Hakuin Zenji Zazen Wasan


soraja hat folgendes geschrieben:
Bravo, genau das ist der Hintergrund. Der Buddhist meint,
wenn er sich los wird, dann wird er das Leiden los,
bloß das Ich wird niemals enden, egal wie lange man sich das einredet.

Mein "Ich" ist mir in der Tat teuer,
wem denn nicht?
Wenn das nicht so wäre, dann wären wir doch wohl schon alle Buddhisten, oder?
Ich trete hier aber nicht an um buddhistische
oder taoistische Vorstellungen zu widerlegen.
Meine Bewußtheit einer Persönlichkeit wird mir mitgegeben,
vielleicht auch zum Teil in ihrer Ausprägung antrainiert
und ist selbstverständlich erstmal nicht hinterfragbar.
Ich bin erstmal da und kann natürlich nicht sagen, ob es jemanden gibt,
der dafür verantwortlich zu machen ist.
Dieser scheinbaren apriori Folgerung:
Ich bin, also muß mich auch wer zusammengebaut haben,
will ich nicht folgen, weil ich das nicht entscheiden kann.
Das ist eine tief liegende persönliche Angelegenheit.
Glaube und Vertrauen sind nunmal immer eins
und das kann deswegen kein anderer für mich entscheiden.
Die Monotheistischen Religionen lassen da für mich den Abstand vermissen,
weil sie fordern, was nicht zu fordern ist, das muß ich auchmal sagen.
Wenn wir geboren sind, dann brauchen wir ja auch noch keine Bestätigung
für endloses Dasein, wir sind einfach da und müssen vertrauen auf die Dinge,
die da kommen werden. Und selbst als Kinder, wenn wir schon geknetet werden mit Himmel und Hölle
scheinen uns 70 Jahre noch als Unendlichkeit.
Da ist Vertrauen noch Bestandteil der Persönlichkeit.
Was also bleibt ist nur die Wirklichkeit meiner Anwesenheit.
Damit kann man sich allerdings begnügen, obwohl das viele nicht glauben.
Schon ohne Buddhist oder irgendwas zu sein,das mich dann als "Glaubenserfüllter"
vor allen anderen dastehen läßt.
Ich finde diese Vorstellung, nach Wirklichkeit
zu streben und eben in dieser Sicht Erfüllung zu finden
sehr sympatisch.
Nur, wenn sich diese Sicht auch in der Form auf meine Persönlichkeit ausübt,
daß mir dann danach etwas fehlen soll, dann werd ich doch wenigstens erstmal stutzig,
weil ich das nicht verstehe. "Ich" ist in meinem Verständnis nunmal alles, was ich mir bin.
Worüber wir hier reden, sind halt nun mal Vorstellungen, die man im Okzident nicht
mit der Muttermilch eingetrichtert bekommt.
Deswegen interessiert mich das.
Und es interessiert mich, weil da niemand was fordert, das nicht zu fordern ist!
Seine Vorstellung von "Ich" zur Disposition zu stellen, um zu sehen, ob da was dran ist?
Klingt sehr leicht und unendlich schwer.
Scheint mir, wie mit dem Rauchen:
Einfach mal bleiben lassen.

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"
Das ist das Verhängnis
zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
"
Erich Kästner
maxzwo hat folgendes geschrieben:

Wenn wir geboren sind, dann brauchen wir ja auch noch keine Bestätigung für endloses Dasein,


Das ist nur der Prozess der Erkenntnis. Menschen handeln, wie sie handeln, seit tausenden von Jahren brutal, weil sie alle Angst vor dem Tod haben.

Wer sich aber mit dem Geist auseinandersetzt, gewinnt die Gewissheit, dass er nicht mit dem physischen Tod endet, dadurch kann er die materielle Angst überwinden und dadurch wird er sich anders verhalten.


Zitat:
Was also bleibt ist nur die Wirklichkeit meiner Anwesenheit.
Damit kann man sich allerdings begnügen, obwohl das viele nicht glauben.


Man kann sich nicht damit begnügen, solange man sich nicht sicher sein kann, keine Angst vor dem Tod zu haben, denn es ist diese Angst, die die Freiheit und die Liebe hemmt.
Man kann leicht sagen, dass man diese Angst überwunden hat, aber ich möchte den sehen, der alleine nachts mit starken Schmerzen im Dunkel liegt und den Tod vor Augen hat, ob es wahr ist, dass er keine Angst hat.

Ich hatte Angst und zwar saumäßig.

Das einzige, was mich begnügt, ist Sicherheit und diese Sicherheit habe ich nur in der Wahrheit gefunden, aber die Wahrheit zu finden, war schwer.

Und diese Wahrheit beinhaltet einen Gott, der ständig um mich ist, egal ob in der Materie oder nicht, aber das ist nicht für andere beweisbar.

Denn Wahrheit ist ein Erleben und nur sehr wenig Wissen.
@soraja:
soraja hat folgendes geschrieben:
Denn Wahrheit ist ein Erleben und nur sehr wenig Wissen.

Naja, und man kann es niemandem zum Vorwurf machen,
etwas nicht gesehen zu haben.
Tut mir sehr leid, was Dir da widerfahren ist.
Ich wünsche sowas bestimmt niemandem.
Ich habe mit ner rasenden Pumpe dagelegen, einem irrsinnigen Brennen in der Brust
und der Angst, jeder Herzschlag könnte der Letzte sein.
War auch nicht schön.
Buddha oder Gott habe ich nicht gesehen aber in der Zeit danach wars
mir sehr viel leichter als in der Zeit davor.
Meine Dämonen waren verschwunden, sag ich immer.
Soviel nutzloser Gedankenmüll, der mich permanent runtergezogen hat.
Ich war unglaublich erleichtert. Das hat einfach alles wieder in den Ramen gerückt.
Irgendwann ists halt vorbei, aber jetzt noch nicht
Der Tag ist da und er ist geschenkt.
Er ist viel, viel mehr wert, als die Tage, Wochen, Monate vor diesem Ereignis.
Ich glaub schon, daß ich immer noch Angst vor dem Tod hab,
aber noch bin ichs nicht und ich habe begriffen,
daß niemand mit der Knarre hinter mir steht und mich zwingt, mir das anzutun:
Angst zu haben.
Was ich jetzt habe, ist geschenkt, umsonst und meins!
Und wenn es ihn gibt und ich werde mal vor ihm stehen, dann werde ich mich dafür bedanken.
Für nen Herzinfarkt, komisch oder?


@Ji'un Ken:
Zitat:
Zitat:

Hm, eine Einheit im Geist werde ich wohl schon sein und da bin ich auch,
denn immerhin denke ich ab und zu mal was .

Ok, gutes Beispiel. Wer ist es, der da denkt? Schau mal genau nach.

Na ich, ich, ich!
...wollte ich gerade schreiben.
Aber nicht, daß ich noch eitel werde?

Hm,
Ich stelle mir "sein" vor?
Nee, das wäre nur Wortklauberei.

Naja, der ganze Satz ist ein oft zitiertes Postulat,
das einfach mal darlegt, was jeder weiß:
"Ich denke, also bin ich."
Dann bin ich Gedanke?
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zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
"
Erich Kästner
maxzwo hat folgendes geschrieben:

Und wenn es ihn gibt und ich werde mal vor ihm stehen, dann werde ich mich dafür bedanken.
Für nen Herzinfarkt, komisch oder?

Also, kann ich nachvollziehen.
Du siehst ja,wie dich das Erlebnis verändert hat.
Deine Dämonen waren irgendwie weg. Genau. Angst ist weniger geworden.

Das ist es, was passiert, wenn man sich dem Tod stellt bzw. muss, das sucht sich ja keiner aus.
hallo soraja,
Zitat:
maxzwo hat folgendes geschrieben:

Wenn wir geboren sind, dann brauchen wir ja auch noch keine Bestätigung für endloses Dasein,

soraja antwortet:
Das ist nur der Prozess der Erkenntnis. Menschen handeln, wie sie handeln, seit tausenden von Jahren brutal, weil sie alle Angst vor dem Tod haben.

Wer sich aber mit dem Geist auseinandersetzt, gewinnt die Gewissheit, dass er nicht mit dem physischen Tod endet, dadurch kann er die materielle Angst überwinden und dadurch wird er sich anders verhalten.


Du wirfst mit Begriffen nach Belieben um dich. Angst ist ein Mechanismus, der Menschen möglichst lange überleben lassen soll.
Es ist also im Prinzip ein Schutzmechanismus.

Nur sehr wenige Menschen handeln brutal, weil sie Angst vorm Tod haben. In jungen Jahren ist er sehr weit weg von einem, in älteren Jahren gewöhnt man sich zunehmend daran.
Hauptgründe für "brutales Verhalten" sind eher das "Streben nach Macht" und "Neid und Missgunst".

Jemand, der beruflich mit Sterbenden zu tun hat, hat hier mal geschrieben, dass er schon fast alles erlebt hat. Gläubige, die in letzter Minute vom Glauben abgefallen sind und Ungläubige, die zum Glauben gefunden haben. Menschen, die ruhig gestorben sind, und Menschen, die sich bis zum Schluss gewehrt haben.

Ob deine Gewissheit dich in der letzten Stunde trägt, weisst du erst, wenn es so weit ist.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Ich kann das schon verstehen.
Nur wer Angst hat, muß sich wehren.
Man kann jede Brutalität als von Angst getrieben interpretieren.
Machttrieb und Angst können zwei Seiten einer Medaille sein.

Ich denke, also bin ich, also bin ich Gedanke.
Witzig!
Hm, kommt aber wenigstens noch das Außendrum dazu.
Um son bischen wieder zum Thema zu kommen.

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Das ist das Verhängnis
zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
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Erich Kästner
Hallo soraja,
soraja hat folgendes geschrieben:
Helle hat folgendes geschrieben:

Ich stütze meine Theorie auf verschiedene Quellen, wie Aussagen der Bibel und Aussagen von Menschen, die einmal tot waren, sowie eigener Erfahrung. Die Summe dieser Aussagen legt meine Annahme nahe. Was treibt dich zu deiner Annahme?

LG
Helle


Ich hab mit 5 Jahren mit Gott im Sandkasten gespielt. Da war ich noch am wenigsten manipuliert und Gott war immer nett, kein bisschen sentimental und hat mir gesagt, was ich darf und was nicht.
Wenn ich etwas getan habe, was ich nicht darf, so war Gott nicht streng, sondern hat mir gesagt, dass es mir mit meinem schlechten Gewissen schlechter geht als ohne und das besser für mich wäre, kein schlechtes Gewissen zu haben.



Dieses Alter, so um 4-5 Jahre ist wohl das typische Alter, in dem im Menschen das Gewissen erwacht. Ich kenne ähnliche Aussagen auch von anderen und kann dem selber zustimmen.
Es ist interessant, dass der Mensch das einzige Wesen zu sein scheint, das über ein Gewissen verfügt.

Zitat:
Gott hat mir vermittelt, dass wir alle hier sind, um mehr Liebe zu lernen.
Warum sollten wir Liebe lernen, wenn wir uns am Ende auflösen?


Die Liebe scheint tätsächlich der zentrale Punkt zu sein. Das lese ich oft von den "Zurückkommern". Persönlich frage ich mich aber schon, wie man ausgerechnet in dieser Welt Liebe lernen soll. Ich gehe eigentlich davon aus, dass die Liebe in der anderen Welt zu Hause ist, dort, von wo wir kommen. Hier gibt es so viel Hass, Krieg, Neid, Zerstörung, Gemeinheit, Ungerechtigkeit, Uneinsichtigkeit, Mord und Gewalt. Wenn hier der richtige Ort ist, etwas über Liebe zu lernen, dann nur, weil der Gegensatz - der Hass - so prägnant daneben steht.
Lieben ( als Tat) lernen wenige. Es ist wohl eher die Sehnsucht nach Liebe, die man hier lernt.

LG
Helle
_________________
Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Helle hat folgendes geschrieben:
Die Liebe scheint tätsächlich der zentrale Punkt zu sein. Das lese ich oft von den "Zurückkommern".
Persönlich frage ich mich aber schon, wie man ausgerechnet in dieser Welt Liebe lernen soll. Ich gehe eigentlich davon aus, dass die Liebe in der anderen Welt zu Hause ist, dort, von wo wir kommen.
Hier gibt es so viel Hass, Krieg, Neid, Zerstörung, Gemeinheit, Ungerechtigkeit, Uneinsichtigkeit, Mord und Gewalt.
Wenn hier der richtige Ort ist, etwas über Liebe zu lernen, dann nur, weil der Gegensatz - der Hass - so prägnant daneben steht.
Lieben ( als Tat) lernen wenige. Es ist wohl eher die Sehnsucht nach Liebe, die man hier lernt.


Und diese Sehnsucht kann dazu führen,
die "andere Welt" schon hier zu suchen und zu finden.

Denn diese "Welt, von wo wir kommen",
ist nicht ein räumlich oder zeitlich ferner Ort,
sondern hier und jetzt erfahrbar.

Dadurch kann man/frau die bedingte Wirklichkeit (auch das Leid) lassen,
d.h. Abstand gewinnen,
hat inneren Frieden und wird von der transzendenten Liebe erfüllt,
die schon immer da war.
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Helle hat folgendes geschrieben:


Die Liebe scheint tätsächlich der zentrale Punkt zu sein. Das lese ich oft von den "Zurückkommern". Persönlich frage ich mich aber schon, wie man ausgerechnet in dieser Welt Liebe lernen soll.


Meiner Erkenntnis zufolge sind wir magnetische Wesen.
Was wir ausstrahlen, ziehen wir an.

Dass das so ist, lernen wir hier mit der Zeit, denn wenn wir böse handeln, so leiden wir selbst darunter, wenn wir verzeihen, Mitgefühl lernen, Wahrheit und Verständnis erwerben, so gewinnt unser Leben an Glück und Freude.

Diese Welt lässt uns die Folgen beider Seiten besonders stark spüren.

Wenn wir schwer krank werden oder materielle Probleme bekommen oder andere Schwierigkeiten, werden wir uns mehr bemühen, nach unseren Ursachen zu suchen, wie wenn die Folgen nicht so drastisch wären.
Ji'un Ken hat folgendes geschrieben:

In der Achtsamkeitsmeditation übt man, genau dies zu erkennen.
Normalerweise nehmen wir alles Mögliche wahr, bewerten es und identifizieren uns darüber. Das sind dann Meinungen, Vorstellungen, Konzepte, Gedanken, Gefühle....usw. Sie bilden das, was wir "Ich"nennen.
Im Buddhismus nennt man das die Skandhas. http://sphinx-suche.de/weisheitslehren3/skandha.htm

Werden diese nun in Frage gestellt, werten wir dies unbewusst automatisch als einen Angriff auf unser "Ich", das sich ja darüber gebildet hat und beginnen uns zu wehren.

Werden diese unterstützt, fühlen wir uns angezogen und wollen mehr.


Was verstehst Du unter "Achtsamkeitsmeditation"?

Bei den Skandhas wird unter den 6 Bewusstseinsarten auch "Geist-Bewusstsein" genannt. Was ist damit gemeint?

Was wird Deinem Verständnis nach bei der Reinkarnation weitergegeben? (Aus früheren Leben, erinnere ich die Person, die "Ich" war, neben anderer Menschen, mit denen sie interagierte).
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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
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