Verzicht auf Alkohol


Hatte kürzlich zwecks Verbeamtung eine amtsärztliche Untersuchung und musste einige Fragen bezüglich meines Lebensstils beantworten. Als zur Sprache kam, dass ich völlig auf Alkoholkonsum verzichte, fügte ich noch an, dass ich es aus religiöser Überzeugung tue. Diese Antwort hat dem Arzt wohl nicht gefallen und er fand es eher lächerlich und unglaubwürdig, denn dann fragte er mich, ob ich auch aus religiösen Gründen Nichtraucherin wäre. Er wollte sich über mich lustig machen- vielleicht, weil er es nicht gut findet, auf Alkohol völlig zu verzichten, vielleicht aber auch, weil er mir meine Abstinenz nicht abkaufen wollte, frei nach dem Motto: Gar nicht trinken, das schafft man doch nicht.

Ich habe nie jemandem Verboten, Alkohol zu konsumieren, noch habe ich darüber geurteilt, aber ich erwarte auch, dass ich mit meiner FREIEN Entscheidung, auf Alkohol zu verzichten, und die Entscheidung für meine Religion ist ein Akt des freien Willens, ernst genommen werde!

Niemand muss sich rechtfertigen, warum er Alkohol trinkt, deshalb will ich mich auch nicht rechtfertigen müssen, weshalb ich darauf verzichte!

Was sind eure Erfahrungen und wie steht ihr dazu?
Es ist einfach menschlich. Man nimmt sich als Dreh- und Wendepuntk der Welt und schließt von sich auf andere. Man nennt es auch Vorurteile Jeder hat sie, es gibt keinen Menschen ohne, weil unser Hirn nunmal so arbeitet.
Hallo Hikmat

Du hast einen Glauben und verzichtest wegen diesem auf Alkohol. Ein Mensch der vielleicht keinen Glauben hat und/oder nicht nachvollziehen kann wie und warum man aus religiösen Gründen auf Genussmittel verzichtet nimmt deine Aussage diesbezüglich spöttisch auf. Da stellen sich mir 2 Fragen:

1. Hat der Arzt vieleicht geglaubt du machst einen Scherz? Was ich für durchaus möglich halte da, speziell in unserer westl. Gesellschaft, der Glaube immer weniger ernstgenommen bzw. gelebt wird.

2. Was stört dich an diesem Spott, bzw. warum interessiert es dich was ein Fremder von deiner Gewissensentscheidung oder dir als Person hält?

Meist liegt der Grund für Zorn und Wut über etwas nicht in einem anderen Wesen oder den Umständen, sondern allein in uns selbst.

Namaste
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
@Caput:
Es stört nicht um meinetwillen, sondern vielmehr deshalb, weil aus Situationen wie diesen ersichtlich wird, wie wenig man vom Mainstream abweichen kann, ohne dass mit erhobenem Zeigefinger darüber geurteilt wird- speziell dann, wenn man seine eigenen Verhaltensweisen nicht begründen kann, sondern sich nur so verhält, weil es gang und gebe ist.

Ich schließe mich irgendeiner "Kultur" etc. nicht vorbehaltlos an, nur weil ich in ihr hineingeboren wurde. Vielmehr prüfe ich Traditionen und Verhaltensweisen, ob ich sie mit meinen Vorstellungen und Überzeugungen vereinbaren kann und entscheide erst dann, was ich mache und was nicht.

Wenn ich zu unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung stehe, dann muss ich auch zugestehen, dass es plurale Lebensformen gibt, die neben meiner Lebensform bestehen, ohne diese abzuwerten.
Liebe/r Hikmat,

Ich bin ein körperbehinderter pansexueller Buddhist, weiß also sehr gut wie es sich anfühlt in der westl. und besonders der deutschen "Kultur und Soziallandschaft" anzuecken. Aber die Bemerkung des Arztes, so wie Du sie schilderst, würde ich nicht als Urteil oder gar Vorurteil verstehen, da gibt es weitaus härtere Äußerungen und Wertungen...

Aber selbst wenn es der Arzt so gemeint haben sollte und auch wenn er noch viel schlimmere Dinge gesagt hätte, gerade dann zeugt es von ausreichendem Selbstvertrauen und Respekt gegenüber den eigenen Werten wenn man sich kurz und knapp denkt oder es auch sagt: Es interessiert mich nicht im mindesten was irgendein xbeliebiger Mensch über mich oder meine Art zu leben denkt.

Hoffe Du bist stark genug um dir von solchen Menschen nicht deinen Lebensstil denunzieren zu lassen.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Lieber Hikmat!

MIr sagt mein Herz, dass Alkohol nicht gut für die Harmonie von Körper, Geist und Seele ist. Daher kann auch ich sagen, dass ich aus Glaubensgründen keinen Alkohol trinke.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
Hikmat hat folgendes geschrieben:
Hatte kürzlich zwecks Verbeamtung eine amtsärztliche Untersuchung und musste einige Fragen bezüglich meines Lebensstils beantworten. Als zur Sprache kam, dass ich völlig auf Alkoholkonsum verzichte, fügte ich noch an, dass ich es aus religiöser Überzeugung tue. Diese Antwort hat dem Arzt wohl nicht gefallen und er fand es eher lächerlich und unglaubwürdig, denn dann fragte er mich, ob ich auch aus religiösen Gründen Nichtraucherin wäre. Er wollte sich über mich lustig machen- vielleicht, weil er es nicht gut findet, auf Alkohol völlig zu verzichten, vielleicht aber auch, weil er mir meine Abstinenz nicht abkaufen wollte, frei nach dem Motto: Gar nicht trinken, das schafft man doch nicht.

Ich habe nie jemandem Verboten, Alkohol zu konsumieren, noch habe ich darüber geurteilt, aber ich erwarte auch, dass ich mit meiner FREIEN Entscheidung, auf Alkohol zu verzichten, und die Entscheidung für meine Religion ist ein Akt des freien Willens, ernst genommen werde!

Niemand muss sich rechtfertigen, warum er Alkohol trinkt, deshalb will ich mich auch nicht rechtfertigen müssen, weshalb ich darauf verzichte!

Was sind eure Erfahrungen und wie steht ihr dazu?


In der Gesellschaft muss sich in der Regel immer derjenige rechtfertigen der von der Normalität abweicht. Und die Normalität ist nun einmal das Alkohol getrunken wird.

Das ein Arzt sich darüber lustig macht, dass man keinen Alkohol trinkt finde ich doch sehr eigenartig. Ehrlich gesagt würde ich den Arzt in dem Fall wechseln. Zumal er als Arzt ja gerade die Folgen des übermäßigen Konsums von Alkohol kennen müsste. Vom Alkoholismus nicht zu sprechen.


Liebe Grüße,
Tobias
Auweh. Sowas ist traurig.

Soweit ich weiß gibt es mindestens drei Religionen die Alkohol verbieten oder davon abraten. Dass es dennoch ein "Randgruppenphänomen" ist zeigt, dass es nicht weit her ist mit der religiösen Praxis.
@all!

Ich verzichte unter anderem neben den Glaubensgründen deshalb gänzlich auf Alkohol, da bereits geringe Mengen Krankheiten auf allen Ebenen des menschlichen Daseins ( auf physischer Ebene, auf psychischer Ebene, auf mentaler Ebene, auf emotionaler Ebene sowie auf spiritueller Ebene ) auslösen können.

Obwohl ich ein Fan von Laotse bin, könnte ich ausserdem niemals masshalten.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!
@Caput:

Ich fühle mich nicht persönlich angegriffen. Vielmehr geht es darum, Misstände zu erkennen und zu benennen, denn nur so kann man etwas ändern.

Auch achte ich bei dem, was ich tue nicht auf das, was andere sagen, es sei denn ich finde ihre Argumentation überzeugend, dann bin ich auch bereit meine Vorstellungen zu überdenken.

Ich fühle mich nämlich nur meiner Religion verpflichtet und wie könnte ich mein Verhalten verantworten, wenn ich nach dem danach handeln würde, was andere von mir denken.
Ich kann mich nur gut fühlen, wenn ich nach meinen Überzeugungen handle.

@Tobias:
Naja diesen Arzt werde ich wohl nicht mehr wieder sehen, denn diese Untersuchung war, so hoffe ich, eine einmalige Sache.
Aber ich gebe dir Recht, man sollte, sofern die Möglichkeit besteht, zu Ärzten etc. gehen, die einen ernst nehmen und nicht beurteilen, nur weil man nicht so ist, wie sie es sind.