Irgendwie nur noch deprimiert


Hallo an alle

Ich sitze gerade hier und weiß nicht wirklich, warum ich jetzt den Eintrag schreibe.
Aber zur Zeit bin ich irgendwie immer deprimiert. Ich hatte einen nicht ganz so schönen Sommer, in dem ich meine Religion vernachlässigt habe, also sprich Gott vernachlässigt habe. Da war mir irgendwie vieles egal, da ich nicht wirklich fröhlich werden konnte.
Dann bekam ich meinen Wunschstudienplatz und zog in meine Wunschstadt. Hier habe ich viele neue Freunde und Bekannte kennengelernt auch auch wieder zu meinem Glauben gefunden.
Ich veranstalte Andachten mit, unterhalte mich mit Freunden und Bekannten über geistige Themen und gehe mit ihnen aus, feiern oder andere Dinge tun. Ich habe liebe Menschen um mich herum und weiß, dass Gott mich liebt.
Trotzdem schaffe ich es nicht, zu beten. Ich schaffe es nicht, wirklich grundlegend glücklich und zufrieden zu sein.
Oft fühle ich mich alleine, so wie jetzt gerade. In vielen Situationen werde ich schnell wütend oder reagiere unangemessen. Eben nicht gerade freundlich, zumindest meinen Freunden gegenüber. Ich kann zur Zeit auch nicht wirklich aufhören, das Schlechte oder Fehlerhafte in Menschen zu sehen. Ich versuche, mich zurückzuhalten und es mir nicht anmerken zu lassen. Aber trotzdem gibt es Momente, wo ich Freunden doch irgendwie etwas an den Kopf werfe, das sie verletzt.
Es ärgert mich, dass ich so bin und ich erkenne mich gar nicht wieder. Früher war ich nicht so, ich hatte eine grundlegende Zufriedenheit und habe sehr selten Fehler anderer gesehen.
Es ist so, als wüsste ich, wie ich mich verhalten sollte, aber es zur Zeit nicht kann.

Ich weiß nicht mehr weiter. Was kann ich da machen? Habt ihr vielleicht eine Idee?

Liebe Grüße,
Yahia
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https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Hallo lieber Yahia, also ich hab auch grad ne ganz schöne Talfahrt hinter mir. Zwar auf eine andere Art, aber ich weiß wie es ist, wenn man überhaupt nicht mehr klar sieht.

Also ich bitte dann Freunde etwas für mich zu tun, dh. für mich zu beten.
Das werde ich jetzt noch auf alle Fälle für Dich tun.


Manchmal stecken ja auch gesundheitliche Gründe dahinter warum man so gereitzt ist. Bei mir spinnt manchmal das Herz oder mein Schilddrüßenhormon ist zu hoch eingestellt, dann werd ich auch ganz unruhig.

Alles, alles Liebe Linde
(und ich denk an Dich)
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
>Bist du aber so verärgert, so gedrückt, so wund, dass dein Geist selbst im Gebet nicht Erlösung und Ruhe findet, so gehe eilends hin und bereite einem Geringen, einem Bekümmerten, einem schuldig oder unschuldig Leidenden - eine Freude! Opfere dich, deine Gabe, deine Zeit, deine Ruhe einem anderen, einem dem mehr auferlegt ist als dir - und deine unglückliche Stimmung löst sich auf in gottselige, gottzufriedene Ergebung.<
Ist mir grade eingefallen.
Ich glaube das ist von Ábdu'l-Bahá
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Was ist denn im letzten Sommer passiert? Übrigens: Auch mir geht es so: Der letzte Sommer war nicht so schön, schon vom Wetter her. Aber, dass sich Situationen nicht immer zu unseren Gunsten wenden, hängt damit zusammen, dass wir nicht recht damit umgehen, sondern allzuleicht zu Stolz oder Hochmut neigen. Wir meinen schon, dass Alles so kommen muss, wie wir uns das vorstellen. Dass Gott es besser weiß, bemerken wir manchmal gar nicht. Das hängt auch mit unserem Kleinglauben zusammen, dass wir meinen, immer selbst schon jedes Detail unseres Lebens planen zu sollen und unmutig werden, wenn es nicht gerade immer so läuft. Ich denke, wir werden so leichter zornig und verurteilen uns allzubald selbst und auch andere Personen. Ich meine, da hilft nur, wieder innezuhalten, Gott das Leben bewusst neu zu überantworten und wieder mehr Vertrauen zu ihm zu entwickeln.
O Gott! Erquicke und erfreue meinen Geist. Läutere mein Herz. Entflamme meine Kraft. Alles lege ich in Deine Hand. Du bist mein Führer und meine Zuflucht. Ich will nicht mehr traurig und bekümmert, sondern glücklich und fröhlich sein. O Gott, Angst soll mich nicht länger plagen und Sorge mich nicht quälen. Ich will nicht bei den Widrigkeiten dieses Lebens verharren.

O Gott! Du meinst es besser mit mir als ich selbst. Ich weihe mich Dir, o Herr.


Das werde ich auch heute wieder für Dich sprechen!

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Liebe Linde, glaubst Du wirklich, daß Yahia diese lieb gemeinten Sprüche wirklich helfen können und ob die Ursachen seiner inneren Krise nicht woanders zu suchen sind ?

Manchmal können so viele Sprüche auch irgendwie etwa dahin gehend führen,daß man sie einfach überliest, weil sie nicht so unbedingt passend wirken, lieb gemeint, aber den Nerv`nicht treffen, weil zu der Zeit unpassend. Vielleicht aber sollte man erst schauen, weshalb Yahia zur Zeit in dieser Stimmung ist.

Bin kein Therapeut, aber ich vermute vieles andere - weil ich das so im Gefühl habe. Hatte ja seine Diskussionen in den vergangenen Monaten verfolgt. Und man kann eigentlich auch schlußfolgern.

lg, ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
hallo Yahia,

Krisenzeiten gibt es immer wieder (und je jünger man ist, desto mehr nehmen sie einen mit). Manchmal hilft da nur "weiter funktionieren" und hoffen, dass es irgendwann vorüber ist.

"Gott sei Dank" gehen die meisten auch tatsächlich vorüber.


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Lieber Yahia,

GENAU SO wie Du es beschreibst geht es mir gerade auch.

Es könnte beispielsweise daran liegen, dass Du zwar allen Grund hast nach aktuellen Veränderungen glücklich zu sein aber trotzdem noch all die Herausforderungen vor Dir hast, die eine Veränderung im Leben mit sich bringt.

Darüber hinaus wird man bekanntermaßen am glücklichsten, wenn man die Sache Bahá'u'lláhs lehrt wo immer und wann immer es geht. Dies ist ein essentieller Teil eines ausgewogenen Bahá'i Lebens, wenn man dazu ordentlich studiert, sich ein wenig sportlich betätigt und was ziemlich leckeres isst und zwar ganz sittlich an einem Tisch mit Menschen, die einem nahestehen.

Was ich jetzt geschrieben habe werde ich mal selbst ausprobieren

Ganz liebe Grüße mein Freund
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"Live long and prosper!"
Lieber Yahia,

Der selige Kardinal John Henry Newman hat einmal geraten:

„Wenn du nicht beten kannst, dann bete!“

Ich denke darin liegt der Schlüssel. Klingt einfach - ist es aber nicht.

Ich glaube lange Phasen der "Überempfindlichkeit", wo wir den Fokus besonders auf die Schwächen der anderen Menschen legen, könnten
darauf zurückzuführen sein, dass wir mit uns selbst nicht im Reinen sind, was dazu führt den "Balken in den Augen der Anderen" besonders groß zu sehen.

So rate ich dir ganz allgemein in Ruhe dein Leben zu reflektieren, zu versuchen die "blinden Flecken" zu entdecken indem du den Blick "weitest". Dich selbst, dein Denken, Reden und Handeln sozusagen fiktiv aus der übergeordneten Perspektive Gottes anschaust. Das kann schmerzvoll sein. Dunkle Flecken können aber nur weggehen, wenn man das Licht Gottes darauf scheinen lässt. Es ist die Überwindung wert.

"Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, / den ganzen Tag musste ich stöhnen.
Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht; meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers.
Da bekannte ich dir meine Sünde / und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. / Und du hast mir die Schuld vergeben.
Darum soll jeder Fromme in der Not zu dir beten; / fluten hohe Wasser heran, ihn werden sie nicht erreichen.
Du bist mein Schutz, bewahrst mich vor Not; / du rettest mich und hüllst mich in Jubel." (Ps 32,3-7)

P.S.:
Wenn du Christ wärst und deine Konfession die Beichte kennen würde, würde ich dir jetzt wohl raten dies zu tun, um all dies, was ich vorher gerade geschrieben habe in sakramentaler Form durchzuführen.

Alles Gute,
Burkl
Zitat:
Liebe Linde, glaubst Du wirklich, daß Yahia diese lieb gemeinten Sprüche wirklich helfen können und ob die Ursachen seiner inneren Krise nicht woanders zu suchen sind ?


Ja meine liebe Ikaruse, das halte ich zumindest für möglich, sonst hätte ich sie nicht gepostet. (Schön, dass Du geschrieben hast >lieb gemeint< und überhaupt steckt in Deinen Worten viel Wahrheit).

Genau diese "Sprüche" haben mir geholfen mein Leben zu meistern. Und natürlich ist klar, dass die mir nichts nützen wenn ich sie eben mal nur kurz lese. Da musste ich tief drüber nachdenken und sie verinnerlichen um sie dann auch leben zu können. Wenn ich zurück denke an die Zeit als ich diese Zitate noch nicht hatte, dann kenne ich den Unterschied zwischen vorher und nachher. All die Schwierigkeiten die mir das Leben danach bescherte, konnte ich mit Hilfe dieser Zitate ganz anders meistern als ich es vorher gekonnt hätte. Da wäre ich ohne sie dran zerbrochen.

Wenn ich diese Zitate hier veröffentliche und auch nur ein einziger Mensch würde nur die Hälfte davon profitieren wie ich, dann hätte es sich schon gelohnt.
Und natürlich hast Du recht wenn Du sagst, dass man schauen müsste weshalb Yahia in dieser Stimmung ist.
Ich bin aber auch zutiefst davon überzeugt, dass z.B. ein Gebet auch in so einem Falle einem in die richtige Richtung lenken kann. Ich habe es oft genug erfahren.
Und wenn Yahia im Augenblick Schwierigkeiten hat selbst zu beten, kann ich in dieser Richtung etwas für ihn tun.

Wünsch Dir eine ganz gute Nacht!
Liebe Grüße Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh