Über Enttäuschung & Sucht. Kind eines Alkoholikers


DJackson hat folgendes geschrieben:
Wie komme ich mit diesem ständigen [!]Gefühl der Last und Trauer zurecht?..

Desweiteren : Vielen Dank für eure vielen und zahlreichen Antworten.
Bin erst seit kurzem hier im Forum und schon hellauf begeistert:).


Bin auch ein Kind einer Alkoholikerin.

Es ist sehr schwer, anderen zu vermitteln, warum man in diesem Grundgefuehl von Trauer und Todessehnsucht lebt. In diesem allumfassenden Grau.
Es ist auch schwer, als Erwachsener nicht immer wieder eine Beziehung mit einem Alkoholiker einzugehen, denn man ist eben nur in diese verliebt.

Das heisst, der Abtrennungsprozess und die Abgrenzungsfaehigkeit wird immer wieder auf das Neue getestet.

Das ist einfach schwer und ist als Lebensaufgabe zu betrachten.

Fuer mich war wichtig, keine Psychopharmaka zu nehmen, um damit den Depressionen aus dem Weg zu gehen und zu lernen, mich von Alkoholikern fern zu halten, egal wie gross die Liebe sein mag- sie zerstoert nur.

Und in der uebrigen Zeit gegen die Depression anzukaempfen. Es ist wie ein ewiger Kampf gegen die Dunkelheit.
Mal geht es besser, mal schwerer.

Unbeugbar an das Licht und das Glueck zu glauben und mich immerzu auf Gott- was fuer mich das Synonym fuer Glueck, Zufriedenheit, Leben und Liebe ist- zu konzentrieren und die Zeiten der Dunkelheit ohne Ablenkung auszuhalten- das waren auch schon mal Monate.

Das ist einfach schwer, aber es hilft einem keiner von aussen, man muss es selber schaffen.

Ich wuensche dir viel Kraft dabei und wenn ich dir irgendwie dabei helfen kann, dann freue ich mich, von dir zu hoeren.

Und wenn es nur die Bestaetigung fuer die Richtigkeit deiner Gefuehle ist- es geht nicht ohne die Depression da raus.

Es geht nur durch. Aber wer sich ausdauernd auf das Licht und die Liebe konzentriert, wird es auch erreichen. Aber sei geduldig.

Ich bin auch jetzt nach 30 Jahren Arbeit daran nicht immer gluecklich, ich bin immer noch nicht durch-
Weil ich immer wieder neue Fehler mache, vor allem, weil ich mich auf die falschen Menschen einlasse, um nicht immer allein zu sein.
Das aber sind immer Menschen, die mich wieder misshandeln, im Stich lassen, mich unterdruecken, mich demuetigen, mich beleidigen, mich ignorieren, mich eben nicht lieben.

Dann muss ich wieder weg gehen, wieder durch die neue Depression, die immer entsteht durch solche Misshandlungen und mich dem Alleinsein stellen, was immer wieder schwer ist.

Das ist dieser Spagat zwischen Einsamkeit und falscher Liebe, den wir da zu meistern haben.
Bis- ja bis das Alleinsein einfach gar keine Angst mehr macht und das ist eben nicht einfach.

Alles Liebe.
Lieber DJackson!

Mein Bruder ist Alkohilker. Deshalb zeige ich ihm immer wieder Lebenssituationen auf, in denen er stark war und gewaltiges geschafft hat, und sage ihm immer wieder, dass er, was den Alkohol betrifft, ein Schwächling ist. Wirklich vom Alkohol wegegekommen ist er noch nicht, aber er trinkt nicht mehr regelmässig und viel weniger als früher. Ich hoffe er schafft es noch ganz vom Alkohol loszukommen.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Hallo!
Ich kann ingwaz nur beipflichten. Wenn ein Abhängiger immer wieder Unterstützung und Mitleid bekommt , weshalb sollte er aufhören zu saufen? Ich bin seit 23 Jahren abstinent und habe es durch Besuche einer Selbsthilfegruppe geschafft so lange trocken zu bleiben.
Kein Mitleid. Höchstens Hilfe zur Selbsthilfe. Du solltest eine Selbsthilfegruppe aufsuchen. Kreuzbund, Blaukreuz,
anonyme Alkoholiker, usw. Stehen in jedem Telefonbuch. Halte dich von deinem Vater fern.Er wird dich sonst mit hinunter ziehen. Dir alles Gute , Ruhe und Zufreidenheit. Gruß Rudix