Sundtag und Sonntag


Ich hatte schon von sehr jung auf ein Problem mit meinen "Dämonen": Einen davon, meine ich beim Namen nennen zu können: "Sundtag", leitet sich von Sünde her, würde ich aus heutiger Sicht sagen. Es handelt sich meiner Meinung nach hier um ein Machtprinzip des rauen, staubtrockenen Alltags mit viel Mühe und wenig Ruhe und Vergnügen: Vor Allem in der Pflicht-und Mittelschule hatte ich das Gefühl, dass dieses Prinzip den Alltag mehr oder weniger zu beherrschen droht und zunehmender Stress und Hektik mir das Leben schwer machen. Es war ein Gefühl des Getriebenseins im Alltag mit verschwindend geringer Freizeitaktivität. Als Kind beziehungsweise Jugendlicher stellte ich mir fast bildlich vor, wie dieser "Sundtag" als großer Schul-und Weltenbeherrscher herumgeistert. Doch ich habe damals ihm meistens den Namen "Sonntag" gegeben, erst jetzt allmählich wird mir klar, dass das ungerechtfertigt ist, da der Sonntag doch Freiheit bringt. Die Geschichte ist da eine ziemlich verzwickte, die durchaus interessant in diesem Rahmen ist: Als Schulkind schon machte ich wie viele Zeitgenossen die Erfahrung, dass mit dem Freitag die Schulwoche zur Neige geht und der Samstag anbricht, ein Freudentag. Dann kommt der Sonntag, doch da musste ich, weil ich es für gewöhnlich immer aufgeschoben habe, immer Hausaufgaben erledigen, für den Montag schon. Dies brachte die erste Negativkonnotation mit dem Begriff Sonntag. Schon gar bald redete ich mir ein, der Sonntag würde sogar verantwortlich sein, dass nach ihm der Montag kommt und somit die komplette Arbeitswoche: Als Kind und Jugendlicher stellt man sich das Alles so konkret und persönlich vor. So kam es zu einer Heroisierung des Samstags, der den Sonntag meiner damaligen Meinung zufolge völlig ohne Wissen über seine verheerende Einleitung des Montags eingeleitet hatte, unter Anderem auch, weil der Sonntag selbst ja kein Schultag war. Scheint auf den ersten Blick verwirrend zu sein, zumal so Mancher mit der Schule und dem Arbeiten möglicherweise gar nie ein Problem gehabt hat und schon gar nicht auf die Idee gekommen wäre, dass der Sonntag schließlich, nur, weil man halt, wenn nicht am Samstag, am Sonntag Hausübung machen muss und etwas weniger Freizeit als am Samstag hat, dass dieser Sonntag schließlich der Urheber allen Stresses sei. Doch da kam mir schon ein anderer Gedanke in den Sinn: Es könnte doch was geben, das sich Sundtag nennt, also nicht von Sonne wie Sonntag sich ableitet, sondern von Sünde. Das Problem, das dabei jedoch auftritt, habe ich gleich erkannt: In österreichisch-deutschen örtlichen Dialekten könnte man rein akkustisch die Mundartversion von Sonntag gegenüber der möglichen Mundartversion von Sundtag nur schwer bis gar nicht voneinander unterscheiden, sodass man hochdeutsch sprechen müsste, um diese beiden Begriffe abzugrenzen: Sundtag und Sonntag. So blieb es vorerst dabei, dass ich es Sonntag nannte, doch vor Kurzem ging mir meiner Meinung nach ein Licht auf und ich erkannte eine weitere Parallele: Die scheinbare Gleichsetzung von "Luzifer" und "Teufel". Diese Gleichsetzung der beiden Begriffe ist meiner Meinung nach genauso falsch, wie es die Verwechslung von "Sundtag" und "Sonntag" ist.
Denn es besteht da durchaus eine logische Gleichsetzungsmöglichkeit, rein spekulativ philosophisch gesehen: "Luzifer" kommt von "lux"(Licht) und "ferre"(tragen)=Lichtträger- so gesehen besteht da eine gewisse Adäquanz zum "Sonntag", welcher der Tag der Sonne ist. Andererseits besteht mit gleich großer Konsequenz eine logische Gleichsetzungsmöglichkeit der beiden Begriffe "Teufel" und "Sundtag": Denn der "Teufel"(Durcheinanderwürfler) hat eine gewisse Adäquanz mit dem "Sundtag" so gesehen, welcher als Prinzip des Sündhaften in diesem Zusammenhang gilt. Daher komme ich zu flogender Definition: Luzifer=Sonntag, Teufel=Sundtag. Dass der Luzifer im Volksglauben mit dem Teufel gleichgesetzt wird, meine ich, kann durchaus ein Trugschluss im Zusammenhang mit örtlichen Dialekten sein: Denn eine Verwechslung zwischen "Sonntag" und "Sundtag", falls es zweiteren Begriff offiziell im Hochdeutschen gibt, würde genauso leicht vonstatten gehen. So kann ich aus heutiger Sicht den Sonntag als Christ ehren und das andere Prinzip unüblicher Mühe und Staubtrockenheit als "Sundtag" bezeichnen, welchem ich entgehen möchte. Und genauso könnte ich Jesus Christus rein theoretisch gemäß der Schrift sogar als Christ "Luzifer"(Lichtbringer) nennen, weil es heißt, dass "Jesus das Licht der Welt" ist.


Ich bin einmal gespannt, wie eure Reaktion gegenüber dieser Definitionsmöglichkeit ist?
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Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
@Peter.Trim

Deine Definitionen lesen sich zwar ganz interessant, entsprechen aber leider nicht meiner Glaubensauffassung.

"Luzifer" wurde es zum Verhängnis, dass er der schönste aller Engel war. Seine überlegene Schönheit und sein Lichtglanz brachte ihn erst dazu von Gott abzufallen. Sein Neid auf die Menschen, denen Gott in den Augen Luzifers mehr zugestand als den Engeln. Luzifer war nicht selbst das Licht - seine Schönheit und sein Licht hatte er von Gott, darum konnte er auch fallen.

Jesus ist dagegen der wahre "Lichtbringer" da bin ich in gewissem Sinne einer Meinung mit dir. Er kann es aber nur deshalb sein, weil er selbst die Lichtquelle ist. Er reflektiert das Licht nicht nur, wie die schillernden Flügeln von Luzifer es im Himmel getan haben, er ist selbst Aussender des Lichts. Deshalb scheiterte er auch nicht an seinem "Lichtsein".

Wer nicht selbst das Licht Gottes ist kann an diesem Licht, das er als sein Geschöpf nur reflektiert, dessen Glanz er aber dennoch "für sich haben will" scheitern, weil er dadurch sündigt - einen Graben zwischen sich und Gott setzt. Nur der, der selbst das Licht ist, kann diesen Graben nicht zwischen sich und Gott setzen und ist deshalb auch Gott gleich, weil ihn nichts von ihm trennt - Jesus Christus.

LG Burkl
Burkl hat folgendes geschrieben:
@Peter.Trim

Deine Definitionen lesen sich zwar ganz interessant, entsprechen aber leider nicht meiner Glaubensauffassung.

"Luzifer" wurde es zum Verhängnis, dass er der schönste aller Engel war. Seine überlegene Schönheit und sein Lichtglanz brachte ihn erst dazu von Gott abzufallen. Sein Neid auf die Menschen, denen Gott in den Augen Luzifers mehr zugestand als den Engeln. Luzifer war nicht selbst das Licht - seine Schönheit und sein Licht hatte er von Gott, darum konnte er auch fallen.

Jesus ist dagegen der wahre "Lichtbringer" da bin ich in gewissem Sinne einer Meinung mit dir. Er kann es aber nur deshalb sein, weil er selbst die Lichtquelle ist. Er reflektiert das Licht nicht nur, wie die schillernden Flügeln von Luzifer es im Himmel getan haben, er ist selbst Aussender des Lichts. Deshalb scheiterte er auch nicht an seinem "Lichtsein".

Wer nicht selbst das Licht Gottes ist kann an diesem Licht, das er als sein Geschöpf nur reflektiert, dessen Glanz er aber dennoch "für sich haben will" scheitern, weil er dadurch sündigt - einen Graben zwischen sich und Gott setzt. Nur der, der selbst das Licht ist, kann diesen Graben nicht zwischen sich und Gott setzen und ist deshalb auch Gott gleich, weil ihn nichts von ihm trennt - Jesus Christus.

LG Burkl


Das ist die Deutung des Christentums, die könnte aber auch ganz und gar falsch sein.
Denn mit dieser Definition lässt sich Macht, Druck und Angst ausüben.

Mit der Wahrheit nicht.

Denn die Wahrheit befreit und erlöst und macht niemals jemanden niedrig und klein oder böse, so wie das Christentum Luzifer klein und böse gemacht hat.

In Wahrheit ist Luzifer nicht klein und auch nicht abtrünnig und es gibt auch keinen Sündenfall in diesem Wortsinn, denn Gott hat die Macht im ganzen Universum.

Es kann also keine Macht geben, die etwas tut, was Gott nicht im Griff hätte.

Luzifer steht in der Hierarchie über dem Christus und deshalb hat er auch die schwerere Aufgabe.

Er nämlich muss die Widerstände erschaffen, die die Menschen weiter bringen- der Christus ist der, durch den die Widerstände überwunden werden. Er ist also immer der Gute, wohingegen Luzifer immer als der Böse betrachtet wird, dabei ist es die viel schwerere Aufgabe, als der Böse betrachtet zu werden, obwohl man es nicht ist.

Der Sündenfall ist die Beschreibung der Entwicklung einer Seele, die natürlich in Gott geboren wird, die aber auf die Welt geworfen wird und scheinbar von Gott getrennt wird, um selbständig Gott zu werden.

Diesen Selbständigkeitsprozess, der durch und durch gut und sinnvoll ist, aber dennoch schmerzhaft, hat die Überlieferung Sündenfall genannt, was zwar aus der Sicht der Welt stimmt, aber aus der absoluten Sicht genau nicht, denn es ist ein guter Prozess.

Es gibt also nichts Negatives, das existiert, auch wenn es von hier aus so aussieht.

Und Luzifer ist ein zu Unrecht verurteiltes Wesen, dem Ehre und Achtung gebührt- er hat seine Schönheit nicht zu Unrecht, obzwar er für die Abtrennung von Gott steht und alles, was damit zusammen hängt:
Arroganz, Unterdrückung, Gewalt, Selbstverliebtheit, Egoismus, Gier, Neid, Eifersucht, Hass, Groll, Wut u.v.m.- das sind aber alles die Eigenschaften, die Luzifer in uns hervorbringt, damit wir sie überwinden lernen-

warum sollte das schlecht sein?
Durch ihre Überwindung erst lernen wir ja den Christus kennen und lernen, wie der Christus zu handeln.

Ohne einen Luzifer gäbe es auch keinen Christus. Das sind die zwei Prinzipien, die für leben notwendig sind: die Widerstände und ihre Überwindung.

In diesem Licht der Wahrheit kann man dann beginnen, Luzifer genauso wie Christus zu ehren, wenn nicht noch höher, denn seine Aufgabe ist schwerer.

Was nicht heißt, dass es die Widerstände nicht gibt und somit das, was als Hölle bezeichnet wird.
Ich bin überzeugt, dass es die Hölle auf Erden und drüben gibt- aber niemals als ewigen Zustand, sondern als Durchreisestadium, das es zu überwinden gilt.

Denn wer es nicht schafft, die Widerstände durch den Christus, was da heißt: vergeben und verzeihen, büßen und wiedergutmachen, zu überwinden, der befindet sich so lange in der Hölle, bis er es geschafft hat.

Aber auch die Hölle ist gottgewollt und sinnvoll.

Denn nur, wer erlebt, wie sich ein nicht überwundener Widerstand anfühlt, hat ein Interesse, diesen Zustand zu ändern.
Peter.Trim hat folgendes geschrieben:
Ich hatte schon von sehr jung auf ein Problem mit meinen "Dämonen":...


Für mein Empfinden beschreibst du in deinem Artikel hauptsächlich die schwere Mühe, den beschwerlichen Alltag und das Grau dieser Welt zu überwinden.
Ich konnte mich gut in den Gefühlen wieder finden.
Auch als Kind und jüngerer Mensch hatte ich immer wieder diese Gefühle.

Montag war immer sehr schwer, der Alltag, besonders in der Schule, unerträglich.

Mühsam habe ich lernen müssen, dass es darum geht, das innere Licht in alle Bereiche des Lebens hinein zu tragen und dass es möglich ist, diesen tristen Alltag zu überwinden durch das permanente Streben nach der inneren Erlösung da raus.

Das ist immer wieder schwer.
Je mehr man in die Welt verwickelt ist, umso schwerer.

Mit hat sehr geholfen, immer wieder Abstand zu nehmen und mich nach innen zu konzentrieren und zu wissen, dass es einen Weg aus diesen Gefühlen gibt und dass das, was die Welt mir suggerieren will- nämlich öde Tristesse- nur eine mangelhafte Wahrnehmung ist in Ermangelung meiner Konzentration auf das, was wirklich ist: das eigentliche Dasein, das nichts als Freude ist.

Das sehe ich als unser Ziel an, dass wir das schaffen aufrechtzuerhalten.

Nicht, dass es einfach wäre.
soraja hat folgendes geschrieben:
Das ist die Deutung des Christentums, die könnte aber auch ganz und gar falsch sein.


Oder eben wahr.

soraja hat folgendes geschrieben:
Denn mit dieser Definition lässt sich Macht, Druck und Angst ausüben.


Ich bin froh durch meine Religion ein Bild meines Gegners vor Augen zu haben - das nimmt Angst und Druck.

soraja hat folgendes geschrieben:
Mit der Wahrheit nicht.


Ja - die Wahrheit nimmt Angst. Und sie kommt von Gott - nicht von uns. Sie muss offenbart werden, um in dieser Welt sichtbar zu werden.

soraja hat folgendes geschrieben:
Denn die Wahrheit befreit und erlöst und macht niemals jemanden niedrig und klein oder böse, so wie das Christentum Luzifer klein und böse gemacht hat.


Böse hat sich Luzifer selbst gemacht. Klein ist er sicherlich nicht. Er wird in der Offenbarung sogar mit "7 Köpfen und 10 Hörnern" dargestellt, er ist uns Menschen sicherlich von seiner Intelligenz (Symbol: Köpfe) und Macht (Symbol: Hörner) also ganz weit überlegen.

"Und ich sah: Ein Tier stieg aus dem Meer, mit zehn Hörnern und sieben Köpfen. Auf seinen Hörnern trug es zehn Diademe und auf seinen Köpfen Namen, die eine Gotteslästerung waren." (Offb 13,1)

"Der Geist ergriff mich und der Engel entrückte mich in die Wüste. Dort sah ich eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das über und über mit gotteslästerlichen Namen beschrieben war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte." (Offb 17,3)

Offb 17,3 zeigt übrigens auch eine ganz typische Eigenschaft des Bösen. Es hat einen "Genotyp" (der unsichtbare Wesenskern) und einen "Phänotyp" (das Sichtbare). Das Böse macht sich gerne schön, anmütig, unschuldig, liebenswert etc., gibt sich den "Anstrich" des Guten - es ist meister der Illusion. Das Wesentliche ist nicht die Frau, die auf dem Tier sitzt - sie ist Täuschung, zieht die Aufmerksamkeit auf sich. Um das Böse zu erkennen muss der Blick immer aus das "Tier darunter" gerichtet werden, das nicht immer leicht zu finden ist. Dazu bedarf es des Gebets und der Pflege der Beziehung zu Gott, der die Kraft dazu schenkt.

soraja hat folgendes geschrieben:
Es kann also keine Macht geben, die etwas tut, was Gott nicht im Griff hätte.


Das ist selbstverständlich korrekt. Er hat Luzifer ja auch im Griff. Deshalb kann er ja auch sagen:

"Die Zweiundsiebzig kehrten zurück und berichteten voll Freude: Herr, sogar die Dämonen gehorchen uns, wenn wir deinen Namen aussprechen.
Da sagte er zu ihnen: Ich sah den Satan wie einen Blitz vom Himmel fallen.
Seht, ich habe euch die Vollmacht gegeben, auf Schlangen und Skorpione zu treten und die ganze Macht des Feindes zu überwinden. Nichts wird euch schaden können.
Doch freut euch nicht darüber, dass euch die Geister gehorchen, sondern freut euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind." (Lk 10,17-20)

soraja hat folgendes geschrieben:
Und Luzifer ist ein zu Unrecht verurteiltes Wesen, dem Ehre und Achtung gebührt-
...
In diesem Licht der Wahrheit kann man dann beginnen, Luzifer genauso wie Christus zu ehren, wenn nicht noch höher, denn seine Aufgabe ist schwerer.


Man kann nur einem Herren dienen - entweder Gott oder sonst einer Macht. Alles andere, als sich Gott zum Herrn zu nehmen, führt zum Tod - weil letzlich Luzifer hinter allem steckt, was diese Welt dem Menschen als Gott gleich anbieten will.

Luzifers Aufgabe ist nur deshalb schwer, weil er sich gegen Gott stellt. In dem Moment seiner Umkehr zu Gott würde für ihn wieder alles leicht und geordnet, vom Chaos und dem Dunkel zurück ins Licht.

soraja hat folgendes geschrieben:
er hat seine Schönheit nicht zu Unrecht


Luzifers Unrecht war nicht seine Schönheit, sondern dass er sie für sich alleine haben wollte und nicht Gott "zurückgeben" wollte, seine Kreatürlichkeit, sein "Gemachtsein" abgelehnt hatte. Die Eitelkeit und die Eifersucht - die dadurch entstehen konnte, dass er nicht Gott war. Zwischen Gott und Kreatur ist ein "Energiefeld der Trennung" - aus diesen geheimnisvollen geistigen Mächten konnte das Böse hervorgehen. Sie werden durch Luzifer, den gefallenen Engel, symbolisiert.

Der Mensch hat sich also - so wie Luzifer - nicht selbst das Böse gemacht. Er ist ebenso wie er - auf das Böse "hereingefallen".
soraja hat folgendes geschrieben:
Das ist die Deutung des Christentums, die könnte aber auch ganz und gar falsch sein.


Es ist die Geschichte des Christentums, wie sollen sie das selbst falsch deuten? Du kannst die Bilder, Gleichnisse und Allegorien der Bibel annehmen oder ablehnen, aber du kannst nicht sagen, dass sie falsch sind.

Das ist vergleichbar wie wenn du sagst: "Shakespeare hat sich bei der Deutung von Romeo und Julia geirrt". Nein, kann er gar nicht, es ist seine Geschichte und die kann dir gefallen, oder nicht. Aber er hat sich sicher nicht geirrt.

Alles Liebe
Ich habe ja nicht die mythologische Gestalt des Erzengels "Luzifer" gemeint, ich glaube nicht einmal in diesem Zusammenhang so gesehen recht daran, sondern vielmehr geht es um ein Prinzip des Lichttragens in die Welt, das sich gemäß der Bibel in Jesus Christus verwirklicht hat. Gemäß der lateinischen Bedeutung rein des Wortes "Luzifer" kann man Jesus in diesem Kontext durchaus so bezeichnen, wenn man lateinische Ausdrücke in diesem Zusammenhang benützt. Ansonsten meine ich, dass das Wort "Luzifer" in der Bibel gar nie vorkommt, sondern dass die Dämonisierung dieses Namens aus einer anderen Legende stammt, die man vielleicht dann so umgedeutet hat, dass man damit scheinbar das Böse in Person bildlich vorstellbar und mit scheinbar sinnvoller Vorgeschichte sich zu erklären versuchte. Wer weiß, vielleicht wurde ja "Luzifer" auch durch irgendeinen uralten Dialekt mit "Beelzebub" gleichgesetzt oder ähnlich, weil dort die mundartlichen Ausdrücke der beiden Namen schlecht oder gar nicht voneinander zu unterscheiden waren. Das ist in etwa so, als würde man zum Beispiel in Oberkärnten den Sonntag mit dem Sundtag, so es letzteren Begriff offiziell gibt, verwechseln, da mit der lokalen Kärnter Mundart wohl eher weniger diese beiden Wörter voneinander deutlich unterscheidbar benannt würden.
Was dieser ganze Thread eigentlich aussagen soll, ist, dass im Prinzip die Wortbedeutung von "Luzifer" mit jener von "Teufel" nichts am Hut hat, genausowenig wie im vorher beschriebenen Gedankenexperiment der "Sonntag" mit dem "Sundtag" nichts gemein hat.
@ Peter

Ich verstehe dein Ansinnen nicht ganz. Wieso sollte der Teufel nicht "Lucifer" heißen? Es ist als Name zu sehen. Personen oder Dinge müssen ja nicht ihrem Namen entsprechen. Es gibt auch Sonntage an denen nicht die Sonne scheint, deswegen kann man nicht sagen, dass sie nicht Sonntag heißen dürfen und dass der Name falsch ist.
@Burkl
Zitat:
Jesus ist dagegen der wahre "Lichtbringer" da bin ich in gewissem Sinne einer Meinung mit dir. Er kann es aber nur deshalb sein, weil er selbst die Lichtquelle ist. Er reflektiert das Licht nicht nur, wie die schillernden Flügeln von Luzifer es im Himmel getan haben, er ist selbst Aussender des Lichts. Deshalb scheiterte er auch nicht an seinem "Lichtsein".

Christus = Gott, ein "Gott" der sich ans Kreuz nageln lässt....
was für eine abstruse Vorstellung.

Christus selbst sagte dass seine Geweihten, seine Nachfolger größere Wunder tun werden als er. Und Christus hat doch immerhin Tote zum Leben erweckt.
Wie passt das zusammen mit Luzifer der seine von Gott gegebene Macht missbrauchte?
Nein, Christus ist ebenfalls wie wir alle "nur" ein Diener Gottes.
Der Unterschied zu uns ist, er hat es erkannt und handelt dementsprechend. Durch diesen aktiven Dienst gibt ihm der Höchste Allmächtige Vater die Macht.
Luzifer hingegen missbrauchte die ihm gegebene Macht.
"Fristlose Kündigung" nennen wir glaub ich so was bei uns...

Wann werden die "Christen" endlich damit aufhören mit ihrer sektiererischen Präsentation von Jesus Christus, dass er der einzig wahre Gott ist?
Mit einer solchen Sichtweise trennen wir uns nur von Gott, wir graben einen tiefen Graben zwischen uns und dem Rest!
Damit tun wir Christus keinen Gefallen, sondern werden nur die Nachfolger Luzifers.
sektiererische Religion ist eine der grössten Geißeln dieser Welt...

Gruss
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"Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer."
(Lucius Annaeus Seneca)