Mutter-Kind-Situation - ist das Ok?


hallo!
ich bin mir nicht ganz sicher, ob das verhalten in folgender situation von der mutter her angebracht ist oder nicht (normal/unbedenklich oder nicht gut), bitte schreibt mir eure meinung dazu. danke!
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situation:

eine mutter hat eine tochter. die tochter hat ein paar kuscheltiere, einen weißen bären schon fast seit ihrer geburt, er war ihr erstes stofftier und es ist ihr lieblingsbär. weil sie ihn schon "so lange" hat und v.a. auch schon seit dem säuglingsalter sieht er schon etwas mitgenommen aus, weil er oft gewaschen werden musste. (babys sabbern ja auch oft drauf, beim füttern wurde er vll angekleckert und als die tochter etwas größer war wurde der bär auch oft auf spaziergänge mitgenommen, wo er auch mal in ne pfütze gefallen ist o.ä.)

jedenfalls sieht der bär nun also schon ziemlich mitgenommen aus, das mädchen liebt den bären aber trotzdem wie eh und je.
eines tages dann aber, die tochter ist ca. 3 jahre alt, macht die mutter sie drauf aufmerksam, dass der teddy ja schon so runtergekommen sei, o-ton der mutter:
"mensch juli, schau mal der bärlie, der ist ja jetzt schon so kaputt und alt und abgenudelt und hässlich, wollen wir den nicht endlich wegschmeißen?" - das sagt sie mit einem freundlichen grinsen im gesicht und einer mitleidigen stimme zur tochter, also so "ooohh, der bär ist ja schon sooo alt...."
die tochter ist natürlich erst total dagegen, es ist ja ihr lieblingsbär. die mutter redet aber weiter auf sie ein, ihre argumente sind vorwiegend "der bär sei ja schon so alt und vergammelt und hässlich", "müsse endlich auf den bären-friedhof", "so ein altes, hässliches bärlein brauche doch keiner mehr".

die tochter ist zunächst immer noch dagegen, willigt letztendlich aber ein. die mutter hat sie nicht dazu gezwungen, nur weiterhin ihre argumente wiederholt und, wann immer das kind wiederholt verneint hat, gesagt "was willst du denn mit so einem abgenudelten, stinkenden, alten bärchen?" (aber das hat sie immer in einem netten, mitleidigen ton gesagt un dabei leicht mitleidig die tochter angelächelt, so in etwa als würde sie denken "hach, wie kann so ein kleines dummerchen nur an so nem alten bärchen hängen", das hat sie eigentlich eh auch ausgesprochen fällt mir grad ein).

jedenfalls hat die mutter das kind dann also überzeugt, die mutter steckt den bären in den restmülleimer, der somit voll wird, nimmt den plastikbeutel samt dem darinsteckenden bärchen heraus, die tochter sieht den bären noch aus dem plastiksack zu ihr herauskucken.
zusammen gehen sie hinunter zur mülltonne und stecken den sack hinein.

als die tonne wieder zu ist und beide wieder in die wohnung rauf gehen ist das mädchen schon ziemlich betrübt und zweifelt, ob die entscheidung richtig war.
nach kurzer zeit fängt die mutter dann plötzlich an: (o-ton)
"mensch juli, irgendwie tuts mit jetzt doch leid um den bärli, dass wir den jetzt einfach so weggeschmissen haben, er ist doch eigentlich so ein lieber, alter bärli und sieht trotzdem immer noch süß aus, auch wenn er schon so abgewetzt und vergammelt ist. und du hast ihn jetzt einfach so weggeschmissen, obwohl er doch dein treuer begleiter war, seit du ganz klein warst. kannst du das wirklich übers herz bringen ihn einfach so wegzuschmeißen wie müll? der liegt jetzt sicher in der dunklen, schwarzen, stinkigen mülltonne und weint sich bitterlich die äuglein aus und denkt sich: (verstellt dabei die stimme hoch) "warum will mich die julia jetzt nicht mehr, warum hat sie mich nicht mehr lieb, warum hat sie mich weggegeben?".....
das alles sagt die mutter wiederum mit einem süßlichen, aber auch mitleidigen lächeln.
die tochter ist erst verdutzt und vor den kopf geschlagen, weil die mutter ihr auf einmal genau das gegenteil von dem vorher gesagten suggeriert, bekommt dann aber recht schnell, massive schuldgefühle und fängt an zu weinen und läuft zur mutter, um getröstet zu werden. der tochter tut es aufeinmal total leid, dass sie den bären einfach so weggegeben hat und dass er jetzt alleine und weinend in der dunklen mülltonne vor sich hin schluchzt.
die mutter tröstet das mädchen fürsorglich und sagt ihr, sie können ja wieder runter gehen und den bär wieder raufholen.

die tochter ist sofort dabei und gemeinsam laufen sie wieder hinunter zur tonne.
inzwischen hat eine ältere nachbarin, die mutter und kind (und bär) kennt, weil sie ab und an auf das kind aufpasst, den bär in der tonne entdeckt und befreit ihn gerade aus seinem müllsack, als mutter und tochter an der tonne eintreffen.
die mutter erklärt der frau was vorgefallen ist: "haha, naja Sie wissen ja, sie dachte eben erst dass der alte bär eben schon so abgenudelt ist, dass sie sich davon trennen könnte, aber dann hat sie ihn doch wieder vermisst und jetzt sind wir ihn eben wieder holen gegangen, haha. tjaja, so sind kinder halt, wissen nicht was sie wollen, hoho".

die frau gibt dem kind das bärchen, das mädchen läuft überglücklich mit dem bären wieder hinauf in die wohnung, mutter und nachbarin reden noch eine weile miteinander an den mülltonnen.
als dann schließlich auch die mutter wieder hochkommt sagt sie zu dem kind (wieder in dem gleichen ton wie in den vorigen gesprächen auch):"na juli, jetzt hast du deinen stinkenden, alten, hässlichen, vergammelten bärli ja wieder! bis du jetzt beruhigt? der arme bärli, der hat sich jetzt sicher die augen ausgeweint, weil du ihn einfach weggegeben hast.
nimmt ihr den bären ab und tut so als würde er mit der tochter sprechen "buhu, juli, du hast mich nicht mehr liieeb!! warum hast du mich weggegeben??" die tochter drückt ihn wieder an sich und sagt "nein nein, ich wollte dich doch gar nicht weggeben, ich geb dich nie wieder weg!" die mutter grinst wieder so lieblich-mitleidig.
dann sagt sie noch: "weißt du was mir die oma [=die nachbarin an der mülltonne] erzählt hat? sie hat gesagt, dass sie völlig von der rolle war, als sie gesehen hatte, dass der bär in der mülltonne lag und überhaupt nicht verstehen konnte, warum du den weggeschmissen hast und dass sie, wenn du ihn schon weggeschmissen hast, ihn aber gerade aus der tonne rausholen wollte, als wir gekommen sind, weil sie so was nicht übers herz gebracht hätte"
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ich finde die situation irgendwie ziemlich gemein, weil ich finde, dass die mutter mit den gefühlen des kindes spielt ohne dass das kind es begreift oder sonst jemand merkt.
aber ich wollte v.a. wissen, ob die situation eben normal ist oder nicht?
Das ist nicht normal von der Mutter.
Die Gefühle eines Kindes müssen ernst genommen werden.
Für ein Kind, dass mit einem Kuscheltier spielt, ist das Kuscheltier lebendig.
Dann müssen Eltern sich zurücknehmen.
Da ist Scham für das Kuscheltier des Kindes fehl am Platz.
Das wäre aus der Sicht des Kindes fast so, als würde man ein Geschwisterchen in den Müll werfen.
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Die Mutter spielt mit den Gefühlen des Kindes. Ob bewusst oder unbewusst kann man nicht beurteilen, da man die betroffenen ja nicht kennt.
Möglicherweise hat die Mutter ein psychisches Problem?
Armes Kind, hoffentlich übersteht es diese "Erziehung" relativ unbeschadet.
Normal finde ich dieses Verhalten nicht.
Alles Liebe
Zahira
O nein, das kann ich ja fast nicht glauben. Bin selbst Mutter von 4 Kindern und hab bestimmt nicht alles richtig gemacht in der Erziehung, auch wenn ich mich immer bemühte. Aber sowas kann ich nicht nachvollziehen.

Also ich möchte eindeutig sagen, die Mutter hat sich dem Kind gegenüber nicht richtig verhalten.

Aber den Stab möchte ich nicht über sie brechen, sind wir doch alle nicht perfekt in unserem Tun. Sicher hatte sie nie gelernt wie man in einer solchen Situation handelt.

Vielleicht kann ja das Kind daraus lernen, dass man einfühlsamer mit anderen, vor allem Kindern, umgehen muss.

Ich selbst habe viel aus Verletzungen und anderen negativen Erfahrungen meiner Kindheit gelernt .

Alles Liebe Linde
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Befasst euch gründlich mit den Nöten der Zeit, in der ihr lebt, und legt den Schwerpunkt eurer Überlegungen auf ihre Bedürfnisse und Forderungen.
Bahá'u'lláh
Hallo ihr drei,
vielen dank für eure antworten!

lg
was ich gemacht hätte, wenn der Teddy bereits allzu hässlich gewesen wäre:
ich hätte einen identischen aber neuen Teddy besorgt.
Und dann hätte ich dem Kind gesagt,
es solle seinen Teddy nachts in eine Schüssel voll Seifenwasser neben seinem Bettchen legen.
Nachts hätte ich mich dann reingeschlichen, den alten Teddy herausgenommen, das Seifenwasser ausgeschüttet und den neuen Teddy hinein gelegt.
So kann man das doch auch tun, ohne dass man das Kind verletzt.
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Hallo Sebestova,

nein, das Verhalten der Mutter ist nicht normal. Wenn so etwas häufiger vorkommt, dann wäre es ein Wunder, wenn das Kind nicht schwere emotionale Störungen davonträgt, die es im späteren Leben ernsthaft lebensunfähig machen.

Das Verhalten der Mutter ist geradezu soziopathisch zu nennen und sie sollte wohl besser therapeutische Behandlung in Anspruch nehmen.

Grüße,
Bernhard
Alter
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Wo peest du denn rum?
Ist das eine fiese Mutter.
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