Der Mann auf dem Grabtuch


Es gibt zig sehr ähnliche Werke in mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Kunst. Auch das ist ein Indiz das es sich um ein mittelalterliches Werk oder aber um eine mittelalterliche Fälschung handelt.

Das dort wirklich Jesus zu sehen ist, dass bleibt einfach extrem unwahrscheinlich. Hätten nicht tausende Menschen Interesse daran, dass dort Jesus zu sehen ist würde da niemand drauf kommen.
Wer sich über die Entstehung dieses Artefakts (und anderer Reliquien) eingehend informieren will, dem empfehle ich dieses Buch:

http://www.amazon.de/gp/product/342.....375173&pf_rd_i=301128

Das Buch wurde von einem renommierten Universitätsprofessor geschrieben und enthält nicht eine Lüge.

Alles Liebe
Zitat:
Helle, war Jesus in seiner Zeit so wichtig, daß er heraus ragte aus den 10 000 Gekreuzigten ?

Nein

Zitat:
Weil, weil er so wichtig gewesen, seine große Schar der Anhänger um ihn hätte sein müssen - aber er war so ziemlich allein in dieser Zeit und ob sein Onkel Josef von Arithmäa in diesen 3 Tagen bis zur Auferstehung an dieses Verfahren gedacht hat, weiß ich nicht.

Wer behauptet denn, Josef v. A. hätte dieses Verfahren angewandt?
Das Turiner Tuch datiert nach C14-Methode auf das 14. Jahrhundert.

Also wenn ihr euch den link nicht anseht, den ich eingestellt habe, dann kann man auch nicht darauf antworten. Diese kurze Zusammenschau vom möglichen Herstellungsverfahren ist übrigens ein Ausschnitt aus der Doku, die behauptet Leonardo da Vinci hätte das Tuch gefälscht.

Tobias schrieb:
Zitat:
wenn es keine absichtliche Fälschung ist, dann ist es ein Mann aus dem Mittelalter.


Wenn es keine Fälschung ist, ist es auch kein Mann aus dem Mittelalter. Im Mittelalter wurde nicht mehr gekreuzigt.
Im anderen Fall entfällt das Fälschungsmotiv, wenn das Bild nicht Jesus darstellen soll. Derjenige, der das Tuch hergestellt hat, wusste aber wohl sehr genau über jüdische Gebräuche in der Antike bescheid, sonst hätte er das Detail mit dem zerschnittenen Stirnband nicht eingearbeitet und auch nicht berücksichtigt, dass Leichen tatsächlich derart in ein Grabtuch gehüllt wurden, wie es der Abdruck nahe legt; die Leichen wurden nicht wie Mumien eingewickelt.

Piotr schrieb:
Zitat:
irgendwann habe ich mal einen Bericht gesehen, in dem die Möglichkeit untersucht wurde, ob eventuell Leonardo Da Vinci der Hersteller des Tuches gewesen sein könnte.


Genau. So wie die Anhänger der Jesus-Theorie unbedingt Jesus erkennen, weil er neben Spartakus der bekannteste Gekreuzigte ist, so möchte der Durchschnittsgebildete der Gegenwart Leonardos Hand erkennen, weil er einer der bekanntesten Künstler ist und der Mann auf dem Tuch einen Bart trägt. Bestechend logisch.

Es ist nur klar, dass der Mann Jesus darstellen soll. Sonst würde das Tuch gar keinen Sinn machen. Nur dass Juden zur Zeit Jesu gar keinen Bart getragen haben.
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Hermann Kern
Hallo Helle,
Zitat:
Genau. So wie die Anhänger der Jesus-Theorie unbedingt Jesus erkennen, weil er neben Spartakus der bekannteste Gekreuzigte ist, so möchte der Durchschnittsgebildete der Gegenwart Leonardos Hand erkennen, weil er einer der bekanntesten Künstler ist und der Mann auf dem Tuch einen Bart trägt. Bestechend logisch.


gg, na ganz so einfach haben sich die Autoren das damals nicht gemacht. Sie haben schon herausgearbeitet, was für diese Theorie spricht und wo man einfach mangels Daten auf Analogie-Schlüsse oder Nach-Versuchen angewiesen war. Ausserdem wurde nie gesagt, dass dies die einzig mögliche Theorie sei.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Zitat:
na ganz so einfach haben sich die Autoren das damals nicht gemacht. Sie haben schon herausgearbeitet, was für diese Theorie spricht und wo man einfach mangels Daten auf Analogie-Schlüsse oder Nach-Versuchen angewiesen war.


Wie gesagt, ich kenne die Theorie. Man könnte einen guten Roman daraus machen. Wirklich. Es hat etwas, sich den nonkonformen Leonardo als genialen Fälscher der heiligsten Reliquie des Abendlandes vorzustellen - und das auch noch im Selbstporträt. WAS für ein Frevel.
Dan Brown muss toben.
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Hermann Kern
Long Road hat folgendes geschrieben:
Wer sich über die Entstehung dieses Artefakts (und anderer Reliquien) eingehend informieren will, dem empfehle ich dieses Buch:

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Das Buch wurde von einem renommierten Universitätsprofessor geschrieben und enthält nicht eine Lüge.

Alles Liebe


Es ist aber trotzdem ein Roman und Eco ein Schriftsteller und Philosoph.
Ich denke auch nicht, dass das Jesus (as) ist.
Selbst wenn er meiner Meinung nach gekreuzigt worden wäre, hätte ja die Wissenschaft genug Beweise, dass dies eine Fälschung ist.

Zum Bart: Was ist der Beweis, dass Juden vor ca. 2000 Jahren üblicherweise keinen Bart trugen?

Muslime glauben, dass Jesus (as) einen Bart hatte (Zeichen des Prophetentums), einen schwarzen.

Ich sehe, dass Burkl das Grabtuch als Profilbild hat. Mich würde interessieren, was er dazu sagt.

Salam Alaikum.
Sulayman hat folgendes geschrieben:
Ich sehe, dass Burkl das Grabtuch als Profilbild hat. Mich würde interessieren, was er dazu sagt.


Zunächst einmal verfolge ich mit Interesse wie Kubikmeter an Forschungsarbeit zu dem Thema hier lapidar abgetan werden und von manchen sozusagen ein "Endurteil" im Schein der Wissenschaftlichkeit gefällt wird, auf Basis eines Befundes, den man realistischerweise nur kennen könnte, indem man selbst intensiv in bezughabende Forschungsarbeiten involviert gewesen wäre.

Die Forschungsergebnisse sind nicht eindeutig und eigentlich letzlich - obwohl sie großteils wissenschaftlich fundiert sind - nicht miteinander in ein "rundes Bild" zu bringen. Ich fühle mich an die Mathematik erinnert, die auch ab einem bestimmten Zeitpunkt entgleitet, aus unserer Sicht in die "Irrationalität" führt.

Persönlich glaube ich, dass das, was der Mathematiker als irrational und der Forscher als "nicht miteinander in Einklang zu bringen" deklariert, in Wahrheit Erkenntnisvorgänge sind, deren "Spitze des Eisbergs" unsere Ratio übersteigt.

Kurzzusammenfassung: Ich glaube, dass die Enstehung des Tuches auf Grund der vorliegenden faszinierenden Forschungsergebnisse und dem Tiefgang der Erkenntnisse, die über dieses Tuch gewonnen wurden und dennoch nicht zu einer im rationalen Sinn widerspruchsfreien Erklärung geführt haben, auf göttliches Wirken zurückzuführen ist.

LG Burkl
@Burkl

Endurteile habe ich zumindest hier nicht gefällt. Aber Tatsache ist, dass dieses Grabtuch ohne die vermutete religiöse Bedeutung schon lange irgendwo als mittelalterliches Artefakt eingelagert (oder ausgestellt) wäre.

Was genau ist denn nicht eindeutig? Die Befinde sind eindeutig es gibt nur diverse Autoren die sie mit jeweils ziemlich unbelegten Thesen entkräften wollen.

Das einzige Geheimnis an dem Tuch ist höchstens wie das Gesicht dort hinauf kam.
Tobias hat folgendes geschrieben:

Das einzige Geheimnis an dem Tuch ist höchstens wie das Gesicht dort hinauf kam.


Nicht nur...

Die Datierung ist nicht eindeutig durchführbar, weil "mehrschichtige" Zeitebenen zu existieren scheinen. Die Geometrie der Körperform gibt viele Rätsel auf, es wird versucht computergestützt ein Modell zu finden, wie zurückgerechnet werden kann. Dann ist auch nicht schlüssig erklärbar mit welcher Technik und welchem "Trägermedium" das 3-dimensionale Abbild in die Gewebestruktur des Tuches "eingebracht" wurde.

Fakt ist - da ist zu viel offen, um unbefangen davon sprechen zu können, dass ein einigermaßen vollständiges, widerspruchsfreies und vor allem "harten" wissenschaftlichen Kriterien genügendes Erklärungsmodell gefunden wurde.

Und wie du immer so schön zitierst - Religion darf der Wissenschaft nicht widersprechen, was zum derzeitigen Zeitpunkt sicherlich nicht der Fall ist, wenn man an die Echtheit des Tuches glaubt.