Jedes Worte eine Maske


Die Semantik hat sich sehr eingehend mit diesem Problem beschäftigt. Wir wissen, dass es nicht das Wort an sich ist, sondern die Vorstellung, die wir mit dem Wort verbinden, welche die meisten unserer Schwierigkeiten verursacht.
~ Sri Chinmoy

Das Wort, das Symbol, das Bild, die Idee ist nicht die Wahrheit; aber wir beten das Bild an, wir verehren das Symbol, wir schreiben dem Wort eine große Bedeutung zu, und das alles ist sehr destruktiv; denn dann wird das Wort, das Symbol, das Bild wichtiger als das Wesentliche. Es ist das begriffliche Denken, das begriffliche Wort, die Individuelle Auslegung der Worte welche die Menschen auf so unglückliche Weise gespalten hat.
~ Jiddu Krishnamurti

Die Wahrheit, die man in Worte kleidet, bahnt sich nicht unmittelbar ihren Weg und ist kein unbestreitbares, augenfälliges Phänomen. Es braucht eine ganze Weile Zeit, bis eine Wahrheit gleicher Ordnung sich in den anderen formen kann.
~ Marcel Proust

Alle Worte schwarwenzeln um die Wahrheit herum; sie ist keusch.
~ Wilhelm Busch

Die wahre Erkenntnis besteht darin, dass man jene Wahrheiten von dem Gehäuse unterscheiden lernt, so wie das innere Mark von der umgebenden Haut.
~ Al-Ghazâlî

„Die Art und Weise, wie Brot aussieht, hängt davon ab, ob du hungrig bist oder nicht“, sprach Rumi zu einem Schüler.


„Was ist denn Brot ?“ Fragte dieser. „Spirituelle Nahrung“! Sagte Rumi. „Was ist das, Spirituelle Nahrung ?“ „Dieses oder jenes welches dir zum Wachstum gereicht“, antwortete er. „Warum nennt man es denn dann nicht gleich so ?“ Fragte der Schüler. „Frage mich nicht solche dinge“, erwiderte Rumi. Der Schüler Fragte ganz wissbegierig: „Und was bedeutet: Wolle, Wein, Wald, Welt, König, Körper, Kopf, Kleidung, Feld, Fisch, Feuer, Blut, Stadt, Haar, Haut, Wüste, Esel, Schlange, Sternendeuter, Salz, Auge, Licht, Tal, Nacht, Sonne, Kerze, Tod, Wasser, Erde, Staub, Mond, Himmel, Mutter, Traum, Haus" und ... ? „Frage mich nicht“, unterbrach Rumi, ich habe dir schon viel zu viel gesagt !

Habt ihr noch weitere deutungen von Gelehrten ?
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Das Gebet / Die Bitte & Symbol der Gebetsrichtung

Das Wort Gebet („Tfila“) wird vom Wort „palal“, sich selbst urteilen, abgeleitet. Ein Mensch der betet ist ein Mensch, der über sich selbst urteilt und erkennt, dass er eine egoistische Natur hat. Es ist jemand der sein Ego enthüllt hat und diese Eigenschaften Tranformieren möchte. Er möchte diesen Weg nicht weitergehen und seine Mitmenschen künftig besser behandeln. Er wendet sich an die höhere Macht mit der Bitte, sein Ego zu korrigieren. Durch seinen aufrichtigen Willen erlangt er das höhere Licht, das ihn zum Guten korrigiert. Die Richtige Gebetsrichtung bedeutet somit, um die Transformation oder Korrektur des eigenen Egos, der eigenen egoistischen Eigenschaften und Absichten zu Bitten. Nicht um erleichterung oder entfernung von Problemen, nicht um Materielle Güter, nicht darum jemand anders möge sich ändern. etc.

Beispiel:
Überliefert wurde, dass eines Tages in den Konvent (zusammenkunft) zu Ma`ruf al-Karkhi, ein Reisender kam. Er wusste die Gebetsrichtung nicht, wandte das Gesicht nach einer anderen Seite und betete. Als die Zeit des Pflichtgebets herankam, wandten sich die Konventgefährten der vorgeschriebenen Richtung zu und beteten. Jener Reisende schämte sich und sagte: „Warum habt ihr mich nicht zurechtgewiesen?“ Ma`ruf erwiderte: „Wir sind Derwische. Was hat der Derwisch mit Zurechtweisung zu tun?“, und er umsorgt jenen Reisenden so aufmerksam, dass es gar nicht zu beschreiben ist.

Durch Gebet erlangt man alles. Gebet ist eine universelle Arznei.
*Novalis, (1772 - 1801)

Wer das Gebet übt, bleibt nicht lange in der Falschheit. Denn entweder wird er das Gebet oder die Falschheit lassen, weil Gebet und Falschheit nicht nebeneinander bestehen können.
*Teresa von Avila, (1515 - 1582)


Nicht durch ein Gebet kann ein Herz rein werden, sondern aus einem reinen Herzen entfließe das reine Gebet.
*Meister Eckhart, (1260 - 1327)
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