"Behinderung"


Zitat:
In der Biologie wird die Art Homo sapiens heute weder in Rassen noch in Unterarten unterteilt. Molekularbiologische und populationsgenetische Forschungen haben seit den 1970er Jahren gezeigt, dass eine systematische Unterteilung der Menschen in Unterarten ihrer enormen Vielfalt und den fließenden Übergängen zwischen geographischen Populationen nicht gerecht wird. Zudem wurde herausgefunden, dass der größte Teil genetischer Unterschiede beim Menschen innerhalb einer geographischen Population zu finden ist.[13] Die Einteilung des Menschen in Rassen entspricht damit nicht mehr dem Stand der Wissenschaft.


Das kann man sogar auf Wikipedia nachlesen.

Ich bestreite ja nicht, dass es unterschiedliche Menschen gibt, aber es gibt eben keine Rassen, dieser Begriff ist eh nicht klar zu definieren und unterliegt der beliebigen Sichtweise der jeweiligen Dominanzgesellschaft.
Dann könnte man gewisse Menschen als Neger bezeichnen oder das Hakenkreuz als positives Sonnenzeichen verwenden, wenn man keine Rücksicht auf historische und wissenschaftliche Fakten nimmt, nur weil man sich bevormundet fühlt. Schließlich ist das Hakenkreuz ja eigentlich ein runisches Schriftzeichen.
@Hikmat

Ich denke du weißt, worauf ich hinauswill.

"Rasse" ist per se keinesfalls bereits ein ideologisch aufgeladener Begriff. Sagst du auch nicht mehr "Guten Morgen!", weil Hitler das so gemacht hat?
@ Hikmat,

Zitat:
wenn man schreibt, dass es problematisch ist, wenn sich "unterschiedliche Rassen" vermischen, dann ist das deshalb rassistisch, weil man davon ausgeht, dass das, was dabei rauskommt minderwertiger ist.


Du liest nicht richtig und interpretierst völlig falsch. Mit einem Minimum an Selbstkritik müsstest du das nun erkannt haben, zumal das hier nicht der einzige Thread ist, indem du derartige Probleme mit Mitschreibern bekommst.
Wenn dir doch nun von unterschiedlicher Seite reflektiert wird, dass deine Lesart von persönlicher Voreingenommenheit zeugt, würde ich das an deiner Stelle doch einfach mal überdenken. Aber du willst nun unbedingt rechthaben.
Hier noch einmal was ich t a t s ä l i c h geschrieben haben:
Zitat:
Wenn die Globalisierung vielleicht einmal dazu führen sollte, dass es keine Länder mit überwiegend regionaler Bevölkerung mehr gibt, dass alle die selbe Sprache sprechen und dass alle Rassen sich vermischen, dann haben wir unsere Kulturen ausgelöscht. Das wäre langweilig, traurig und mann könnte keine "Luftveränderung" mehr erfahren, sich vom Urlaub in anderen Kulturen be-geistern lassen.


Ich schrieb nichts von problematisch. Ich vebitte mir ausdrücklich die Unterstellung, behauptet zu haben, die Vermischung unterschiedlicher phänotypischer Merkmale würde zu einem Minderwertigen Ergebnis führen.
Das ist Hetze -sei sie nun aus jugendlichem Unverständnis erwachsen oder aus anderen Gründen - das ist mir völlig egal. Wenn du hier weiterhin Rassismus unterstellst, wo keiner ist, dann bezichtigst du mich der Lüge. Denn dann behauptest du im Umkehrschluss, dass ich entgegen meiner ausdrücklichen Erklärung Rassist wäre.
Nochmal deutlich:
Wäre ich Rassist würde ich andere Völker ablehnen und als minderwertig betrachten. Statt desse halte ich sie für schützenswert und daher für wertvoll! Das kann doch nicht so schwer zu begreifen sein.
Denn wenn du nur einen Teller Gelb und nur einen Teller Blau hast und beides vermischst, dann hast du kein Gelb und kein Blau mehr sondern nur noch Grün. Das wäre für mich das, was einen Rassisten ausmacht: Nur noch das Grüne haben zu wollen. Ich mag alles. Gelb, Blau und Grün. Ich liebe die Vielfalt. Und daran wird sich nichts ändern, genausowenig wie an meiner Wortwahl, die jeder vernünftige Mensch im Gesamtzusammenhang des Sachverhaltes richtig zu verstehen im Stande ist.
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Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Hallo allerseits,

ich finde, es ist schon wichtig, auch auf seine Sprache zu achten. Nicht, weil das irgendeine abstrakte Regel ist, sondern weil man oft nicht wissen kann, ob jemand unter den Worten, die man gebraucht, nicht etwas anderes versteht als man meint und sich gekränkt fühlen könnte.

Zum Beispiel ist ein entfernter Freund von mir zu einem Viertel schwarz, sein Großvater kam aus Afrika. Er selbst hat helle Haut, aber recht gekräuselte Haare. Er selbst ist alles andere als politisch korrekt: Er gibt gerne damit an, dass "das einzige, was ich von meinem Großvater geerbt habe, sie Haare sind, und ... naja, fragt die Mädels!" Wenn sein Freundeskreis ihn vertraulich "unser weißer Nigger" nennt, dann versteht er es nicht falsch, sondern fühlt sich sogar bestätigt.

Dennoch würde ich diese Bezeichnung niemals in einem anderen Kreis von Menschen benutzen, weil ich nicht sicher sein kann, ob es richtig verstanden wird und sogar die Chance recht hoch ist, dass jemand sich gekränkt fühlen könnte.

Gerade bei Begriffen wie "Rasse" sollte man da vorsichtig sein. Wie schon gesagt wurde, ist nach biologischer Definition diese Bezeichung für Menschen unterschiedlicher Hautfarbe unzutreffend; biologisch sind alle Menschen Angehörige derselben Rasse. Deswegen vermeiden aus gutem Grund viele Menschen diesen Begriff, was wiederum dazu führt, dass jemand, der ihn doch benutzt, sich der Verdächtigung aussetzt, er teile auch gewisse rassistische Ansichten. Allein um diesem Missverständnis vorzubeugen, finde ich es schon ratsam, diesen Begriff möglichst zu vermeiden.

Das mag im Einzelfall lästig sein, manchmal sogar albern, aber ich glaube, dieses bisschen extra-Mühe ist nicht schlecht investiert, wenn man damit vermeidet, andere zu kränken.

Liebe Grüße,
Bernhard
Zitat:
Das mag im Einzelfall lästig sein, manchmal sogar albern, aber ich glaube, dieses bisschen extra-Mühe ist nicht schlecht investiert, wenn man damit vermeidet, andere zu kränken.


Tue ich nicht. Ich halte Menschen, die sich durch den Begriff "Rasse" bereits gekränkt fühlen für tendenziös. Es gibt auch "passive Aggression". Die steckt meines Erachtens auch hinter der "Gender-Sprache" - es ist verdeckter Geschlechterkampf, der totalitär geführt wird. Den Menschen den einzig zulässigen Wortlaut vorzuschreiben ist ein sehr tiefer Eingriff in die Meinungsfreiheit. Es geht der "Gender-Fanatikerin" genauso wenig um Gleichberechtigung, wie dem "Anti-Faschisten" um Gleichbehandlung aller Hautfarben. Beide führen Kämpfe gegen Feindbilder, die sie in Form eines "Sprachabsolutismus" verpacken. Es geht letzlich nicht um Freiheit, sondern um Totalitarismus - Bestimmung und Gleichschaltung der Sprache ist dazu ein mächtiges Mittel. Wer anschafft, was gesagt werden darf, hat ein tiefsitzendes Machtinstrument in der Hand.
Burkl hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Das mag im Einzelfall lästig sein, manchmal sogar albern, aber ich glaube, dieses bisschen extra-Mühe ist nicht schlecht investiert, wenn man damit vermeidet, andere zu kränken.


Tue ich nicht. Ich halte Menschen, die sich durch den Begriff "Rasse" bereits gekränkt fühlen für tendenziös. Es gibt auch "passive Aggression". Die steckt meines Erachtens auch hinter der "Gender-Sprache" - es ist verdeckter Geschlechterkampf, der totalitär geführt wird. Den Menschen den einzig zulässigen Wortlaut vorzuschreiben ist ein sehr tiefer Eingriff in die Meinungsfreiheit. Es geht der "Gender-Fanatikerin" genauso wenig um Gleichberechtigung, wie dem "Anti-Faschisten" um Gleichbehandlung aller Hautfarben. Beide führen Kämpfe gegen Feindbilder, die sie in Form eines "Sprachabsolutismus" verpacken. Es geht letzlich nicht um Freiheit, sondern um Totalitarismus - Bestimmung und Gleichschaltung der Sprache ist dazu ein mächtiges Mittel. Wer anschafft, was gesagt werden darf, hat ein tiefsitzendes Machtinstrument in der Hand.


Burkl, interpretierst Du da nicht ein bisschen viel hinein?

Niemand schreibt Dir vor, was Du zu sagen hast. Leute einigen sich ja nur darauf, aus Respekt vor anderen gewisse Worte zu vermeiden.

Das passiert doch andauernd, insbesondere was Höflichkeitsfloskeln angeht. Wenn Du grundsätzlich z.B. Deinen Nachbarn nicht mehr grüßen würdest, dann würde er sich vielleicht auch Gedanken machen, ob Du was gegen ihn hast. Einfach deswegen, weil es eben üblich ist, sich zu grüßen. Es ist eine Konvention, die Höflichkeit ausdrückt.

Das bedeutet aber nicht, dass irgendeine "Politische Korrektheits-Polizei" hinter Dir her wäre und Dich "totalitär" dazu zwingt, höflich zu Deinem Nachbar zu sein.

Liebe Grüße,
Bernhard
Bernh hat folgendes geschrieben:
Burkl, interpretierst Du da nicht ein bisschen viel hinein?

Niemand schreibt Dir vor, was Du zu sagen hast. Leute einigen sich ja nur darauf, aus Respekt vor anderen gewisse Worte zu vermeiden.


Und warum sollte ich aus Respekt vor dir oder Hikmat das Wort "Rasse" vermeiden. Das verstehe ich genauso wenig, wie wenn man von mir verlangt ständig an jedes Hauptwort ein "Innen" anzuhängen - dort könnte sich ja auch jemand "gekränkt" fühlen. Das ist ja genau die Form von passiver Aggression, die am häufigsten anzutreffen ist - sich "gekränkt" und "verletzt" zu fühlen, wenn sich der andere nicht dem eigenen Willen unterwirft.
Burkl hat folgendes geschrieben:

Und warum sollte ich aus Respekt vor dir oder Hikmat das Wort "Rasse" vermeiden. Das verstehe ich genauso wenig, wie wenn man von mir verlangt ständig an jedes Hauptwort ein "Innen" anzuhängen - dort könnte sich ja auch jemand "gekränkt" fühlen. Das ist ja genau die Form von passiver Aggression, die am häufigsten anzutreffen ist - sich "gekränkt" und "verletzt" zu fühlen, wenn sich der andere nicht dem eigenen Willen unterwirft.


Aus Respekt vor mir musst Du das nicht. Ich finde es schon ok, wenn Du das Wort benutzt, solange Du damit keine rassistischen Ideen verknüpfst. Ich nehme Dir ja auch sofort ab, dass Du das nicht tust.

Aber ich möchte Dich darauf hinweisen, dass Du damit zu Missverständnissen einlädst. Ich will keine Vermutungen über Dein Umfeld oder Alter anstellen, aber es ist schon so, dass dieses Wort unter jüngeren Leuten oft sehr kritisch gesehen wird, weil man seit einiger Zeit schon in der Schule lernt, dass das Wort "Rasse" in Bezug auf Menschen biologisch inkorrekt ist. Wenn also ein junger Mensch, der das weiß, dieses Wort weiterhin verwendet, dann macht er es meist absichtlich, um damit seine rassistische Gesinnung auszudrücken. Andere, die selbst nicht rassistisch sind, vermuten daher also, dass der Benutzer des Wortes ein Rassist ist und stolz darauf. Natürlich kann das zu Missverständnissen führen, wenn ältere Menschen es benutzen, ohne dabei irgendwelche bösen Absichten zu verfolgen, einfach weil "zu ihrer Zeit" das Wort noch nicht so problematisiert worden ist.

Was die "Gender-Sprache" angeht ... die betrifft ja zumeist auch nur das geschriebene Wort. Ein Binnen-I spricht man ja normalerweise nicht.

Das habe ich bisher einfach als eine praktische Möglichkeit gesehen, beide Geschlechter anzusprechen und Tinte zu sparen, weil z.B. "FreundInnen" sich ja schneller schreibt als "Freundinnen und Freunde".

Und niemand zwingt Dich dazu, das zu schreiben. Ich glaube auch, die meisten Menschen sehen das eher gelassen und sie werden sich normalerweise nicht gekränkt fühlen, wenn Du das nicht benutzt.

Aber eine nette Geste ist es allemal, wenn Du auf diese Weise auch Frauen mit ansprichst. Bestenfalls freut sich eine Frau unter Deinen Adressaten darüber, und das kann doch nichts schlechtes sein, oder?

Liebe Grüße,
Bernhard
Bernh hat folgendes geschrieben:
Ich will keine Vermutungen über Dein Umfeld oder Alter anstellen, aber es ist schon so, dass dieses Wort unter jüngeren Leuten oft sehr kritisch gesehen wird, weil man seit einiger Zeit schon in der Schule lernt, dass das Wort "Rasse" in Bezug auf Menschen biologisch inkorrekt ist.


Ich bin 33 und komme aus einem "normalen" beruflichen und sozialen Umfeld der Mittelschicht.

Und ich bin der Meinung, dass "politisch korrekt" ein Synomym für "geheuchelt" ist. Egal in welchem Zusammenhang.

Dazu zähle ich sowohl das "Verbot" des Wortes Rasse, aber auch z.B. des Wortes "Neger". Ich bin Wiener. Dort hatte das Wort im Wiener Dialekt eine völlig normale und sicherlich nicht pejorative Bedeutung - bevor es aus purer Hysterie und aus Unkenntnis der typischen lokalen Sprachgewohnheiten aus dem volkstümlichen Sprachgebrauch verdrängt wurde. Anmerkung: Ich hätte auch keinerlei Problem damit, wenn mich jemand in meiner Eigenschaft als Hellhäutiger "Albus" nennt.

Bernh hat folgendes geschrieben:
Was die "Gender-Sprache" angeht ... die betrifft ja zumeist auch nur das geschriebene Wort. Ein Binnen-I spricht man ja normalerweise nicht.

Das habe ich bisher einfach als eine praktische Möglichkeit gesehen, beide Geschlechter anzusprechen und Tinte zu sparen, weil z.B. "FreundInnen" sich ja schneller schreibt als "Freundinnen und Freunde".

Und niemand zwingt Dich dazu, das zu schreiben. Ich glaube auch, die meisten Menschen sehen das eher gelassen und sie werden sich normalerweise nicht gekränkt fühlen, wenn Du das nicht benutzt.

Aber eine nette Geste ist es allemal, wenn Du auf diese Weise auch Frauen mit ansprichst. Bestenfalls freut sich eine Frau unter Deinen Adressaten darüber, und das kann doch nichts schlechtes sein, oder?


Die gleiche Hysterie gibt es auch beim "Gendern". Und wenn man in der öffentlichen Verwaltung oder im politiknahen Umfeld arbeitet, dann ist das bei weitem nicht so, wie du sagst, dass sich da irgendwelche Leute unverbindlich bloß "nicht freuen", wenn man "binnen I" und ähnliche grammatikalische Kapitalverbrechen nicht begeht. Dort ist das beinharte Dienstpflicht, Nichtverwendung kann zur Entlassung führen.

Alles in Allem halte ich die moderne Tendenz selbst die Alltagssprache der Menschen bis ins Detail regeln zu wollen für ein Merkmal einer vom Grundansatz her gefährlichen totalitären Tendenz unserer Politik, die sich auch spürbar in anderen Bereichen niederschlägt, wie z.B. Rauchverbote, Regeln für Fettgehalt in Speisen etc. etc.

Ich bin ein glühender Anhänger eines liberalen Staatswesens. Es ist absolut nicht Aufgabe des Staates zu regeln, wie und was seine Bürger miteinander reden, was sie essen, wieviel sie rauchen, welchen Sport sie treiben, was für Meinungen sie zu vertreten haben etc etc.