Das ergibt sich aus der praktischen Erfahrung, dass ohne Keuschheit spiritueller Fortschritt nicht möglich ist


Woher nimmst du diese "praktische Erfahrung"? Nur weil man Nonnen, Mönchen, kath. Priestern odern sonstigen "keusch" lebenden Personen mehr "spirituellen Fortschritt" zubilligt?
Dagegen spricht, dass andere Personen, die ebenso auf vergleichbar hohem Niveau (z. B. die Philosophen) sehr wohl Partnerschaften eingingen und dies nicht ihrer "Denkkapazität" geschadet hat.
Ausserdem haben es auch einige heute als "heilig" betrachtete Personen (z.B. Augustinus) in der Jugend wild getrieben.
Es werden sich sicher auch noch bekannte verheiratete evangelische Theologen finden lassen, die höchsten theologischen Ansprüchen gerecht werden.
Der einzige Grund, der für die Keuschheit azeptabel erscheint, ist, dass Partnerschaften Zeit erfordern, die dann natürlich dem Studium von Schriften, der "Hingabe an den Nächsten" und der Kontemplation fehlt (abgesehen davon, dass Patnerschaften in Klöstern wohl etwas hinderlich wären).

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Die andere Seite des Bereiches Keuschheit und Kuckuckskind, hat meiner Meinung nach deutliche Auswirkungen auch heute.

Das Problem ist eben nicht das ERKENNBARE Kuckuckskind sondern das verheimlichte. Das löst meines Eindrucks nach eben einen problematischen Pyschomechanismus aus, nämlich daß sich die Mütter emotional gegen die für das Kind notwendige Erziehungsbeiträge durch den Stieif- oder Kuckucksvater wenden, Motto:

"Was will der Kerl über MEIN Kind bestimmen, der ist ja noch nichtmals der Vater"!
Weinberg hat folgendes geschrieben:
Die andere Seite des Bereiches Keuschheit und Kuckuckskind, hat meiner Meinung nach deutliche Auswirkungen auch heute.

Das Problem ist eben nicht das ERKENNBARE Kuckuckskind sondern das verheimlichte. Das löst meines Eindrucks nach eben einen problematischen Pyschomechanismus aus, nämlich daß sich die Mütter emotional gegen die für das Kind notwendige Erziehungsbeiträge durch den Stieif- oder Kuckucksvater wenden, Motto:

"Was will der Kerl über MEIN Kind bestimmen, der ist ja noch nichtmals der Vater"!


Warum sollte das bei einem verheimlichten Kuckuckskind anders sein als bei einem Stiefkind? So ein Mechanismus hat andere Ursachen. So etwas findest du immer da, wo die Mutter die Kompetenz nicht anzuerkennen bereit ist. Meist wegen offensichtlicher Inkompetenz und nicht wegen: Das Kind ist meins! Ich habe das beispielsweise in Bezug auf gewisse Lehrer, denen ich meine Kinder gezwungenermaßen anvertrauen muss.
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Moment! Ich muss mich erstmal kurz reinsteigern!
Was wird das denn hier? Eine Antikatholizismuskampagne? Ich dachte das ist ein religiödes Forum. Aber die Einstellungen die hier die meisten haben sind überhaupt nicht religiös. Da verliere ich echt die Lust. Ich dachte, ich finde hier gleichgesinnte Leute, die an Gott glauben. Aber es geht gegen Ehe, gegen richtige Familien und nun gegen Maria. Puh, harte Kost.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Woher nimmst du diese "praktische Erfahrung"? Nur weil man Nonnen, Mönchen, kath. Priestern odern sonstigen "keusch" lebenden Personen mehr "spirituellen Fortschritt" zubilligt?
Dagegen spricht, dass andere Personen, die ebenso auf vergleichbar hohem Niveau (z. B. die Philosophen) sehr wohl Partnerschaften eingingen und dies nicht ihrer "Denkkapazität" geschadet hat.
Pjotr Kala


Hallo Pjotr,
also es ging um die praktische Sicht, nicht dogmatische. Je mehr diese Energie aufgespeichert wird, desto besser. Deswegen sollte dieses Ideal hochgehalten werden.
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