Mitleidloses Mitgefühl


Hallo Soraja,

ich halte das für eine riskante Handlungsweise. Ich möchte mich nicht groß in deine Angelegenheiten einmischen oder dich noch zusätzlich belasten, aber bei mir gehen bei dieser Vorgehensweise sämtliche Alarmlampen an.

Dein Sohn ist doch vollkommen hilflos und lebensverunsichert. Du schreibst, dass er das schon immer war. Er scheint ja über keinelei Ressourcen zu verfügen, sich auffangen zu können. Nun kommt auch noch der Rauswurf hinzu, das kann ein böses Ende nehmen. Ohne ihm eine qualifizierte Hilfe an die Hand zu geben, wie soll er denn fernab der Familie mit diesen Symptomen und dem freudlosen Dasein klarkommen oder Bewätligungsstrategien entwickeln? Er ist nun mal ein hilfloser Mensch und wenn er das ist, dann benötigt er halt Unterstützung und Begleitung. So lange, bis dass er fähig ist, sein Leben selbstständig bewältigen zu können.

Die Härtetour, Soraja, die kann auch für dich hart enden.

Ich wünsche dir Gottes Segen und alles Gute.

Liebe Grüße,

R. Montagne
Hallo liebe Soraja, also ich glaube, dass es schlichtweg unmöglich ist, nicht mitzuleiden wenn es einem Menschen, und vor allem einem Menschen der einem so nahesteht, schlecht geht. Da müsste man doch schon sehr kalt sein.

Ich erlebe es jetzt grade mit meinem Vater.
Meine Mutter hat ihn 32 Jahre nach Schlaganfall gepflegt, jetzt geht es einfach nicht mehr und er musste in ein Heim.
Es zerreist mir jedesmal fast das Herz, wenn ich sehe wie er leidet, denn er kann seit dem Schlaganfall nicht mehr sprechen und sich auch sonst nicht gut mitteilen. Er ist jetzt so hilflos ausgeliefert und todunglücklich.

Ich kann ihm nicht helfen, da ich selbst gesundheitliche Probleme habe und ja trotzdem meinen Sohn noch pflege. Besuche ihn eben so oft es geht.

Ist doch klar, dass man da mitleidet.

Was Du da aber so alles über Deinen Sohn schilderst, sieht für mich allerdings so aus, als ob er dringend Hilfe bräuchte. Ist sein Verhalten nicht ein einziger Hilfeschrei?
Kannst Du ihm nicht irgendwie professionelle Hilfe zukommen lassen?
Ich fände das ganz wichtig.

AllesLiebe für Dich
Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Liebe soraya,

ja, ich glaube auch daß dein Sohn unbedingt Hilfe braucht.
Wie soll er sein Leben alleine gestalten wenn er kein Ziel hat?
Vielleicht ist er ein Mensch der ein Leben lang Unterstützung braucht, ohne daß er das zugeben (er ist sich dessen gar nicht bewußt) würde. Es gibt halt nunmal Menschen die keine sehr ausgeprägte Lebensfähigkeit besitzen, das Vorbild das ein Vater (männliche Person) geben könnte fehlt ja auch, oder?
Ich an Deiner Stelle würde auch mitleiden. Vermutlich bräuchte er "klare" Ansagen, hmm ... alles nicht so einfach.

Gute Nacht
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Da stimme ich Rose zu.

Ich habe auch durch deine, Soraya, Schilderung das Gefühl, dass du mehr leidest als er.
Leidest du vielleicht auch, weil er nicht so ist wie du es dir wünscht?
Manche Menschen gefallen sich in der passiven Opferrolle, suhlen sich in Selbstmitleid, vielleicht ist dein Sohn so ein Mensch. Ich kann es nicht beurteilen. Liebeskummer und fehlende soziale Kompetenz - dabei kannst du ihm nicht mehr helfen.
Versuche ihn, so anzunehmen, wie er ist - ohne ihm alles abzunehmen.

LG und gute Nacht
Eltern leiden doch immer mit ihren Kindern mit. Anders geht das doch gar nicht, wenn man die Kinder gern hat.
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