Urteile sind Mauern


Der Meister sprach zu seinen Schülern als jene sich in die Tiefsten Tiefen des Urteilens begaben: „lebt mit dem Unbekannten von Augenblick zu Augenblick – alles ist Überraschung, alles ist immer neu, immer anders. Für die meisten von euch ist nichts Überraschend, sie wissen alles schon, sie sind sich sicher. Ihr werdet über alles staunen, sobald ihr in Unwissenheit lebt. Für unwissende Augen ist alles neu, dann gibt es nichts mehr, womit ihr vergleichen könnt, nichts, was euch an Vergangenes erinnert, nichts, was euch die Zukunft deutet – alles – ist einmalig. So war es nie zuvor und so wird es nie wieder sein. Das bloße Urteilen ist feindselig. Alles auch der Mensch ist ein sich ständig verändernder Strom. Das Leben ist Bewegung, ein ständiges Fliessen. Eine sich Ständig ausgleichende Ordnung. Jeden Augenblick ist es neu. Aber das Denken ? - Das Denken ist niemals neu. Es hinkt immer hinterher. Der Verstand sammelt nichts als tote Fußspuren. Sie beweisen, dass das Leben hier war, aber jetzt schon weitergegangen ist. Der Verstand hinkt immer hinter dem leben hinterher. Seid nicht der Verstand, sprach der Meister, seid das Leben.
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AZMUTO hat folgendes geschrieben:
Der Verstand sammelt nichts als tote Fußspuren.

Nunja, manchmal vielleicht, aber er kann auch effektiv sein
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
Zur Überschrift, wenn das die Urteilenden, schimpfenden Leute nur verstehen könnten, aber es ist ihnen oft nicht bewusst.
Man muss urteilen, im Sinne von "beurteilen", wenn man überhaupt irgendetwas begreifen will.

Aber man sollte natürlich keine Menschen vorverurteilen (im Sinne des Wortes Vorurteil).