Abtreibung, Notlage


Pjotr hat folgendes geschrieben:
Man muss gerade den Begriff Vernunft konkretisieren, d. heisst, welchen Aspekt der Vernunft in der gerade stattfindenden Diskussion man benutzen will.


Das gilt für "Logik" aber auch. Da steckt "Logos" drinnen = Vernunft.

Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Man spricht heute bei den Schimpsansen eindeutig von einfachen vernunftgemässen Handlungen. (Gebrauch von Werkzeugen usw).


Aber eindeutig auf einer anderen Ebene - die Metaebene "Gut-Böse" fehlt z.B. völlig, was eine gänzlich andere Handlungsdimension bedeutet:

http://www.mpg.de/522734/pressemitteilung20060117?filter_order=L
hallo Burkl,

ja, das gilt auch für Logik. Und eben weil die Begriffe so vieldeutig sind, muss man genau definieren, worauf man hinaus will. Vernunft, Verstand, Liebe, Wahrheit usw. sind alles Begriffe, bei denen man schnell aneinander vorbeiredet, weil jeder eigentlich was anderes meint.

Die Meta Ebene"Gut-Böse" hat nichts mit der Vernunft als zielgerichtete Handlung zu tun. Sie ist eine moralische Grösse. Moral gibt es in ersten Ansätzen auch bei Menschenaffen (als Trauer oder Hilfeleistung). Aber unsere viel weiter entwickelten Moral-Vorstellungen sind eigentlich das einzige, was uns wirklich vom Tier unterscheidet.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Die Meta Ebene"Gut-Böse" hat nichts mit der Vernunft als zielgerichtete Handlung zu tun. Sie ist eine moralische Grösse.


Damit definierst du - bzw. beschneidest du aus meiner Sicht den Vernunftbegriff sehr stark.

Darum reden ja denke ich religiöse Menschen und moderne Rationalisten so oft aneinander vorbei.

Vernunft ist für mich in ihrer religiösen Dimension der Handlungsimpuls, der Zweckbestimmung des Menschseins zu entsprechen. Was diese Zweckbestimmung ist kann - und da sind wir wieder eine Meinung, denke ich - nicht verallgemeinert oder abstrakt erklärt werden. Aber es kann "archetypisch", stellvertretend an einem konkreten Menschen abgelesen werden, was das bedeutet. Das abstrakte und unsichtbare Prinzip der Vernunft kann dann konkrete Gestalt annehmen und sichtbar werden, wenn ein Mensch vollständig in diesem Prinzip der Vernunft existiert, nicht nur danach handelt, wenn es sein Wesenskern ist. Als Christ glaube ich, dass es diesen exemplarischen Menschen gibt - Jesus Christus. Und weil sein Wesenskern die reine Vernunft ist, hat er eine herausragende Stellung gegenüber allen anderen, die jemals gelebt haben und leben werden.

"Und das Wort - der Logos - ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohnt / und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, / die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, / voll Gnade und Wahrheit." (Joh 1,14)
Hallo Burkl,

Durch eine auf möglichst wenige Auslegungen zulassende Begriffs-Definition schaffe ich aber eine Diskussionsgrundlage, die "Geschwafel" vermeidet.

So, wie du Vernunft definierst, ist es ein metaphysischer Begriff (und kann damit n i c h t beweiskräftig untermauert werden).

Zielgerichtetes Handeln würde ich als "vernünftig" akzeptieren, das "Ablesen einer Zweckbestimmung oder Ausrichtung auf einen "Gott", sprengt meines Erachtens den Vernunftbegriff.Diese Zweckbestimmung ist eher eine religöse Idee oder Vorstellung, die durch einen Religionsstifter in die Welt gekommen ist.

Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
@ Piotr Kala,

in diesem Zusammenhang
Zitat:
Eine Theorie wird erst dann zum physikalischen Gesetz, wenn unter gegebenen Bedingungen keine Falsifikation des Gesetzes bekannt ist.
empfehle ich wärmstens die Lektüre von Dinesh D'Souza,"Leben nach dem Tod. Warum es nicht irrational, sondern logisch ist, an das Jenseits zu glauben."
Insbesondere Kapitel 7 "Das spirituelle Gehirn" widerlegt materialistische Ansichten und Argumente bezüglich Gehirn und Geist und zwar mit ganz wissenschaftlichen Methoden. Mindestens aber so wissenschaftlich wie die logische Beweisführung von Dawkins und Co.
Was vernünftig ist und was nicht, erscheint nach dem Lesen dieses Buches in einem ganz anderen Licht. Ich werde auch jetzt nicht zusammenhangslos zitieren, das wäre zu schade. Wenn du dich wirklich überzeugen lassen willst, dann machst du dir die Mühe, diese Buch zu lesen.

LG
Helle
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern