Gibt es Wunder in den Religionen?


Liebe Leser,

ich möchte hier das Thema angehen, da sich hier in diesem Forum unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Konffessionen und Ansichten befinden, die sich nicht auf einen Nenner einigen können.

Die Juden glauben, dass Jesus vom Himmel herabsteigen wird
Die Christen glauben, dass Jesus vom Himmel herabsteigen wird
Die sunnitischen Muslime glauben, dass Jesus vom Himmel herabsteigen wird

Irgendetwas muss nicht stimmen, denn alle drei monotheistischen Religionen sind der Meinung, dass sie im Recht sind. Welch‘ törichter Fehler!

Wir Muslime beten jeden Tag die Sura al-Fateha. In einer Stelle der Sure wird gesagt

SEERAT’ALLA’THEENA A’ÂMTA ALEIHIM GHAYRIL MAGHZUBI ÂLEIHIM – WAL’AZZALEEN
(Amin)

FÜHRE UNS AUF DEN WEG DERER, DENEN DU GNADE ERWIESEN HAST, DIE NICHT DEIN MISSFALLEN ERREGT HABEN UND DIE NICHT IRREGEGANGEN SIND
(Amin)

Wer ging irre? Hier ist die Rede von denjenigen Religionen, die dem Islam vorausgingen. Es gibt viele Beispiele dies zu beweisen, jedoch nehme ich ein Ereignis aus der Geschichte der Religionen, aus dessen heraus geht, was mit „irregehen“ gemeint ist.

Die Zeit der Juden, nachdem diese nicht mehr von Propheten umgeben waren, war die Zeit des Buchstabenglaubens, nämlich die Zeit, in der sie sich in Dunkelheit befanden. Es fehlte Licht.

Es ist immer so, dass Licht in den Schriften für Wissen steht und Dunkelheit logischerweise für Unwissen.

Was genau ist jedoch Wissen?

Hier eine kleine und einfach Erklärung meinerseits:

Wissen sind Informationen, die durch das Modul des Menschen „Verstand“ gefiltert und verarbeitet werden. Diese werden im Gehirn gespeichert und angewendet.

Typisches Beispiel:

Ein kleines Kind steht vor einem kleinen Feuer, jedoch weiß es nicht was genau „Feuer“ ist. Um diese Erfahrung zu machen, fässt es das Feuer an und sogleich weiß es durch Berührung, dass Feuer heiss ist. Also wird die Information Feuer=heiss im Gedächtnis gespeichert. Vor der Information war das Kind „blind“ im Sinne von unwissend, nachdem es die heisse Erfahrung machte, konnte es „sehen“ und wurde wissend. Es verstand also, dass das Feuer heiss ist und weh tut.

Zurück zum Thema. Da die Menschen nicht genau verstanden, was in ihrer heiligen Schrift, der Thora, stand, warteten sie auf eine physische herabkunft ihres Erlösers, Messias. Die Belehrten hier kennen diese Geschichte.

Man bemerke hier:

Ist es nicht kurios, dass die sunnitischen Muslime heutzutage auch auf die physische Herabkunft Jesu‘ warten? Genau wie die Juden, die auch auf die physische Herabkunft warteten?

Jedoch ist es so gewollt von dem Herrn der Welten, dass Er Propheten entgegen den Erwartungen der Menschen schickt. Kein Prophet kam, ohne dass er nicht Verfolgung und Verfeindung erlitt. Hierin ist die Weisheit Gottes zu erkennen, dessen Gesetze perfekt sind und sich nie ändern und die Menschen Ihn trotzdem nicht erkennen. Obwohl sich die Geschichte wiederholt und noch Mals wiederholt!

Jesus kam nicht vom Himmel herabgestigen. Jesus kam nicht mit einem großen Königreich um die damaligen Juden von den Fängen der Römer zu befreien. Jesus kam eben nicht mit offensichtlichen Zeichen, sondern mit Zeichen, die man verstehen muss, damit sich eben genau diese Information, von der vorhin die Rede war, im Gehirn sich niederlegt und der Mensch anfängt zu verstehen.

Heidentum und Aberglaube war in der Nachzeit der Juden normal. Es gab Okkultimus und Hexerei.
Menschen wurden brutal ermordet und niedergerichtet. Dies ist ein Fakt der Geschichte.

Man glaubte an Dämonen und Geister, so wie wir sie heutzutage in Filmen sehen. Der Glaube, dass der jüdische Messias physisch vom Himmel herabkommen würde ist nichts anderes als genau das Resultat vom Glauben an das Offensichtliche (nämlich Dämonen/Geister usw.). Wo Menschen von „Dämonen“ heimgesucht werden, sehnt man sich nach einem ebenbürtigen Gegner, einem Hero, jemandem, der Superkräfte besitzt und all‘ diese bösen Geister und Dämonen vertreibt, sie tötet.

Es gibt ein Hadith des Heiligen Propheten saw. der besagt, dass die Muslime genauso wie die Juden gleich sein werden, gleich wie zwei Paar Schuhe (Quelle kann bei Anfrage bekannt gegeben werden).

Schaut man sich die heutige Zeit der Muslime an, dann ist mit erstaunen fest zu stellen, dass dieses Hadith mit erschreckender Erkenntnis zutrifft.

Es gibt dann Muslime, die genau wie die damaligen Juden behaupten, dass Jesus vom Himmel herabsteigen wird, und zwar physisch, weil er ja seit 2.000 Jahren in einer „anderen Dimension“ darauf wartet, herabgesendet zu werden. Wenn man nun diese Menschen befragte, ob sie an Dämonen und Geister glauben, bejahen sie dieses. Nicht nur das, sie glauben sogar an Kreaturen und Monster, denen der Name „Dajjal“ gegeben wird, obwohl dessen Verständnis etwas anderes ist.

Der Buchstabenglaube befindet sich immernoch unter uns, meine lieben Leser. Sunnitische Muslime –und auch viele andere Muslime und Andersgläubige sind dem literarischen Glauben verfallen.

Diese Menschen glauben, dass Jesus tote auferweckt hätte. Das er auf Wasser lief. Das er Lehm Atem einhauchte und daraus Vögel erschuf (na’auzubillah). Dass Muhammad, der Heilige Prophet, auf dem unendlicher Friede sei, den Mond in 2 Stücke hätte teilen können. Dies und vielmehr deklarieren sie mit der Begründund, dass Gott allmächtig ist und imstande alles zu tun, was Er vermag. Sicherlich und ohne Zweifel kann Er das. Doch wenn wir davon ausgehen, Er wäre willkürlich, dann müssen wir davon ausgehen, dass alles was der Erhabene erschuf willkürlich erschuf. Dies ist eine logische Schlussfolgerung. Nichts hätte eine Gesetzgebung, Ordnung oder ein System. Die größte Anziehungskraft, die einen Menschen dazu verleitet über Gott nachzudenken, ist die Natur. Die Natur ist perfekt und folgt einem System, sie folgt einer Ordnung, nichts ist dem Zufall überlassen!

Wenn Gott willkürlich handelt, dann ist das ein gefundenes Fressen für Atheisten, die alles dem Zufall und der Willkür überlassen!

Also ist anzunehmen, dass Gott nach Seinen Regeln handelt und Seine Gesetze niemals bricht, so wie wir es im Heiligen Qurân lesen.

Doch was hat es mit all‘ diesen Wundern auf sich? Wie sind diese zu erklären? Wie kommen Menschen, die einen Buchstabenglauben haben, aus ihrer verzwickten Lage wieder heraus?

Es gibt für Alles eine Erklärung.

Betrachtend der Tatsache, dass Allah Seine eigenen Gesetze nicht bricht erklärt hier ein Artikel im folgenden einige Wunder, die sich in den heiligen Büchern befinden.

06.04.2006 · Entgegen der biblischen Darstellung ist Jesus einem amerikanischen Wissenschaftler zufolge nie über Wasser gelaufen. Viel wahrscheinlicher sei es, daß er über eine Eisscholle gegangen sei, heißt es in einer Studie. Ein amerikanischer Forscher will für eines der bekanntesten Wunder der Bibel eine simple Erklärung gefunden haben. Als Jesus über den See Genezareth wandelte, sei er nicht auf dem Wasser, sondern auf Eis gegangen, heißt in einer in dieser Woche veröffentlichten Studie des Ozeanologen Doron Nof von der Universität Miami.

In der Zeit zwischen dem Jahr 600 vor Christus und 500 nach Christus hätten an dem See, der im heutigen Nordisrael liegt, besonders harte klimatische Bedingungen geherrscht. Teile des Sees Genezareth seien damals mit einer Eisschicht zugefroren gewesen, die einen Menschen tragen konnte, erklärte Nof. Möglicherweise sei das Eis teilweise von Wasser bedeckt gewesen, so daß Beobachter aus einer gewissen Entfernung hätten denken können, dass jemand auf dem Wasser lief.
„Ich glaube nicht, daß jemand auf dem Wasser gelaufen ist“, sagte Nof weiter. „Ich glaube, daß sich das durch ein Naturphänomen erklärt.“

Der Meeresforscher hatte bereits Anfang der 90er Jahre ein anderes Wunder aus der Bibel wissenschaftlich zu ergründen versucht: Nach seinen Erkenntnissen konnten Moses und sein Gefolge trockenen Fußes durch das Rote Meer gelangen, weil damals stundenlange Winde das Wasser an weniger tiefen Stellen zurückpreßten. Dadurch sei eine etwa 2,5 Meter hohe Wasserwand entstanden - die bei einem Wechsel der Windrichtung sofort wieder zusammengebrochen wäre, sagte Nof.

http://www.faz.net/aktuell/gesellsc.....ebers-wasser-1330710.html

Auch das erschaffen von Vögeln durch Ton ist leicht erklärbar, denn die Menschen, die Jesus zuhörten „Atem“, wurden von Ihrer Dunkelheit „Unwissen“ befreit und es trat der „aha-Effekt“ ein. Somit waren sie nicht mehr gefangene der Dunkelheit, sondern wurden durch Jesus Wissen befreit. Auch die Erweckung der Toten darf nicht wortwörtlich genommen werden, da diese „Toten“ nur spirituell Tot waren. Durch die reinen Lehren des Jesus, wurden sie „zum Leben erweckt“. So wie viele, die diesen Beitrag lesen und an Geistern und „Wunder“ entgegen der Naturgesetze glauben, zum „Leben erweckt“ werden, so Gott will!
Lieber nas7841,

ich kann dir ein Buch empfehlen. "Wunder: Möglich - wahrscheinlich - undenkbar?" von C.S. Lewis.

Es setzt auf einer grundsätzlichen philosophisch-denktheoretischen Ebene an. Der erste Teil des Buches ist ein bisschen wissenschaftstheoretisch und schwer zu lesen, aber es lohnt sich da durchzukämpfen. Im wirklich spannenden zweiten Teil geht er dann nämlich auf die wichtigsten biblischen Wunder, inklusive der Auferstehung ein und versucht eine Entschlüsselung und Interpretation im Lichte der Naturgesetze.

Wirklich ganz stark vereinfacht ist die Grundaussage Lewis, dass sich die biblischen Wunder in die göttliche Ordnung der Naturgesetze insofern einfügen, also sie eben nicht diesen entgegengesetze "Magie" sind sondern gerade im Gegenteil, zu den von Gott geschaffenen Naturgesetzen sozusagen die "Kür" bilden. Diese These als mit naturwissenschaftlichem Denken durchaus vereinbar darzulegen ist Ziel des Buches.

Es hat also nichts mit "Buchstabengläubigkeit" zu tun, an die Echtheit der durch Jesus Christus bewirkten Wunder zu glauben.

http://www.amazon.de/Wunder-wahrsch.....Clive-Lewis/dp/3765533165

P.S.: Das Wunder mit der Belebung des tönernen Vogels durch Jesus Christus ist nicht biblisch.
Hallo lieber Burkl!

Danke für Deine Antwort. Du hast mich jedoch falsch verstanden, denn ich verneine in meinem Beitrag keine Wunder, im Gegenteil: ich bin überzeugt von jeglichen Wundern, sofern sie die Naturgesetze nicht verletzen.

Auf der anderen Seite bin ich ein Verfechter dessen, was man als "Wunder" per se oder im Volksmund beschreibt, nämlich das was im Beitrag steht.

Hättest du die letzten Zeilen gelesen, würdest du verstehen worauf ich hinaus wollte

Gruß!
Wunder sind sicherlich grundsätzlich möglich. Das Übernatürliche wurde in unseren westlichen Kulturkreis nur nie wirklich integriert.
Die Weltreligionen betonen Wunder ganz unterschiedlich. So im Buddhismus so gut wie gar nicht, wobei im tibet. Buddhismus Teile des alten Schamanismus eingeflossen sind. Für die Inder war Jesus von seiner Macht her, Wunder zu wirken, ein stinknormaler Yogi, weil die diese Dinge selber alle konnten.
Es ist einfach so, dass sich mit wirklichem spirituellen Fortschritt psychische (klingt nicht so übel wie 'okkulte') Kräft verfügbar machen. Ein wahrer Gottsucher lässt sich davon nicht verführen.
_________________
www.kleine-spirituelle-seite.de
Es gab doch die Hexenverbrennung, also wurden "Wunder" im Westen integriert, da man an Übernatürliches ja glaubte.
nas7841 hat folgendes geschrieben:
Es gab doch die Hexenverbrennung, also wurden "Wunder" im Westen integriert, da man an Übernatürliches ja glaubte.

Ähm...
Gut, so kann man das natürlich auch sehen... Auf jeden Fall wollte man sie nicht dulden. Ich glaube in Deutschland haben die meisten Inquisitionsfeuer gebrannt, es scheint, wir hätten wirklich Angst vor sowas gehabt.
_________________
www.kleine-spirituelle-seite.de
Angst hat man vor etwas was man nicht kennt
nas7841 hat folgendes geschrieben:
ich bin überzeugt von jeglichen Wundern, sofern sie die Naturgesetze nicht verletzen.


Ich denke, ich habe dich schon richtig verstanden.

Der Punkt ist ja - wann sind die Naturgesetze "verletzt". Deinen Ausführungen zu Folge ist das immer dann der Fall, wenn eine Erklärung aus dem Physikbuch nicht in Betracht kommt - dann sprichst du "nur" mehr von symbolischen Bedeutungen. Das ist nicht falsch, aber bleibt eben an einem bestimmten Punkt stehen. Symbole sind nicht Endpunkt.

Genau hier verläuft das Terrain unserers Diskussionsbereiches. Vieles was vordergründig als "Verletzung" erscheint, kann aus einer tieferen Sichtweise heraus als "Vervollkommnung" gedeutet werden, als dem zeitlichen entzogene "Zierleiste" und authentische "Interpretation" zu bestehenden Gesetzen.

So ist die Verwandlung des Wassers in den Krügen bei der Hochzeit von Kana, in Wahrheit die "Vorwegnahme" des Weines, der aus einer überzeitlichen Perspektive heraus, bereits dort drinnen ist.

LG
Namaste

Also was haben wir da an Aussagen:

1. Wunder sind Metaphern bzw. lyrische Umschreibung der Effekte von physikalischen Grundsätze der Natur.

2. Juden und Christen sind blinde "Buchstabengläubige"

Und dafür über 2000 Worte, lieber Nas? 1. Gehört doch wohl heute zum allgemein anerkannten "Wissen" und an Wunder im Sinne von übernatürlicher Zauberei glauben (fast) nur noch evangelikale Hardcorechristen und andere Jenseits von Gut und Böse. Und 2. ist Ansichtssache. Man kann eine gante Gemeinde gläubiger Menschen ohnehin nicht pauschal beurteilen, ob es nun eine jüdische, christliche oder sonst irgendeine Gruppe ist.

Ich hoffe da kommt noch mehr, oder habe ich eine wirklich wichtige, zentrale Kernaussage verpasst?

LG Tiro
_________________
„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Hallo lieber Burkl,

ich gebe den Worten deswegen symbolischen Charakter, weil die damalige Menschen Bildersprache benutzten. Wie schon im.Beitrag erwähnt, waren Geister usw. üblich. Die Leute wussten nicht wie Jesus das macht, weil kranke Menschen, wenn sie geheilt werden, anders aussehen. Da die Leute keine Erklärung dafür hatten machten sie gebrauch von den Wortschatz bzw Wissensschatz, der vorhanden war. Also wurde geistiges Heilen durch vll. bestimmte Heilpraktiken durch "Tote erwecken" ersetzt.