Ich bin Christin und mein Freund Moslem


Hallo Leute,
ich bin nun mit meinem Freund schon zwei Jahre zusammen und es läuft wirklich alles super, ich könnte mir auch keinen besseren Partner vorstellen. Jedoch ist er Moslem und darf eigentlich keine Freundin haben, seine Mutter würde das nicht unterstützen. Da wir in einer Fernbeziehung leben ist es auch deshalb sehr schwer uns oft zu sehen, da das Geld fehlt als Student. Ich habe einfach nur das Anliegen, dass ich es einfahc nicht verstehe wieso ein Moslem keine Freundin haben darf, ich find es mehr oder weniger "Schwachsinn", da man den Gefühlen freien Lauf lassen sollte..Ich leide darunter und weiß nicht wirklich was ich tun soll. Ich möchte auch niemanden anderes in meinem Leben haben, da er wirklich wundervoll ist wie er ist, nach vielen Erfahrungen habe ich wirklich den Richtigen gefunden
Er ist auch nicht so, dass er sagen würde, ich müsste ein Kopftuch tragen wenn wir verheiratet sind oder sonstiges, er ist ein wirklich sehr toller Freund und respektiert mich, aber was soll ich bloß mit dem Problem tun? Ich bin so durcheinander
Liebe Blume009,

vorweg: Deine Situation ist sicherlich eine schwierige.

Zunächst einmal: "Den Gefühlen freien Lauf lassen" ist in der ersten Verliebtheit völlig normal, aber sicherlich auf lange Sicht nicht das Optimum, weil starke Gefühle auch stark die Rationalität von Entscheidungen beeinträchtigen. Du solltest schrittweise versuchen trotz aller "Schmetterlinge im Bauch" die ganze Beziehungsthematik auch auf der "Kopfebene" anzusiedeln.

Und dein rationaler Verstand wird dir dann sagen, dass eine sexuelle Beziehung bedeutet, dass man einem Menschen das Maximum an Hingabe schenkt, womit man sich in so eine Beziehung maximal emotionell involviert und damit auch sehr verletzbar macht. Unter dem Aspekt des Schutzes der Integrität des Seelenlebens, ist es auch aus christlicher Sicht nicht in Ordnung, wenn du zu deinem Freund eine sexuelle Beziehung unterhältst ohne dass ihr verheiratet seid. Die empfindlichste Sphäre des Menschen bedarf des maximal möglichen geschützten Rahmens.

Eine rein freundschaftliche Beziehung und das "Verliebtsein" ist, wie ich aus deinen Zeilen herauslese, bereits Wirklichkeit zwischen dir und deinem Freund. Und wenn zwei Menschen sich angezogen fühlen, kann weder ein Christ noch ein Moslem das Geringste dagegen einzuwenden haben.

Du musst davon ausgehen, wenn ihr euch wirklich zur Heirat entschließen solltet, es in weiterer Folge zu tiefgreifenden familiären Problemen kommen könnte. Wenn das islamische Elternhaus deines Freundes konservativ eingestellt sein sollte, wird das bedeuten, dass sie vehement darauf bestehen werden, dass eure zukünftigen Kinder Moslems sind und im islamischen Glauben erzogen werden müssen. Ein islamischer Vater bedeutet nämlich im Islam immer auch ein islamisches Kind. Diese Tatsache muss dir bewusst sein und auch, dass wenn du es dann anders sehen willst, große familieninterne Spannungen und Streit bevorstehen könnten.

All dies soll aber nicht bedeuten, dass du alleine wegen solcher Überlegungen die Beziehung zu deinem Freund aufgeben solltest. Liebe findet immer ihren Weg, auch wenn er steinig und weit ist. Liebe geht ihn und überwindet alle Mauern. Ich möchte dir zum Abschluss noch ein Zitat aus dem Hohelied der Liebe mitgeben:

"Stark wie der Tod ist die Liebe, / die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, / gewaltige Flammen.
Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; / auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, / nur verachten würde man ihn." (Hld, 8,6 u. 7)
Burkl hat folgendes geschrieben:
Du musst davon ausgehen, wenn ihr euch wirklich zur Heirat entschließen solltet, es in weiterer Folge zu tiefgreifenden familiären Problemen kommen könnte. Wenn das islamische Elternhaus deines Freundes konservativ eingestellt sein sollte, wird das bedeuten, dass sie vehement darauf bestehen werden, dass eure zukünftigen Kinder Moslems sind und im islamischen Glauben erzogen werden müssen. Ein islamischer Vater bedeutet nämlich im Islam immer auch ein islamisches Kind. Diese Tatsache muss dir bewusst sein und auch, dass wenn du es dann anders sehen willst, große familieninterne Spannungen und Streit bevorstehen könnten.



Es ist aber durchaus möglich, eine christliche Ehe zu schließen mit dem Versprechen, die Kinder christlich zu erziehen. Das ist Ermessenssache der Partner.

In allen anderen Punkten stimme ich Burkl von Herzen zu. Ich bitte Dich, liebe Blume, diese Ratschläge zu bedenken.

Übrigens: ganz herzlich willkommen hier im Forum !

Liebe Grüße von Minou
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten
Ich würd nicht allzu viel darauf geben was irgendwelche Eltern sagen. Ihr seid beide erwachsen und habt damit ein eigenes Entscheidungsrecht - auch wenn es klar ist, dass man sich es mit den eigenen Eltern nicht verschätzen und mit den Schwiegereltern gutstellen möchte, sollte das möglich sein. Trotzdem haben die nichts zu melden, wenn ihre Kinder erwachsen werden, finde ich.

Ich glaub, wenn ihr heiraten solltet und Kinder bekommt ist es das Beste sie mit der ganzen Religionssache nicht zu behelligen. Kinder verstehen sowieso nichts von Religion und sollten generell - nicht nur in diesem Fall - selbst entscheiden dürfen, wenn sie schon älter sind.
Bastet hat folgendes geschrieben:

Ich glaub, wenn ihr heiraten solltet und Kinder bekommt ist es das Beste sie mit der ganzen Religionssache nicht zu behelligen. Kinder verstehen sowieso nichts von Religion und sollten generell - nicht nur in diesem Fall - selbst entscheiden dürfen, wenn sie schon älter sind.


Ich denke das Kinder mehr verstehen als wir Erwachsene manchmal glauben. Aber das ist ein anderes Thema.
Aber das mit dem selber entscheiden wenn sie älter sind find ich gut.
pauli hat folgendes geschrieben:
Bastet hat folgendes geschrieben:

Ich glaub, wenn ihr heiraten solltet und Kinder bekommt ist es das Beste sie mit der ganzen Religionssache nicht zu behelligen. Kinder verstehen sowieso nichts von Religion und sollten generell - nicht nur in diesem Fall - selbst entscheiden dürfen, wenn sie schon älter sind.


Ich denke das Kinder mehr verstehen als wir Erwachsene manchmal glauben. Aber das ist ein anderes Thema.
Aber das mit dem selber entscheiden wenn sie älter sind find ich gut.


Man sollte Kindern auch keine Sprache beibringen, sie sollten dann später selber entscheiden können ob sie Deutsch, Englisch oder sonstwas sprechen wollen.

Alles Liebe
Long Road hat folgendes geschrieben:

Man sollte Kindern auch keine Sprache beibringen, sie sollten dann später selber entscheiden können ob sie Deutsch, Englisch oder sonstwas sprechen wollen.
Alles Liebe


Da brauchst du nicht bis später warten. Sprache lernen Kinder auch von selber. Die Umwelt formt den Menschen.
@ Pauli

Das stimmt schon. Dennoch formen die Eltern in einem sehr großen Maß ebenso. Und das ist in den meisten Fällen gut so. Ich finde es daher prinzipiell nicht verkehrt seine Kinder mit der eigenen Sprache, oder eben der eigenen Religion, zu behelligen.

Alles Liebe
Kann man so machen. Es ging ja auch darum wann man sich für eine Religion entscheidet. Aber in den meisten Familien wird man ja schon in die Religion hinein geboren.
Taufe zum Beispiel. Natürlich kann man sich nachher für was anderes entscheiden oder auch nicht.
pauli hat folgendes geschrieben:
Kann man so machen. Es ging ja auch darum wann man sich für eine Religion entscheidet. Aber in den meisten Familien wird man ja schon in die Religion hinein geboren.
Taufe zum Beispiel. Natürlich kann man sich nachher für was anderes entscheiden oder auch nicht.


Natürlich soll man sich später selbst entscheiden können. Ich meinte nur, dass man eben in einen bestimmten Kulturkreis, inklusive einer vorherrschenden Sprache und Religion, hineingeboren wird. Und natürlich geben Eltern diese Dinge an ihre Kinder weiter.

Wenn ich gläubiger und praktizierender Christ bin ist es klar, dass ich meine Kinder taufen lasse. Wenn ich Deutsch spreche ist es klar, dass ich meinen Kindern auch Deutsch beibringe. Was die Kinder später machen steht dann auf einem anderen Blatt, aber natürlich werden sie von vornherein von den Eltern geprägt und behelligt, auch religiös.

Alles Liebe