Irgendwie nur noch deprimiert


Linde, Du Gute, er muß sich wohl erst mal selbst über sich klar werden, ich vermute, er steht in einer Kontroverse - befindet sich mit seinem Seelengemüt zwischen Baum und Borke und findet zur Zeit die Mitte nicht.

Um aber in der Mitte zu sein, muß man auch fänig sein, sich gegen andere Meinungen und Ansichten zu wehren, ohne bösartig zu werden.

Auch Lebenserfahrung.

"Müller, Meier, Schulze" können wenig helfen, weil "Lehmann" ein ganz anderer Mensch ist und jede Meinung nur aus demjenigen selbst kommt und er aus seinem Innern handelt, was einem anderen Menschen oft gar nicht helfen kann - wenn er labil und sich seiner selbst nicht sicher ist.

Manche falschen Wege geht man Jahrzehntelang, ehe es "klick" macht.

Da gäbe es noch viel zu schreiben, aber es wird sonst wieder zu ellenlang.

lg, ikaruse

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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Zitat:
Um aber in der Mitte zu sein, muß man auch fänig sein, sich gegen andere Meinungen und Ansichten zu wehren, ohne bösartig zu werden.

"Müller, Meier, Schulze" können wenig helfen, weil "Lehmann" ein ganz anderer Mensch ist und jede Meinung nur aus demjenigen selbst kommt und er aus seinem Innern handelt, was einem anderen Menschen oft gar nicht helfen kann - wenn er labil und sich seiner selbst nicht sicher ist.


Das ist sicher wahr, liebe Ikaruse, und grade weil es wahr ist, können uns Gebete und Zitate dazu verhelfen aus unserem eigenen Inneren zu handeln. Dann können Müller, Meier und Schulze zwar Hilfestellung geben, aber Lehmann wird aus sich heraus handeln.

Manchmal ist das ein langer, langer Prozess (so wie beispielsweise bei mir) ein andermal kann es auch ganz schnell gehen wie hier.

Ich habe vor etwa 12? Jahren bei einer Gruppe -Eltern von Kindern mit Behinderung- eine junge, total verzweifelte und überforderte Frau kennengelernt, die überhaupt nicht damit fertig wurde, dass ihr Kind behindert ist und fix und fertig war. Sie hat ganz viele Ratschläge bekommen von den übrigen Eltern. Ich habe eigentlich fast garnichts gesagt (manchmal kommt man auch nicht zu Wort) habe 2 Zitate aufgeschrieben und ihr am Schluss des Abends gegeben.
Als ich sie in diesem Sommer wieder mal traf, sagte sie: >Weißt Du eigentlich, dass Du mir damals bei unserem ersten Treff das Leben gerettet hast?<
Ich war sehr überrascht dies zu hören und fragte warum. Sie meinte dann:> diese beiden Zitate haben mein Leben mit einem Schlag umgeändert und mir eine völlig neue Sicht gegeben. Sie begleiten mich durch alle Schwierigkeiten.< Und diese Frau hatte mittlerweile soo viele Schwierigkeiten, ich kann es kaum glauben, dass sie nicht daran zugrunde ging.

Die beiden Zitate, an die ich mich gar nicht mehr so genau erinnerte, konnte sie mir auswendig sagen. Sie waren diese:

>Deine Trübsal ist meine Vorsehung. Äußerlich ist sie Feuer und Züchtigung. Zuinnerst aber Licht und Gnade<

>Gott hat niemals eine Seele über ihr Vermögen belastet<

Bahá'i-Schriften

Ganz liebe Grüße Linde
und noch einen schönen Sonntag

Zitat:
Manche falschen Wege geht man Jahrzehntelang, ehe es "klick" macht.


Wie wahr sind diese Worte. Da kann ich persönlich ein Lied von singen. Meine letzte Krankheit hat mir grad mal wieder ein "klick" beschert. GOTT SEI DANK
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Burkl schrieb folgendes an Yahia
Zitat:
"Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, / den ganzen Tag musste ich stöhnen.
Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht; meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers.
Da bekannte ich dir meine Sünde / und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. / Und du hast mir die Schuld vergeben. ......
P.S.:
Wenn du Christ wärst und deine Konfession die Beichte kennen würde, würde ich dir jetzt wohl raten dies zu tun, um all dies, was ich vorher gerade geschrieben habe in sakramentaler Form durchzuführen.


Unterstellst du damit nicht, dass Yahia gesündigt hat? Es gibt viele Gründe deprimiert zu sein. Im November sind erwiesenermaßen mehr Menschen niedergeschlagen als sonst das ganze Jahr über. Es ist genau dieses Schulddenken, das mich an den Kirchen abstößt. Sollte man einem melancholischen Menschen nicht aufhelfen, anstatt ihm mit Schuld zu kommen? Welchen Frevel sollte Yahia deiner Meinung nach begangen haben? Warum sollte er die Fehler anderer Menschen deshalb bemerken, weil er mit sich selbst nicht im Reinen wäre? Vielleicht macht er alles richtig und ärgert sich deshalb über die, die es nicht tun. Gerade Menschen, die sich selber höchste Disziplin abverlangen und ihre eigenen Schwächen kennen, fühlen sich häufig auch noch schlechter als sie sind.
Die Crux an christlichen Schriftstellen oder anderen religiösen Texten ist m. E., dass sie immer auf die Schuld desjenigen abzielen, der in Nöten steckt. Die tatsächliche Aussage dahinter ist, derjenige solle etwas besser machen, damit es ihm besser geht.
Einen weitaus tröstlicheren Wert haben die Weisheiten der Dichter. Sie weisen auf einen negativen Gemütszustand in der Weise, dass der Rezipient feststellen kann 'es gibt auch noch andere, denen es so geht'. Er fühlt sich in edler Leidensgemeinschaft mit dem Dichter und nicht schuldig an seinen Nöten. Dinge kommen und Dinge gehen. Gutes wie Schlechtes.
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„Der Seele Grenzen kannst du nicht ausfinden, und ob du jegliche Straße abschrittest; so tiefen Grund hat sie.“ (Heraklit)
Guten Abend an alle

Danke für die vielen lieben Antworten und Hilfsangebote.

Ich danke Dir liebe linde, dass Du mir mit den Zitaten aus den Bahai-Schriften helfen willst. Ich danke Dir, dass Du für mich betest Das schätze ich wirklich sehr.
Besonders der Spruch, dass ich einem anderen helfen soll, dem es noc schlechter geht, hilft mir. Ich habe ihn völlig vergessen, obwohl ich ihn früher gerne gelesen und auch ausgeübt hatte. Es hilft wirklich, anderen Menschen Gutes zu tun. Auch wenn es etwas unlogisch klingt, wirkt es
Danke liebe linde

Lieber Peter,
ich denke, dass Du auch nicht ganz Unrecht hast. Ich hatte einen Sommer, wo ich viele kleine Dinge und große Sachen gleichzeitig planen musste - Bewerbugnen für mehrere Universitäten, Vorbereitung auf einen Aufnahmetest, Wohnungssuche, eine ausländische Freundin als Gast vorübergehend aufnehmen, Umzug vorbereiten und noch einige andere Sachen mehr - das war alles so sehr zu planen. Na ja, es hat alles funktioniert und wurde gut. Anscheinend habe ich jetzt das Gefühl, dass ich immer noch alles planen muss.

Ich denke, ich muss mich einfach wieder darauf einlassen, dass Gott auch für mich sorgt und ich nicht alles planen und gestalten kann, obwohl es doch bei vielen geht. Aber bei vielen brauche ich Gottes Hilfe. Das nötige Quäntchen Gelassenheit und Ruhe muss ich mir wiederholen.

Hey Ikarus,

Zitat:
Bin kein Therapeut, aber ich vermute vieles andere - weil ich das so im Gefühl habe. Hatte ja seine Diskussionen in den vergangenen Monaten verfolgt. Und man kann eigentlich auch schlußfolgern.

Ich glaube, ich weiß, was Du meinst. Aber das Problem habe ich für mich persönlich fast gelöst. Es gibt noch eine kleine Sache, die mich aber nicht wirklich belastet. Vielleicht schiebe ich sie auch vor mir her, aber das muss ich langsam an mich herankommen lassen.

Lieber Piotr,
Zitat:

Krisenzeiten gibt es immer wieder (und je jünger man ist, desto mehr nehmen sie einen mit). Manchmal hilft da nur "weiter funktionieren" und hoffen, dass es irgendwann vorüber ist.

Da hast Du auch wieder Recht. Ich muss etwas gelassener werden, wie ich oben schon geschrieben habe. Dann durchlaufe ich auch die Krisenzeiten.

Zitat:
"Gott sei Dank" gehen die meisten auch tatsächlich vorüber.

Das stimmt

Lieber Rahyim,

Danke für diese Sicht. Lehren tue ich denke ich genug, aber es macht ja nicht viel Sinn, wenn ich davon rede, alle Menschen gütig zu behandeln und lehre, dass Bahai niemandem ein schlechtes Gewissen einreden oder nur auf die guten Seiten einer Person achten sollen, wenn ich es selbst zur Zeit nicht schaffe.

Hoffe, dir geht es schrittweise wieder besser!

Hey Burkl,

Das Gebet ist schön und ich kannte es nicht. Es steckt viel Wahrheit drin. Manchmal verletzt man als Mensch Gottes Gebote - die ja eine Richtschnur darstellen, damit Körper, Geist und Seele keinen Schaden nehmen - unbewusst oder mit kleinen Sachen und schadet sich damit dann ungewollt und unbemerkt selbst. Am Ende wird man niedergeschlagen, da die Seele verletzt ist und man weiß nicht, warum.

Auch der Punkt, dass ich zur Zeit unzufrieden bin mit mir selbst, stimmt. Das ist ja eigentlich, wie ich finde, auch der eigentliche Grund für das Lästern und Herabwürdigen anderer - dadurch fühlt man sich besser kurzzeitig.
Ich fühe mich zur Zeit nicht wohl.

Lieber Heraclitus,

Danke, dass Du mich verteidigen möchtest. Ich danke Dir wirklich dafür.
Burkl kenne ich aber schon länger und weiß, dass er es nicht böse meint oder mich herunterwürdigen möchte, mir ein schlechtes Gewissen machen will oder dergleichen. Er hat eine Wahrheit ausgedrückt, wie ich finde. Das habe ich ja oben schon geschrieben. Danke Dir, dass du mich verteidigen wolltest.

An alle:
Ich denke, dass mein Problem etwas mehrschichtig ist. Zur Zeit fühle ich mich immer sehr einsam, wenn ich andere Paare sehe und sehe, wie glücklich sie sind. Dann spielt sich oft der Film im Kopf ab, wie sie zuhause gemeinsam Zeit verbringen, kuscheln, Weihnachten feiern und all solche Sachen. Dann fühle ich mich einsam und frage mich, was das Problem ist, dass ich niemanden habe.
Ich denke immer, dass ich nicht gut genug für die anderen bin. Dann kommt noch hinzu, dass ich mit meinem Körper nicht zufrieden bin. Ich fühle mich zu dick, obwohl ich für die meisten Freunde und Bekannten gerade richtig bin. Ich rede mir aber ein, dass ich abnehmen müsse. Das strahlt auf die anderen aus, weshalb die mich nicht ansprechen oder dergleichen. Erst wenn ich zufrieden bin mit mir selbst, kann ich anderen Menschen eine Stütze sein.
Das ist denke ich mein Hautproblem. Weihnachten ist eben eine sehr wichtige Zeit für mich und ich hoffe und träume immer davon, irgendwann mit einem liebevollen Partner und meiner Familie diese Zeit zu verbringen. Gerne würde ich Geschenke suchen für diesen Menschen. Na ja, irgendwann werde ich das Glück finden, ich muss nur Geduld und Gelassenheit üben. Und Sport treiben Aber das fange ich jetzt an, bei einem Studio bin ich schon angemeldet.

Danek Euch alle für die vielen Antworten und dafür, dass Ihr Euch Gedanken gemacht habt Das schätze ich sehr.

Liebe Grüße,
Yahia
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https://youtu.be/XJ9E4sbnW-k
Liebe Linde, ich bin mit den Jahren sehr vorsichtig geworden, jemandem einen Ratschlag zu geben, man kann da in sehr große Bredouille kommen, wenn Menschen diesem Ratschlag nachgehen und er erfüllt sich nicht in dem Maße, wie sie ihn sich wünschen, dann zeigen sie gern mit dem Zeigefinger auf den Menschen, der ihnen diesen Ratschlag gab.

Und wenn ich merke, daß ich zu einem Problem keine Lösung parat habe, würde ich mich des Problems auch nicht annehmen.

Ich erinnere mich daran, daß mir Menschen oft ungefragt sagten, was sie sich von mir wünschten und was ich doch tun solle und das ging mir dann soweit, daß ich, wenn ich wirklich mal den Ratschlag annahm und er lief schief, weil er nicht aus mir selbst kam, daß man mich noch auslachte.

Bis ich die Nase gestrichen voll hatte und mir sagte, daß sie ihre Ratschläge lieber behalten sollten, ich brauche sie nicht, lieber falle ich auf die Nase und merke mir die weitere Erfahrung, aber das zu tun, was andere gern tun würden, aber manchmal nicht wissen, wie es ausgeht und dafür ihre Probanden brauchen, das ist nicht mehr meine Sache.

Es darf Jeder gern seine eigenen Erfahrungen machen, ich habe derer eine ganze Menge - einen ganzen Sack voll

Lieber yahia, daß Deine Probleme vielschichtig habe ich mir schon gedacht und was Du über Einsamkeit sagst, kenne ich alles - und was Du über körperliche Befindlichkeiten ausdrückst, ebenfalls - wenn man sich nicht in sich wohl fühlt, dann kommt es immer zum Tragen - wenn Spannung entsteht und dann Mitmenschen manchmal nur nerven - aber wenn man nicht zu der eigenen Aggressivität stehen mag, kommt sie im Körperlichen zum Vorschein, dan wird man krank.

Man darf sich schon eingestehen, nicht der Engel zu sein, den alle anderen von einem erwarten.

Wenn ich all diese Dinge nicht selbst erfahren hätte - im Laufe meines Lebens - könnte ich darüber auch keine Auskunft geben.

Aber Erfahrungen allgemein - man kann nicht alle machen, so macht halt jeder Mensch auf der Welt seine ihm ureigenen.

Schönen Tag noch
gruß, ikarus.
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
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