Freundschaft!


Was heisst für euch Freundschaft ?
Leider stelle ich auch den Begriff in Frage, da ich neulich die erfahrung
gemacht habe, daß das was es für mich bedeutete ganz und gar nicht stimmt.
Meine Frage.
Ist das nicht zufällig purer Egoismus was da hinter steckt, daß man jemand
braucht um überhaupt überleben zu können ?

Gruss Hipshot
Kommt drauf an, welche Ebene des Überlebens.

Wenn man jemanden braucht, weil man es selber nicht schafft, alleine zu leben und-oder sich um seinen Lebensunterhalt zu kümmern, so braucht man einen, der das für einen tut und das ist das Baby-Stadium.

Dann hat dieser Mensche noch nicht gelernt, auf seinen Füßen zu stehen.

Auch wenn man jemanden braucht, um bloß nicht alleine zu sein oder einfach als Bespaßer.

Wenn man aber auf allen Ebenen selbständig stehen kann, so wird man finden, dass man alles selber kann- aber man kann sich kein Gegenüber sein.

So ist es dann also so, dass man zum Überleben der Seele, die pure Liebe, einen Freund, ein Gegenüber, braucht, aber für sonst nichts.

Dann ist es eine reine Freundschaft.
Hallo Hipshot,

Hipshot schrieb
Zitat:
Was heisst für euch Freundschaft ?
Leider stelle ich auch den Begriff in Frage, da ich neulich die erfahrung
gemacht habe, daß das was es für mich bedeutete ganz und gar nicht stimmt.
Meine Frage.
Ist das nicht zufällig purer Egoismus was da hinter steckt, daß man jemand
braucht um überhaupt überleben zu können ?


Es gibt verschiedene Arten der Freundschaft und verschiedene Menschen, die je nach ihrer Veranlagung Freundschaft verstehen, würde ich sagen. Oft haben Menschen auch mehrere Arten der Freundschaft nebeneinander.

Die egoistische Freundschaft, also die Zweckgemeinschaft, von der im besten Fall beide "Freunde" etwas haben, im Volksmund auch Seilschaft genannt.

Die väterliche/mütterliche Freundschaft

Die tiefe Freundschaft, die auf Seelenverwandschaft beruht

Die unterhaltsame Freundschaft, in der man hauptsächlich Spaß sucht

Die Freundschaft, die auf Verbundenheit beruht, obwohl man im Grunde sehr unterschiedlich ist, aber gewisse Dinge miteinander durchgestanden oder erlebt hat, oder sich schon ewig kennt.


Länger und ausführlicher dargestellt, findest du das bei Aristoteles, Über die Freundschaft. Wenn man das liest, merkt man, dass sich bis heute nichts geändert hat.


Du scheinst in der Freundschaft enttäuscht worden zu sein, das tut mir leid. Ich kenne das auch. Aufgrund der eigenen Zuneigung hofft man auf die selben freundschaftlichen Gefühle des Anderen uns stellt dann irgendwann fest, dass das nicht so ist.
Ich würde aber den Wert der Freundschaft nicht grundsätzlich in Frage stellen, bzw. Freundschaft als etwas generell egoistisches ansehen. Man darf hier vielleicht auch Bedürfnis nicht mit Egoismus gleichsetzen. Es gibt egoistische Freunde, das schon, aber das sind dann eben keine wirklichen Freunde.
Echte Freundschaft ist etwas sehr kostbares und wächst in der Regel über viele Jahre. Wahre Freundschaft ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen

im Zuhören
im Interesse am Anderen
im Helfen
im Teilen von Freude und Trauer
im Bemühen um Verständnis
im Denken an den Anderen

Freundschaft bedarf der Offenheit und des Vertrauens und basiert in der Regel auf gemeinsamen Grundeinstellungen zum Leben, auf gemeinsamen Interessen, auf miteinander Spaß haben und auf der Fähigkeit verbindliche Beziehungen zu führen, was sich in regelmäßigen Telefonaten, Verabredungen, Unternehmungen etc. äußert.

Wahre Freundschaft ist nie "etwas das man nur fürs Überleben braucht". Wer nur auf sich und die eigenen Bedürfnisse fixiert ist und kein Interesse an dem hat, was der andere tut und fühlt, führt keine Freundschaften. Er unterhält oberflächliche Bekanntschaften.

Ich wünsche dir, dass du wahre Freundschaft kennenlernst

LG
Helle
_________________
Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Hmm ...


ich glaube Freundschaft hat viele Facetten. Es gibt engere Freunschaften (weil schon lange befreundet, viel gemeinsam erlebt), lockere, aber auch weil man ein gemeinsames Hobby/Ansicht/Meinung hat.
Ich glaube wenn man etwas gemeinsames hat was einen verbindet und sich schon länger kennt, dann ist es Freundschaft - so empfinde ich es jedenfalls
das heißt aber nicht daß man immer einer Meinung ist und man sollte nie zuviel erwarten, im Endeffekt sollte man sich selber sein bester Freund sein.

Freundlichen Gruß
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Manche Politiker haben Zweckfreundschaften - manche Geschäftsleute auch - und der einfache Mensch auch -

Zitat:
Freundschaft ist, wenn dich einer für gutes Schwimmen lobt, nachdem du beim Segeln gekentert bist.

Werner Schneyder

http://natune.net/zitate/themen/freundschaft

Freundschaften zerbrechen, wenn sie ausgedient haben, manche haben ein Leben lang eine Freundschaft und manche erleben Freundschaft nur über Entfernungen.

Manchmal zerbrachen Freundschaften bei zuviel Nähe und wer nicht auch ein hartes Wort verträgt, besonders in Krisen, dessen Freundschaft ist schnell vorbei.

Freundschaft muß auch, besonders in Krisenzeiten, die jeder mal hat, bestehen.

Sonst ist sie nur oberflächlich und taugt nur für gute Tage.

Über Freundschaft, Liebe und Freundlichkeit haben wir bereits Threads im Archiv.

Freundlichen Gruß
ikarus
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Danke @Soraja für dein Beitrag, aber was ich in Frage stelle ist das Wort
"braucht"

("So ist es dann also so, dass man zum Überleben der Seele, die pure Liebe, einen Freund, ein Gegenüber, braucht, aber für sonst nichts.
Dann ist es eine reine Freundschaft. ")


Das verbinde ich schon mit Egoismus zusammen, natürlich verstehe ich auch so und ich glaube es muss etwas über diesem Wort stehen, etwas
was vieleicht keinen namen hat aber es erfüllt das was wir als Freundschaft bezeichnen und keine weitere auslegung braucht um als Freunschaft bezeichnen werden zu müssen.

Meine erfahrungen zeigen das verkehrtes Bild von Freundschaft
Mein Beispiel.
Ich und mein Arbeitskolege waren im gedanken austausch eine Seele,
wenn aber um den Arbeitsplatz ging, somit auch um eigene Existenz, ging
es anders zu, da war eher die Freunschaft eher ein Hindernis.
Aber um ehrlich zu sein, ich würde genauso handeln wie mein Arbeitskolege um mein Arscxh zu retten.
Und deshalb verstehe ich die Freundschat nicht, aber danke für deinen
Beitrag weil es die Realität ist.

Danke Hipshot
Das Thema Freundschaft musste ich für mich in letzter Zeit völlig neu definieren.
Früher hatte ich eine beste Freundin, wir waren uns in allem so ähnlich, dass manche meinten, wir wären Schwestern. Das machte es aber für andere Bekanntschaften ziemlich schwer, da niemand an sie rankam.
Vor einigen Jahren ist diese Freundin weggezogen und hat sich einen neuen Bekanntenkreis aufgebaut, wir haben nur noch sehr sporadisch Kontakt.
Ich für meinen Teil, hatte das Gefühl, irgendwie stehengeblieben zu sein, weil ich immer nach dieser einen Freundschaft gesucht habe. Natürlich war dies zum Scheitern verurteilt, weil kein Mensch wie der andere ist.
Nun habe ich versucht, meine Sichtweise zu ändern. Ich habe erkannt, dass ich mich verändert habe und diese Art Freunschaft nicht mehr das ist was ich will und suche.
Und tatsächlich, jetzt habe ich kürzlich jemanden gefunden, der absolut dem entspricht, was meiner jetzigen Definition von Freundschaft entspricht. Wir treffen uns einmal die Woche mit unseren Kids und telefonieren auch öfter um ein bisschen zu tratschen.
Auch sind wir füreinander da, wenn es einem von uns schlecht geht. Ich denke, mit der Zeit ändern sich eben die Freundschaften, so wie man sich selbst ändert.
Ich bin wirklich froh, dass ich endlich wieder Freundschaft schließen konnte, nachdem ich mich so lange verschlossen hatte...
LG Bianca
_________________
"Es kann dir nur jemand ein schlechtes Gefühl geben, wenn du es ihm erlaubst"
Eleanor Roosevelt
hipshot hat folgendes geschrieben:
Danke @Soraja für dein Beitrag, aber was ich in Frage stelle ist das Wort
"braucht"

("So ist es dann also so, dass man zum Überleben der Seele, die pure Liebe, einen Freund, ein Gegenüber, braucht, aber für sonst nichts.
Dann ist es eine reine Freundschaft. ")


Das verbinde ich schon mit Egoismus zusammen, natürlich verstehe ich auch so und ich glaube es muss etwas über diesem Wort stehen, etwas
was vieleicht keinen namen hat aber es erfühlt das was wir als Freundschaft bezeichnen und keine weitere auslegung braucht um als Freunschaft bezeichnen werden zu müssen.

Meine erfahrungen zeigen das verkehrtes Bild von Freundschaft
Mein Beispiel.
Ich und mein Arbeitskolege waren im gedanken austausch eine Seele,
wenn aber um den Arbeitsplatz ging, somit auch um eigene Existenz, ging
es anders zu, da war eher die Freunschaft eher ein Hindernis.
Aber um ehrlich zu sein, ich würde genauso handeln wie mein Arbeitskolege um mein Arscxh zu retten.
Und deshalb verstehe ich die Freundschat nicht, aber danke für deinen
Beitrag weil es die Realität ist.

Danke Hipshot


Man wird nicht leicht Menschen treffen, die selbst Freund sein können, weil sie wissen, dass sie das Gegenüber für die Liebe brauchen, aber für sonst nichts, und man wird auch selbst nur schwer ein solcher Freund.

Egoismus zu überwinden, ist unser aller Aufgabe, aber das ist schwer, weil es auch bedeutet, der Angst vor Auflösung ins Gesicht schauen zu müssen.

Wer den eigenen ihm natürlich innewohnenden Zerstörungstrieb überwinden will, muss ihn- aus Einsicht- gegen sich selbst wenden.

Weil er nämlich nicht mehr bereit ist, Liebe zu zerstören- aber auch nicht bereit ist, sie bei sich zerstören zu lassen, werden seine Grenzen korrekter.

Er wird dann nämlich gehen, weil er den Egoismus entweder nicht akzeptiert oder ihn bei sich selbst erkennt.

Und dann ist die Frage, ob er so konsequent alleine sein kann oder nicht. In dieser Einsamkeit wird die Angst vor dem Allein- Sein sehr groß.

Und hinter dem Zerstörungstrieb ist die Angst vor dem Allein- Sein versteckt, es wird also nur der wirklich lieben lernen, der zum einen seinen eigenen Wert erkennt und sich nicht mehr missbrauchen lässt und zum anderen genug Mut hat, in dieses Allein-Sein zu springen.

Beides ist schwer. Man hat nämlich keine Sicherheit, dass wenn man die Grenzen der Liebe einhält und also konsequent ist, die Liebe dann auch kommt.
Diese Sicherheit hat man nicht. Und das macht die Sache mit der Wahrheit und der Konsequenz eben so schwer.
Wir Menschen brauchen! einander. Punkt.
sophistin schrieb:
Zitat:
Wir Menschen brauchen! einander. Punkt.


Ich glaube, daran gibt es wohl nichts zu rütteln!

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh