Hilfe im Leid - aus versch. Heiligen Schriften


Hallo liebe Forumsfreunde, mich würde interesieren was in den Heiligen Schriften der Religionen zum Thema Leid, Schwierigkeiten, Krankheit usw. steht, bzw. auch über den Umgang damit.

Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
linde hat folgendes geschrieben:
Hallo liebe Forumsfreunde, mich würde interesieren was in den Heiligen Schriften der Religionen zum Thema Leid, Schwierigkeiten, Krankheit usw. steht


Als Christ stehe ich auf dem Standpunkt, dass Leid, Krankheit und Behinderungen auf keinem unmittelbaren "Ursache-Wirkung-Zusammenhang" beruhen, im Sinne eines wie immer gearteten "Verschuldens" des Betroffenen oder dessen Angehörigen.

Die Auswirkungen der Ursünde im Paradies können jeden von uns jederzeit treffen - es gibt keine vorhersehbare "Gesetzmäßigkeit" - kein "Punktekonto" mit Spiegelprinzip.

Dass es so etwas wie das "Karma" eines einzelnen Menschen vor Gott nicht gibt lässt sich meiner Meinung nach z.B. aus diesen Aussagen Jesu ableiten.

"Unterwegs sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war.
Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, sodass er blind geboren wurde?
Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann.
Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.
Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen
und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen." (Joh 9,1-7)

Durch den Sündenfall im Paradies hat das gesamte Menschengeschlecht eine verhängnisvolle Wahl getroffen - nämlich Gott nicht vollends zu vertrauen - selbst "Herr über Gut und Böse" sein zu wollen.

Dadurch sind wir alle - ausnahmslos - viel "weiter weg" von Gott, als dies ursprünglich der Fall war. Durch dieses weiter weg von Gott Sein ergeben sich einige gravierende Folgen: Zunächst einmal die wichtigste - das Sterbenmüssen, der Tod und damit die Endlichkeit - und davon abgeleitet als "kleinere Brüder des Todes" die "körperliche Versehrtheiten" - Krankheit, Verletzbarkeit, Behinderung. Dadurch, dass wir uns von der Lebens- und Heilsquelle schlechthin - Gott - entfernt haben ("aus dem Paradies vertrieben wurden") haben wir jetzt diese ganz akuten "Mangelerscheinungen" - das betrifft aber grundsätzlich alle Menschen und nicht nur einzelne, die es - und das ist auch heute noch ein ganz großes Missverständnis - warum auch immer "verdient haben".

In Jesus Christus wird der Menschen deutlich, der nicht entzweit mit Gott lebt. Er ist im vollsten Sinne heil und kann daher andere heilen. Er verkörpert sozusagen das Potential des Menschen, was er sein könnte, wie er von Gott gemeint ist.

LG Burkl
linde hat folgendes geschrieben:
bzw. auch über den Umgang damit.


Etwas Entscheidendes noch:

Der Sinn und Aufruf der Leidenden, kranken und behinderten Menschen an uns Christen ist somit - wie Jesus das vorgelebt hat - dass die Nächstenliebe der Gesunden an ihnen in ganz besondere Weise offenbar werden soll. Das ist Balsam auf die Wunde, die durch die Entzweiung mit Gott entstanden ist und die jeder Mensch hat - die Ursünde.

LG Burkl
Danke Burkl für Deinen Beitrag.

Ich wollte allerdings so gerne wissen, was alles darüber in der Bibel steht was uns Menschen Trost, Hoffnung und Kraft gibt. Das sollte eigentlich der Sinn dieses Threads sein.

>Denn ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich. Du bist mein Helfer und Erretter; mein Gott säume doch nicht.< Ps.40:18
>Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen....<

Römerbrief 8:28
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Bahá'u'lláh
Hallo linde Ich finde folgende Stellen sehr tröstend:

"Und ich hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Stuhl saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu!" Offenbarung 21,3-5

"Versäume keinen fröhlichen Tag und lass Dir die Freuden nicht entgehen, die Dir beschieden sind" Sirach 14,14 (ist ein Taufspruch)

"Genauso könnt ihr euch die Auferstehung der Toten vorstellen.
Unser irdischer Leib ist wie ein Samenkorn, das einmal vergeht. Wenn er aber auferstehen wird, ist er unvergänglich.
Was begraben wird, ist unansehnlich und schwach, was aufersteht, lässt Gottes Herrlichkeit und Kraft erkennen." 1. Korinther 15,42-43

"Wer Gott liebt,
dem dient alles, aber auch wirklich alles zu seinem Heil;
denn dazu hat Gott selbst ihn erwählt und berufen." Römer 8,28

Edit(h) sagt: Oh, den Römer 8,28 hast du auch eben gefunden, aber doppelt hält besser
linde hat folgendes geschrieben:
Ich wollte allerdings so gerne wissen, was alles darüber in der Bibel steht was uns Menschen Trost, Hoffnung und Kraft gibt. Das sollte eigentlich der Sinn dieses Threads sein.


Mir gibt es Trost zu wissen, dass Gott das Leid zwar letzlich im Kern immer Geheimnis ist, nie vollständig zu verstehen sein wird, warum wir leiden, aber es dennoch keine "Strafe Gottes" ist, die den einzelnen treffen soll.

Das ist doch alleine schon sehr großer Trost zu wissen, dass Gott unser Unglück und das Leid nicht will, sich nicht damit abfindet, sondern es abwenden will.

"Jerusalem, Jerusalem, die du tötest die Propheten und steinigst die zu dir gesandt werden, wie oft habe ich deine Kinder versammeln wollen wie eine Henne ihre Küken unter ihre Flügel und ihr habt nicht gewollt." so Jesus (Lk 13,34)

Mir gibt das mehr Trost als einzelne für sich stehende Zitate aus der Bibel.

Aber du bist selbstverständlich die "Herrin des Threads", deshalb bin ich nach dieser Erklärung hier auch schon weg.

LG Burkl
Wenn Leid und Mißgeschick uns heimsuchen, so laßt uns das Angesicht zum Reiche Gottes wenden, und himmlischer Trost wird fließen. Wenn wir krank und in Not sind, laßt uns um Gottes Heilung flehen.... Wenn unsere Gedanken mit der Bitternis dieser Welt erfüllt sind, laßt uns die Augen auf die Süße von Gottes Mitleid richten, und Er wird himmlische Ruhe senden. Sind wir auch in der stofflichen Welt gefangen, so kann sich doch unser Geist in die Himmel erheben, und wir werden wirklich frei sein. Wenn sich unsere Tage dem Ende nähern, laßt uns der ewigen Welten gedenken, und wir werden voller Freude sein.

(Abdu'l-Baha in Christ sein heisst, Bahai-Schriften)

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Bahá'u'lláh
• C. S. Lewis

Und Schmerz ist nicht nur ein unmittelbar kenntliches Übel, sondern eines, das unmöglich ignoriert werden kann.
In unseren Sünden und in unserer Dummheit können wir friedlich schlafen; und wer einmal einen Vielfraß beobachtet hat, wie er die köstlichsten Speisen herunter schlingt, als wisse er gar nicht, was er da ißt, der wird zugeben, daß wir sogar das Vergnügen ignorieren konnen.

Der Schmerz aber besteht darauf, daß man sich mit ihm befasse.
Gott flüstert in unseren Freuden, er spricht in unserem Gewissen;
in unseren Schmerzen aber ruft er laut.
Sie sind sein Megaphon, eine taube Welt aufzuwecken.


http://www.hoye.de/leid/leid-6c.pdf
Antwort in Liebe .... Erklärung für Leid ....

Wo viel Licht ist, ist auch viel Schatten ....
Es bergen die Menschen oft einen ungewöhnlichen Haß in sich wider ihren Schöpfer, Der ohne Vorbehalt alle Seelen gleich liebt.

Dennoch wissen die Menschen nicht, wie Ich gleichsam mittrage an dem Leid, das sie bedrückt, und wie Ich es Mir angelegen sein lasse, ihnen den Heilstrank zu bieten, der ihnen das Los auf Erden zuträglicher macht.

Jeder Gnade können sie teilhaftig werden, und jede Erleichterung wird ihnen gewährt, wenn sie nur wollen ....
Doch in so verhärtetem Zustand ist es schwer, ihren Willen Mir zuzuwenden, und doch muß Ich den freien Willen bei einem jeden achten ....

Ich darf nicht willkürlich eingreifen und Schicksale ändern, was nur das Gegenteil zur Folge hätte ....
ein Verstärken ihres Selbstbewußtseins ....
Denn Mir würden dadurch diese Kinder immer ferner gerückt.

So sich nun ein Dauerzustand einstellen würde, in dem der Erdenmensch befreit würde von seinen Leiden, so würde auch bald ungeheure Selbstsucht Platz greifen, und die Seele könnte sich von ihrer Hülle nur noch schwerlich frei machen, denn jede geistige Frage bliebe unerörtert von den Menschen, da das Leben in Sorglosigkeit vollauf genug böte, um das Denken des Menschen zu befriedigen.

Es wäre zwar ungleich besser für den irdischen Leib, doch dieser vergeht, und von den Freuden der Welt bleibt nichts zurück für die Seele, diese aber geht nackend und frierend in das Jenseits über und muß dort denselben Kampf aufnehmen .... doch weit schwerer .... den Ich euch im Erdenleben erspart hätte aus falscher Vaterliebe.

Glaubet ihr nicht, daß euer Vater in Seiner Weisheit alles erkennt und für Seine Geschöpfe allzeit das Beste bestimmt?
Sollte es nicht Dem überlassen bleiben, Dem alle Schöpfung untersteht, welchen Weg Er dem einzelnen Wesen vorzeichnet?

Wüßtet ihr die Qualen, die euch erwarten, wenn Ich euch zügellos nach eurem Wunsch leben ließe?

Oder könnt ihr ermessen, welche Seligkeit eurer erwartet, so ihr das euch auferlegte Leben richtig wertet und nach Meinem Willen lebt?

Glaubet ihr, daß Ich Meine Freude daran habe, euch leiden zu sehen? O ihr Toren, es leidet Meine Liebe mit euch, die Ich geschaffen habe ....
und die doch nicht mehr Mein sein wollen.

Das Verlangen nach euch ist unsagbar, doch Meine Macht nützet dort nichts .... ihr müsset freiwillig zu Mir finden, und dies ist wieder nicht zu erreichen durch Wohlleben und Sorglosigkeit

.... In Ewigkeit fändet ihr dann nicht den Weg zu Mir.

Denn Ich Selbst bin die Liebe, die Geduld, die Wahrheit, die Barmherzigkeit

.... Wie könnet ihr dieses in Einklang bringen, wenn ihr glaubet, daß Ich euch leiden lassen möchte

.... So ihr euch zu Mir bekennet, werdet ihr wie linden Balsam auf eure Leiden Meine Liebe fühlen, und unentwegt hilft euch Meine Gnade .... und alles Leid wird von euch genommen werden, wenn es den Zweck erfüllt hat .... den Anschluß des Kindes an des Vaters Herz ....
Amen

http://www.bertha-dudde.info/leseau.....ottes/07_HTML/0/0580.html