Ich möchte tot sein...


Hallo, finde dieses Forum echt klasse,
habe sowas schon lange gesucht...

Ich beschäftige mich schon seit
lange mit dem Thema "Leben nach dem Tod"...

Also kurz zu meinem Thema:

Ich arbeite im Rettungsdienst, und habe vor kurzem
einen guten Freund verloren, der bei einem tragischen
Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Und
ich bin zu diesem Einsatz gerufen worden, und musste
mit erleben, wie er unter meinen Armen wegstirbt....

Dann war ich natürlich auf seiner Beerdigug
ein paar Tage später, und die war irgendwie
total friedlich und schön...es wurden die Lieblingslieder
von ihm gespielt, er hatte einen total schönen Sarg,
und das war alles ganz schön gemacht. Ich habe ihn dann
mit zum Grab getragen und mich von ihm verabschiedet...

und ich bin bis jetzt immer noch so ergriffen,
von dieser Beerdigung, ich glaube, ihm geht es
jetzt richtig gut. Ich habe echt dieses Gefühl, dass
es ihm richtig gut geht...

Und mich lässt das nicht mehr los...und seit
diesem Erlebnis, möchte ich einfach nur noch
tot sein, um vielleicht für immer in Frieden
zu "leben".....

Bin ich krank, oder was ist mit mir los ????

Bitte helft mir...was geht da mit mir ab.... ???+

Würde mich auf viele Antworten freuen...

Liebe grüße
sascha
Lieber Sascha,
da eine solche Erfahrung auch bei mir noch sehr frisch ist, kann ich nachvollziehen was Du empfindest. Es hat eine Weile unheimlich geschmerzt.. ganz tief drin. Man stiess auf seine eigenen Grenzen - unfähig das Verständnis für das Geschehene an sich herran zu lassen. Man fängt vielleicht sogar an zu hassen. Im Laufe der Zeit akzeptiert man einfach das passierte ohne dafür eine wirklich tiefgründige Erklärung für sich selbst tatsächlich annehmen zu können. Man fühlt das etwas was man liebt unabänderlich von einem gegangen ist. Man fragt nicht mehr nach dem 'warum' oder 'wieso'; man fühlt das Ruhe ist. Gerade diese Sehnsucht nach Ruhe und dem 'alles ist gut', gepaart mit einem Teil der Liebe zum Verstorbenen.. das ist's was mich gleiches denken ließ 'ach wäre es schön... keine Schmerzen, keine Probleme, kein Krach, kein Hass mehr verspüren zu können/müssen'. Es gibt etwas, lieber Sascha, was uns diese Gedanken - diese Sehnsucht nach Ruhe wieder einstweilen vergessen lässt: könnten wir in der ersehnten Ruhe noch wirklich glücklich sein; Liebe spüren? Welche Gefühle, welche Momente die wir als wunderschön empfinden würden wir verpassen? Möchten wir sie denn tatsächlich gegen Ruhe eintauschen?
Ruhe mag schön sein - für eine Weile nur, wenn ich mir aber vorstellen müsste all die Emotionen, gute wie auch schlechte, hinter mir lassen zu müssen... ich würde das Leben gegen die Ruhe nicht eintauschen wollen. Um alles in der Welt nicht...


Liebe Grüsse
Gaby
Hi,
Mir sind eben echt die Tränen gekommen. Dieses Erlebnis ist sehr traurig. Auch ich habe einen sehr guten freund verloren... es ist schon ein Jahr her, aber diese Schmerzen lassen einfach nicht nach. Auch bei Dir wird es eine Weile noch anhalten. Vor allem diese Bilder verarbeiten zu können.
Du kannst echt froh sein, dass Du bei diesem Einsatz dabei warst.
Klingt blöd aber ich meine das echt so.
Bin zwar nicht im Rettungsdienst aber beim roten Kreuz aktives OV - Mitglied und war an diesem Tag wo mein Freund gestorben ist wegen Kopfschmerzen zu Hause. Ich wünschte ich wäre dort gewesen.

Hey, Du konntest Dich verabschieden. Klar ist es traurig - sehr. Aber ich hätte so gerne die Chance gehabt "aufwiedersehen" zu sagen.
Und dieses sehnen nach dem tod oder der Ruhe, ist völlig normal.
Du wirst noch so einige schwarze Wolken am Himmel sehen. Aber weißt Du eines Tages ich sag das nicht nur so- Ich weiß es:
wirst Du ihn wiedersehen!
Ich glaube ganz fest daran. Du musst nur auch daran glauben. Sehe den Tod nicht als entgültig, denn das ist er nicht. Es ist eine vorübergehende Trennung. Wenn Du das akzepiert hast, wirst Du die Ruhe in Dir finden.
Die Schmerzen aber bleiben und verblassen nur sehr langsam.
Ich wünsche Dir viel Kraft für die Zukunft

Liebe Grüße Bianca
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Der Tod dauert das ganze Leben
und er tritt ein wenn es aufhört!
Todessehnsucht ...

Der Todestrieb und die Todessehnsucht beruhen auf der Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Situation. Die Unzufriedenheit wird durch das häufig unbewußte Wissen um andere Formen des ( Er- ) Lebens hervorgerufen. Auf einer tiefen Ebene beruht sie auf dem Wunsch nach dem paradiesischen Zustand, den wir vor unserer Geburt erlebten. Viele verbinden damit die Zeit im Mutterleib, wo wir völliges Einssein und Geborgenheit erlebten und einfach wir selbst sein konnten ohne irgend etwas leisten zu müssen. Manche erinnern sich in diesem Zusammenhang auch an eine Zeit vor ihrer körperlichen Zeugung. ( Diese Erinnerungen kommen z.B. in Hypnose, Rückführungen und spontanen Erinnerungen ins Bewußtsein.) Allerdings vergessen wir dabei immer, daß wir nicht zufällig hier sind. Wir müssen auch nicht warten bis wir Tod sind, um wieder diese himmlischen Zustände zu erleben. Und vielleicht ist es ja unsere Aufgabe den Himmel auf Erden ( wieder ) zu erschaffen.

Der Todestrieb und die Todessehnsucht entstehen auch aus Liebe und Gewohnheit: Alle tiefgehenden Forschungen zeigen, daß hinter aller Wut, Ablehnung, Trennung und Egoismus die Gefühle von Liebe, Gerechtigkeit und Verbundenheit zu finden sind. Nachdem es Vorfahren von uns gibt, die aus diesem Leben geschieden sind, wollen wir ihnen aus Liebe und Gewohnheit ( “ Das hat man schon immer so gemacht ... ” ) nachfolgen.

Dabei übersehen wir aber zwei wichtige Punkte: Das Leben beruht auf Veränderung / Evolution. So verwenden wir z.B. im Gegensatz zu unseren Vorfahren Elektrizität, Autos, Flugzeuge, Computer und haben auch unsere Lebensformen geändert. ( Wir leben z.B. nicht mehr in Großgruppen und gehen auch nicht mehr selbst auf die Nahrungs-Jagd. )

Zum anderen wollen unsere Vorfahren aus Liebe zu uns, daß wir unser eigenes Leben führen und das beste daraus machen.
_________________
Verzicht heisst nicht - die Dinge dieser Welt aufzugeben - sondern nur zu akzeptieren - das sie dahingehen.
Ich danke euch allen für eure echt
tollen Antworten. Hätte nicht gedacht,
dass mir hier so geholfen wird...

Ich habe mir jede eurer Antworten
zu Herzen genommen...

Vielen Dank nochmal an alle....
Subhadda hat folgendes geschrieben:


Der Todestrieb und die Todessehnsucht beruhen auf der Unzufriedenheit mit der gegenwärtigen Situation. Die Unzufriedenheit wird durch das häufig unbewußte Wissen um andere Formen des ( Er- ) Lebens hervorgerufen. Auf einer tiefen Ebene beruht sie auf dem Wunsch nach dem paradiesischen Zustand, den wir vor unserer Geburt erlebten. Viele verbinden damit die Zeit im Mutterleib, wo wir völliges Einssein und Geborgenheit erlebten und einfach wir selbst sein konnten ohne irgend etwas leisten zu müssen. Manche erinnern sich in diesem Zusammenhang auch an eine Zeit vor ihrer körperlichen Zeugung. ( Diese Erinnerungen kommen z.B. in Hypnose, Rückführungen und spontanen Erinnerungen ins Bewußtsein.) Allerdings vergessen wir dabei immer, daß wir nicht zufällig hier sind. Wir müssen auch nicht warten bis wir Tod sind, um wieder diese himmlischen Zustände zu erleben. Und vielleicht ist es ja unsere Aufgabe den Himmel auf Erden ( wieder ) zu erschaffen.

Der Todestrieb und die Todessehnsucht entstehen auch aus Liebe und Gewohnheit: Alle tiefgehenden Forschungen zeigen, daß hinter aller Wut, Ablehnung, Trennung und Egoismus die Gefühle von Liebe, Gerechtigkeit und Verbundenheit zu finden sind. Nachdem es Vorfahren von uns gibt, die aus diesem Leben geschieden sind, wollen wir ihnen aus Liebe und Gewohnheit ( “ Das hat man schon immer so gemacht ... ” ) nachfolgen.

Dabei übersehen wir aber zwei wichtige Punkte: Das Leben beruht auf Veränderung / Evolution. So verwenden wir z.B. im Gegensatz zu unseren Vorfahren Elektrizität, Autos, Flugzeuge, Computer und haben auch unsere Lebensformen geändert. ( Wir leben z.B. nicht mehr in Großgruppen und gehen auch nicht mehr selbst auf die Nahrungs-Jagd. )

Zum anderen wollen unsere Vorfahren aus Liebe zu uns, daß wir unser eigenes Leben führen und das beste daraus machen.



Subhadda, das schreibst du sehr schön!
Liebe Grüsse
Lieber Sascha,
du heißt wie mein Sohn, schon deshalb muss ich auf deinen Ruf antworten.
Ich habe einen guten Freund verloren und auch nicht, er liegt seit 1 1/2 Jahren im Wachkoma - aussichtslos sagen die Ärzte. 9 OP´s am Gehirn in einer Uniklinik. Denke, total verpfuscht!!!.
Was ist besser? Tod oder Wachkoma? Richtig: keins von beiden, aber die Wahl steht nicht immer, leider.
Wenn man das erste mal einen lieben Menschen verliert, ist das ein furchtbarer Einschnitt. Aber: leider gehören Tod und Vergänglichkeit zu unserem Leben. Je eher du das begreifst, um so besser wirst du in Zukunft leben können, glaube mir das bitte. Nur wer sich bewußt gemacht hat, dass man jederzeit und ohne Vorwarnung sterben kann, wird die Kostbarkeit unseres menschlichen Lebens erkennen und sich wieder über eine aufblühende Blume oder einen Sonnenaufgang freuen können. Er wird erkennen, das alte Menschen es nicht leicht haben und gegenüber ihnen ein Gefühl der Wertschätzung entwickeln können.
Du solltest nicht denken "Ich möchte tot sein", nein, du solltest dich darüber freuen, dass du lebst und dein Leben gestalten kannst. Lebe im Hier und Jetzt, bescheiden, demütig und aufrichtig. Das zahlt sich aus, glaube mir. Es ist das Schicksal deines Freundes gewesen, nicht dein eigenes Schicksal. Bitte erkenne das!!! Ich könnte dir noch viele gute Gedanken dazu schreiben, aber das würde zu viel hier sein.
Ich möchte, dass du diese trüben Gedanken überwindest und wieder ein fröhlicherer Mensch wirst. Willst du das machen? Liebe Grüße
schaue dir bitte mal die ganze Seite vom unten stehenden Link an.
Neueste wiss. Ergebnisse punkto Bewußtsein. Es ist gut, wenn die Wissenschaft es bestätigen kann.

http://www.tagx.info/glaubenshilfen/seele.htm
ICH auch
Hallo Sascha!

Jeder Mensch der lebt verliert ihm nahe stehende Menschen und jeder Mensch muß sterben. Das Leben ist vielleicht eine Laune der Natur, vielleichst steckt mehr dahinter als wir uns vorstellen können. Wir wissen nicht wirklich, warum wir leben, aber wenn das Leben keinen Sinn hat, welchen hätte dann der Tod?
Lebe Dein Leben und mache das Deines Erachtens Beste daraus. Daran wirst Du gemessen werden - vielleicht von dem was nach dem Tod auf Dich wartet, mit Sicherheit aber von denen, die dann um Dich trauern werden.

Mit lieben Grüßen - Anton
Ein Leben lang schleppt der Mensch seine ganz eigene und komplett abgeschlossene (kurz angebundene und der allgemeinen Bewusstlosigkeit entsprechende) Vorstellung vom Tod mit sich herum, und unter genau dieser Last bricht er eines Tages zusammen. Aber wie erkennen wir den Todeslastigen? An dem was er vom Leben erwartet, noch ehe er vom Leben enttäuscht (durch seine anspruchsvolle Art zu leben depressiv geschädigt) ist, weil es ihm nicht mehr bieten kann, und ihn somit das Bild der Ohnmacht und des Todes immer magischer zieht an. Der Tod wird zu seinem Abschalttrieb, gegen den er einfach nichts mehr machen will und kann.

beziehungsWEISE

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