Abtreibung, Notlage


Hallo,
ich las über das Stück Cyankali von Friederich Wolf, ein Stück das die objektven enormen Probleme von "zuviel" Kindern in der Zeit von Not, Hunger, Arbeitslosigkeit und Weltwirtschaftskrise beschreibt.

Ich denke im Gegensatz dazu ist im Mitteleuropa nach dem Jahr 2000 wirklich nicht von Notlagen zu sprechen, weder materiell noch über soziale Diskriminierung von alleinerziehenden Müttern.

Ich weis daß es Frauen gibt denen von Männern mit oder ohne Standesamt die Ehe versprochen wurde, diese aber wenn ein Kind kommt "kündigen".

Dazu sage ich so wie es Männern, denen auch die Vaterschaft im Rahmen von Scheidung gekündigt wird, zugmutet wird trotzdem ohne Erziehungsaufgabe 25 Jahre Barunterhalt zahlen zu müssen, so ist es menschlich zumutbar daß eine Frau der die Mutterschaft nicht in das ( egoistische ) Lebenskonzept passt das Kind nicht abreibt sondern nach der Geburt zur Adoption freigibt.
@Weinberg

Was soll ich sagen? Sehr präzise analysiert.

LG Burkl
Das ist ja als verleiche man Äpfel mit Birnen...
Ich bin auch nicht für Abreibung, halte aber die Adoption für genauso wenig geeignet. Wer weiß denn in welche Familie so ein Kind gerät? Und damit meine ich noch nicht einmal die schlimmsten Dinge, die passieren könnten, sondern einfach nur die Unfähigkeit, ein angenommens Kind wie sein eigen Fleisch und Blut zu lieben. Es ist doch heute so, dass Kinder von den Ämtern vorzugsweise in Familien gegeben werden, die schon Kinder haben. Niemand kann mir sagen, dass der Großteil der Adoptiveltern ihr eigenes Kind nicht bevorzugen - eine verständliche Reaktion übrigens. Natürlich gibt es die Musterbeispiele, die großartigen Ausnahmen, die Adoptiveltern von Rösler und Co.
Aber Dokumentationen zeigen meistens eine ganz andere Seite der Adoptivkultur. Da spüren erwachsene Adoptivkinder, dass sie "irgendwie nicht von diesen Eltern sind". Sie kramen in Unterlagen und dann der große Schock, mitunter auch die Erleichterung "gehen zu dürfen". Dann aber beginnt die lebenslange Frage nach der Identität. Das können wir uns, egal wie problematisch das eigene Elternhaus vielleicht sein mag, gar nicht vorstellen: Nicht zu wissen wer man ist. Wir unterschätzen das Wissen um unsere Wurzeln. Es ist eine absolut elementar wichtige Erfahrung zu wissen wer man ist und woher man kommt.
Viele Adoptiveltern adoptieren ein Kind nämlich aus dem selben Egoismus aus dem andere Frauen abreiben lassen. Sie wollen sich verwirklichen, in dem Fall als Eltern. Wenn dann das Kind sich nicht so entwickelt, wie erwartet, wenn die "Dankbarkeit" ausbleibt, selbst bei Kindern, die nichts von ihrer Adoption wissen - denn Kinder haben ja immer dankbar zu sein, dann ist es aber zappenduster.
Nein, Adoption ist nicht das Mittel der Wahl, wie ich finde. Allerdings erwarte ich von Frauen, die sich selbst verwirklichen wollen und meistens ja auch über die nötige Intelligenz dazu verfügen, dass sie in der Lage sind zu verhüten. Das ist ja heute wohl das geringste Problem.

LG
Helle
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Sollte ..vergleiche.....heißen, entschuldigt!
Hallo,

eine Einschätzung:

Erschwerniss von Abtreibung hat welche Folgen:

1. Diziplin mit wem und wann unterwelchen Umständen mit welcher Verhütung "Bettsport" betrieben wird.

2.Austragen unerwünschter in das egoistische Lebensplanung nicht passender Kinder.

2.1 Wenn es da isit doch akzeptanz zu einem erheblichen Teil.

2.2. Eine kleine Anzahl zur Adoption.

3. Ein kleiner Teil illegaler Abtreibungen.
hallo Weinberg,

ich glaube nicht, dass es in den meisten Staaten der Welt sehr leicht gemacht wird, eine legale Abtreibung vorzunehmen.

Wird die Abtreibung ganz verboten, gibt es wieder den Abtreibungs-Tourismus für die finanziell besser Betuchten, und die Engelmacherin für den Rest der Frauen.

Jede Abtreibung ist eine Bankrotterklärung der Gesellschaft vor den Problemen einzelner Frauen. Aber das hilft den Frauen nicht weiter.
Man kann nur nach sorgfältiger Abwägung der persönlichen Situation der Frau und im Einverständnis mit ihr zu einer Lösung kommen.
Ich halte es für vermessen, sich einfach auf das christliche Gebot "Du sollst nicht töten" zurückzuziehen und damit jede Abtreibung als Möglichkeit zu verneinen.
Es wird wahrscheinlich kaum Statistiken geben, die anähernd genau das Verhältnis heutiger legaler Abtreibungen zu den Abtreibungen vor ca 50 bis 100 Jahren darstellen, da ja illegale Abtreibungen, die gelungen sind, kaum erfasst worden sind.
Ausserdem wird mit dem Austragen unerwünschter Kinder nichts darüber ausgesagt, wie das Leben dieser Kinder in Zukunft in diesen Familien aussehen wird.

Da sind sehr viele Aspekte zu berücksichtigen, die man sorgfältig abwägen muss. Mit reinem Bauchgefühl kommt man da wohl nicht sehr weit.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Jede Abtreibung ist eine Bankrotterklärung der Gesellschaft


Hmmm....

Dasss nur die Gesellschaft verantwortlich ist, das würde ich nicht so sehen.

Es gibt immer auch die inviduelle Ebene von Schuld.

Ich würde sagen die Gesellschaft bereitet den Boden in die eine oder andere Richtung. Wenn Abtreibung normalisiert und banalisiert wird, was heute in der westlichen Welt der Fall, dann wird auch der Gedanke der Schuld verwässert. Dann kommt es dazu, dass Abtreibung als nachträgliche Verhütungsmethode gesehen wird, was bereits vielfach der Fall ist.
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
hallo Weinberg,

Jede Abtreibung ist eine Bankrotterklärung der Gesellschaft vor den Problemen einzelner Frauen. Aber das hilft den Frauen nicht weiter.

Pjotr Kala


Hallo,
Was für Probleme? In unsere reichen Gesellschaft mit so guten Sozialleistungen. Und wenn "Problem", heute gibt es wirklich genügend Technik und Information über Verhütung.

Gruß.

Übertrieben, aber von der Befürworterseite her zu Ende gedacht:

Wenn eine Schwangerschaft un Mutterschaft unzumutbar sein soll u.U., dann wären bis zu 25 Jahre Barunterhaltspflicht es Vätern auch, also Abtreibung gegen den Wunsch der Mutter auf verlangen des Vaters...

Nicht meine Forderung, ergibt sich aber aus der Argumetation der Befürworter!