Zwei Arten von Paradiese


Luzifer hat folgendes geschrieben:
Hallo Martin H.,

wir ticken ähnlich, aber bei dem nächsten Zitat muss ich nachfragen:

Zitat:
Ich sehe diesen Kosmos nicht als Gottes Werk an, denn würde Gott etwas schaffen, das letztlich illusionär ist?
Ich glaube nicht.


Als Gottes Werk sehe ich den Kosmos auch nicht. Für mich ist Alles, wirklich alles, das Sein, also Göttlich. Auch für mich gibt es keinen Schöpfergott.

Wir leben in der Dualität und diese ist Illusion. Aber das bedeutet doch nur, dass unsere Wahrnehmung illusionär ist, nicht, dass Gott oder das Sein illusionär seien.

Auch ich hatte eine Gotteserfahrung: am 06.01.1980. Vor 31 Jahren. Das prägt für immer.

Luzifer

Und wie lautet nun Deine Frage, Luzifer?
_________________
Sind wir denn wirklich die heiligsten Wesen auf Erden?
>HIER KLICKEN<
@ Martin

Also, dann versuche ich mal, meine Fragen zu stellen.

1. Wenn der Kosmos nicht das Werk Gottes ist, was ist er dann?
2. Was ist das, das die Hindu als Maya bezeichnen, die Göttin der Illusion? Welchen Sinn hat diese Illusion auf dem Weg?

Aber lass dich nicht ablenken: deine Kinder haben Priorität!

Luzifer
Herzlichen Glückwunsch für Dich lieber Martin , das alles so gut sich entwickelt hat .


_________________
Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr
Luzifer hat folgendes geschrieben:
@ Martin

Also, dann versuche ich mal, meine Fragen zu stellen.

1. Wenn der Kosmos nicht das Werk Gottes ist, was ist er dann?
2. Was ist das, das die Hindu als Maya bezeichnen, die Göttin der Illusion? Welchen Sinn hat diese Illusion auf dem Weg?

Aber lass dich nicht ablenken: deine Kinder haben Priorität!

Luzifer

Meine Kinder spielen gerade.
Danke auch, edgar gne!

Ebenso wie ich daran glaube, dass der Körper nicht meine wahre Identität ist, glaube ich, dass das Universum nicht die letzte Realität ist.

Maya, das ist für mich die Illusion, sich mit dem zu identifizieren was nicht die letzte Wirklichkeit ist (Körper) und das als letzte Wirklichkeit anzusehen, was nicht die letzte Wirklichkeit ist (Universum).

Da ich nicht daran glaube, dass Gott die Natur so erschafft, dass Tiere in der ständigen Angst leben müssen, gefressen zu werden, und da ich nicht daran glaube, dass Gott etwas erschafft, was den Individuen (welche Teile Gottes selbst sind) deren wahres Wesen verschleiert, sehe ich Gott nicht als Schöper(in) des Universums an.

Ich glaube (und da folge ich "Ein Kurs in Wundern"), dass Teile Gottes selbst dieses kosmische Spiel erschufen, indem sie zunächst vergessen, was sie wirklich sind (unsterbliche Seelen) und sich mit dem Vergänglichen identifizieren.
Dieser bewusste Akt der Trennung war erforderlich, denn das Licht wüsste nicht was Licht ist, erführe es nicht das Gegenteil: die Dunkelheit.
Kurz: Die Selbsterkenntnis wäre unmöglich!
Diese Trennung aber ist zugleich die Ursache für den Kosmos.
Denn ohne diesen Wunsch, das kosmische Spiel zu beginnen und sich als scheinbar vergänglich zu erfahren, wäre das Vergängliche und ewig Wandelbare nicht erforderlich gewesen.

Soweit meine Vorstellung vom Ganzen.
Hoffe, ich konnte Deine Frage ausreichend klären, Luzifer!
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Martin H. hat folgendes geschrieben:
Luzifer hat folgendes geschrieben:
@ Martin

Also, dann versuche ich mal, meine Fragen zu stellen.

1. Wenn der Kosmos nicht das Werk Gottes ist, was ist er dann?
2. Was ist das, das die Hindu als Maya bezeichnen, die Göttin der Illusion? Welchen Sinn hat diese Illusion auf dem Weg?

Aber lass dich nicht ablenken: deine Kinder haben Priorität!

Luzifer

Meine Kinder spielen gerade.
Danke auch, edgar gne!

Ebenso wie ich daran glaube, dass der Körper nicht meine wahre Identität ist, glaube ich, dass das Universum nicht die letzte Realität ist.

Maya, das ist für mich die Illusion, sich mit dem zu identifizieren was nicht die letzte Wirklichkeit ist (Körper) und das als letzte Wirklichkeit anzusehen, was nicht die letzte Wirklichkeit ist (Universum).

Da ich nicht daran glaube, dass Gott die Natur so erschafft, dass Tiere in der ständigen Angst leben müssen, gefressen zu werden, und da ich nicht daran glaube, dass Gott etwas erschafft, was den Individuen (welche Teile Gottes selbst sind) deren wahres Wesen verschleiert, sehe ich Gott nicht als Schöper(in) des Universums an.

Ich glaube (und da folge ich "Ein Kurs in Wundern"), dass Teile Gottes selbst dieses kosmische Spiel erschufen, indem sie zunächst vergessen, was sie wirklich sind (unsterbliche Seelen) und sich mit dem Vergänglichen identifizieren.
Dieser bewusste Akt der Trennung war erforderlich, denn das Licht wüsste nicht was Licht ist, erführe es nicht das Gegenteil: die Dunkelheit.
Kurz: Die Selbsterkenntnis wäre unmöglich!
Diese Trennung aber ist zugleich die Ursache für den Kosmos.
Denn ohne diesen Wunsch, das kosmische Spiel zu beginnen und sich als scheinbar vergänglich zu erfahren, wäre das Vergängliche und ewig Wandelbare nicht erforderlich gewesen.

Soweit meine Vorstellung vom Ganzen.
Hoffe, ich konnte Deine Frage ausreichend klären, Luzifer!


Schön Martin, sehr schön.
Lieber Martin,

ich bedanke mich für deinen Beitrag, für deine Offenheit. Mir ist es so gegangen, als ich deinen Text gelesen habe, dass mir vieles vertraut ist und manches unklar, was wahrscheinlich daran liegt, welche Worte man benutzt.

Wir sind uns ja im Klaren, dass Gott von uns Menschen nicht erfaßbar ist. Da wir aber aus dem Verstand leben, haben wir das Bedürfnis nach einem Konzept. Und das, was ich jetzt antworten werde auf deinen Beitrag, das ist nichts anderes als ein Konzept, nicht die Realität. Ein Konzept, das es mir leichter macht, mir die Größe Gottes vorzustellen, das ich aber auch wieder ablegen kann. Gott bleibt.

Zitat:
Ebenso wie ich daran glaube, dass der Körper nicht meine wahre Identität ist, glaube ich, dass das Universum nicht die letzte Realität ist.

Da sind wir einer Meinung. Das Sein ist wesentlich größer als das gesamte vorstellbare Universum. Auch ich glaube, dass Gott die Dualität beinhaltet. Für mich ist Gott das gesamte Sein, einfach alles, was vorstellbar und nicht vorstellbar ist. Dennoch ist er Yin und Yang, er vereinbart die Gegensätze, die Dualität, insofern ist Gott nondual.

Gott hat also die "Schöpfung", die Natur nicht geschaffen. Gott ist die Natur, Gott ist das Wirken (Prakriti).
Und Gott ist auch das transzendente Gottliche, das Innere Selbst des Kosmos (Purusha).
Und so glaube auch ich, wie du, dass es nicht in erster Linie ankommt auf das Spiel der Natur, sondern auf das Innere Selbst.

Zitat:
Ich glaube (und da folge ich "Ein Kurs in Wundern"), dass Teile Gottes selbst dieses kosmische Spiel erschufen, indem sie zunächst vergessen, was sie wirklich sind (unsterbliche Seelen) und sich mit dem Vergänglichen identifizieren.
Dieser bewusste Akt der Trennung war erforderlich, denn das Licht wüsste nicht was Licht ist, erführe es nicht das Gegenteil: die Dunkelheit.
Kurz: Die Selbsterkenntnis wäre unmöglich!

Auch ich glaube, dass viele, viele Gottesfunken sich aufgemacht haben zum Weg durch die Materie, und dass ich einer davon bin.

Und auch ich glaube, dass der Sinn dieser Reise Entwicklung ist. Entwicklung des Bewusstseins, Evolution des Bewusstseins. Das ist mein Auftrag. Auf diesem Weg kann ich - so hoffe ich - den Schleier der Unwissenheit, Maya, die Illusion - durchbrechen. Bin dann nur noch Meer, nicht mehr Welle.

Zitat:
Da ich nicht daran glaube, dass Gott die Natur so erschafft, dass Tiere in der ständigen Angst leben müssen, gefressen zu werden, und da ich nicht daran glaube, dass Gott etwas erschafft, was den Individuen (welche Teile Gottes selbst sind) deren wahres Wesen verschleiert, sehe ich Gott nicht als Schöper(in) des Universums an.

Es ehrt dich sehr, Martin, dass du die Angst der Tiere vor dem Gefressenwerden wahrnimmst.

Ja, das Leiden, das wir erleiden oder beobachten, ist der Stachel in unserem Fleisch. Und doch habe ich erlebt, in meinem eigenen Leben und im Leben von den Menschen, die ich begleite, dass gerade das Leiden der Motor ist, der uns antreibt. Ohne Leiden keine Entwicklung. Die Perle entsteht in einem äußerst schmerzhaften Prozess, wenn die Muschel das Sandkorn, das wehtut umhüllt ..... mit Tränen (das ist eine Metapher, bitteschön!). Frag Soraja.

Und so will ich das Leiden annehmen als einen Sendboten Gottes, als eine Aufgabe, die nächste Stufe der Entwicklung zu erklimmen. "Dein Wille geschehe". Alle Religionen der Welt, auch die Naturreligionen, setzen sich auseinander mit diesem Thema und geben Antworten, die sich anzuschauen lohnen.

Luzifer
>Leid ist ein verhüllter Engel, ein von Gott gesandter Bote, der zurückkehrt und berichtet, wie wir ihn aufgenommen haben. Stürme und Wetter beugen die Halme. Im Leiden sollen wir wachsen, einsichtsvoll werden.....

Kummer und Sorge überkommen uns nicht zufällig, sie werden uns vielmehr durch göttliche Gnade zu unserer eigenen Vervollkommnung gesandt.<

Diese, und andere Worte von Ábdu'l-Bahá (1844-1921) haben mich durchs Leben getragen, mich gestärkt bei Schicksalsschägen und Leiden und mich trotz äußerlich schwieriger Umstände zu einem glücklichen Menschen gemacht.

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Ja Linda,

das sind wunderschöne Worte, die ich glauben kann, egal in welchem Heiligen Buch sie stehen - weil ich sie erlebt habe.

Und auch das kenne ich: wenn man - wie Hiob - das Leiden durchgestanden hat, dann ist man runder geworden, ganzer, glücklicher.

Schön, Linde, dich zu kennen!

Luzifer
LUZIFER

«Ich will mein Licht vor eurem Licht verschließen,
ich will euch nicht, ihr sollt mich nicht genießen,
bevor ich nicht ein Eigenlicht geworden.

So bring ich wohl das Böse zur Erscheinung,
als Geist der Sonderheit und der Verneinung,
doch neue Welt erschafft mein Geisterorden.

Aus Widerspruch zum unbeirrten Wesen,
aus Irrtum soll ein Götterstamm genesen,
der sich aus sich - und nicht aus euch - entscheidet.

Der nicht von Anbeginn in Wahrheit wandelt,
der sich die Wahrheit leidend erst erhandelt,
der sich die Wahrheit handelnd erst erleidet.»


Christian Morgenstern
Liebe Soraja,

wunderschön! Vielen Dank!

Von Morgenstern gibt es viele schöne Gedichte. Wußtest du, dass er Anthroposoph war? Und böse gelitten hat, bis er an Tuberkulose gestorben ist?

Viele, die Lichtbringer waren für andere, haben sehr leiden müssen.

Luzifer