Zweifel am (Bahai-)Glauben beseitigen


Hallo an alle,

ich denke, wir haben das Thema Homosexualität lange genug besprochen. Ich möchte zwar nicht die Diskussion via Diktat beenden, doch möche ich gerne dieses Thema nicht wieder in eine emotionale, würdelose und schadvolle Sache ausarten lassen.

Wer möchte, kann mir gerne eine Nachricht schreiben. Viele hier im Forum kennen ja meine Geschichte und haben daher vielleicht Interesse, mit einem zu sprechen, der sich in dieses Thema stärker vertieft hat (und noch immer tut) als es viele andere getan haben.

Aber um einen Streit zu vermeiden, schlage ich vor, das Thema hier zu beenden und jedem die Chance zu geben, selbstständig Erkenntnis zu erlangen.

LG Yahia
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https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Lieber Yahia,

auf der einen Seite möchte ich Deinen Wunsch respektieren.
Andererseits möchte ich Dir auch sagen, wie wertvoll Deine (öffentlichen) Beiträge für mein Nachdenken sind.

Wir alle wissen/ich weiß wie viel Unrecht an Menschen getan wurde, die homosexuelle Gefühle haben.

Ich habe große Angst, mich an solchem Unrecht zu beteiligen.
Diese Angst hindert mich oft verschiedene Meinungen zu dem Thema zu akzeptieren.

Deine Nachdenklichkeit und den Mut uns Deine Gedanken zu vermitteln, schätze ich sehr.


Liebe Grüße ziraki
Lieber Yahia,

ich möchte auch gerne deinem Wunsch entsprechen und das Thema beenden. Es gibt dazu nunmal unterschiedliche Standpunkte und mit Respekt zu diesen verschiedenen Standpunkten sollten wir das Thema ruhen lassen.

Es ist ja nicht so, dass nicht x-mal das Thema vertieft wurde. Ich glaub fast, dass das ein Rekord-Thema ist und es auch mal heiß her ging.

Ich bin auch von dir, lieber Yahia, beeindruckt wie du mit der Thematik umgehst. Ich hab auch sehr viel von dir gelernt und bin froh, dass du dieses Forum so bereicherst

Das es Regeln gibt, ist nun einmal für die Ruhe und Ordnung einer Gesellschaft wichtig. Viele Probleme wie den Rekord an "Single-Haushalten" - "Scheidungsrekorde" - "enttäuschte Seelen" - "Untreue" - "demographischer Wandel" liegen unter anderem auch in der freien Sexualmoral unserer Gesellschaft (jeder mit jedem in jeder Form). Es gibt auch andere Gründe, keine Frage, aber diesen Zusammenhang wird auch jeder Soziologe bestätigen!

Zitat:
Ich habe große Angst, mich an solchem Unrecht zu beteiligen.


Diese Bedenken ehren dich ziraki. Deshalb muss immer der Umgang mit Menschen von Einstellung/Weltanschauung/Ausrichtung getrennt werden. Bahá'u'lláh sagt immer, dass der wahrlich zum Volke Bahá gehört, der anderen sich selber vorzieht!

Abdulbaha sagt:

Zitat:
Hütet euch, hütet euch, daß ihr nicht ein Herz beleidigt! Hütet euch, hütet euch, daß ihr nicht eine Seele verletzt! Hütet euch, hütet euch, daß ihr gegen niemanden unfreundlich handelt! Hütet euch, hütet euch, daß ihr nicht für ein Geschöpf zur Ursache der Hoffnungslosigkeit werdet!


Auf individueller Basis müssen wir uns gegenseitig unterstützen und jeden Liebe erweisen. Auch wenn die Eltern dem Kind vielleicht strenge Regeln vorgeben, so tun sie das aus Liebe. Auch wenn das Kind vieles nicht versteht oder sich von seinen Gefühlen und Emotionen leiten lässt.
Lieber Hitman


Zitat:
Da wird dann jede Grenze hinter sich gelassen mit der Prämisse "Man muss Christ sein, dann kann man soviel Sex haben, wie man will, solange man den Sex nicht vergöttert."

Sorry, aber sowas bestärkt mich noch mehr in dem Glauben, wie notwendig die Gebote Bahá'u'lláhs für eine orientierungslose Menschheit sind.


Nur weil Du diese Ansicht nicht verstehen kannst, heißt das nicht, dass alle Menschen orientierungslos sind und göttliche Führung benötigen.


Meiner Meinung nach gibt es zwei Formen von Religion; die eher nach außen gewandte und die eher nach innen gewandte.

Ersterer sind Gebote, Verhaltensweisen, Ethik, etc. sehr wichtig. Sich nicht an ihren Kodex zu halten und ein wahrhaftiger Anhänger dieser Religion zu sein, ist nicht möglich.

Der anderen geht es eher um die geistigen Prozesse; was man tut ist nicht so wichtig, warum man es tut ist viel wichtiger. Und noch viel wichtiger ist der geistige Wandel.

Burke hat folgendes geschrieben:
Der einzig wirklich sichere Ort für die Geschlechtlickeit, der Ort, der Menschen vor den möglichen sehr tiefen Verletzungen bestmöglich bewahren kann, ist eine im Treueversprechen auf Lebenszeit angelegte Ehe zwischen Mann und Frau.


Angsthase!
Lieber Busshari,

wenn man mal in die Welt schaut und sieht was alles passiert und wie wir Menschen miteinander umgehen (glücklicherweise nicht alle) und dass viele von uns dem "Materialismus" & "Egoismus" verfallen sind so muss ich Hitman recht geben und sagen die Menschheit wirkt orientierungslos. Auch wenn man meint das ist der richtige Weg - man sollte sich aber immer das Ergebnis anschauen und dann urteilen ob man wirklich das richtige "Navi" verwendet.
Natürlich sollte die Betrachtung des Ergebnisses nicht nur mein eigenes Wohl beinhalten sonst wär man wieder beim "Egoismus".

Außerdem muss ich sagen, dass ich Burkl ganz und gar nicht als "Angsthase" empfinde. Im Gegenteil heutzutage braucht man Mut und große Stärke um zu äußern, daß Sex in die Ehe gehört.

Angsthasen sind eher die, die einfach dem Tenor der Masse folgen ohne sich über Moral und Ideale Gedanken zu machen.

Herzliche Grüße an Dich und alle anderen
Tim
Hitman schreibt:
Zitat:
Bahá'u'lláh sagt immer, dass der wahrlich zum Volke Bahá gehört, der anderen sich selber vorzieht!

Das erinnert mich an die letzten Diskussionen über den Ausspruch: "Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst" - in der darüber diskutiert wurde, daß, wenn man sich nicht erst mal selbst lieben kann, es unmöglich sein kann, einen anderen zu lieben.
Das sehe ich auch so. Man sollte sich nicht selbst immer unter "Scheffel" stellen, und sich selbst vergessen, sondern, wenn ich wirklich echt lieben kann, mit Verzicht darauf, wieder geliebt zu werden, sondern nur Liebe verströmen kann, ohne an die Erwartung gebunden zu sein, wieder geliebt zu werden, dann ist das eine Entwicklung, die wohl erst mal in die Zukunft geschoben werden kann, weil dazu noch kaum ein Mensch in der Lage ist.
Sich selbst aufgeben, hieße, sein eigenes Leben aufgeben, und ob das alle menschen glücklich macht, bezweifele ich, denn da gibt es viele Nuancen, auch von Menschen, die sich selbst kasteien oder einen Selbsthaß errichten, der sehr zerstörend wirken kann.
Es ist nichts so einfach, wie es scheint. Denn jeder Mensch kommt mit einer bestimmten Aufgabe zur Welt und dahinter liegt auch ein Sinn.

Tim1510 meint:
Zitat:
...und sagen die Menschheit wirkt orientierungslos.

Ich glaube, so kann man es nicht sehen, denn seit der Sklavengesellschaft verändert sich die Gesellschaftsform, immer wieder und immer wieder neu und ehe sich eine neue anbahnte, hatten die Menschen immer das Gefühl, daß die Welt zusammenbricht. War aber nicht so, es kam Neues und darauf lernten die Menschen, auch anders gesagt, darauf lernten wir alle, denn wenn wir immer wieder hierher kommen, so behalten wir doch das bereits Gelernte in uns und leben es weiter und deshalb sehe ich diese Orientierungslosigkeit nicht. Sie ist sogar manchmal gut, denn wie ich heute im Deutschlandfunk "Tag für Tag" hörte, bewegt sich auch in Indien etwas, weil laut Erlaß der damaligen Kolonialherrschaft die Engländer die Witwenverbrennung verboten, geht es den Witwen trotzdem schlecht und sie werden von den Familien verstoßen und jetzt haben Frauen eine Organisation gebildet, wo sie Häuser errichten, die diese armen Frauen aufnehmen und ihnen ein besseres Leben ermöglichen möchten. Diese Veränderungen aber bedeuten Zeit und innere Veränderungen und dafür kommen die Menschen auf die Welt, die auch die Kraft haben, entgegen den Traditionen etwas Neues zu entwickeln. Aber dazu muß sich ein Volk erst hinentwickeln und wie ich gestern über die Kinderheime in Rußland einen Bericht hörte, wirken auch dort menschen, daß die Kinder einmal in bessere Heime kommen, mit einer vernünftigen Ausstattung undAusbildung. Aber auch dahin müssen die Menschen erst kommen, genauso wie Jäger, die, wenn sie das letzte Tier einer Art sehen und merken, was sie getan haben mit ihrer Lust am Töten, daß sie dabei sind, die Artenvielfalt zu vernichten und dann zu Tierschützern werden. Manchmal fast zu spät.

Deshalb sehe ich Veränderungen im großen Rahmen und den dahinter liegenden Sinn.

Nur Verurteilung und die Beachtung der Traditionen macht stumpf, es erfolgt keine Entwicklung, auch keine innere.

Nur gehorchen, weil Mama und Papa es sagen und alles akzeptieren, was sie tun, auch wenn es oft falsch ist, macht "taub" für Neues und wirkt nicht erfüllend. Für manche vielleicht, die gern gehorsam sind und alles befolgen, ohne sich selbst erfahren zu dürfen, ihre Wünsche, ihre Sehnsüchte. Eingefahrene Wege führen ins Nirgendwo.

Erinnert mich wieder an die drei Wege - dem des Gehorsams, dem des Nachahmens und dem des eigenen Erfahrens.

nette Grüße
ikarus

http://prosveta.de/tagesgedanken/
Es gibt eine kosmische Mechanik und diese Mechanik ist absolut. Jeder Mensch wird in die Region gezogen und von ihr absorbiert, mit der er sich in Einklang befindet.
Suchen die Menschen nach Personen, die sie dazu antreiben, ihre Intelligenz und ihr Herz zu erheben, um jedes Mal einen höheren Grad an Verständnis der Wirklichkeit zu erlangen? Sehr selten.
Das Leben gehorcht einer Art periodischer Bewegung: Alles wiederholt sich, aber nie genau auf die gleiche Weise, und jeder muss seine Beobachtungsgabe und seine Unterscheidungsfähigkeit entwickeln.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Lieber Tim

Zitat:
wenn man mal in die Welt schaut und sieht was alles passiert und wie wir Menschen miteinander umgehen (glücklicherweise nicht alle) und dass viele von uns dem "Materialismus" & "Egoismus" verfallen sind so muss ich Hitman recht geben und sagen die Menschheit wirkt orientierungslos.


Dass die Menschen so materialistisch und egoistisch sein sollen, das halte ich für einen Stammtischspruch, dem alle irgendwie zustimmen, weil es irgendwie zu stimmen scheint, ohne sich genau darüber Gedanken zu machen, was das eigentlich bedeuten soll und ob das auch wirklich so ist.

Und wenn schon, dann sind die Menschen eben auch mal materialistisch und egoistisch. Das bedeutet doch nicht dass die Menschheit orientierungslos ist, bzw. warum sollte die Menschheit ein gemeinsames Ziel haben sollen und wenn ja welches und wer bestimmt mit welchem recht welches das sein soll, ob es gut ist?

Zitat:
Außerdem muss ich sagen, dass ich Burkl ganz und gar nicht als "Angsthase" empfinde


Angsthase bezog sich auf den Wunsch, dass "Geschlechtlichkeit" in einem geschützten, sicheren Rahmen abspielen soll, sodass man nicht verletzt werden kann.
Lieber Busshari,

Zitat:
Das bedeutet doch nicht dass die Menschheit orientierungslos ist, bzw. warum sollte die Menschheit ein gemeinsames Ziel haben sollen und wenn ja welches und wer bestimmt mit welchem recht welches das sein soll, ob es gut ist?


Ich denke das kann nur jemand bestimmen der vollkommen ist und weit über uns steht.

Nette Grüße
Tim
Und wenn es den nicht gibt?
Tim,

Zitat:
Ich denke das kann nur jemand bestimmen der vollkommen ist und weit über uns steht.


Wer will was bestimmen und ist es immer richtig, was, wer auch immer, noch dazu, die vor Jahrhunderten lebten, heute unbedingt nachvollziehen können, wie das Leben heute so spielt ?

Müssen wir vor Angst und Anbetung so sehr verharren, daß wir wie Salzsäulen erstarren ?

Wäre nicht mein Ding und auch das vieler anderer Menschen nicht, die lebendig ihren Weg gehen.

Also ist jede Religion genau für die Leute da, die sie brauchen, wenn sie eine wählen.

Sind Menschen, die die Anbetung brauchen, den gehorsamen Weg gehen, unbedingt in seelischer Reife weiter oder liebt Gott eher die Suchenden, die Aufbegehrenden, die sich nicht in aller Unbedingtheit anpassen können und wollen ?

Ist nicht der ewig Suchende Gott näher, weil er sich mehr mit ihm beschäftigt als der andere, der gehorsam wie Schäfchen alles "schluckt", was man ihm reicht ?
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