Mitleidloses Mitgefühl


Mein Psychologiedozent meinte mal:

Wenn ein Mensch in ein tiefes Loch fällt,
und versucht, sich zwanghaft aus dem Loch zu befreien,
dann kann ihm das evtl. so viel Kraft kosten,
dass er daran den Mut verliert.

Er kann es sich stattdessen auch in dem Loch gemütlich machen,
und sich quasi darin wohl fühlen (das wäre Opferrolle, Selbstmitleid).
Irgendwann wird man davon in der Regel von selbst überdrüssig.
Wenn z.B. zwei Tage nicht mehr gelüftet wurde
und der Mensch in die Luft schnuppert und denkt:
"Schon ein bisschen heftig!".

Ich schätze, darauf solltest Du in seinem Falle auch hoffen.
Andere Möglichkeiten sehe ich da wirklich nicht.
_________________
Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
>HIER KLICKEN<
Zitat:
Meine Frage ist, wie ich sein kann, damit ich selbst nicht so mitleide.

Niemand will Mitleid. Aber es tut mir eben weh, das Leiden der Menschen überhaupt.

Für mich alleine leide ich nicht, weil ich habe Gott und die Gewissheit, war ja auch ein langer Weg.

Aber was ist mit all den Menschen, die keine Erlösung haben?

Bin ich nicht erst dann eine Hilfe, wenn ich nur Kraft und Vertrauen ausstrahle?

Es tut mir aber wirklich weh.

Nicht nur bei ihm, bei allen.

Ich kann mich nicht abgrenzen. Wie macht man das?


Liebe Soraja,

Mitleidloses Mitgefühl hab ich auf meinem langen Weg ganz gut gelernt. Letztendlich vervollständigt durch eine Ausbildung in aktivem Zuhören nach Gordon.
Man lernt dabei aus seinem eigenen Haus (seinem eigenen Leben, den eigenen Gefühlen und Gedanken) herauszutreten, die Türe hinter sich zu schließen und mit der ganzen Aufmerksamkeit beim Anderen zu sein, vor dessen Haus.
Allerdings funktioniert das nicht 24 Stunden am Tag. Denn jeder muss auch Zeit in seinem eigenen Haus verbringen.
Wenn man im eigenen Haus ist, nicht auf das Leid der Anderen schauen, sondern ganz bei sich selbst sein. Im Vertrauen und in der Liebe. In der Stille.
Du schreibst dass du für dich selbst nicht leidest. Vermutlich weil du dieses Vertrauen in Gott hast.
Gesteh es den Anderen zu das auch zu lernen... wenn nicht in diesem Leben, dann in einem Anderen.
Du kannst nichts für Andere tun, außer da sein, mit deiner ganzen Aufmerksamkeit. Ratschläge sind oft auch Schläge. Meistens reicht es schon einfach in Liebe da zu sein. Mit dieser Liebe aus dem Herzen den anderen anschauen, umarmen, zuhören oder in Gedanken "hinterherschicken"
Seit ich in der Liebe angekommen bin habe ich kein Mitleid mehr. "Nur noch" liebevolles Mitgefühl.
Auch bei meinem Sohn der es oft schon nicht einfach hatte und bei meiner Mutter die im letzten Jahr sehr krank war und sehr gelitten hat.
Du schreibst dass du viel Zeit hast. Vielleicht findest du eine Möglichkeit dieses aktive Zuhören nach Gordon in deiner Nähe zu lernen, oder du findest eine andere Fortbildung die dir hilft zu lernen dich abzugrenzen.

Für manche Menschen sieht dieses verhalten kalt und herzlos aus, aber es ist sehr viel wärmer und hilfreicher als Mitleid. Denn Menschen die mit Leiden sind letztendlich nicht wirklich eine Hilfe.
Das seh ich auch in der Kinderhospizarbeit immer wieder.

Bei meiner letzten Lernaktion hab ich gelernt den Gartenzaun um mein inneres Haus einen halben Meter weiter raus zu setzen, weil mir die, denen ich zugehört habe keine Ruhe lassen wollten und an meine Haustüre und Fensterläden gehämmert haben.

Das Leben ist ein wundervoller Lehrmeister.

Ich wünsche dir von Herzen gutes Gelingen und dass du Mittel und Wege findest für dich.
Deinem Sohn wünsche ich von Herzen dass er lernen darf dass das Leben auch freudig und leicht sein kann.
Ich schließe euch beide in meine Gebete mit ein.

Liebe Licht Leichtigkeit und Segen für dich und deinen Sohn
Zahira
_________________
Möge Liebe, Licht und Frieden sich überall verbreiten
Liebe soraya,

ich weiß daß man nicht mitleiden soll, aber bei Menschen die einem sehr nahe stehen, selbst bei geliebten Haustieren, ist es sehr schwer die Emotionen nicht zu tief eindringen zu lassen, sodaß es fast schon körperliche Schmerzen sind.
Aber damit ist keinem geholfen, im Gegenteil, so ein Kummer macht irgendwann krank. Aber nicht kümmern ist halt oft nicht möglich, weil das Herz auch eine große Rolle dabei spielt.
Gestern las ich während einer Zugfahrt in einer 'esoterischenZeitschrift' über Abgrenzungen. Da wurde vorgeschlagen sich in einer durchsichtigen schützenden Eihülle reinzuvisualisieren, diese Hülle, diesen schützenden Raum kann man selbst bestimmen, nichts kann von draußen eindringen wenn man es nicht möchte. Ich hab mir das bis jetzt oft mit einem Zylinder vorgestellt, ich finde das mit dem Ei irgendwie natürlicher.
Mit dieser Visualisierung läuft man natürlich nicht ständig rum, aber wenn es Situationen erfordern, wenn man sich abgrenzen muß und möchte. Der Kontakt kann dann durch ein goldenes (visualisiertes) Band mit der Außenwelt wieder hergestellt werden. Mir gefällt das

nun nochmal zu Deinem Sohn, übrigends ein sehr sympatischer gut aussehender junger Mann
Du weißt daß ich mich mit Astrologie beschäftige, vermutlich ist sein Mars sehr schwach aspektiert, vielleicht sogar bei der Geburt rückläufig usw., oder sogar das Gegenteil und er hat Angst vor seiner eigenen Aggression und hält die immer gut unter Verschluss weil er Angst vor dieser 'Kraft' hat ...
da könnte man ansetzen, der Mars symbolisiert den Lebenswillen, den Angriff, das Leben in die Hand zu nehmen. Du beschäftigst Dich soviel ich weiß ja auch mit Astrologie, vielleicht hilft Dir das für's erste wieder mal ein bißchen weiter

lieben Gruß
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
xxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxx
1. Ich würde mich nicht in pseudo-philsophischem Gebrabbel über Mitgefühl und Mitleid verlieren, das taugt nämlich super um erst mal Pläne zu schmieden und nichts zu machen. Hör auf zu reden und mache.

2. Finde ich es nicht richtig hier ein Bild deines Sohnes reinzustellen und damit seine Persönlichkeitsrechte massiv zu verletzen!
xxxxxxxxxxxxxx
xxxxxxxxxxxxx
Zitat:
Ich denke oft, dass es die Projektion meines eigenen Leidens ist, sozusagen unbewusste Anteile, Schmerzen, an die ich mich nichts mehr erinnern kann und die über den Umweg von außen an mich herantreten.

Ja, oft ist man schneller im eigenen Haus als man will und es merkt, das kenn ich auch

Zitat:
Ich seh auch keine andere Möglichkeit als weiter zu arbeiten. Wissen ist es nicht, das fehlt, wohl aber Übung.

Übung macht den Meister

Zitat:
(Grade hör ich meine Tochter Klavier üben. Wie oft man ein Stück wiederholen muss, bis es gelingt...ist es nicht mit dem Lieben auch so?)

Ich finde schon auch dass es so ist.

Gutes Gelingen
Licht und Freude
Zahira
_________________
Möge Liebe, Licht und Frieden sich überall verbreiten
soraja hat folgendes geschrieben:
Da ist reden das Tun.


Rede Dir das ruhig weiter ein, dann musst Du nichts tun, bzw. hast schon genug getan.

Zitat:
Wieso verletze ich seine Persönlichkeitsrechte? Ich helfe ihm damit, denn hier sind Menschen, die Tiefe haben und ihm gute Gefühle und Gebete senden und damit Hilfe auf innerer Ebene.


Es ging um das Foto, sowas macht man nicht.

soraja hat folgendes geschrieben:
Dass du das nicht verstehst, ist mir schon klar, ich habe hier von dir noch nie ein nettes Wort gehört.


Für Menschen wie dich habe ich auch nicht viel über. Ich verstehe das viel besser als du denkst, ich weiß was Mitgefühl bedeutet und was Mitleid bedeutet, deswegen weiß ich auch wie man sich darin verheddern kann, so wie du es gerade tust und dann nichts macht.

Manchmal muss man riskieren verletzt zu werden, wenn man anderen hilft und gerade als Mutter ist man in der Pflicht. Du hast Angst und versteckst dich hinter deiner Pseudophilosophie.

soraja hat folgendes geschrieben:
Also aus meiner Sicht bist du erste in diesem thread, der die Stimmung hier negativ gemacht hat, also mir wäre es recht, du bleibst hier weg.


Tut mir Leid, dass ich dir nicht nach dem Mund rede.
_________________
Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.
Sigmund Freud