Luzifer - Engel ( ?) des Lichts, Todesengel oder Teufel?


Luzifer, der Engel des Lichts, der prächtigste Engel Gottes, soll es gewesen sein, der sich, nach Jesaja 14, gegen Gott auflehnte und aus dem Himmel fiel.
Dass ein Ex-Engel aber zum absolut Bösen mutiert, kann man ja schon aus Gründen der Eitelkeit kaum glauben.
Aber darum geht es mir nicht, sondern darum, dass Menschen in Nahtodeserlebnissen immer von dem persönlichen Licht sprechen, das kommt, ihnen ihr Leben zeigt, sie aber trotz Fehler und schlechten Taten nie verurteilt. Eine große Liebe, Annahme und Verständnis gehe von diesem Wesen aus. Es bestehe aus Licht. --- Dann kommen die Menschen ja zurück, können also nicht erzählen, wie es weitergegangen wäre, wäre ihr Körper tot geblieben.
Die meisten Menschen identifizieren diese Lichterscheinung mit ihrem religiösen Anführer. Für die einen ist sie Christus, für die anderen Mohamed für wieder andere eben ihr Prophet etc. Nie aber ist jemand auf die Idee gekommen es mit Gott persönlich zu tun zu haben, es sei denn, man geht davon aus, das für Christen Gott und Christus dasselbe ist.
In jedem Fall trösten solche Berichte, machen Hoffnung und lassen einen ruhig werden, gerade in Bezug auf Verurteilung, Gericht und Strafe. Das Lichtwesen versteht ja alles, nimmt einen bedingungslos an.
Trotz aller "Aufgeklärtheit" (wenn man mir diese zugesteht, obwohl ich an ewiges, unsterbliches Bewusstsein glaube) drängt sich mir immer wieder der Gedanke auf, dass dieses Lichtwesen ja eine böse Täuschung sein könnte. Wer ist dieses Wesen? Ist es der Todesengel, ist es das, was schon die alten Griechen unter Luzifer verstanden oder ist es der Teufel, in seiner perfidesten Eigenschaft, zu verdrehen, zu irritieren und zu lügen?
Sprich: Ist es ein Wesen, das Licht und Liebe imitieren kann, aber die Menschen in Falle locken will mit dem Versprechen: Du wirst nicht verurteilt, du verurteilst dich selber?
Das einzige, was dagegen spricht, ist die Tatsache, dass Menschen nach einer solchen Begegnung die Liebe als das wichtigste im Leben erkennen.
Es müssen ja auch irgendwelche Erfahrungen zugrunde liegen, die in so vielen Kulturen einen Sohn der Morgenröte, einen Luzifer, einen Lichtträger, einen Cherub, einen Glanzstern etc. in der Vorstellung religiöser Menschen verfestigt hat. Warum aber kommt diese Gestalt - wie immer man sie auch nennen mag, in der Bibel so schlecht weg? Warum wird sie dort mit dem Teufel (Diabolos: Entzweier) in Verbindung gebracht, mit einem Lügner? Und warum fand im Mittelalter scheinbar eine Gleichsetzung des Teufels mit dem Gehörnten statt, eigentlich dem Naturgott Pan, der ansich keine böse Gestalt ist, sondern das männliche Element in der Natur verkörpert, so wie Diana das weibliche? Und ist Luzifer überhaupt mit dem Lichwesen gleichzusetzen, das einem im Sterben begegnet?

LG
Helle
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Eigentlich wird das metaphorische Licht ja gerne mit der Erkenntnis assoziiert.
Im Sinne des Katholizismus ist es der Akt der Vernunft, der sich über Gebote
oder nur Aussagen, die aus der Bibel stammen, hinwegsetzt.
Tja- und dem wird nunmal Eitelkeit und Eigenmächtigkeit
schon im selbstständigen Denken unterstellt.

Nunja, so scheue denn das Licht, denn da kann Gott nicht sein
und suche Dein frommes Heil in der Dunkelheit.
Schönheit in der Wirklichkeit kann nicht sein.
Pantheismus? -bäh!
Die Welt ist nur ein Trugbild, uns zu versuchen!

Wie wird bei so einem Glauben wohl der "Himmel" aussehen?
Und wer hätte Bock auf sowas?

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"
Das ist das Verhängnis
zwischen Empfängnis
und Leichenbegängnis
nichts als Bedrängnis.
"
Erich Kästner
Hi, liebe Helle - ich glaube, daß man schon damals, wie man es auch heute noch macht, immer den Schwarzen Peter auf andere geschoben - iiicchh war das nicht - der da, der andere - der war das - iich doch nicht!

So brauchte man den Luzifer, den Engel, der da eben nicht so will wie Gott will - sagte man - ob es so war - weiß ich nicht - weiß wohl keiner - es sind immer Auslegungen - aber man kann Luzifer auch anders sehen.

Wir haben im Archiv so viele Seiten über Luzifer oder Satan, Hüter der Schwelle, da kann man nachblättern.

Interessant ist übrigens, daß R. Steiner einen Unterschied zwischen Luzifer und Ahriman macht, indem er Luzifer als den besseren 'Bösen' darstellt und in Ahriman die Kälte - die Intelligenz sieht, die gezielter das Böse tun kann.
In der Suchmaschine unter "das wesen von ahriman" zu finden.
Zitat:
(...obwohl ich an ewiges, unsterbliches Bewusstsein glaube) ...Helle)

http://www.geistigenahrung.org/ftopic57773.html

Wie viele Menschen sich bereits mit dem Thema Luzifer herum schlugen und irgendwie hat man das Gefühl, daß man nie zu des Rätsels Schluß kommt/kommen wird.

Vielleicht muß man Luzifer genauso als Teil von einem selbst annehmen, wie auch Christus.
http://www.8-pfad.de/theosophie/konstanz/christus/inhalt.htm
http://www.8-pfad.de/theosophie/konstanz/christus/weg.htm
Jeder ist sich selbst der Weg, der zur Wahrheit und Erlösung führt.

Zitat:
Dasselbe sagt der Apostel Paulus in den Worten:

“Christus in euch ist das Geheimnis der Erlösung.” “Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus lebet in mir.” Demnach ist Christus nicht eine äusserliche Persönlichkeit, die einmal vor zweitausend Jahren gelebt hat. sondern der unvergängliche Geist (die Individualität), welcher der vergänglichen Persönlichkeit zugrunde liegt und in ihr sich entwickeln und offenbaren soll.


Im Laufe der Jahre, wenn man sich dieser Themen annimmt, merkt man, zumindest geht es mir so, daß immer neue Interpretationen in Erscheinung treten, bzw. daß schon sehr viele Menschen darüber geschrieben haben - sich Gedanken machten - und alles wird immer ähnlicher.

In der Reinkarnationslehre ist der Luzifer der Helfer Gottes, weil er den Menschen dazu bringt, den Menschen in Versuchung zu führen, in die tiefsten Tiefen zu kommen, um daran zu wachsen und dann um geläutert wieder zu Gott zurück zu finden.

Betrachte ich mir die Menschheit, dann bin ich geneigt, dieser Variante den Vorzug zu geben.

Einen schönen Tag wünsche ich - waren nur ein paar Gedanken zu Deinem Beitrag.

mfg, ikarus
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Hallo Ikaruse,

Zitat:
Vielleicht muß man Luzifer genauso als Teil von einem selbst annehmen, wie auch Christus.


Ich verstehe den Satz so, dass du Luzifer als böses Wesen interpretierst.
Ich frage mich haupsächlich, ob Luzifer (als Synonym für Teufel) mit dem Lichtwesen in Nahtodeserlebnissen identisch ist.
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Hermann Kern
Lieber Helle!

Sollte es Lucifer tatsächlich geben, so war er mal ein Lichtwesen, das durch seinen Fall zu purer Dunkelheit geworden ist und dem die Gottferne innewohnt.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Ikarus hat folgendes geschrieben:


Wie viele Menschen sich bereits mit dem Thema Luzifer herum schlugen und irgendwie hat man das Gefühl, daß man nie zu des Rätsels Schluß kommt/kommen wird.



Nö, für mich ist das Thema Luzifer eindeutig geklärt.

Luzifer ist ein Name für ein Prinzip, das Prinzip heißt Widerstand.
Luzifer gibt Widerstand, damit wir wachsen, deshalb ist er auch der vor Christus Erschaffene, denn es braucht zuerst den Widerstand, um dann den Widerstand mithilfe des Christus-Prinzips zu überwinden.

Ohne Gebirge keine Überwindung des Gebirges.

Luzifer wird von daher als böse bezeichnet, weil niemand diese Widerstände will, aber wachsen will jeder....das geht aber nicht ohne Widerstände.

Man wird also im Laufe der Erkenntnis erkennen, dass es nichts Böses gibt, sondern dass wir etwas als Böse bezeichnet haben, was uns als Wesen in der Liebe und in der Erkenntnis der Wahrheit wachsen lässt.

Was nicht heißt, dass man nicht Verhalten und Meinungen von Menschen, die diese Erkenntnis noch nicht haben, nicht als böse bezeichnen könnte.
Natürlich sind sie böse, solange sie in dem Bösen nicht die Aufgabe der Vergebung und die Möglichkeit zum wachsen erkannt und angenommen haben.

Wer aber das Böse als das erkennt, was es ist, der handelt nicht mehr böse und geht nicht mehr von einer bösen Macht aus, sondern erkennt seine Projektionen als falsche Interpretationen seines eigenen, falschen Denkens und Handelns.

Dann also gibt es keinen bösen Luzifer mehr, sondern nur noch eine Menge hoher und reifer Wesen, die uns helfen, ebenfalls in diese Höhen zu gelangen.

Am Ende bleibt nur noch Liebe und Entwicklung übrig.
soraja:
Zitat:
Luzifer gibt Widerstand, damit wir wachsen, deshalb ist er auch der vor Christus Erschaffene, denn es braucht zuerst den Widerstand, um dann den Widerstand mithilfe des Christus-Prinzips zu überwinden.


Hi, Soraja

Das wird nicht so einfach gehen, - das mit dem Wachsen, weil wir uns wehren, weil wir so manche Dinge erst erkennen müssen.

Wie stehst Du zu Ahriman ?
Zitat:

Während Luzifers Inkarnation in der Vergangenheit liegt, bahnt sich Ahrimans Erscheinen in der Gegenwart an - als die große Prüfung und Versuchung der Menschheit: »Als kalt-frostiger, seelenloser kosmischer Impuls strömt von Ahriman die Intellektualität aus.
Und die Menschen, die von diesem Impuls ergriffen werden, entwickeln eine Logik, die in erbarmungsloser und liebloser Art für sich selbst zu sprechen scheint - in Wahrheit spricht eben Ahriman in ihr.....«

http://www.horstweyrich.de/ahriman.htm

Wer ist dunkler zu sehen - wenn Intelligenz, gepaart mit dem Dunklen/Bösen in Erscheinung tritt - in Form von sadistischem Verhalten - dürfte es eher die Kraft von Ahriman sein, oder nicht ?

google: r steiner ahriman

schönen Tag noch
lg, ikarus
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http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Ikarus
Zitat:
»Als kalt-frostiger, seelenloser kosmischer Impuls strömt von Ahriman die Intellektualität aus.
Und die Menschen, die von diesem Impuls ergriffen werden, entwickeln eine Logik, die in erbarmungsloser und liebloser Art für sich selbst zu sprechen scheint - in Wahrheit spricht eben Ahriman in ihr.....«

.... wohlmöglich in religiösem Gewand....

Erich
Zitat:
Lieber Helle!

Sollte es Lucifer tatsächlich geben, so war er mal ein Lichtwesen, das durch seinen Fall zu purer Dunkelheit geworden ist und dem die Gottferne innewohnt.

Alles Liebe

Erich

Lieber Erich,
also diese Geschichten kenne wir ja alle, habe ich im Eingangspost ja auch erwähnt. Ich fände es schön, wenn du mitphilosophieren oder auch zitieren könntest. Man kann Luzifer metaphorisch sehen, man kann von einer im Namen ausgedrückten Erfahrung ausgehen ... etc.
Mir ging es doch eigentlich um die Frage, ob das liebende Lichtwesen, dass einem im Sterben begegnet wohl ein "Fake" ist, eine nur vorgespielte "ich verstehe alles Masche" und über ein Gericht hinwegtäuscht, es statt dessen auf Selbserkenntnis verschiebt.
(Wobei ich letzteres ja auch für wesentlich sinnvoller halte, aber was zählt schon die eigene Meinung in Fragen "objektive Wahrheit", sollte es eine solche überhaupt geben)

LG
Helle[/quote]
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Hermann Kern
Lieber Helle!

Ich habe mit meiner Antwort gemeint, dass das liebende Lichtwesen, das einem beim Sterben begegnet Lucifer nicht sein kann, denn Lucifer ist alles andere als liebend, geschweige denn immer noch ein Wesen des Lichts.

Alles Liebe

Erich
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Ikarus hat folgendes geschrieben:

Wie stehst Du zu Ahriman ?


Ich erkenne zwei grundsätzliche Formen des Widerstands:

Ignoranz und Angriff.

Dabei steht für mich Luzifer für Ignoranz und Ahriman für Angriff.

Im normalen Leben aber überschneiden sich diese zwei Widerstände ständig.

Man könnte anfangen, eine lange Liste zu schreiben, welche negativen Ausprägungen in unserer Welt eher luziferisch sind, welche eher ahrimanisch, aber für meine persönliche Überwindung der Negativität brauche ich diese Unterscheidung nicht, es genügt mir, zu merken, ob ich in Gott bin oder außerhalb.

Ich fange dann nicht an, mich lang und breit zu fragen, in welcher Form ich außerhalb bin, ich bemühe mich dann viel mehr, wieder in die Mitte zu kommen und dazu ist immer eine Selbsterkenntnis vonnöten, wo ich mal wieder der Lüge geglaubt habe, anstatt die Wahrheit zu erkennen.