Wetten, dass...


... hat einen neuen Moderator.

Ich bin auf interessantes Interview mit dem alten im Spiegel gestoßen, das ich mit euch teilen möchte. Es geht vornehmlich um religiöse Ansichten und ich fand es sehr interessant Herrn Gottschalk, der Katholik ist, einmal von dieser Seite her kennenzulernen:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-81933536.html
Burkl hat folgendes geschrieben:
... hat einen neuen Moderator.

Ich bin auf interessantes Interview mit dem alten im Spiegel gestoßen, das ich mit euch teilen möchte. Es geht vornehmlich um religiöse Ansichten und ich fand es sehr interessant Herrn Gottschalk, der Katholik ist, einmal von dieser Seite her kennenzulernen:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-81933536.html

Ein Mensch der Beweist daß der Glaube kein Hindernis fürs freies
leben ist.

Gruss Hipshot
Hm... Thomas Gottschalk ist also ein christlicher Hardliner mit konservativer Einstellung zur Gleichberechtigung... nun, das macht ihn mir auch nicht unsympathischer. Danke für den Link, Burkl!

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Das ist echt ein schöner Artikel.
Wow Bin von der Coolness eines eingefleischten Katholiken durchaus beeindruckt.
Wetten dass ....? hatte einen haarsträubenden Artikel im Spiegel.
Der Spiegel, Nr. 3/14.1.13, S. 64 ff, "Je kleiner, je besser". Die geheimen Spronsorenverträge bei "Wetten, dass ...?" (...) Wie kam der Audi A 8 in die Sendung?

Der schreckliche Unfall von Samuel Koch wäre wohl nicht passiert, wenn Thomas Gottschalkt nicht diesen unseligen Werbevertrag mit Audi hätte.
Soweit dem Spiegel zu entnehmen ist, hatte der Junge erst gar keine Wette mit Autos eingereicht, sondern ist auf Wunsch von Wetten dass ....? umgeschwenkt. Die Sprünge sollte aber nur über kurze Autos ohne Stufenheck erfolgen. Wieder auf Wunsch von Wetten dass ...? probierte er dann auch den Sprung über den Audi, mit dem dann in der Sendung der Unfall passierte. Eigentlich sollte dieses länger Fahrzeug abgepolstert sein, aber das war nicht hübsch genug, daher ließ er sich überreden, auf die Polsterung zu verzichten. Alles für die Werbung ......

Wenn man so überlegt, was Werbung alles anrichtet. Nicht allein dieses traurige Beispiel zeigt, wie sehr der Konsum beherrschendes Element unserer Gesellschaft geworden ist. Im Grunde macht Werbung Menschen, die eigentlich völlig zufrieden sind, unzufrieden, denn nicht jeder ist immun gegen die angeblichen must-haves (schon dieser Begriff) der Werbeindustrie.
Werbung hat für die zahlreichen Privatsender gesorgt, die den bildungsfernen Schichten mit ihren niveaulosen Sendungen signalisiert: Ihr seid o.K., ihr seid der Durchschnitt der Gesellschaft. Diese "Brot und Spiele- Formate" am Mittag ermutigen Menschen nicht zur Persönlichkeitsentwicklung, sondern zeigen das Elend der Resignierten als wäre das normal und als gäbe es keinen Ausweg daraus. Jeder kann in diesen Talk-Shows seine Abgründe offenbaren als wären sie in einer liberalen Gesellschaft auch noch völlig o.K.
Mittlerweile wird Werbung auch zum Teil gerade auf das Klientel zugeschnitten, das kaum" Kaufkraft" hat. Davon profitieren dann die Banken mit ihren Sofortkrediten ohen Schufa.
Im besten Fall nervt Werbung nur, aber im schlimmsten Fall kostet sie Existenzen.

Wie kann man einer Gesellschaft finden, die nicht mehr so sehr auf Konsum ausgerichtet ist, zumindest nicht als Hauptziel: Arbeiten um zu konsumiere, um zu zeigen was man hat, um zu zeigen dass man (besser) ist?
Ich wüsste als Politiker auch nicht, was ich verordnen sollte. Wenn die Industrie weniger Aufträge bekommt, gibt es mehr Arbeitlose. Aber viele Menschen, die arbeiten, können von ihrem Gehalt oft kaum vernüftig leben.


Zum Thema: Wetten dass ....?
Ich finde den neuen Moderator und das frische Konzept gar nicht so schlecht.
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Helle hat folgendes geschrieben:

Wie kann man einer Gesellschaft finden, die nicht mehr so sehr auf Konsum ausgerichtet ist, zumindest nicht als Hauptziel: Arbeiten um zu konsumiere, um zu zeigen was man hat, um zu zeigen dass man (besser) ist?
Ich wüsste als Politiker auch nicht, was ich verordnen sollte. Wenn die Industrie weniger Aufträge bekommt, gibt es mehr Arbeitlose. Aber viele Menschen, die arbeiten, können von ihrem Gehalt oft kaum vernüftig leben.

Alles von oben verordnete wird auf Dauer wirkungslos.
Wir sind die Gesellschaft.
Wenn wir als deren Bürger vom Konsum und einem ständigen Konsumwachstum Abstand nehmen und lernen "Nein!" zu sagen, wenn wir mehr Wert auf Erziehung, Bildung und Gesundheit legen, und über die Wahlen Einfluss nehmen, dass in diesen Bereichen mehr Arbeitsplätze mit verbesserter Qualifizierung (Ausbildung) und besserer Bezahlung entstehen, kann ich mir vorstellen, dass sich das Bild unserer Gesellschaft verändert.

Oft bewirken Lebenskrisen wie z.B. Unfall, Krankheit, Trennung und Verlust etc. einen Gesinnungswandel.
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Helle schreibt:
Zitat:
Der schreckliche Unfall von Samuel Koch wäre wohl nicht passiert, wenn Thomas Gottschalkt nicht diesen unseligen Werbevertrag mit Audi hätte.
Soweit dem Spiegel zu entnehmen ist, hatte der Junge erst gar keine Wette mit Autos eingereicht, sondern ist auf Wunsch von Wetten dass ....? umgeschwenkt. Die Sprünge sollte aber nur über kurze Autos ohne Stufenheck erfolgen. Wieder auf Wunsch von Wetten dass ...? probierte er dann auch den Sprung über den Audi, mit dem dann in der Sendung der Unfall passierte. Eigentlich sollte dieses länger Fahrzeug abgepolstert sein, aber das war nicht hübsch genug, daher ließ er sich überreden, auf die Polsterung zu verzichten. Alles für die Werbung ......

Wieviel Informationen jetzt so ans Tageslicht kommen - die Zusammenhänge wußte man damals nicht, aber jetzt wird so vieles klar.

Und ein Menschenleben muß zusehen, wie er mit seinem Leben jetzt zurecht kommt. Deshalb wurde auch alles sang-und klanglos bezahlt und da durfte es auch teuer sein.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Ikarus hat folgendes geschrieben:
Helle schreibt:
Zitat:
Der schreckliche Unfall von Samuel Koch wäre wohl nicht passiert, wenn Thomas Gottschalkt nicht diesen unseligen Werbevertrag mit Audi hätte.
Soweit dem Spiegel zu entnehmen ist, hatte der Junge erst gar keine Wette mit Autos eingereicht, sondern ist auf Wunsch von Wetten dass ....? umgeschwenkt. Die Sprünge sollte aber nur über kurze Autos ohne Stufenheck erfolgen. Wieder auf Wunsch von Wetten dass ...? probierte er dann auch den Sprung über den Audi, mit dem dann in der Sendung der Unfall passierte. Eigentlich sollte dieses länger Fahrzeug abgepolstert sein, aber das war nicht hübsch genug, daher ließ er sich überreden, auf die Polsterung zu verzichten. Alles für die Werbung ......

Wieviel Informationen jetzt so ans Tageslicht kommen - die Zusammenhänge wußte man damals nicht, aber jetzt wird so vieles klar.

Und ein Menschenleben muß zusehen, wie er mit seinem Leben jetzt zurecht kommt. Deshalb wurde auch alles sang-und klanglos bezahlt und da durfte es auch teuer sein.


Wobei ich mich wundere, warum von Seiten des Jungen bzw. seiner Familie kein "Nein" kam, an keiner Stelle?
Warum haben sie nicht wenigstens die Abpolsterung der Autos zur Bedingung gemacht?
Wie naiv muss man sein oder wieviele Actionfilme gesehen haben, um zu glauben, dass einem da nichts Schlimmeres zustoßen kann?
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Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Mara-Devi hat folgendes geschrieben:



Oft bewirken Lebenskrisen wie z.B. Unfall, Krankheit, Trennung und Verlust etc. einen Gesinnungswandel.


Das wollen wir aber den Menschen nicht wünschen.
Ich hoffe auf einen Gesinnungswandel aus Einsicht und Überzeugung heraus.

Mara Devi schrieb:
Zitat:
Alles von oben verordnete wird auf Dauer wirkungslos.
Wir sind die Gesellschaft


Ich denke halt, dass die Gesellschaft aus sich heraus nicht die Kraft hat, sich im positiven Sinne zu verändern Es fehlen die Vorbilder. Eigentlich sind die Medien heute die Meinungsmacher. Über Medien wird Werbung inszeniert, aber es könnte auch umgekehrt laufen. Das Problem ist nur, dass die Medien die Werbung brauchen, um sich finanzieren zu können. Von daher wird da nicht viel passieren.
Schön wären natürlich viele Artikel und Sendungen, die die Kehrseiten der Werbung aufzeigen würden, Beiträge, die den Konsumterror enlarven und das in der Art des stetigen Tropfens, der den Stein höhlt.

Eine Besinnung auf Werte im Allgemeinen könnten die Medien allerdings anstoßen, ohne sich dirket den Geldhahn abzudrehen. Aber diese Themen sind eben nicht interessant. Da wird lieber ein sogenannter Bachelor gezeigt, der sich unter 20 Frauen eine aussuchen darf. Und alle machen mit. Unfassbar eigentlich. Völlig gleichgültig wie inszeniert diese ganze Farce auch sein mag. Welcher Wert wird denn dort zwischen den Werbepausen vermittelt? Und wenn man von der Werbepause wegzippt, dann sieht man im privaten Nachbarkanal wie sich Menschen, die vorher ihren Körper zugrunde gewirtschaftet haben, vom TV eine Schönheits-OP spendieren lassen, damit sie wieder wie Menschen aussehen. Das ist sehr traurig. Und ich finde auch den Gedanken traurig, dass nur Katastrophen - ob nun im Großen oder Kleinen - die Einstellung von uns Menschen ändern sollen. Da muss es doch noch einen anderen Weg geben.
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Hermann Kern