Trauerkultur im Internet - Das unendliche Begräbnis


Traueraufarbeitung jetzt auch im Internet.

http://www.tagesspiegel.de/kultur/d.....e-begraebnis/5769842.html

Totentrauer war lange stumm. Das Internet schenkt den Betroffenen eine neue Sprache und einen Raum für das Gedenken.

Die großen Möglichkeiten des Internet und seine weltweite Verbreitung - eine neue Kultur in der Gesellschaft.

Was haltet Ihr davon ?

Verbinden wir uns jetzt eher mit Internet-Freunden als mit Freunden im persönlichen Umfeld ?

Fehlt uns die Großfamilie ?

Hat sich die Art des Trauerns verändert ?
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Ich glaube, das ist für viele einsame Menschen, die niemanden zum Reden haben, doch eine gute Sache.
Stimmt. Außerdem leben wir ja in einer Kultur der Verdrängung. Selbst wenn man Angehörige und Freunde hat, mit denen man eigentlich sollte reden können, wird man feststellen, dass sie meistens nicht damit umgehen können. Freunde, die selbst noch keine nahstehende Person verloren haben, wissen gar nicht, was ein Trauernder braucht. Angehörige wollen oft "schnell wieder zur Tagesordnung übergehen. Leben und nicht sterben.
Da kann man als Trauernder schon die Lust verlieren sich zu äußern, bzw. erkennen, dass man kein Verständnis bekommt und daher seine Gedanken lieber in einem Trauerforum schreiben.
Hallo,
Gegenmeinung, man sollte lernen den Tod nicht so wichtig und lebensbeinflussend für Angehörige zu nehmen.

Bedenke:

Früher 6 - 10 Kinder durchaus, 2 - 3 starben recht früh, kaum eine Familie liess sich deshalb vom Leben abbringen. Ich denke da an heutige Extreme wie Kinderzimmer 30 Jahre unangetastet zu lassen, immer einen Teller mit zudecken usw. Wegen eines Toten das eigene Leben wegzudrängen.


Anders fomuliert:
Trauer und Totenkult war und und ist immer ein Luxusproblem, früher Pharaonen, Kaiser, heute Volksmassen.
Zitat:
Trauer und Totenkult war und und ist immer ein Luxusproblem, früher Pharaonen, Kaiser, heute Volksmassen.


Trauer hat nichts mit Kult zu tun. Trauerarbeit erst recht nicht.
Aber das ist genau die Kälte, die ich meine, den Trauernden ihre Trauer als Luxusproblem vorhalten, sie ächten, weil sie den anderen den Spaß verderben. Trauer, die nicht bewusst gelebt wird, vergeht nicht. Sie nagt und kratzt und macht krank. Es muss schon erlaubt sein, den Verstorbenen nicht wie einen verlorenen Spielstein beim Mensch-ärgere-dich-nicht zu behandeln. Das Leben geht ohnehin weiter. Ob man wieder daran teilnehmen kann, hängt maßgeblich mit der Überwindung der Trauer zusammen und nicht mit ihrer Verdrängung.
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Ich habe den Sinn der Trauer bis heute nicht verstanden. Wenn jemand stirbt, ist er weg. Ich kann mitnehmen was man gemeinsam erlebt hat, nach vorne blicken und weitermachen. Oder alles und jeden verteufeln und in Selbstmitleid baden, bis man nicht mehr kann. Mittelwege gibts natürlich auch, aber ich mag Extreme lieber.

Schlussendlich muss ich Weinberg mit seiner Aussage des Luxusproblems zustimmen.
Vielleicht ist euch noch kein Fundament weggebrochen? Kein Partner gestorben, kein Elternteil etc. Anders kann ich mir diese Empathielosigkeit nicht erklären.
Wir haben beim Sterbeprozeß meinen Vater begleitet, er fiel ins Koma und wir waren zeitlich verteilt immer bei ihm.

Sein Körper war voller Metastasen und ein Weiterleben nicht mehr gegeben.

Aber ich war entsetzt, als man meinen Vater bereits nach einer halben Stunde in einen Plastesack packte, weil es die neue Verordnung sein soll, so hatte mein Onkel angerufen, als der Tod eintrat, der von der Ärztin bestätigt wurde.

Man hat mir gesagt, daß es nicht mehr gestattet sei, per Gesetz, daß der Verstorbene für eine Nacht gewaschen und aufgebahrt wird, um von ihm in inniger Verbundenheit persönlich Abschied zu nehmen.

Jetzt frage ich mal nach, ob es wahr ist, daß es heute nicht mehr gestattet ist, von einem Angehörigen 24 Stunden Abschied zu nehmen.

In welchen Ländern ist das persönliche Waschen und die Nachtwache noch gestattet ?

http://www.kbwn.de/html/kultur_des_todes.html
http://weiterbildungsportal.rlp.de/k275519
http://wissen.dradio.de/bestattungs.....html?dram:article_id=6855
- Begräbniskultur in Deutschland -
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
[/quote]Trauer, die nicht bewusst gelebt wird, vergeht nicht. Sie nagt und kratzt und macht krank. Es muss schon erlaubt sein, den Verstorbenen nicht wie einen verlorenen Spielstein beim Mensch-ärgere-dich-nicht zu behandeln. Das Leben geht ohnehin weiter. Ob man wieder daran teilnehmen kann, hängt maßgeblich mit der Überwindung der Trauer zusammen und nicht mit ihrer Verdrängung.[/quote]

Hallo

Das ist eine Seite, die andere ist es daß die Trauerarbeitsanhänger anderen die das sehen ähnlich "wie einen verlorenen Spielstein beim Mensch-ärgere-dich-nicht" ziemlich aggressiv die Menschlichkeit abreden und Kranksein einreden wollen.

Gruß
Ich denke, jeder hat das Recht auf eigene Trauer. Die sieht bei jedem Menschen anders aus. Nur weil ein Mensch auf eine Art und Weise trauert, die mir nicht verständlich/ zugänglich ist, kann ich keinesfalls unterstellen, ihm fehele die Menschlichkeit oder Emphatie. Das Gegenteil ist eher der Fall: wenn ich nicht aktepptiere, dass einige Menschen Trauer anders leben als ich, dann zeugt das von fehlender Emphatie.