Zu lieben ist (gar nicht) so schwer?


Burkl hat folgendes geschrieben:
Die Logik ist die, dass man sich selbst nicht aus dem Sumpf herausziehen kann.


Es ist richtig, dies kannst du nicht, solange du deine Glaubenssätze von der Realität aufrecht erhälst. Erst wenn du hinter den Vorhang des Denkens schaust, in der Stille, verändern sich auch die Gestzmäßigkeiten.

Wir können uns in jedem Moment für die Liebe entscheiden. Die Alternative wäre es, uns von Angst leiten zu lassen.

Wichtig ist auch die Frage: was will ich wirklich?

Und auch die Dunkelheit muss gelebt werden, um das Licht zu erkennen.

Wichtig ist es, dabei genau hinzuschauen. Alles was in einem aufsteigt und betrachtet werden will, aufmerksam zu betrachten.

Bringe Licht ins Dunkle.

Die Dunkelheit wird dann einfach weichen. Sie kann dem aufmerksamen Blick nicht lange standhalten.

Liebe Grüße

solaris


PS

Zum Thema gut und böse, hat mir dieses Video eigentlich gut gefallen.

http://www.youtube.com/watch?v=qhgDg0cmICE
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Om
Purnamadah Purnamidam
Purnat Purnamudachyate
Purnasya Purnamadaya
Purnameva Vashishyate
Om shanti, shanti, shanti
Burkl hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Zu lieben ist (gar nicht) so schwer?


Doch es ist schwer das konsequent zu tun - im Endeffekt die zentrale Lebensaufgabe. Irgendetwas sträubt sich in uns wirklich Liebende zu werden.

"Denn ich begreife mein Handeln nicht: Ich tue nicht das, was ich will, sondern das, was ich hasse.
Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, erkenne ich an, dass das Gesetz gut ist.
Dann aber bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde.
Ich weiß, dass in mir, das heißt in meinem Fleisch, nichts Gutes wohnt; das Wollen ist bei mir vorhanden, aber ich vermag das Gute nicht zu verwirklichen.
Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will.
Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde.
Ich stoße also auf das Gesetz, dass in mir das Böse vorhanden ist, obwohl ich das Gute tun will.
Denn in meinem Innern freue ich mich am Gesetz Gottes,
ich sehe aber ein anderes Gesetz in meinen Gliedern, das mit dem Gesetz meiner Vernunft im Streit liegt und mich gefangen hält im Gesetz der Sünde, von dem meine Glieder beherrscht werden.
Ich unglücklicher Mensch! Wer wird mich aus diesem dem Tod verfallenen Leib erretten?
Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn! Es ergibt sich also, dass ich mit meiner Vernunft dem Gesetz Gottes diene, mit dem Fleisch aber dem Gesetz der Sünde." (Röm 7,15-25)

Ich denke die Erfahrung machen wir alle - wir wüssten was richtig ist, was die Liebe gebieten würde, tun es aber nicht. Es ist schlicht eine "Blockade" da. Ein gewisses Mysterium, warum wir das Gute erkennen und es doch nicht tun. Paulus hat den Ausweg aus diesem Dilemma im Glauben an Jesus Christus gesehen. Ich denke natürlich, dass er da richtig lag. Die Logik ist die, dass man sich selbst nicht aus dem Sumpf herausziehen kann. Zur Problemlösung braucht man immer jemanden, der selbst nicht Teil des Problems ist. Das kann also nur ein Mensch sein, der nicht gesündigt hat - und da gibt es für mich keinen außer Jesus Christus. Ich glaube, dass das auch die heiligen Schriften anderer Religionen belegen, dass alle Menschen gesündigt haben außer Jesus. Beim Koran weiß ich es sicher, dass er auch nur Jesus die Sündlosigkeit zuspricht.

LG Burkl


Eigentlich berufst du dich nicht auf Jesus, sondern nur das Büchlein genannt Bibel. Du könntest dich genauso auf Superman beziehen, der ist auch frei von Sünde.

Woher willst du eigentlich wissen, dass es nicht unzählige Menschen gibt die ohne Sünde leben? Nur wegen der Erbsünde? Na, da schafft deine Kirche doch einen genialen Kreislauf aus dem man nicht rauskommt, weil ohne Jesus Christus, der ja frei von Sünde ist, warum auch immer, es nicht möglich ist, frei von Sünden zu werden.

Wenn ich mein Leben lang mache was mir mein Gewissen sagt, kann ich doch nicht sündigen. Wie soll ich eine Sünde begehen, wenn das Gewissen die oberste Instanz nach Gott ist? So kann ich von mir behaupten, ich bin frei von Sünde, denn ich handle immer nach meinem Gewissen, egal welche Konsequenzen es für mich hat. Stellst du mich jetzt neben Jesus auf das Podest?

Achja, Zynismus ist ja eine Sünde bei den Katholiken ... na, vielleicht geh ich dann noch als Heiliger durch, würde mir schon reichen.
Zitat:
Wenn ich mein Leben lang mache was mir mein Gewissen sagt, kann ich doch nicht sündigen.

hast Du geschrieben, lieber Luschn.

Sinngemäß habe ich vor etwa 30? Jahren genau diesen Satz mal zu einem Freund gesagt.

Er meinte darauf hin >Unser Gewissen ist wie ein Sieb. Mal ist es ganz feinmaschig und lässt fast gar nichts durchgehen, ein andermal hat es große Löcher und ziemlich viel geht durch<

Das hat mir sehr zu denken gegeben. So hatte ich das noch nie gesehen. Ich glaube auch, dass verschiedene Menschen ganz verschiedene "Siebe" haben.

Und die Frage ist für mich auch, wie und durch was wurde mein Gewissen entwickelt?

Auch ein Terrorist hat sein Gewissen geschult. Aber wo?

Wenn ich mein Gewissen schule aus einer Quelle die mir sagt >Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst.< Judentum/Christentum

oder >Lasset keinen von Euch einen anderen so behandeln wie er selbst nicht behandelt werden möchte< Islam

oder >Man sollte für andere das Glück suchen, das man sich selbst wünscht< Buddhismus

oder >Wenn du Gerechtigkeit übtest, dann würdest du für andere nur wählen, was du auch für dich wählst.< Bahá'í-Schriften

dann sieht das Ergebnis meines Gewissens womöglich anders aus als wenn ich als Kind und Erwachsener keinen solchen Leitfaden gehabt hätte.

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Fragst du: «Was ist Liebe?», sage ich: «Den Eigenwillen aufzugeben.»
Rumi, Die Lehren des Rumi


Du fragst nach einer Rose -
lauf vor den Dornen nicht davon.
Du fragst nach dem Geliebten -
lauf vor dir selbst nicht davon.
Rumi, Das Lied der Liebe


Ein Schritt zu deinem eig'nen Herzen
ist ein Schritt zu dem Geliebten.
Rumi, Das Lied der Liebe


Ganz im Geheimen sprachen der Weise und ich.
Ich bat ihn: Nenne mir die Geheimnisse der Welt.
Er sprach: Schweig ... und lass dir von der Stille die Geheimnisse der Welt erzählen.
Rumi, Das Lied der Liebe


Du möchtest weise sein?
Wirf alle Weisheit fort.
Rumi, Das Lied der Liebe


Gott ist allmächtig und voll Mitleid,
doch wenn du Gerste anbaust,
hoffe bei der Ernte nicht auf Weizen.
Rumi, Das Lied der Liebe


Man sagt, du verkündest Gottes Wort,
doch ich höre nur von Gut und Böse -
nichts von Liebe oder Wahrheit.
Rumi, Das Lied der Liebe


Komm zu Fall,
Er hebt dich zu den Himmeln hoch.
Zergeh in nichts,
Und Er verwandelt dich!
Rumi, Das Lied der Liebe


Man sagt, die Liebe öffnet eine Tür
von einem Herzen zum andern;
Doch wo es keine Mauer gibt,
wo soll dann eine Türe sein?
Rumi, Das Lied der Liebe


Ohne die Liebe
ist jedes Opfer Last,
jede Musik nur Geräusch,
und jeder Tanz macht Mühe.
Rumi, Das Lied der Liebe


Wie könnte sich Trauer dem Herzen nähern,
welches wahrhaft lieben kann?
Rumi, Das Lied der Liebe


Alles Liebe

solaris
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