Zweifel am (Bahai-)Glauben beseitigen


Hi lieber aqua, will mal versuchen ob ich diesen Link auf diese Seite kriege

GBS
recherche.bahai-studien.de
Kostenlose Suchmaschine für Heilige Texte in verschiedenen Sprachen

Hier können Dir sicher unter >Beantwortete Fragen< einige Deiner Fragen von 'Abdu'l-Bahá beantwortet werden.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
GBS Recherche - Welcome!

Grrrr, scheinbar hab ich jetzt zuviel gelöscht, nachdem alle englischen Wörter zu löschen waren.

Kann hier jemand weiterhelfen?
Hallo liebe(r?) aqua,

da ich jetzt leider nur sehr begrenzt Zeit habe, kann ich dir nur sagen: dtrainer und linde haben die Fragen, die du gestellt hast, schon ganz wunderbar beantwortet, ich hätte dem nicht mehr viel hinzuzufügen, außer nochmal in anderem Wortlaut dieselben Antworten
Solltest du an einem anderen Wortlaut Interesse haben, bitte melden *g*

Liebe linde,

da bei der Seite kein www. davor steht, wird sie hier auch nicht als Link erkannt (vermute ich mal).
Man kann einfach bei google Bahai Research oder auch Interfaithexplorer eingeben, dann landet man auch da.

Lieber dtrainer und lieber yogi,

bitte könnt ihr diese - nun doch wohl wirklich schon zur genüge in diesem Forum geführte - Diskussion in einen dafür vorgesehenen Thread verlegen, vielleicht in einen der mindestens 10, die zu diesem Thema schon bestehen?
In diesem Thread ist sie eher fehl am Platz, da er sonst so zerhackstückt wird.

Alles Liebe,
Riki
Ich wollte ja nicht mit dtrainer diskutieren
Liebe(r) Aqua,

Aqua hat folgendes geschrieben:
Nach den Bahai gibt es kein "das Böse", sondern nur einen Mangel an Gutem, ist das so richtig? Falls ja, kann ich als Bahai nicht mehr an einen allgütigen und allmächtigen Gott glauben, da das Gute doch dann überall sein müsste, denn wie kann ein allmächtiger allgütiger Gott eine Welt erschaffen, die zu wenig Gutes beinhaltet? Oder wie sonst kann ich aus Bahaisicht erklären, dass es zB Krankheiten gibt, für die keiner wirklich was kann?


Bahai glauben nicht, dass das Böse eine eigene Substanz oder gar Identität hat, sondern sehen verstehen das was als "böse" bezeichnet wird als das Fehlen des Guten an.

Das Problem was du beschreibst nennt sich Theodizee und tritt in sehr vielen Religionen auf und hat auch schon sehr viele Antwortversuche hervorgebracht.

Dinge die wir als "schlecht" oder "böse" betiteln sind entweder wirklich "böse" oder wir sehen sie aus einem begrenzten Blickwinkel als schlecht an. Krankheiten zählen zur Natur und sind damit wohl kaum als "böse" zu bezeichnen. Gleiches gilt für Naturkatastrophen. Hier müsste der Gläubige Mensch letztlich auf Gott vertrauen oder versuchen seinen Plan in der Natur zu erkennen.

Damit etwas als "böse" bezeichnet werden kann muss es sich sich frei entscheiden können. "Böse" können also nur Menschen sein und das was sie angerichtet haben.

Das Menschen "böse" sein können speist sich letztlich also aus ihrem freien Willen der ihnen von Gott gegeben wurde. Tatsächlich hat Gott offenbar mit diesem Geschenk an den Menschen die Möglichkeit akzeptiert, dass der Mensch sich statt für das Gute (Ihn) auch für das "Böse" (gegen Ihn) entscheiden können.

An sich wird die Frage der Theodizee damit des Paradoxons überführt, denn wenn Gott dem Menschen den freien Willen nicht gegeben hätte, dann könnte er auch diese Frage nicht stellen.

Aqua hat folgendes geschrieben:
2. In der Bibel wird mir das Schlechte in Gestalt des Teufels/Satans erklärt und das Böse ist eben notwendig, um den freien Willen des Menschen zu erklären. Da die Bahai alle vorherigen Weltreligionen anerkennen (auch deren Schriften?), kam ich hier zum weiteren Konflikt. Ich muss als Bahai glauben, dass die Bibel verfälscht ist oder? Ich kann mir anders nicht erklären, warum das Böse aus Bahaisicht gar nicht existiert, in der Bibel aber alles durch den Satan erklärt wird.


Das eine böse Entität existiert verschärft das Problem der Theodizee eher als das es etwas erklärt. Denn hier stellt sich die Frage warum Gott diesen Gegenspieler gewähren lässt und warum dieser so mächtig sein kann. Lediglich in einem völligen Dualismus (das Gute und das Böse als Entitäten die gleich stark sind und miteinander ringen).

Bahai verstehen viele Aussagen in den vorherigen Schriften als allegorisch. Tatsächlich übernehmen die Bahai-Schriften viele dieser Allegorien und verwenden sie weiter. Teufel oder Satan werden entweder als personifiziertes Symbol für die selbstischen und bösen Neigungen jedes einzelnen Menschen verstanden oder in einzelnen Fällen gibt es auch durchaus Verwendungen die auf Personen hinweisen die systematisch und absichtlich als Gegner der Manifestationen Gottes auftreten.

Bahai glauben nicht, dass die Bibel grundlegend und/oder systematisch verfälscht wurde. Gleichwohl basiert die Bibel auf mündlichen Überlieferungen und einem sehr langen Kodifizierungsprozess, so das sie für Bahai in Sachen Zuverlässigkeit hinter den Bahai-Schriften zurückbleibt die ja von den Autoren selbst geschrieben wurden oder von deren Sekretären und danach geprüft.

Aqua hat folgendes geschrieben:
3. Noch was zu gut und böse: Bei den Menschen mag das alles durch den freien Willen erklärbar sein, aber wie ist es mit dem Leid der Tiere? Die haben ja auch schon leiden müssen, als es den Mensch noch nicht gab. Wie passt das zum allmächtigen und allgütigen Gott? Dazu habe ich in keiner Religion eine Erklärung gefunden.


Die gesamte Natur der materiellen Welt ist vergänglich und das geht einher mit Leiden. Eben dies zeigt uns ihre Vergänglichkeit und führt uns dazu uns dem geistigen Leben zuzuwenden.

Tiere gehören ebenfalls zur Natur und sind deshalb auch vergänglich. Aber Tiere sind nicht böse, da sie keinen freien Willen haben. Wenn Tiere töten liegt dies in ihrer Natur und hat einen direkten Zusammenhang mit ihrem Überleben. Wenn der Mensch aber "böse" handelt, dann fügt er anderen Leid zu ohne das es naturgegeben notwendig ist.

Aqua hat folgendes geschrieben:
4. Die Bahai sind für die Einheit der Weltreligionen, aber Bahaullah hat ja erklärt, dass es keine Reinkarnation gibt und jeder definitiv nur ein Erdenleben hat oder? Wie ist das mit dem Reinkarnationsglauben zB des Buddhismus vereinbar?


Abdulbaha lehnt die Lehre der Reinkarnation eindeutig ab, da sie weder in den heiligen Schriften zu finden ist und sie auch keinen wirklichen Sinn für ihn ergibt. Inwiefern schreitet die menschliche Seele voran indem sie immer und immer wieder in der irdischen Welt auftaucht? Bahai glauben an einen sozialen Fortschritt sowohl der Menschheit in dieser Welt als auch an einen geistigen Fortschritt jeder einzelnen Seele in allen Welten.

Aqua hat folgendes geschrieben:
5. Es soll ja die nächsten tausend Jahre kein weiterer Gottesoffenbarer kommen, somit wären alle, die nach Bahaullah sich bisher als Propheten ausgegeben haben, unwiderruflich falsche Propheten? (z. B. Jakob Lorber)


Genau genommen spricht er von direkter Gottesoffenbarung. Tatsächlich standen für uns Abdulbaha und Shoghi Effendi unter der Führung Gottes, waren aber keine Manifestationen Gottes. Auch dem Universalen Haus der Gerechtigkeit sprechen Bahai eine gewisse göttliche Führung zu.

Direkt zu Jakob Lorber sagen die Bahai-Schriften nichts. Aber tatsächlich kann man ihn als überzeugter Bahai wohl als Offenbarer nicht akzeptieren. Tatsächlich hat Lorber auch einige sehr fragwürdige Aussagen in seinen Schriften (Rassismus, Sexismus, fragliche Aussagen über Jesus und Naturwissenschaften).

Über Emanuel Swedenborg dagegen finden sich durchaus lobende Worte in den Bahai-Schriften (siehe Lights of Guidance 1719ff).

Aqua hat folgendes geschrieben:
6. Was passiert laut Bahaullah mit Ungläubigen, also Menschen, welche an keinen Gott glauben, nach dem Tod?


Es gibt aus Sicht der Bahai nur einen einzigen Gott. Wer nicht an Gott glaubt kann ihm schlecht nahe sein. Die Nähe zu Gott ist nach dem Verständnis der Bahai das Paradies, der Himmel, etc. Die Entfernung von ihm dagegen die die Hölle, das Feuer, etc. Gleichwohl glauben Bahai daran, dass die Seele nach der Trennung vom dem Körper weiterhin ewig fortschreitet. Unglauben und/oder schlechte Taten geben dabei aber gewiss keine guten Startbedingungen.

Aqua hat folgendes geschrieben:
7. Was für Konsequenzen hat es für Bahai, wenn sie gegen bestimmte Regeln verstoßen? Es ist ja beispielsweise verboten, mal ein Bier mit Freunden zu trinken. Kein ewiges Leben mehr? Oder ist man selbst dafür zuständig, die Umsetzung der von Bahaullah gegebenen Regeln vor Gott und sich selbst verantworten zu können? Was ich also meine, sind es strenge Gesetze oder einfach Hinweise für eine bessere und gesündere Lebensführung?


Das Leben der Seele ist aus Sicht der Bahai immer ewig. Einmalige Verstöße gegen gewisse Gebote entfernen einen nicht für immer von Gott. Zudem gibt es ja durchaus eine gewisse Rangfolge in den Geboten. So ist der Konsum eines schwachen alkoholischen Getränks sicher weniger von Gott verachtet als Mord oder Vergewaltigung.

Gott ist zwar auch derjenige der alles bestraft, aber auch der Immervergebende. Gebote soll man primär aus Liebe zu Gottes Schönheit halten. Gottesfurcht mag sicher auch eine sehr hilfreiche und gewollte Haltung sein, ist aber der Gottesliebe eindeutig untergeordnet. Zudem hat Gott diese Gebote nicht als Qual für die menschen bestimmt, sondern zu deren Vorteil und Schutz.

Primär ist die Umsetzung der Gebote dem einzelnen Gläubigen überlassen. Es finden sich Auslegungen von Abdulbaha und Shoghi Effendi zu den Schriften Bahaullahs und das Universale Haus der Gerechtigkeit kann sowohl Dinge erläutern als auch zusätzliche Dinge erlassen die im Text nicht abschließend geklärt sind. Generell wird aber zurückhaltend damit umgegangen und die primäre Verantwortung liegt beim Gewissen des Einzelnen. Das heißt jedoch nicht, dass man die Gebote leichtsinnig nehmen soll oder sie nicht wichtig sind.

Mit dem Eintritt in die Bahai-Gemeinde erhält man auch das Recht an der administrativen Gliederung der Gemeinde teilzunehmen. Sollte man wieder besseren Wissens, öffentlich und ohne Unterlass gegen die Gebote Bahaullahs verstoßen, dann werden einem irgendwann die sogenannten "administrativen Rechte" entzogen. Das heißt man verliert innerhalb der Bahai-Gemeinde sein aktives und passives Wahlrecht, die Berechtigung zur Teilnahme an administrativen Treffen und das Recht darauf zu spenden. Man kann die administrativen Rechte freilich bei Behebung des Problemes wiedererlangen. Zudem gilt, dass Bahai sich generell an die Gesetze des Staates halten. Begeht man also nach dem Gesetz des Staates ein Verbrechen hat man sich der Rechtssprechung zu beugen.


Liebe Grüße,
Tobias


P.S.: Ich kann dir zur eigenständigen Lektüre zu deinen Fragen nur die Kapitel 74 und 81 der "Beantworteten Fragen" von Abdulbaha empfehlen. Dieses Werk und die dort abgehandelten Themen sind gerade für Einsteiger sehr hilfreich, auch wenn es sich leider um eine der schlechteren Übersetzungen der Bahai-Schriften handelt.

Von Bahaullah würde ich dir zum Einstieg die "Verborgenen Worte" ans Herz legen.

Beide Schriften findest du kostenlos hier im Internet: http://recherche.bahai-studien.de Oder du kannst sie beim Bahai-Verlag gedruckt erwerben: http://shop.bahai-verlag.de/
hipshot hat folgendes geschrieben:
Hallo @aqua
Und warum sollte die Bibel gefälscht worden sein ?
Um Macht zu ergreifen ? dazu braucht man nicht die Bibel zu fälschen,
sondern einem Namen zu übernehmen der sowie so in der Bibel vorhanden
war.

Gruss Hipshot


Hallo hipshot,

er hat nicht gesagt, dass die Bibel verfälscht sei, er fragte ob man als Bahai glauben müsse das sie verfälscht sei, was hier verneint wurde.


Liebe Grüße,
Tobias
Ich sehe ein grundlegendes Problem in der Baha'i-Religion (falls ich sie wie hier diskutiert und dargelegt richtig verstanden habe). Meiner Meinung nach kann es nur eine Wahrheit geben und nicht mehrere.

Nehmen wir mal ein Beispiel. Wenn der Hinduismus Millionen von Göttern kennt und diese auch über Figuren und Bilder angebetet werden, ist das mit dem 2. und 3. Gebot aus 2. Mose 20 ff. unvereinbar. Es soll also etwas zusammengeführt werden, was nicht passen kann.
AlBundy hat folgendes geschrieben:
Ich sehe ein grundlegendes Problem in der Baha'i-Religion (falls ich sie wie hier diskutiert und dargelegt richtig verstanden habe). Meiner Meinung nach kann es nur eine Wahrheit geben und nicht mehrere.

Nehmen wir mal ein Beispiel. Wenn der Hinduismus Millionen von Göttern kennt und diese auch über Figuren und Bilder angebetet werden, ist das mit dem 2. und 3. Gebot aus 2. Mose 20 ff. unvereinbar. Es soll also etwas zusammengeführt werden, was nicht passen kann.


Wahrheit ist hier relativ zu ihrem historischen und kulturellem Kontext. Ändert freilich aber nichts an der Existenz einer höchsten Wahrheit (Gott). Letztes ist aber sowohl im Judentum als auch im Hinduismus bekannt.

Bahai behaupten nicht das alle Religionen gleich sind, sondern das sich in den Religionen eine mystische Einheit findet. Sozusagen eine Einheit in der Vielfalt.

Freilich gibt es immer Leute die das ablehnen werden, weil sie wollen das ihre Anschauung die einzig wahre ist und jegliche Kontextualisierung ablehnen.

Es ist gerade interessant das du aus den Büchern Mose zitierst die sich eben an das Volk Israel richten und dann später durch das Christentum in einzelnen Fällen adaptiert wurden. Sie und ihre Rezeptionsgeschichte zeigen gerade diese Relativität wunderbar.

Frage mal einen jüdischen Gelehrten als Christ über die Zehn Gebote und Jesus. Er wird dir sofort in Übereinstimmung mit der gesamten jüdischen Gelehrsamkeit sagen, dass die Idee der Göttlichkeit Jesu und der praktische Umgang der Christenheit damit ein Verstoß gegen die ersten beiden Gebote (jüdische Zählung) ist. Auch sonst gibt es teilweise deutliche Unterschiede zwischen Judentum und Christentum. Versuchen Christen jetzt mit ihrem Anspruch das Jesus der Messias der Juden ist etwas zusammenzuführen "was nicht passen kann"? Und hier handelt es sich wohlgemerkt um zwei Religionen mit vorhandener kultureller Verbindung. Etwas das zwischen Judentum und Hinduismus völlig fehlt.
"Wer sagt denn, das Jesus Gott ist laut Bibel?" würde ich dem jüdischen Gelehrten antworten. Ich als Christ behaupte nicht, dass gilt Jesus = Gott. Jesus sagte auch, dass er nicht gekommen ist, aufzuheben, sondern zu erfüllen, damit hat er das AT gemeint. Er hat niemals die Gebote aufgehoben.
AlBundy hat folgendes geschrieben:
"Wer sagt denn, das Jesus Gott ist laut Bibel?" würde ich dem jüdischen Gelehrten antworten. Ich als Christ behaupte nicht, dass gilt Jesus = Gott. Jesus sagte auch, dass er nicht gekommen ist, aufzuheben, sondern zu erfüllen, damit hat er das AT gemeint. Er hat niemals die Gebote aufgehoben.


Kein jüdischer Gelehrter würde überhaupt davon ausgehen, dass Gott ein Mensch wird.

Fakt ist das die jüdische "Theologie" sich massiv von der christlichen unterscheidet und das obwohl beide Religionen sich so nahe stehen. Dabei akzeptieren Christen sogar die Hebräische Bibel.

Es zeigt sich hier gerade die Relativität. (Schade das du das gerechte ignoriert hast.)

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