Problematische Zeit


Hey an alle,

momentan läuft in meiner Familie wirklich einiges schief:
vor zwei Tagen musste unser geliebter Familienhund aufgrund einer
schlimmen Krankheit eingeschläfert werden.
Davor musste mein Vater (mitten im Burnout, wie ich vermute),
schon seinen Urlaub opfern, weil der Betriebsrat seiner Firma ihn wegen irgendeinem albernen Kram verklagt. Also muss er die ganze Zeit recherchieren, sich vorbereiten und sowas eben.

Er kommt mit dem Tod von unserem Hund am schlechtesten zurecht und
ich glaube er fängt langsam an depressiv zu werden.
Und ich habe wirklich keine Ahnung was ich machen soll.
Ich trauere selber, aber ich weine lieber allein- ich bin nicht gern emotional in der Nähe von anderen. Ich mache mir einfach Sorgen, dass er noch etwas „Dummes“ tut.
Sprüche wie: „Mit dem Hund hat mich auch das Glück verlassen“, verletzten mich selbst natürlich auch. Der Rest der Familie lebt immerhin noch und ist gesund- aber ich denke er ist zu depri um es zu merken.

Wie gesagt: keinen Schimmer, was ich tun soll.

Bin offen für alle Ratschläge und bedanke mich im Vorraus.
Manchmal können Hunde trösten, weil sie einfach da sind ohne Worte. Wenn der Tod der Angelpunkt ist - der Kern des Unglücks - dazu das Malheur in der Firma, dann konzentriert sich alles auf diesen Kern - man faßt es zusammen und eigentlich ist der Tod - nicht nur der eigentlich materielle eines Wesens, eines Gegenstandes im Mittelpunkt - sondern daß mit dem Tod des geliebten Tieres symbolisch alles zusammenfällt - so könnte ich mir den Gedanken des Vaters vorstellen.

Ich will damit sagen, daß gerade in dieser Zeit dem Vater dieses Tier gefehlt hat - seine Ruhe und seine Wärme, die Hand, die man über das Fell streifen läßt - so kam der Tod und der Verrat wie eine Kugel auf ihn zu, die ihn zu überrollen droht.

Und das ist für manche Menschen dann zuviel.

Es gibt Situationen, die ich selbst in mir und mit mir ausfechte. Mag mancher Zuspruch gut gemeint sein, aber nicht jeder Mensch braucht zu viele Menschen um sich. Manchmal kann es sogar hinderlich sein, zu sich zu kommen.

Ich glaube, Dein Vater braucht auch diese innere Ruhe und da sollte man ihn auch mit sich selbst ins Reine kommen lassen.

Gut gemeint, ist manchmal nicht gut getan.

Ich hoffe, Dein Vater fängt sich wieder. Wünsche von Herzen alles Gute.
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
"Ich trauere selber, aber ich weine lieber allein- ich bin nicht gern emotional in der Nähe von anderen. Ich mache mir einfach Sorgen, dass er noch etwas „Dummes“ tut. Sprüche wie: „Mit dem Hund hat mich auch das Glück verlassen“, verletzten mich selbst natürlich auch. Der Rest der Familie lebt immerhin noch und ist gesund- aber ich denke er ist zu depri um es zu merken.

Liebe Meliras
Ich frage mich warum bist du lieber allein und warum magst du keine emotionale Nähe?
Einziges was mir dazu einfällt ist offenes und ehrliches Gespräch, und wenn der nicht möglich ist , ein Brief ist auch sehr Hilfreich und der kann viel zur Lösung beitragen

Du hast den schon geschrieben-du kannst das so, wie du jetzt hier oben geschreiben hast- mehr braucht es nicht als das was ich unterstrichen habe deinem Vater-oder Eltern schicken, oder auf
den Morgentisch legen bevor du in die Schule gehst und sieh später was passiert!

Irgendeiner muss doch Anfangen,
du soltest das lernen-wie soll man sonnst
Ahnen und Wissen wie es in dir aussieht wenn du
nichts sagst?
Wie sollen deine Emotionale Beziehungen werden und aussehen wenn du dein Denken und Fühlen, nicht zum Ausdruck bringst?
Hallo Meliras,

keiner kann aus seiner Haut, du nicht und dein Vater auch nicht.
Bei den Schwierigkeiten, die dein Vater hat, kann er zur Zeit keine ganz klaren Gedanken fassen. Er merkt wahrscheinlich nicht einmal, dass er mit seinen Aussagen über den Hund den Rest der Familie praktisch beleidigt. Aber, wenn er nicht in eine Depression abgleitet, wird er sich nach Behebung der Schwierigkeiten und einer gewissen Trauerzeit um den Hund wieder ganz "normal" verhalten, so wie du ihn von früher her kennst.
Nicht jeder kann oder will seine Emotionen öffentlich darstellen. Solange es kein "Verkriechen in den Schmerz" ist und sonst das Leben normal weiter geht, kannst du ruhig deine "Trauerarbeit" allein verrichten.
Sollte dein Vater allerdings wirklich in eine Depression abgleiten, ist unbedingt ärztliche bzw. psychologische Hilfe erforderlich.

Ich wünsch dir und deinem Vater auf jeden Fall eine Zeit ohne Probleme.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
PjotrZitat..
"Nicht jeder kann oder will seine Emotionen öffentlich darstellen."

Jetzt verfalle ich auch in alte Klisches und sage zu dieser Aussage"Typisch Mann"!

Übrigens eine Familie ist nicht öffentlich,
und Ihre Liebe und Nähe lebt von, oder stirbt durch mangelnde Emotionalen Bestätigung und Nähe.
Deshalb noch einmal ; was man nicht kann, kann und soll man lernen!

Sich Mitzuteilen, und die Sprache und Nähe sind halt, Merkmale der Liebe und Zuneigung, und sie tragen einiges bei das man sich in einer Umgebung geborgen und geliebt fühlt.
Mein Zitat wiederholung:

"Wie soll man sonnst
Ahnen und Wissen wie es in dir/anderen aussieht wenn du nichts sagst?
Wie sollen deine Emotionale Beziehungen werden und aussehen wenn du dein Denken und Fühlen, nicht zum Ausdruck bringst"
Hallo akasha,

weisst du, es gibt wahrscheinlich in jedem Leben Zeiten, da kann man Nähe kaum ertragen.
Ich kann natürlich nicht beurteilen, ob Melira bei ihrem Problem die Nähe von Familienangehörigen sucht. Das muss sie ganz alleine entscheiden.
Die Gefahr bei zuviel Gefühl ist, dass es in Gefühlsduselei ausartet oder einem der Begriff "Heulsuse" angehängt wird.
Jeder muss für sich den passenden "Fluchtabstand" finden. Da gibt es keine festen Regeln.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!