Mit Gott oder ohne Gott !


Das kann man so nicht einfach behaupten.
Sehr viele Menschen benötigen einen Gott, damit sie nicht das Gefühl haben, allein gelassen zu sein. Viele wollen für ihr Schicksal jemand verantwortlich machen können etc.
Ich persönlich benötige keinen Gott. Ich stehe mit beiden Beinen im Leben, übernehme vorbehaltlos die Verantwortung für mein Tun und mache was ich will. Ich glaube an keine erfundene Hölle und das Märchen vom Himmel - wo immer der sich verbergen mag -kann ich nur belächeln. Der Tod gilt mir nichts, denn er leitet einen Recyclingprozess ein - nicht mehr und nicht weniger. Was auch eine Art von Wiedergeburt ist , wenn man so möchte.
Ich habe mich mit Göttern eingehend beschäftigt, hab erkannt, dass es Tausende davon gab, die alle mächtig und natürlich unsterblich waren und dennoch sind alle diese Götter abgeschafft worden, ohne dass sie sich an der Menschheit irgendwie gerächt hätten.
Beispiel: Die Araber hatten etwa 300 (heidnische) Götter, Mohammad hat alle bis auf den (heidnischen) Mond- und Kriegsgott Allah zu Erfindungen erklärt und abgeschafft. Er hätte auch Allah abschaffen und einen neuen Gott etablierten können, doch es war strategisch vernünftiger, einen Gott zu belassen, der allgemein bekannt war, als etwas völlig Neues zu positioniern.
Was ich sagen will: Dass Allah belassen wurde, sagt nichts darüber aus, ob es ihn auch tatsächlich gibt. Wer etwas nachdenkt wird dies selbst erkennen.
Alghasali hat folgendes geschrieben:
Sehr viele Menschen benötigen einen Gott, damit sie nicht das Gefühl haben, allein gelassen zu sein. Viele wollen für ihr Schicksal jemand verantwortlich machen können etc.


Gerade der Glaube an Gott soll darüber hinweghelfen, die Schuld "dem Anderen" zuzuschieben, sondern bei sich selbst zu suchen.

Nehmen wir als Beispiel die intensivste Form der zwischenmenschlichen Beziehung - die Ehe. Viele Ehen scheitern deshalb, weil sich die Ehepartner nur gegenseitig anschauen und nicht auch gemeinsam in eine Richtung - nämlich "nach oben".

Alghasali hat folgendes geschrieben:
Ich stehe mit beiden Beinen im Leben, übernehme vorbehaltlos die Verantwortung für mein Tun und mache was ich will.


"Verantwortung übernehmen" und "tun was man will" sind für mich ein starkes Gegensatzpaar.

Alghasali hat folgendes geschrieben:
Was ich sagen will: Dass Allah belassen wurde, sagt nichts darüber aus, ob es ihn auch tatsächlich gibt. Wer etwas nachdenkt wird dies selbst erkennen.


Ich glaube es ist eher umgekehrt.

Die griechischen Philosophen haben sehr viel und sehr fundiert - alles nachzulesen, ein guter Tipp für lange Winterabende! - über die Frage der Existenz Gottes nachgedacht: Und kamen zum Ergebnis, dass es ihn gibt den einen "unbekannten Gott".

"Seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen, seine ewige Macht und Gottheit." (Röm 1,20)

LG Burkl
Burkl hat folgendes geschrieben:
Viele Ehen scheitern deshalb, weil sich die Ehepartner nur gegenseitig anschauen und nicht auch gemeinsam in eine Richtung - nämlich "nach oben".


Wohl eher daran, dass Mensch und Ehe sich widersprechen. Aber in Ehen sind Menschen leichter steuerbar und sie waren bzw. sind ein wunderbares Machtinstrument ...

Burkl hat folgendes geschrieben:

Die griechischen Philosophen haben sehr viel und sehr fundiert - alles nachzulesen, ein guter Tipp für lange Winterabende! - über die Frage der Existenz Gottes nachgedacht: Und kamen zum Ergebnis, dass es ihn gibt den einen "unbekannten Gott".


Tja und wie wir wissen, haben auch die alten griechischen Philosophen so manch falsche These in die Welt getragen ...
luschn hat folgendes geschrieben:
Aber in Ehen sind Menschen leichter steuerbar und sie waren bzw. sind ein wunderbares Machtinstrument ...


Sind nicht verheiratete Menschen weniger leicht steuerbar? Neulich hast du doch noch gegen den Zölibat gewettert, dass er unmenschlich sei - was ist jetzt besser? Der allein wohnende Großstadt Single mit on-off Beziehungen - ist der glücklich, ausgefüllt und frei?

luschn hat folgendes geschrieben:
Tja und wie wir wissen, haben auch die alten griechischen Philosophen so manch falsche These in die Welt getragen ...


Aber immerhin beruht auf diesen, dem römischen Staatswesen und der christlichen Religion die europäische Kultur, von deren Vorzügen auch du profitierst.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Sind nicht verheiratete Menschen weniger leicht steuerbar? Neulich hast du doch noch gegen den Zölibat gewettert, dass er unmenschlich sei - was ist jetzt besser? Der allein wohnende Großstadt Single mit on-off Beziehungen - ist der glücklich, ausgefüllt und frei?

Das Zölibat ist auch menschenverachtend. Was das jetzt mit meinem Post hier zu tun hat, erklär mir bitte.

Jedenfalls ist das Menschsein nicht mit der lebenslangen Ehe vereinbar. Die Ehe hat wunderbare Vorteile, genauso wie das Großstadt Single Dasein mit on-off Beziehungen. Leider fehlt in beiden Varianten etwas, aber zum Glück lernt der Mensch nie aus und ich bin mir sicher, irgendwann gibt es die perfekte Mischung

Burkl hat folgendes geschrieben:

Aber immerhin beruht auf diesen, dem römischen Staatswesen und der christlichen Religion die europäische Kultur, von deren Vorzügen auch du profitierst.

Wär ja auch traurig wenn sie nur Blödsinn gemacht hätten ... aber waren halt auch nur Menschen wie wir ...
luschn hat folgendes geschrieben:
Jedenfalls ist das Menschsein nicht mit der lebenslangen Ehe vereinbar.


Wenn sich das Menschsein nicht auf Gott ausrichtet - dann gebe ich dir Recht. Weil ohne dieser Ausrichtung wird es sehr schwer eine gelingende Ehe ein ganzes Leben lang zu führen. Aber letzlich ist das ganze Menschsein in seiner "ungelenkten" Form unvereinbar mit der Erreichung wahren Glücks.

Schau dich um - letzlich ist es das wonach sich jeder Mensch sehnt. Eine Beziehung, auf die er sich vorbehaltlos stützen kann. Eine Beziehung, die nicht relativiert wird, die nicht zeitlich angelegt und "kündbar" ist, ist die einzige Beziehungsform, die die volle Tiefendimension und Würde aufweist.

Nein - die "Lebenabschnittspartnerschaft" und "Patchwork-Familie" ist es nicht, wonach sich die Menschen von Herzen sehnen. Es ist die Einmaligkeit und Unersetzbarkeit, die wir konkreten anderen Menschen gegenüber haben, wonach wir uns sehnen.
Hallo Minou,

nach deinen Zitaten verneinen die Bahai die Aussagen der Evolution.
Die Evolution ist primär nicht zielgerichtet.
Durch z u f ä l l i g e Mutation und Selektion durch bestimmte Umweltbedingungen haben einige Lebewesen eine Überlebensvorteil und setzen sich in einer vorgegebenen Umgebung durch.

Bei dem zweiten Absatz ist mir nicht klar, was überhaupt gemeint ist.
Dass Selektion nicht oder kaum stattfindet, wenn die Umweltbedingungen gleich bleiben, ist eine bekannte Tatsache. Bestimmte Arten haben sich seit Millionen Jahren kaum verändert, da sie hervorragend an ihren Lebensraum angepasst sind.
Das Gedankenexperiment ist ein nicht brauchbares Beispiel, wird aber in ähnlicher Weise immer wieder vorgebracht.
Evolution entsteht nicht dadurch, dass man einen Pott voll Chemikalien durcheinandermischt und glaubt, am Ende entsteht ein "Homunkulus".
Unter Evolution versteht man, dass Leben aus kleinsten Anfängen (Entstehung von kleinsten chemischen Verbindungen in einer entsprechenden Umgebung, Peptidketten, Proteine, über Strukturen, die sich allein durch räumliches "Umklappen" von einer ungefährlichen in eine gefährliche Struktur verwandeln können (Prionen), Viren Bakterien, Mehrzeller, bis hin zum Menschen) unter der Mitwirkung von Selektion und Mutation über einen Milliarden Jahre langen Zeitraum und über viele (auch inzwischen ausgestorbenen Zwischenformen) entstanden ist.
Ein Beispiel für die Selektion sind wir selbst heute.
Adam und Eva hat es nie gegeben, aber unser heutiger Genpool hat sich aus mehreren unterschiedlichen Gruppen von Frühmenschen, die durchaus miteinander Kontakt hatten, als der am besten angepasste und überlebensfähigste herauskristallisiert.

Der Satz "Selbst kleine Abweichungen von natürlichen atomaren Anordnungen in einem Lebewesen führen im Allgemeinem zu Tode" ist wissenschaftlich überhaupt nicht haltbar.
Entweder eine Veränderung führt über kurz oder lang zum Tode, oder sie ist überhaupt nicht wirksam, oder sie bietet einen Überlebensvorteil oder aber sie wird bei höherstehenen Organismen durch einen Reparaturmechanismus wieder rückgängig gemacht.

Dort, wo heute in der Evolutionsforschung noch Lücken wegen noch nicht bekannter Zwischenformen (keine Fossilien gefunden) oder sonstige unklare Beweis-Lagen bestehen, werden zunehmend Computer-Modelle entwickelt.
Diese müssen sich natürlich daran messen lassen, dass sie mit einer hohen Wahrscheinlichkeit alle vorhandenen Befunde einordnen und erklären können. Die mir bekannten Modell-Rechnungen greifen sich meist ein bestimmtes Teilgebiet heraus und erzielen dort eine beachtliche Genauigkeit.
Diese Berechnungen kann man im Prinzip mit der Berechung der Wettervorhersage gleichsetzen. Je mehr Eingangsdaten im Berechnungs-Modell Berücksichtigung finden und je genauer die Abhängigkeiten untereinander mathematisch dargestellt werden können, desto genauer ist die Vorhersage.
Das bedeutet auch, dass diese Modell-Rechnungen ständig erweitert und angepasst werden müssen.

Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Zitat:
Liebe Freunde kommt Ihr besser mit oder ohne Gott aus ?

Tja, man muß halt ohne auskommen und ich möchte eigentlich garnicht mit.
Das nimmt einem doch die ganze Neugier, wenn man vorher schon alles weis.
Ich wüßte auch garnicht, wo ich einen festen Glauben an einen Gott herholen sollte.
Wissenschaft findet raus, warum Wasser bei 100 Grad kocht, aber nicht,
was uns nach dem Tode erwartet (Das ist es doch, worauf es Gläubigen ankommt.).
Dafür hat sie jedenfalls nicht die Mittel.
Alte Schöpfungsmythen kann sie schon falsifizieren,
das ändert aber nichts daran, daß wir viel mehr sind, als ein Haufen Materie,
der mit ein paar idealisierten, wissenschaftlichen Beschreibungen zusammengesetzt ist.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Aber letzlich ist das ganze Menschsein in seiner "ungelenkten"
Form unvereinbar mit der Erreichung wahren Glücks.

Nicht, wenn man nicht verlernt aus ganzem Herzen zu staunen.
Mein Glück ist meine Neugier. Die Welt ist groß und wir sind einfach so da.
Einfach so! Warum denn nicht?
Und niemand hat sein Herz verschenkt, wenn er nicht glaubt.
Ändern tuts ja auch nichts:
Einer meint genug Evidenz für die Annahme einer Existenz Gottes auf seinem Lebensweg gefunden zu haben,
der andere sagt: Nö, das reicht mir nicht. Da könnte noch sovieles Anderes sein.

Was ich nie verstanden habe, ist die Argumentation, ich glaube, weil mir das hilft
oder weil ich das brauche.
Das ist doch die pure Realitätsverleugnung.
Anders kann ich das nicht interpretieren.

Und noch eins:
Zitat:
Beliebige Mischungen der chemischen Elemente, aus denen ein Organismus zusammengesetzt ist, erzeugen keine neuen,
lebensfähigen Organismen:
"Daher ist es klar, dass es die Schöpfung Gottes ist und nicht eine zufällige Zusammensetzung und Anordnung.
http://www.bahai.de/bahai-religion/.....ssenschaft/evolution.html

Nee, ein bischen mehr ist da schon passiert. Das wird in "den Wissenschaften" schon nicht vergessen.
Da ist der gute Mann mit seiner Interpretation etwas kurz gesprungen:
Zitat:
Beliebige Mischungen der chemischen Elemente, aus denen ein Organismus zusammengesetzt ist, erzeugen keine neuen,
lebensfähigen Organismen

Wohl nicht!
Sonst würde es uns ja kaum geben.
Es ist die Aufgabe der Wissenschaft, rauszubekommen, warum da garnichts "beliebig" war
und das kriegt sie schon nach gutem Vermögen ganz gut hin ohne für irgendwas beten zu müssen.
Eins folgt immer aufs andere. Das ist alles, woran ein Wissenschaftler glauben muß.
_________________
"
Das ist das Verhängnis
zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
"
Erich Kästner
Der materielle eingestellte Mensch hat nur ein Blick für die Materie und entdeckt dort die Wunderwelt der Materie .

Der geistig eingestellte Mensch entdeckt die Geheimnisse der geistigen Welten.

Und beides zusammen ergibt die Wahrheit der Schöpfung .


_________________
Ich lasse alles los was nicht Liebe ist . Für alles was
ich tun will ist Zeit und Raum vorhanden !
Louise L. Hay

Suche nichts-finde alles !
Dr.Frank Kinslow

Wir erleben mehr als wir begreifen .
(Mystisches Erleben , Intuitives Verstehen) !
Hans-Peter Dürr
Burkl hat folgendes geschrieben:
Wenn sich das Menschsein nicht auf Gott ausrichtet - dann gebe ich dir Recht. Weil ohne dieser Ausrichtung wird es sehr schwer eine gelingende Ehe ein ganzes Leben lang zu führen. Aber letzlich ist das ganze Menschsein in seiner "ungelenkten" Form unvereinbar mit der Erreichung wahren Glücks.

In dem Punkt werden wir nie auf einen gemeinsamen Nenner kommen, weil es für mich keinen Gott gibt, dementsprechend sich der Mensch nicht nach Gott richtet.

Burkl hat folgendes geschrieben:

Schau dich um - letzlich ist es das wonach sich jeder Mensch sehnt. Eine Beziehung, auf die er sich vorbehaltlos stützen kann. Eine Beziehung, die nicht relativiert wird, die nicht zeitlich angelegt und "kündbar" ist, ist die einzige Beziehungsform, die die volle Tiefendimension und Würde aufweist.

Ich glaube eher der Mensch sehnt sich nach einer Gemeinschaft, auf die er sich vorbehaltlos stützen kann. Mehrere Pfeiler. Da gibt es aber auch wieder keine allgemein gültige Aussage, weil der Mensch doch sehr individuell veranlagt ist.

Jetzt müsstest du wieder definieren was für dich die volle Tiefendimension und Würde bedeutet.

Burkl hat folgendes geschrieben:

Nein - die "Lebenabschnittspartnerschaft" und "Patchwork-Familie" ist es nicht, wonach sich die Menschen von Herzen sehnen. Es ist die Einmaligkeit und Unersetzbarkeit, die wir konkreten anderen Menschen gegenüber haben, wonach wir uns sehnen.


Ich finde bemerkenswert dass du die Sehnsüchte der Menschen so genau kennst. Oder reflektierst du von dir auf die Allgemeinheit?