Sundtag und Sonntag


soraja hat folgendes geschrieben:
jivatma hat folgendes geschrieben:


Aber Hand aufs Herz ist das eine wahre Religion?

Gruss


Ich kenne keine wahre Religion. Wahrheit ist etwas, dass über den Religionen und vorgeschriebenen Regeln steht.

Es ist die ganz persönliche Verbindung zu Gott. Das Handeln und Denken resultiert dann aus dem Jetzt, aus dieser Verbindung- nicht mehr aus dem Kopf.

Ich persönlich halte Fleisch essen nicht für eine Sünde, sondern für ein Dogma.
Ebenso das aus dem Kopf kommende Bestreben, keine Sexualität zu leben.
Gott ist Liebe und Sexualität ist Ausdruck von Liebe; die Frage, die sich stellt, wenn es darum geht, die niedere Natur zu überwinden, ist, mit wem man diese Sexualität lebt.
Ist es Liebe oder doch mehr die körperliche Gier?

Die niedere Natur zu überwinden, bedeutet nicht, das Menschsein und die körperlichen Bedürfnisse aufzugeben, sondern nicht aus dem Ego zu handeln, vielmehr aus der Verbindung mit Gott.

Da kann man dann im voraus gar nicht sagen, was man tun wird und was nicht, >denn das Leben geschieht aus dem Jetzt, nicht aus einem Gesetz, das immer befolgt wird<.


Oh ja, damit bin ich absolut - einverstanden, liebe soraya

liebe Grüße
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Meine Überzeugung ist:

___________ Leben - Liebe - *ist*

und diese Gabe ist einer ständigen "Wandlung" unterworfen - nicht's bleibt wie es war - und es bedeutet viel Arbeit


liebe Grüße
Rose
_________________
"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Hallo Burkl,
Zitat:
@burkl
Es wird die Zeit kommen, wo die Prophezeiung zutrifft, dass die Jünger Jesu größere Wunder vollbringen werden, als er dies zu seinen Lebzeiten auf der Erde getan hat. Aber dort sind wir noch nocht nicht - die Rückkehr dorthin in diesen Zustand beginnt erst in diesem Leben. Vollendet wird es erst, wenn Gott den "neuen Himmel und die neue Erde" schaffen wird.

zuerst mal sorry für die etwas provokative Frage,
aber ich finde es doch wichtig darüber zu sprechen.

Die Aussage "neuen Himmel und die neue Erde" könnte aber auch etwas weniger materialistisch verstanden werden.
Denn im Königreich Gottes gibt es ja keine Kranken zum Heilen, keine Toten zum auferwecken etc.
Aus meiner Sicht könnte es sich aber auf die Endzeit beziehen.

das ist natürlich nur Spekulation...

Gruss
_________________
"Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer."
(Lucius Annaeus Seneca)
Hallo Soraya,
danke für deine Antwort.

Zitat:
Ich persönlich halte Fleisch essen nicht für eine Sünde, sondern für ein Dogma.

nur das wir uns nicht missverstehen...
Wahrscheinlich meinst du das "nicht Fleischessen dürfen" als Dogma?

Nun ich verstehe es als einen Wunsch Gottes, der alle seine Kinder, Tiere wie Menschen gleichermaßen liebt.
Die Gebote Gottes (du sollst nicht töten) sind ja eigentlich da, um uns zu schützen. Denn nicht nur das Tier leidet, sondern auch der Mensch wird dafür zur Rechenschaft gezogen werden. ---> (Karma-Gesetz = was du säst das wirst du ernten)
Solche Gebote sind also vor allem auch Gottes Barmherzigkeit. Und diese als "Dogma" zu bezeichnen finde ich höchst bedenklich.
Sich Gott hinzugeben bedeutet ja zuerst einmal sich Seinen Wünschen (Gebote) zu fügen.

Zitat:
Ebenso das aus dem Kopf kommende Bestreben, keine Sexualität zu leben.

Da gebe ich dir recht. Wenn dieser Wunsch nur aus dem Kopf kommt ist es sogar gefährlich (Priester die sich an Kinder vergehen etc.)

Zitat:
Gott ist Liebe und Sexualität ist Ausdruck von Liebe; die Frage, die sich stellt, wenn es darum geht, die niedere Natur zu überwinden, ist, mit wem man diese Sexualität lebt.
Ist es Liebe oder doch mehr die körperliche Gier?

Nun Sexualität ist der Wunsch mit dem Körper zu geniessen. Ob wir nun jemanden haben den wir lieben oder jemanden den wir dafür bezahlen, kommt aufs gleiche raus = Sexualität.
Das mag jetzt provokativ klingen aber das was wir als "Liebe" bezeichnen ist doch meist auch mit "ich wünsche mir" verbunden.
Und sobald das dann der/die Geliebte nicht mehr unseren Wünschen nachkommt verwandelt sich die "Liebe" in div. niedere Emotionen.
Die reinste Liebe auf der körperlichen Ebene ist die Liebe der Mutter für ihr Kind und diese kommt gänzlich ohne Sex aus.
Wirkliche Liebe ist ewig und nicht eine zeitweilige Emotion. Sie ist also auch nicht an körperlichen Genuss gebunden.

Was ist aber, wenn wir das Bewusstsein entwickelt haben das wir nicht der Körper sind?

Zitat:
Die niedere Natur zu überwinden, bedeutet nicht, das Menschsein und die körperlichen Bedürfnisse aufzugeben, sondern nicht aus dem Ego zu handeln, vielmehr aus der Verbindung mit Gott.

Ja, das magst du so sehen und ich kann das auch verstehen.
Aber schlussendlich ist Liebe zu Gott eine Transzendierung der Sexualität.
Ich spreche hier von extatischer Liebe die das Lebewesen erfahren kann wenn es sich Gott hingibt.
Wir sind ja nicht der Körper sondern ein spirituelles Lebewesen das eine menschliche Erfahrung macht. Also wenn das Bewusstsein von der materiellen Lebensauffassung befreit ist, ist es auch nicht mehr an Sexualität interessiert, ganz natürlich ohne Zwang. Weil es auf einer höheren Ebene eine höhere Freude erfährt. (auch wenn wir noch in einem materiellen Körper stecken mögen)
Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita das Menschsein untrennbar mit jnana (Wissen) und vairagya (Entsagung) verbunden ist.
Wissen bedeutet zu verstehen; "ich bin nicht dieser Körper".
Und vairagya (Entsagung) resultiert daraus. An der Art und dem Grad der Entsagung von Sinnenbefriedigung erkennen wir sehr leicht eine spirituell fortgeschrittene Person.

Zitat:
Da kann man dann im voraus gar nicht sagen, was man tun wird und was nicht, denn das Leben geschieht aus dem Jetzt, nicht aus einem Gesetz, das immer befolgt wird.

Ja das sehe ich auch so.
Aber um diese Ebene zu erreichen, brauchen wir die Gebote. Und wenn man die transzendentale Ebene erreicht hat, ist man sowieso so losgelöst von jeder Art der Sinnenbefriedigung, das man gar nicht mehr davon angezogen wird.

Gruss
_________________
"Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer."
(Lucius Annaeus Seneca)
jivatma hat folgendes geschrieben:
Damit tun wir Christus keinen Gefallen, sondern werden nur die Nachfolger Luzifers.

Ich schätze, du meinst nicht Nachfolger "Luzifers" im Sinne des Lichtes, sondern eher Nachfolger des Teufels, oder
_________________
Jedes Schicksal ist angemessen, individuell zugeschnitten, denn nichts, was Gott tut, ist sinnlos!
jivatma hat folgendes geschrieben:
Hallo Soraya,
danke für deine Antwort.

Zitat:
Ich persönlich halte Fleisch essen nicht für eine Sünde, sondern für ein Dogma.

nur das wir uns nicht missverstehen...
Wahrscheinlich meinst du das "nicht Fleischessen dürfen" als Dogma?

Nun ich verstehe es als einen Wunsch Gottes, der alle seine Kinder, Tiere wie Menschen gleichermaßen liebt.
Die Gebote Gottes (du sollst nicht töten) sind ja eigentlich da, um uns zu schützen. Denn nicht nur das Tier leidet, sondern auch der Mensch wird dafür zur Rechenschaft gezogen werden. ---> (Karma-Gesetz = was du säst das wirst du ernten)
Solche Gebote sind also vor allem auch Gottes Barmherzigkeit. Und diese als "Dogma" zu bezeichnen finde ich höchst bedenklich.
Sich Gott hinzugeben bedeutet ja zuerst einmal sich Seinen Wünschen (Gebote) zu fügen.

Zitat:
Ebenso das aus dem Kopf kommende Bestreben, keine Sexualität zu leben.

Da gebe ich dir recht. Wenn dieser Wunsch nur aus dem Kopf kommt ist es sogar gefährlich (Priester die sich an Kinder vergehen etc.)

Zitat:
Gott ist Liebe und Sexualität ist Ausdruck von Liebe; die Frage, die sich stellt, wenn es darum geht, die niedere Natur zu überwinden, ist, mit wem man diese Sexualität lebt.
Ist es Liebe oder doch mehr die körperliche Gier?

Nun Sexualität ist der Wunsch mit dem Körper zu geniessen. Ob wir nun jemanden haben den wir lieben oder jemanden den wir dafür bezahlen, kommt aufs gleiche raus = Sexualität.
Das mag jetzt provokativ klingen aber das was wir als "Liebe" bezeichnen ist doch meist auch mit "ich wünsche mir" verbunden.
Und sobald das dann der/die Geliebte nicht mehr unseren Wünschen nachkommt verwandelt sich die "Liebe" in div. niedere Emotionen.
Die reinste Liebe auf der körperlichen Ebene ist die Liebe der Mutter für ihr Kind und diese kommt gänzlich ohne Sex aus.
Wirkliche Liebe ist ewig und nicht eine zeitweilige Emotion. Sie ist also auch nicht an körperlichen Genuss gebunden.

Was ist aber, wenn wir das Bewusstsein entwickelt haben das wir nicht der Körper sind?

Zitat:
Die niedere Natur zu überwinden, bedeutet nicht, das Menschsein und die körperlichen Bedürfnisse aufzugeben, sondern nicht aus dem Ego zu handeln, vielmehr aus der Verbindung mit Gott.

Ja, das magst du so sehen und ich kann das auch verstehen.
Aber schlussendlich ist Liebe zu Gott eine Transzendierung der Sexualität.
Ich spreche hier von extatischer Liebe die das Lebewesen erfahren kann wenn es sich Gott hingibt.
Wir sind ja nicht der Körper sondern ein spirituelles Lebewesen das eine menschliche Erfahrung macht. Also wenn das Bewusstsein von der materiellen Lebensauffassung befreit ist, ist es auch nicht mehr an Sexualität interessiert, ganz natürlich ohne Zwang. Weil es auf einer höheren Ebene eine höhere Freude erfährt. (auch wenn wir noch in einem materiellen Körper stecken mögen)
Shri Krishna erklärt in der Bhagavad-Gita das Menschsein untrennbar mit jnana (Wissen) und vairagya (Entsagung) verbunden ist.
Wissen bedeutet zu verstehen; "ich bin nicht dieser Körper".
Und vairagya (Entsagung) resultiert daraus. An der Art und dem Grad der Entsagung von Sinnenbefriedigung erkennen wir sehr leicht eine spirituell fortgeschrittene Person.

Zitat:
Da kann man dann im voraus gar nicht sagen, was man tun wird und was nicht, denn das Leben geschieht aus dem Jetzt, nicht aus einem Gesetz, das immer befolgt wird.

Ja das sehe ich auch so.
Aber um diese Ebene zu erreichen, brauchen wir die Gebote. Und wenn man die transzendentale Ebene erreicht hat, ist man sowieso so losgelöst von jeder Art der Sinnenbefriedigung, das man gar nicht mehr davon angezogen wird.

Gruss


Ich habe diese Verneinung, Erniedrigung und Verleugnung der materiellen Welt bei allen zum Buddhismus neigenden Menschen getroffen und halte sie für eine falsche Auslegung der Wahrheit.

Grundsätzlich beobachte ich bei spirituell strebenden Menschen sehr oft ein Ungleichgewicht zwischen Geist und Materie.

Dabei zählt der Geist zum Guten, dem Erstrebenswerten und die Materie zum Schlechten, dem Ablehnungswürdigen.

Darin zeigt sich in meinen Augen das Ego, das die Wahrheit verkennt und die Unterdrückung braucht, um selbst zu leben.

Wir sind Geist, nicht der Körper, das stimmt, aber wir als Geist sind in diese Welt geworfen worden, um etwas zu lernen, das uns nur die Materie lernen kann, nämlich die Überwindung des Ego.

Und zwar deshalb, weil nur in der Materie Tod existiert.
In einer rein geistigen Welt könnte man Tod gar nicht erleben, weil dort nichts tot sein kann.

Hier aber kann etwas tot sein und man kann auch von Menschen, Orten und Dingen getrennt werden, ernsthaft glaubhaft.

Deshalb auch kann nur die materielle Welt tatsächlich Angst erzeugen.

Es geht bei dem Weg zu Gott um die Überwindung der Angst durch die Hingabe zu Ihm/Ihr.
Also braucht es eine materielle Welt, um diese Überwindung zu erleben.

Das heißt aber nicht, die materielle Welt zu erniedrigen oder zu unterdrücken, sondern es heißt, sie zu erkennen als das, was sie ist.

Wir sind Geist und brauchen Geist zum leben, aber hier sind wir auch Körper und brauchen Materie zum Leben und Sex ist der körperliche Ausdruck von geistiger Liebe- im göttlichsten Fall.

Darum geht es ja. Es geht um die Hochzeit zwischen Geist und Materie, nicht um die Fortsetzung der Unterdrückung, was das Ego seit Tausenden von Jahren treibt.

Das aber bedeutet, die Materie als das zu erkennen, was sie ist und sie zu achten und zu verehren auf dieselbe Weise wie den Geist.

Denn auch die Materie ist von Gott und Gott ist in ihr.

Sie ist nicht niedriger oder schlechter, es sei denn, wir erniedrigen sie, aber wenn wir sie erniedrigen, so erniedrigen wir auch Gott- das vergisst man dabei gerne.

Wenn wir aber lernen, unser Ego aufzugeben und damit das Bestreben, zu herrschen und zu unterdrücken, so werden wir uns Gott hingeben und dann werden wir auch wissen, dass wir als Geist in einem materiellen Körper Bedürfnisse haben und dass der Urtrieb des Ego die Angst ist, dass diese Bedürfnisse nicht gedeckt werden und also nimmt es sich, was es braucht.

Der Mensch aber, der sich Gott anvertraut und sein Ego aufgibt, der erfährt, dass sich Gott kümmert um die materiellen Bedürfnisse und also lernt der weise Mensch, nicht mehr gewalttätig gegen sich selbst und andere zu sein und dann wird er die materiellen Gaben als Geschenke annehmen und auch weiter geben und sie nicht als niedrig verurteilen.

Natürlich ist die Erfahrung der Nähe und der Liebe Gottes geistig, da erleben wir unsere innere Natur, aber gleichzeitig sind wir auch ein materieller Körper und wenn der Geist sich Gott hingibt, so wird der Körper auch erhalten, was er braucht und dazu gehört Essen und Sex.

Und es ist ein schelchtes Argument zu sagen, eine Mutterliebe käme ohne Sex aus.
Natürlich und hoffentlich. Denn die Mutterliebe ist eine andere als die erotische Liebe.

Aber die erotische Liebe zu verleugenen, bedeutet, die tiefste Liebe, die zwischen Menschen möglich ist, zu verleugnen und damit verleugnet man Gott, denn die erotische Liebe ist die Intimste, die Innigste und damit die Schwerste.

In der intimen Beziehung zeigt sich, ob wir tatsächlich dazu in der Lage sind, zu lieben, denn da tritt jeder Schatten zutage, der noch in uns ist.

Die erotische Liebe zu verleugnen bedeutet also ganz einfach, dem schwierigen Weg der echten Liebe aus dem Weg zu gehen und damit Gott und damit der echten Befreiung.

Wohl dem, der das erkennt und aufhört, sich was vorzumachen.

Ein vom Ego befreiter Mensch entsagt sich gar nichts- er verehrt die Materie wie er alles verehrt, was von Gott ist.

Und ist dankbar für alle Geschenke, die er von Gott erhält.

Dann hat der Weg sein Ziel erreicht, denn dann sind die Urkräfte: männlich-weiblich in einem Gleichgewicht, denn das ist das Ziel.

Wenn die Polarität Gottes in einem Gleichgewicht ist, so ist der Mensch in der Mitte.

Die Materie abzulehnen aber bedeutet, den weiblichen Pol gegenüber dem männlichen zu erniedrigen und damit sind wir nur in der Folge einer Jahrtausende währenden Unterdrückung des weiblichen zugunsten des männlichen.

Die Wahrheit liegt in der Gleichberechtigung beider Pole und damit auch das wahre Glück.

Denn das wahre Glück liegt in der immerwährenden bewussten Beziehung zum Geist, in der Liebe, und deren Ausdruck in der Materie.

Als höchsten Ausdruck in der erotischen Liebesbeziehung zu dem einen Richtigen, der einen Richtigen, die diesen schweren Weg des Aufgebens des Ego auch hinter sich hat und das Gleichgewicht zwischen dem männlichen un dem weiblichen Po in sich gefunden hat.

So seh ich das und so erlebe ich es.

*******

Bezüglich dem Töten-
Wer das Ego aufgibt, sieht das anders mit dem Töten und dem: du sollst nicht.

Der erkennt, dass für die Entwicklung, in der sich Pflanze, Tier und Mensch befindet, beides vonnöten ist: das geboren werden und das Sterben.

Dieser möchte das Sterben nicht mehr verhindern, da er es als notwendigen Bestandteil des Lebens erkannt hat.

Es ist richtig für uns, Tiere zu töten und zu essen, denn das Niedere dient dem Höheren und umgekehrt.
Die Tiere leben durch uns, weil wir sie versorgen und wir leben durch sie, weil wir sie als Nahrung brauchen.
Eine Pflanze stirbt auch, wenn wir sie essen- da soll sich mal keiner was vormachen.
Wir können und sollen das Sterben nicht verhindern, sondern es als notwendigen Teil des Lebens begreifen und wir sollen uns bemühen, dieses Töten nicht unnötig qualvoll zu betreiben, sondern würdevoll.

Bei jedem Atemzug sterben tausende von Bakterien- wie willst du das verhindern? Durch jeden Schritt, den wir tun, stirbt etwas- das kann nicht verhindert werden.

Es muss erkannt werden, dass der Tod nichts Schlechtes ist, sondern ein Teil des Lebens ist.

Aber klar kann man dann auch nicht mehr über den anderen stehen und sagen: schaut her, ich bin besser als ihr, denn ich esse keine Tiere.

Was der eigentliche Grund ist, dieses Thema überhaupt so aufzugreifen, wie viele sogenannte Spirituelle das tun.

Es ist das Bedürfnis, besser zu sein als andere und es vorzuzeigen- das aber ist eine Handlung des Ego, welche nicht erkannt wird.

Die wahre Befreiung vom Ego ergibt einen ganz normalen Menschen, der nichts besonderes mehr ist und das ist das Schwere an dem wahren Weg: das Aufgeben der Besonderheit.

Man steht dann eben über niemanden mehr und muss gucken, woher das echte Selbstbewusstsein kommt- das im Gegenzug zum falschen nicht andere unterdrückt, um sich selbst zu erhöhen, sondern das neben den anderen steht und sein Selbstbewusstsein ausschließlich aus der Liebesbeziehung zu Gott bezieht- in der er selbst eben genauso wichtig oder unwichtig ist wie alle anderen.

Das Urproblem des Ego ist Eifersucht. Diese zu überwinden, ist sehr schwer. Es zu erkennen, noch schwerer.
Hallo Soraya,
Zitat:
@Soraya
Ich habe diese Verneinung, Erniedrigung und Verleugnung der materiellen Welt bei allen zum Buddhismus neigenden Menschen getroffen und halte sie für eine falsche Auslegung der Wahrheit.


also ich muss dir sagen das ich rein Garnichts mit Buddhismus am Hut habe...
Vielmehr lehrt Shri Krishna in der Bhagavad-Gita das wir alles in Seinen (Gottes) dienst stellen sollen - also ganz und gar nicht die materielle Natur als unwahr verneinen / negieren sollen. ABER als zeitweilig!

Zitat:
Hier aber kann etwas tot sein und man kann auch von Menschen, Orten und Dingen getrennt werden, ernsthaft glaubhaft.

Deshalb auch kann nur die materielle Welt tatsächlich Angst erzeugen.

Glaub mir Soraya, Angst kennt man auch in den höheren Dimensionen.
Wo die Lebewesen einen feinstofflicheren Körper haben.

Zitat:
@Soraya
Natürlich ist die Erfahrung der Nähe und der Liebe Gottes geistig, da erleben wir unsere innere Natur, aber gleichzeitig sind wir auch ein materieller Körper und wenn der Geist sich Gott hingibt, so wird der Körper auch erhalten, was er braucht und dazu gehört Essen und Sex.

Das mag für dich zutreffen Soraya, aber ich komme ohne Sex sehr gut aus, seit über zehn Jahren.
Ich wiederhole nochmals; wenn wir durch Erhebung unseres Bewusstseins eine anhaltende höhere Freude in unserem Innern erfahren, sind wir nicht länger interessiert an sexuellen Freuden.

Genuss ist abhängig von unserem Bewusstsein. Ein Kind hat keine sexuellen Bedürfnisse und ist trotzdem glücklich und zufrieden.
Weil es an anderen Dingen Freude findet. Freude muss sein, denn das gehört zum Lebewesen, nur die Art und weise unterscheidet sich von Lebewesen zu Lebewesen abhängig von dessen Bewusstsein.

Gruss
_________________
"Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer."
(Lucius Annaeus Seneca)
jivatma hat folgendes geschrieben:
Ein Kind hat keine sexuellen Bedürfnisse und ist trotzdem glücklich und zufrieden.
Weil es an anderen Dingen Freude findet. Freude muss sein, denn das gehört zum Lebewesen, nur die Art und weise unterscheidet sich von Lebewesen zu Lebewesen abhängig von dessen Bewusstsein.

Gruss


Ein Kind ist auch noch nicht vollständig geboren.
Sonst wäre es ja auch unabhängig, was es nicht ist.
Ohne völlige Versorgung von außen stirbt ein Kind.
Erst mit 28 ist der Mensch ganz geboren und dann gehört Sexualität zur Krönung des Ausdrucks der vollkommenen Liebe auf allen Ebenen.
Vielleicht hast du die Erfahrung der völligen Verschmelzung einfach nur noch nicht gemacht. Vielleicht kannst du nicht über etwas reden, das du nicht kennst.
"Und ich sah: Ein anderes Tier stieg aus der Erde herauf. Es hatte zwei Hörner wie ein Lamm, aber es redete wie ein Drache." (Offb 13,11)
soraya hat folgendes geschrieben:
Ich kenne keine wahre Religion. Wahrheit ist etwas, dass über den Religionen und vorgeschriebenen Regeln steht.


Durch Religionen können wir auch nur die relative Wahrheit erkennen. Darum gibt es die fortschreitende Gottesoffenbarung, die immer, wenn die vorige Wahrheit verwässert wurde, wieder eine aktuelle relative Wahrheit bringt.

Absolute Wahrheit könnten wir gar nicht fassen.
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»Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüt«
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst«.
In diesen beiden Geboten hängt das ganze Gesetz und die Propheten