Notwendigkeit richtigen Handelns


Hallo und danke für die Antworten.

@Zahira
Zitat:
Da ich ab und zu das Gefühl von Einssein mit Allem, in der Einheit sein, mit Allem verbunden sein geschenkt bekomme glaube ich dass erleuchtete Menschen/Wesen sich ihres Handelns und der daraus resultierenden Folgen in jedem Moment bewusst sind, das sie immer im Augenblick SIND und aus diesem SEIN heraus agieren. Aus diesem BewusstSEIN ergibt es sich dass alle Handlungen zum Wohle des Ganzen ausgeführt werden. Persönliches, Ich-bezogenes Begehren und Wünschen ist meines Erachtens dann ganz selbstverständlich ausgeschlossen.


Wenn es aber kein gesondertes SEIN gibt, weil alles EINS ist, also auch das Unharmonische dazugehört?

@Soraja
Zitat:
Es geht erst mal darum, ehrlich zu sich selbst zu sein und sich zu fragen: was weiß ich wirklich und was glaube ich nur, bzw. habe ich einfach von irgendjemandem übernommen?


Klar, und ich weiss nicht genau was in dieser Sache richtig ist und übernehme nichts. Intuitiv ist das Bemühen um richtiges Handeln notwendig, alles Andere erscheint mir absurd. Ich möchte es aber auch völlig verstehen.

@Burkl
Zitat:
Das übergeordnete Ziel des religiösen Strebens ist wohl der Mensch, der nicht mehr sich sondern nur mehr "den Anderen" lebt. Das Ich geht aber deshalb nicht unter. Ich würde sagen es wir verwandelt, auf eine höhene Ebene übertragen, transzendiert - auf eine Daseinsebene, wo dieses Ich nicht mehr zerstörbar ist durch die Kräfte dieser Welt.


Also totale Entwicklung der Selbstlosigkeit erhebt über die Welt. Es kann aber auch andere Wege dorthin geben.

@Peter.Trim
Zitat:
Das mit dem Nicht-Ich ist natürlich so gesehen Unsinn, denn ich bin ich und bleibe so gesehen auch ich. Aber ich soll sämtliche Individuen mitsamt allen Dingen wertschätzen und meine Bedürfnisse dem Willen des vollkommenen einen Gottes unterstellen, der Allen in Allem nur das Vollkommenste will.


Kann sein, eine gute Sache. Einen solchen Glauben habe ich nicht, darum hab ich im Forum Hinduismus, Buddhismus und Zoroastrische Religion gepostet.

Lieber Gruss an euch
Zitat:
Wenn es aber kein gesondertes SEIN gibt, weil alles EINS ist, also auch das Unharmonische dazugehört?


Ja natürlich,
alle Gegensätze der Dualität sind in der Einheit EINS.



Dem EINEN entgegen...
Zahira
_________________
Möge Liebe, Licht und Frieden sich überall verbreiten
Heureka

Ich glaube ich bin dem Ganzen auf die rationale Art mit eurer Hilfe jetzt näher gekommen:

Alles hat eine Ursache, alles entsteht aufgrund bestimmter Vorbedingungen, also auch die Erleuchtung, Befreiung, oder wie man es auch immer nennen will.

Die Bedingungen sind ja überall in Religion und Philosophie überliefert. Aber wie @Soraja richtig sagt: "Nur weil das jemand sagt, heißt es noch lange nicht, dass es so ist."

Wenn aber der Kopf mit Alkohol berauscht ist oder das Gewissen quält, überhaupt Verfinsterungen bestehen, dann gibts eben weniger Licht, das ist nachvollziehbar.

Ja, die Handlungen haben eine Auswirkung auf den Geisteszustand, auf das Bewusstsein. Hirn und Herz müssen erstmal klar werden und rein sonst sieht man ja nicht richtig, oder?

mukti
mukti hat folgendes geschrieben:

Klar, und ich weiss nicht genau was in dieser Sache richtig ist und übernehme nichts. Intuitiv ist das Bemühen um richtiges Handeln notwendig, alles Andere erscheint mir absurd. Ich möchte es aber auch völlig verstehen.



Das möchten wir alle, das ist wohl ein Grundtrieb der Seele und es ist auch richtig so.
Es ist Ausdauer, Beharrlichkeit, Disziplin, Konzentration, Übung und Geduld vonnöten. Alles die Attribute eines jeden, der etwas wirklich können will.

So auch in der Kunst der Wahrheit bzw. der Liebe, was für mich dasselbe ist.
Zitat:
Es ist Ausdauer, Beharrlichkeit, Disziplin, Konzentration, Übung und Geduld vonnöten. Alles die Attribute eines jeden, der etwas wirklich können will.

So auch in der Kunst der Wahrheit bzw. der Liebe, was für mich dasselbe ist.


Ja so ist es, danke für diese Worte.

Manchmal sinkt etwas unter die Bewusstseinsschwelle, gerät in Vergessenheit, man weiss nicht mehr so genau warum man etwas bestimmtes tun sollte.
Es gibt sowas wie verschiedene Grade des Wachseins, also wenn ich mir immer völlig über alles bewusst wäre, würde ich wie ein Yogi leben, hab ich auch schon getan.
Zitat:
alle Gegensätze der Dualität sind in der Einheit EINS.


Da wollte ich dich noch fragen wie du das siehst, wieso erleuchtete Menschen zum Wohle aller handeln, wenn das SEIN zugleich positiv und negativ ist.

Aber ich stehe eigentlich dem Buddhismus näher als dem Advaita Vedanta, gehe das von einer anderen Perspektive an.

Obwohl die beiden Richtungen nicht grundverschieden sind und wesentliches gemeinsam haben.

Grüssli
mukti hat folgendes geschrieben:
Zitat:
alle Gegensätze der Dualität sind in der Einheit EINS.


Da wollte ich dich noch fragen wie du das siehst, wieso erleuchtete Menschen zum Wohle aller handeln, wenn das SEIN zugleich positiv und negativ ist.


Lieber Mukti

Kannst du diesen Gedanken etwas ausformulieren? Ich habe nicht den gesamten Faden verfolgt.

Alles Liebe
mukti hat folgendes geschrieben:



Manchmal sinkt etwas unter die Bewusstseinsschwelle, gerät in Vergessenheit, man weiss nicht mehr so genau warum man etwas bestimmtes tun sollte.
Es gibt sowas wie verschiedene Grade des Wachseins, also wenn ich mir immer völlig über alles bewusst wäre, würde ich wie ein Yogi leben, hab ich auch schon getan.


Einfach die Kunst des Liebens von Fromm ab und zu lesen- das holt einen auf den Teppich zurück...
mukti hat folgendes geschrieben:
Zitat:
alle Gegensätze der Dualität sind in der Einheit EINS.


Da wollte ich dich noch fragen wie du das siehst, wieso erleuchtete Menschen zum Wohle aller handeln, wenn das SEIN zugleich positiv und negativ ist.

Weil jeder Mensch wo anders steht in seiner Entwicklung, ist er mit der Wahrheit, dem Ganzen, schon mehr verschmolzen oder weniger.

Der, der mehr verschmolzen ist, handelt richtiger, d.h. er erkennt die Grenzen der Liebe und wahrt sie. Ein weniger verschmolzener Mensch überschreitet Grenzen und es ist ihm nicht bewusst.

Handelt nun also ein reiferer Mensch im Sinne der Liebe, so muss er sich gegen die Grenzüberschreitungen wehren, das kannst du in Allen Befreiungsprozessen aller Ländern und Völker beobachten.

Aus der Sicht des weniger Reifen ist es negativ, wenn man ihm seine Macht wegnimmt, aber aus der Sicht des Absoluten ist es positiv.

Die Wahrnehmung von positiv und negativ ändert sich mit der Zeit.

Aber die Negativität wird nicht aufgehoben, sie bleibt in der Welt als Ganzes bestehen, nur der Liebende hat gelernt, die Grenzen der Liebe nicht mehr zu überschreiten, so erntet er für sich selbst nichts mehr Negatives- das hebt aber nicht das Negative selbst auf.

Nur für ihn und sein Erleben.

Das ist so, wie wenn du beschließt, nicht mehr nach Afrika zu fahren.
Du bist allem, was dort passiert, nicht mehr ausgeliefert, weil du nicht dort bist, aber Afrika existiert trotzdem.


Zitat:

Mit dem Mut, sich zur (eigenständig erkannten) Wahrheit zu bekennen und sich nach ihr auszurichten, beginnt auch die persönliche Verantwortlichkeit.

Was auf einer Bewusstseinsebene als real und wahr angenommen wird, kann aus einer anderen Ebene als Illusion oder Krücke erkannt werden.

Die Wirklichkeitsauffassung und die Wahrnehmung verändern sich je nach dem Bewusstseinsniveau.
Aus Hawkins' Sicht nimmt das verwirklichte Bewusstsein, die Liebesfähigkeit und die Gottesnähe fortschreitend zu, das heißt, es wird umfassender, allgemeiner, un-persönlicher und "wahrheitsgetreuer" im Sinne einer größeren Übereinstimmung mit der "göttlichen Konstante", der Wahrheit des Absoluten.

Unwahrheit und Ignoranz sind nicht Feinde der Wahrheit. In ihrem Umfeld ist Wahrheit abwesend.

http://de.spiritualwiki.org/Hawkins/Wahrheit
Zitat:
In seiner Lehre geht es Hawkins um das Gewahrwerden Gottes.

Er empfiehlt Hingabe, Demut und Übergabe an Gott. Es sind Qualitäten der Spiritualität. Glaubenssysteme, Religion und Esoterik spielen nach Hawkins eine untergeordnete Rolle. Wesentlich für den Aspiranten, der den geraden und steilen Weg geht, ist die Ausrichtung, spirituelle Intention Disziplin auf den Willen Gottes.

Zentral für den Weg zu Gott ist für Hawkins die Auflösung des Egos. Diesem Thema räumt er daher großen Raum in seiner Lehre ein.

Das Ego umfasst aus Hawkins' Sicht alles, was Menschen als "ich" bezeichnen: menschliche Eigenschaften und Charakterzüge, Einstellungen (so genannte Denkpositionen) und unsere Gedanken. Ängste sind beispielsweise ein Produkt des Egos.
Vordergründig auf Existenzsicherung und Überleben als Rechtfertigung ausgerichtet, behindert das Ego den geistigen Weg.
Allein schon das Wissen und die Bewusstwerdung über die eigenen Strukturen und Mechanismen verringert die Anhaftung an das Ego.

Je schwächer der Einfluss des Egos, desto freier wird der Weg zu Gott. Hawkins weist darauf hin, dass das Ego sehr tückisch ist und sich auch spirituellen Metazielen zwecks des eigenen Überlebens anpasst beziehungsweise, sie vereinnahmt.
Ohne sorgfältiges Überprüfen und insbesondere Demut kann die spirituelle Variante des Egos unbemerkt Oberwasser bekommen.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Lehre ist die Darlegung von Nichtdualität, die Wirklichkeits-Wahrnehmung der höheren Bewusstseinsebenen. Ab der Ebene von 500 fangen Gegensätze (Dualität) an, sich allmählich aufzulösen.
Da moderne logisch-wissenschaftlich geprägte Menschen diese Vorstellung nur schwer nachzuvollziehen können, lehrt Hawkins diese Thematik ausführlich, um sie verständlich zu machen. Buch 2 stellt hierzu eine gute Grundlage für das Verständnis dar.

Die Gegenwart GOTTES ist die Quintessenz von tiefem Frieden, Stille und Liebe. Sie ist überwältigend in ihrer unauslotbaren Tiefe. Sie hüllt einen vollständig ein, und diese Liebe ist so kraftvoll, dass sie alle noch verbleibende „Nicht-Liebe“, die das restliche Ego festhält, auflöst. David Hawkins, Das All-sehende Auge, S. 221


Mit dem Buddhismus hab ich es nicht, weil mir Gott und die persönliche Beziehung darin fehlt.

Zitat:
Die erste Erinnerung des nunmehr 82 Jahre alten Hawkins reicht ins Jahr 1930, in dem der damals Dreijährige plötzlich aus seiner kindlichen Selbstvergessenheit mit einem überwältigenden Glückserleben erwachte, was ihn zugleich zutiefst schockierte.

Dabei wurde ihm der Kern und die Essenz der (seiner) Existenz bewusst. Auf sein nonverbales und vollständiges Verständnis der Aussage “Ich bin” folgte unmittelbar die Angst, in Wirklichkeit gar nicht zu exisieren, eben deshalb, weil er irdisch verkörpert war.

Erst fünfzig Jahre später war es ihm durch eine Gnadenerfahrung möglich, dieses philosophische Lebensrätsel des Dualismus von Sein oder Nichtsein im Licht der Einheit zu lösen.
Es gibt nur Sein, kein Nichtsein.
Sein Kindheitsschock angesichts der Nichtexistenz war auf den Irrtum der Leerheit (BW 850) in der Lehre des Hinayana Buddhismus zurückzuführen, auf den er sich in seinem früheren Leben als buddhistischer Mönch, der vielfach außerkörperlich unterwegs war, versteift hatte.

Lieber Long Road,

Zitat:
Kannst du diesen Gedanken etwas ausformulieren? Ich habe nicht den gesamten Faden verfolgt.


Wenn das Eine von einem Menschen verwirklicht ist, warum handelt der dann zum Wohl des Ganzen? Das Ganze umfasst alles, auch das Destruktive oder Böse.

Argumente dieser Art werden vorgebracht, um zu rechtfertigen dass man sich nicht bemühen muss: Was du auch tust, du bist immer im Einen.

Liebe Grüsse,

mukti