Wer hat Ahnung oder Erfahrung mit Wurzelbehandlungen?


Hallo,

ich hatte im Zahn das Gefühl, dass es ständig "plopp" macht. Der Zahnarzt riet zur Entfernung des Inlays, um nachzusehen, was nicht in Ordnung sein könnte. Gesagt, getan. Er sah ein paar Stellen Karies, bohrte sie heraus und verschloss den Zahn mit einem Provisorium. Wenn ich nach drei Wochen keine Beschwerden mehr hätte, sollte ein neues Inlay angefertigt werden. Das "wunde Gefühl" blieb und so riet der Zahnarzt zur Wurzelbehandlung. Nun sollte ich wieder drei Wochen warten. Nach drei Wochen machte es immer noch "plopp" und er wiederholte die Behandlung.
Nun der Punkt, um den es mir geht:
Er setzte zu meiner Verwunderung keine Spritze und erwähnte beiläufig, dass er den Nerv gekappt hätte. Davon hatte er mir nichts gesagt. Er sprach lediglich von Desinfektion der Wurzelkanäle. Das hat mich geärgert, weil ich mich dadurch irgendwie "betrogen" fühle. Außerdem verstehe ich nicht, warum der Zahn immer noch "ploppt", wenn kein Nerv mehr da ist.
Die Füllung des behandelten Zahnes ließ dann den oberen Rand frei, an dem ich mir dauernd die Zunge aufriss. Deshalb schliff er diesen Rand einfach ab, mit der beiläufigen Bemerkung, dass ich ja ohnehin eine Krone bekäme, für die der Zahn abgeschliffen werden würde.
Davon war aber vorher nie die Rede. Es hieß, ich bekäme ein neues Inlay.
Am nächsten Tag merkte ich, dass ich einen ziehenden Schmerz am Zahn verspüre, wenn Luft daran kommt. Außerdem hatte ich einen bitteren Geschmack im Mund. Es schmeckte so, wie es in einer Zahnarztpraxis riecht. Es schien, als sickere Flüssigkeit aus einem Loch im Zahn.
Ich also wieder hin, Zahn aufgebohrt, angeblich keine Ursache gefunden und Zahn wieder zu gemacht.

Hat jemand von euch eine Idee, ob das so richtig gelaufen ist?
Im Internet habe ich von einer "neuen" amerikanischen Wurzelbehandlung gelesen, die mit Mikroskop durchgeführt wird und nur bei speziell ausgebildeten Ärzten durchgeführt wird. Die Kasse übernimmt das allerdings nicht. Weiß jemand, ob sich diese Behandlung auszahlt oder ob das nur ein kräftiges Rühren der Werbetrommel ist?

Zumindest habe ich nicht den Eindruck, dass die beiden Wurzelbehandlungen Erfolg hatten. Der Zahn meldet sich auch noch drei Tage nach der letzen Behandlung. Ich frage mich, ob ich den Zahnarzt wechseln soll oder ob ich falsche Erwartungen habe. Es hat mich so verärgert, dass der Arzt nicht mit mir spricht, mich nicht informiert, was er gerade macht und warum. Ich könnte einem anderen Arzt nicht einmal genau sagen, was wirklich gemacht worden ist.

Wer weiß Rat?

LG
Helle
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Hermann Kern
Wende dich vertrauensvoll an Deas
Zitat:
Wende dich vertrauensvoll an Deas


Vielleicht meldet er sich ja. Aber ich würde ihn damit jetzt nicht privat belästigen. Da könnte ja das ganze Forum kommen ...
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Hermann Kern
Wir haben doch nekilotte auch immer mit juristischen Fragen gelöchert, ich bin mir sicher, du kannst Deas auch zurate ziehen, halt per pn

Mal abgesehen davon habe ich eine Menge Wurzelkanalbehandlungen hinter mir, und keine deiner Schilderungen hört sich nach einer solchen an.

Mein Zahnarzt ist seit über 25 Jahren Kieferchirurg, hält sich auf dem Laufenden, und mal abgesehen davon bespricht er mit mir im Voraus immer, was gemacht werden kann, was gemacht werden sollte, und was welche Variante kostet (oder eben die Kasse übernimmt).
Danach lädt er mich immer zu einer Nachuntersuchung, und überhaupt ist er totaler Perfektionist. (Das mit dem Zunge Aufschneiden kann allerdings auch schon mal vorkommen...).

Eine WKB (Wurzelkanalbehandlung) verläuft bei mir üblicherweise wie folgt: Wenn der Nerv ohnehin schon tot ist, dann meistens ohne Betäubung, er bohrt, bis er Kanal frei liegt, und dann hat er so längliche Dinger, die wie Metallzahnstocher aussehen, sind aber Feilen. Die steckt er tief in den Wurzelkanal und schabt damit alles an Dreck, Karies - und den abgestorbenen Nerv gleich mit - raus.
Danach wird desinfiziert, und erst mal eine antibakterielle Salbe (die verursacht den Geschmack, den du wahrgenommen hast) rein geschmiert, und nur mit Zahnzement zugemacht.
Treten keine Beschwerden mehr auf, macht er den Zahnzement nochmal raus, spült alles nochmal kräftig durch und setzt eine dauerhafte Plombe drauf.

Wenn ich Beschwerden habe, wird alles nochmal wiederholt, wieder Zahnzement drauf, wieder abwarten.

Das zahlt die Kasse bis zu drei mal, danach muss entweder selbst geblecht werden oder auf Verdacht zugemacht und gehofft werden, dass daraus keine Kieferentzündung und in Folge eine Wurzelspitzenresektion wird.

Wenn der Nerv noch lebt, bekomme ich eine Spritze, und ansonsten dieselbe Prozedur.

Wenn dein Zahn auf Kälte (bzw. Zugluft) reagiert, dann kann da was nicht stimmen. Nur ein lebender Nerv empfindet Kälteschmerz (laut meinem Zahnarzt). Ein entzündeter Nerv oder ein entzündeter Kiefer ist üblicherweise daran zu erkennen, dass er auf Hitze reagiert.

Ich will deinem Zahnarzt ja nichts unterstellen, aber ich persönlich stehe nicht auf Ärzte, die mich hintergehen, und die mich nicht im Detail über das aufklären, was mit meinem Körper geschieht.
Ich habe mittlerweile beschlossen, dass mein Zahnarzt ganz einfach nie sterben darf, und sollte ich jemals umziehen, werde ich einmal im Jahr trotzdem noch meinen Zahnarzt aufsuchen um ihn kontrollieren zu lassen, ob mein neuer Zahnarzt eh keinen Mist baut (Weil ich hatte mein Leben lang Pech mit Zahnärzten, es ist schon verdammt schwierig, einen guten zu finden, bzw. einen, mit dem man auch Menschlich klarkommt...).

Ach ja, einmal hat er mir einen lebenden Zahn ohne Spritze abgetötet, das lag aber daran, dass ich hochschwanger war. Und auch das hat er super hinbekommen (mit schrecklichen Schmerzen - da wäre die Spritze wahrscheinlich weniger Schädlich für mein Kind gewesen *ggg*).
Aber glaub mir, wenn er deinen lebenden Nerv nur im entferntesten berührt hätte, du hättest es gespürt, bzw. wärst ihm wahrscheinlich vom Stuhl gesprungen vor Schmerzen.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig weiter helfen, alles Liebe,
Riki
Riki:
Zitat:
(Weil ich hatte mein Leben lang Pech mit Zahnärzten, es ist schon verdammt schwierig, einen guten zu finden, bzw. einen, mit dem man auch Menschlich klarkommt...).


Oh, ja...dem kann ich mich anschließen.

Doch jetzt habe ich einen Zahnarzt meines Vertrauens. Darüber bin ich froh.

Riki, nekilotte hat so lange nicht geschrieben. Ob er noch mitliest ?

Oder ist in einem anderen Forum unter einem anderen Namen.

Man könnte ihn direkt fragen.

Ich bekomme eine Ozonbehandlung und eine Lichtdusche.

Helle, hast Du den Zahnarzt zur Rede gestellt, was er Dir da angetan hat ?
Ich würde zu einem anderen Zahnarzt raten.

Grüße am Donnerstag
ikarus
_________________
Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
http://www.theosophie.de/index.php?.....en&Itemid=88&limitstart=2
Liebe Helle,

also ich würde mir den Zahnarzt auch mal zur Brust nehmen - er ist Dienstleister!


LG
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Helle hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Wende dich vertrauensvoll an Deas


Vielleicht meldet er sich ja. Aber ich würde ihn damit jetzt nicht privat belästigen. Da könnte ja das ganze Forum kommen ...


Das ist kein Problem Ihr könnt ruhig fragen hier, freu mich wenn ich helfen kann Es gibt noch das Zahnforum ( www.zahnforum.org ), wo wir Fragen von Patienten beantworten, also das ist auch eine gute Möglichkeit. Oder www.wurzelbehandlung1.org zum Thema Wurzelbehandlungen.

Zu Deiner Frage: es ist aus Deiner Beschreibung nicht ganz eindeutig, was gemacht wurde. Entweder es wurde eine richtige Wurzelbehandlung gemacht (weil Du schreibst "Desinfektion der Kanäle") oder aber es wurde eine sogenannte "direkte Pulpenüberkappung" gemacht. Bei der Wurzelbehandlung wird ja der gesamte Nerv/die Blutgefäße (die Pulpa) des Zahnes entfernt, bei der direkten Überkappung wird nur ein winziger Teil der Pulpa mit einem Medikament bedeckt und man hofft, dass der Zahn Ruhe gibt und sich nicht entzündet. Und es kann sein, dass das bei Dir gemacht wurde. Wenn der Zahn sich dann entzündet, muss man dann eine Wurzelbehandlung machen. Wie gesagt, ich weiß nicht, was jetzt gemacht wurde bei Dir.

Bezüglich Inlay oder Krone. Natürlich wäre Inlay besser, wenn aber nicht genügend Zahnsubstanz vorhanden ist, muss man eine Krone machen, weil dann ein Inlay nicht mehr hält.

Wegen der Frage mit dem Mikroskop: ja das ist eine sehr gute Sache, gibts in Europa auch, die Spezialisten dafür heißen Endodontologen, die nehmen sich erstens x Mal mehr Zeit für die Wurzelbehandlung und haben zweitens ein ganz eigenes Instrumentarium neben dem Mikroskop. Kostet aber natürlich mehr.

Meld Dich wenn Du noch Fragen hast

Schöne Grüße,
Deas
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"Die Trübsale dieser Welt gehen vorüber, und was uns bleibt, ist das, was wir aus unserer Seele gemacht haben." Shoghi Effendi
Lieber Deas,

meine PN an dich ist immer noch im Postausgang, deswegen schreibe ich hier.

Ich kriege demnächst eine Zahnfüllung und habe mich für Amalgam entschieden. War das die richtige Wahl?

Vielen Dank.
Alles Liebe mein Freund.
Salam Alaikum.
Lieber Sulayman,

ja, Amalgam ist ein super Füllungsmaterial, wenn es gut gemacht wird. Es wird leider nur von allen (Industrie, Wirtschaft, gewisse Interessensbereiche, auf die ich nicht näher eingehen will) schlecht geredet und verteufelt. Im Seitzahnbereich ist Amalgam äußerst stabil und kariesresistent und gute Amalgamfüllungen können locker bei guter Pflege 20 oder 30 Jahre halten. Hab selbst drei Amalgamfüllungen aus meiner Jugend (mittlerweile über 15 Jahre alt) und werde sie nicht austauschen lassen, solange sie dicht sind und keine Karies drunter ist.

Also gute Entscheidung

Alles Liebe mein Freund,
Deas
Hallo Deas,

danke für deine Antwort!

Zitat:
Bezüglich Inlay oder Krone. Natürlich wäre Inlay besser, wenn aber nicht genügend Zahnsubstanz vorhanden ist, muss man eine Krone machen, weil dann ein Inlay nicht mehr hält.


Für mangelnde Zahnwände hat der Arzt ja nun gesorgt.
Schätze, er verdient an der Krone mehr.



Ich werden nochmal genau nachfragen, was gemacht wurde. Eine Wurzelbehandlung war es aber schon. Ich bekam auch diese dünnen, gezackten Drähte in den offenen Zahnbereich - so wie Riki es beschrieben hat. Der Nerv ist laut Arzt "ab", der obere Zahnrand dank des beherzten abschleifens leider auch ...

Ich frage mich halt nur, woran ich die Güte der Behandlung erkennen kann. Wir sind alle nur Menschen, das ist klar. Es kann immer mal etwas schief gehen. Ich hätte mir aber Aufklärung gewünscht und eine Prognose. Wenn es nach der dritten Behandlung nicht besser ist und ich ohnehin selber bezahlen muss, gehe ich zum Edodontologen.

Dank dir

LG
Helle
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Hermann Kern