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Treffen wir unsere verstorbenen Tiere im Jenseits?












Liebe Minou,

als Erstes gilt es das Erkennen der tierischen Eigenschaften zu übersteigen, um ihr Wesen zu erkennen. Was ist das Tier überhaupt?

Abdu´l Bahá schrieb dazu:

Zitat:
Beachte, daß von keinem Dasein, sei es ein Mineral, eine Pflanze oder ein Tier, irgendein Zeichen, eine Wirkung oder ein Einfluß zurückbleibt, nachdem seine Teile zerstreut und seine Elemente aufgelöst sind. Nur die menschliche Wirklichkeit und der menschliche Geist sind es, die auch nach dem Zerfall der Teile, der Zersetzung der Elemente und der Auflösung der Zusammensetzung fortbestehen, weiterhandeln und Kräfte besitzen.[/b]

(Abdu'l-Baha, BEANTWORTETE FRAGEN)


Der Menschengeist und der Geist des Tieres können nicht das Gleiche sein, sonst würden sie gleiche Eigenschaften besitzen. Nur die menschliche Seele ist fähig einen Zustand zu erreichen, indem sie die ganze Schöpfung umfängt. Damit ist ihre göttliche Einheit begründet in der Fähigkeit, selbst eine Einheit zu sein. Also nicht zusammengesetzt, sondern selbst die ganze Schöpfung zu SEIN.

Zitat:
Die Wirklichkeit Gottes mag mit der Sonne verglichen werden, die von der Höhe ihrer Herrlichkeit auf alle Horizonte scheint, und jeder Horizont, jede Seele, empfängt einen Teil ihrer Strahlen. Wenn dieses Licht und diese Strahlen nicht wären, gäbe es kein Leben; jedes Wesen offenbart etwas davon und nimmt an einem Strahl und Stück dieses Lichtes teil. Die Herrlichkeit der Vollkommenheiten, Gnadengaben und Eigenschaften Gottes scheint und strahlt aus der Wirklichkeit des vollkommenen Menschen, das heißt des Einzigartigen, des allumfassenden Offenbarers Gottes. Andere Geschöpfe empfangen nur einen Strahl, aber der allumfassende Offenbarer ist der Spiegel für diese Sonne, die in ihm erscheint und mit allen ihren Vollkommenheiten, Eigenschaften, Zeichen und Wundern in ihm offenbar wird.

(Abdu'l-Baha, BEANTWORTETE FRAGEN)






Die Fähigkeiten oder besser, der Geist des Tieres entsteht durch die Zusammensetzung der Elemente, durch den Verbund des Bewußtseins von Mineralien, zu einem größeren Bewußtsein des Tieres. Damit findet das Mineralreich seine Vollendung im Tier. Das Tier findet seine Vollendung im Menschen und ist damit Teil der menschlichen Seele. Der Mensch widerum steht vor der höchsten machbaren Vollendung. Er allein ist fähig die ganze Schöpfung zu umarmen, sie zu erfassen und zu begreifen. Ja, der vollkommene Mensch ist das Ziel der Schöpfung. Das geistige Wesen, das zur Stufe der Einheit aufsteigt , indem es ewig lebendig wird, im Umfangen der ganzen Schöpfung, die dann wie ihr Körper sein wird. Auch die tierische Stufe wird darin erhalten bleiben, aber in einem anderen Verhältnis als jetzt. Das ist alles. Jetzt haben wir noch eine gemeinsame Plattform mit dem Tier. Doch hat der vollkommene Mensch diese verlassen, um in Gottes Nähe aufzusteigen.

Sieh es doch mal so, liebe Minou. Die Elemente deines geliebten Tieres werden sich nach dessen Auflösung zu einer anderen Zusammensetzung gestalten. In einer Blume, oder einem Baum vielleicht. Es fließt ständig weiter...

Aber wir sind Menschen. Und damit haben wir eine so hohe Bestimmung, daß jegliches Festhalten an der Stufe unserer bis dato bekannten Welt, uns daran hindert, unsere Bestimmung zu erfüllen. Lass alles los. Mache dich von allem unabhängig, auch von deinem Haustier; Damit du alles liebevoll umarmen kannst, in dem Wissen, daß alle Welten in dir vorhanden sein werden, auf der Stufe der Vollkommenheit.

Wie Abdu´l Bahá schrieb: "...und strahlt aus der Wirklichkeit des vollkommenen Menschen, das heißt des Einzigartigen, des allumfassenden Offenbarers Gottes."

Werde zum reinen Spiegel, der Seine herrlichsten Namen und göttlichen Eigenschaften offenbart, unabhängig von allen flüchtigen Dingen. Festhalten an etwas anderem außer Gott ist Wahnsinn, ein dunkler Schleier, der dich verhüllt.

Zitat:
Er muß seine Brust, das Heiligtum der immerwährenden Liebe des Geliebten, von jeder Befleckung läutern und seine Seele von allem heiligen, was dem Wasser und dem Lehm zugehört, von allen schattenhaften, flüchtigen Verhaftungen. Er muß sein Herz so läutern, daß kein Rest von Liebe oder Haß darin zurückbleibt, damit weder Liebe ihn blind zum Irrtum leite noch Haß ihn von der Wahrheit scheuche. Denn wie du an diesem Tage siehst, sind die meisten Menschen solcher Liebe und solchen Hasses wegen des unsterblichen Antlitzes beraubt, sind von den Verkörperungen der göttlichen Geheimnisse weit abgeirrt und streifen hirtenlos durch die Wildnis des Vergessens und des Irrtums.

(Baha'u'llah, Aehrenlese)


Zitat:
Er sollte jeden eigenwilligen Gedanken mit der Flamme Seiner liebevollen Erwähnung verbrennen und mit Blitzesschnelle an allem außer Ihm vorübereilen. Er sollte dem Besitzlosen beistehen und dem Notleidenden niemals seine Gunst versagen. Er sollte gütig sein zu den Tieren, wie viel mehr zu seinem Nächsten, der mit der Macht der Sprache begabt ist. Er sollte nicht zögern, sein Leben für seinen Geliebten hinzugeben, auch sollte er sich nicht durch den Tadel der Menschen von der Wahrheit abbringen lassen.

(Baha'u'llah, Aehrenlese)


Die Liebe zu den Tieren ist nichts Schlechtes, doch ist die Liebe zu den Menschen vorzuziehen. Die Liebe zu den Menschen ist nichts Schlechtes, doch ist Gottes Liebe allem anderen vorzuziehen. Denn eine umfassendere Liebe beinhaltet die niedrigere schon als Bestandteil. Genauso wollte Robinson und Mukunda nur zum Ausdruck bringen, daß in der Liebe zur Menschheit, schon die Liebe zum Tierreich beinhaltet ist und in Gottes Liebe die ganze Schöpfung.

Ich hoffe aufrichtig, daß wir alle die höchste Bestimmung erreichen.
In Verbundenheit
Robi
Robi schrieb:
Zitat:
Die Liebe zu den Tieren ist nichts Schlechtes, doch ist die Liebe zu den Menschen vorzuziehen. Die Liebe zu den Menschen ist nichts Schlechtes, doch ist Gottes Liebe allem anderen vorzuziehen.


Ich habe zwei Katzen und liebe diese sehr (Sie werden von mir gehegt und gepflegt und verwöhnt). Ich habe zwei Kinder die ich unbeschreiblich liebe. Und all diese Liebe empfinde ich für Gott, weil er mir all das geschenkt hat.
Zitat:

Denn eine umfassendere Liebe beinhaltet die niedrigere schon als Bestandteil.


Zitat:
Genauso wollte Robinson und Mukunda nur zum Ausdruck bringen, daß in der Liebe zur Menschheit, schon die Liebe zum Tierreich beinhaltet ist und in Gottes Liebe die ganze Schöpfung.


Du sagst es, lieber Robi!

Danke Robi für diese klaren Worte!

Alles Liebe!
Mukunda
Liebe Katharina!

Auch ich bin katholisch getauft und habe mich als Sucherin durch viele
Religionen 'gearbeitet' . Bin schließlich bei der Baha'i Religion gelandet.
Ich glaube auch, dass man immer Fragen haben wird und finde daher
dieses Forum so toll, weil man doch sehr viel beantwortet kriegt.

Na ja, die katholische Religion und die Baha'i Religion haben gemeinsam,
dass sie den Tieren die unsterbliche Seele absprechen. Muss noch den
folgenden Beitrag von Robi studieren. Vielleicht ist da eine Erklärung
drin.

Die Frage bezüglich Jesu Leiden und Sterben habe ich mir auch schon
gestellt! Ich kann mir die Besonderheit seines Todes nur so erklären,
dass er von Anfang an gewusst hat, was auf ihn zukommt. Und dass
dieses Leben in dem ständigen Bewusstsein was kommen wird, schon
Leiden war. Ansonsten würde ich auch sagen, dass viele Märtyrer
mindestens genauso gelitten haben wie ER. Dieses Hervorstellen
dieses Leidens Christi ist ein Zentralpunkt in allen christlichen Religionen.
Das Leiden, Sterben und die Auferstehung, die dort als körperlich an-
gesehen wird. Die Baha'i Religion sieht diese Auferstehung geistig.
Das ist wieder bei mir ein Punkt, den ich nicht nachvollziehen kann:
im NT ist sehr eindrücklich beschrieben, dass Jesus von so vielen Menschen nach seinem Tod gesehen wurde; dass Thomas seine Hände
in die Wundmale gelegt hat und daraufhin niedergekniet ist und gerufen
hat "Mein Herr und mein Gott!" Ich weiß nicht, wie man das geistig er-
klären kann.

Bezüglich der Tierseelen wollte ich noch sagen, dass man wissenschaftlich
festgestellt hat, dass Tiere die selben Gefühle haben wie wir Menschen,
dass zum Beispiel ein Schwein noch um vieles intelligenter ist, als ein
Hund und ein Pferd. Gefühle haben ihren Platz in der Seele. Folglich
haben auch Tiere eine solche! Aber - wie gesagt - ich muss noch Robis
Antwort lesen.

Liebe Grüße für heute und Streichelis an Deine Freundin!
Minou
Zitat:


In Prediger 3:19-21 wird es sehr plastisch dargestellt.

19 Denn es gibt eine Zufälligkeit hinsichtlich der Menschensöhne und eine Zufälligkeit hinsichtlich des Tieres, und dieselbe Zufälligkeit trifft sie. Wie der eine stirbt, so stirbt der andere; und sie alle haben nur e i n e n Geist, so daß es keine Überlegenheit des Menschen gegenüber dem Tier gibt, denn alles ist Nichtigkeit. 20 Alle gehen an e i n e n Ort. Sie alle sind aus dem Staub geworden, und sie alle kehren zum Staub zurück. 21 Wer ist es, der den Geist der Menschensöhne kennt - ob er aufwärts steigt, und den Geist des Tieres - ob er niederwärts zur Erde steigt?

liebe minou,
danke, zum ersten mal habe ich nun durch dich in der bibel gelesen, dass das tier durchaus keine sache ist.

l i e b e kann und will ich nicht unterteilen, abstufen. kam dadurch nicht schon soviel leid in die welt. alles was lebt, will, dass sein leben geachtet wird, egal ob mensch, tier oder pflanze.
"Was ihr dem geringsten meiner brüder getan habt, habt ihr mir getan",da soll ein atmendes tier ausgeschlossen sein? den odem hat es, wie wir, von gott.

abstufen, ausgrenzen, werten, das ist für mich das gegenteil von liebe. und die liebe ist das größte für mich. und zwar die liebe zu allem lebendigen.
und geteilte liebe wird nicht weniger. wie kann ich behaupten, gott zu lieben, seine geschöpfe aber nicht?
menschen, die tiere lieben, sind auch zumeist zu menschen gut. umgekehrt scheint es mir problematischer.

ich überspitze es nun ein wenig. dieses beurteilen, wie viel wert ein leben hat, hatten wir schon einmal, äußerst leidvoll. die falsche nase, die falschen großeltern, und schon bist du ein mensch minderer rasse.

ich will es so halten. ich habe keinem tier das leben gegeben, darum darf ich es ihm auch nicht nehmen. ich bin nicht herr über leben und tod.
noch nie hat ein tier freiwillig seinen kopf auf die schlachtbank gelegt.
ich glaube auch nicht, dass sich ein tier für ein lebenslanges stehen an der kette in dunklen ställen entscheiden würde, wenn draußen die wiese lockt.

es ist nicht selbstverständlich für mich, mitlebewesen zu töten. wie weit sind wir doch vom paradisieschen urzustand weg.

wenn ich unterwegs bin, esse ich doch auch manchmal eine wurstsemmel, oder auch ein paarmal im jahr meine früheren lieblingsessen, bei denen fleisch ist. stolz darauf bin ich nicht.und ich will weiter an mir arbeiten.

liebe manou, danke, dass du mich darauf aufmerksam gemacht hast, dass jesus um sein leiden wusste.

ich habe solche sehnsucht nach einer brüderlichen und schwesterlichen welt, die alles lebendige achtet. ein vor dem fernseher abgestelltes kind und der umgang mit tieren, dass mit kunstdünger die erde verseuchen, das alles hängt doch zusammen, nicht?

die liebe ists, die liebe ists. und der schmerz, wie weit ich oft noch davon weg bin, bringt mich hoffentlich noch näher zu ihr.

minou, ich grüße dich herzlich.und alle mitleser.
katharina
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