Gebete zur Heilung


Ikarus hat folgendes geschrieben:


Warum empfinden wir den Tod als schlimm und warum ist er zum Tabu-Thema in der Gesellschaft geworden ?

Warum können wir nicht ganz natürlich mit Leben und Tod umgehen ?

Warum machen wir uns etwas vor ?

Meine Gedanken am heutigen Tag.

liebe Grüße an Euch


Liebe Ikarus e,

vielleicht deswegen weil der Tod das diesseitige Leben unwiederbringlich beendet.
Es gibt kein Zurück mehr in dieses Leben - es ist endgültig!
Das kann schon beängstigend sein, für den einen mehr für einen anderen nicht so ...
weil man doch an einigen geliebten Menschen, aber auch Dingen - hängt?

Außerdem hat uns noch niemand bestätigen können daß danach noch was kommt.


Lieben Gruß
Rose
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"Die ganze Mannigfaltigkeit, der ganze Reiz und die ganze Schönheit des Lebens setzen sich aus Licht und Schatten zusammen".

*Leo Nikolajewitsch Graf Tolstoi*
Liebe Ikarus, wie oft habe ich mir dieselben Fragen gestellt. Ich kann es nicht nachvollziehen warum dies so ist.
Viele Menschen sagen, dass sie daran glauben, dass es nach diesem Leben noch etwas gibt und dies viel schöner sein soll als das Leben hier, doch wenn es darauf ankommt, ist nichts mehr von diesem Glauben da?
Wie kommt das?

Als ich vor ein paar Jahren auf das Ergebnis einer Untersuchung wartete, sagte ich zu einer Freundin, dass ich nicht wünsche, dass meine Angehörigen unter meine Todesanzeige schreiben (wie ich das so oft lese) "gekämpft, gehoff und doch verloren".

Ich werde kämpfen, ich werde hoffen, aber wenn ich gehe habe ich nichts verloren sondern werde unendlich viel gewinnen.

Traurig ist das doch nur für die Angehörigen meine Eltern, die schon eine Tochter verloren haben, meine Töchter und Enkel und vor allem würde es mir für meinen behinderten Sohn am meisten leid tun, der bis jetzt sehr auf mich angewiesen war.

Trotzdem hoffe ich, dass sie sich aber auch für mich FREUEN können.

>Der Tod bietet jedem vertrauenden Gläubigen den Kelch dar, der wahrhaft Leben ist.
Er spendet Freude und bringt Fröhlichkeit.<

So, das waren jetzt meine mitternächtlichen Gedanken.

Wünsche alles, alles Gute
Liebe Grüße Linde
Ikarus hat folgendes geschrieben:
Wir senden Trost und Heilung, aber wir berühren das Thema Tod nicht - von dem so viel geschrieben steht und wie schön es im Jenseits sein soll - nur leider möchte keiner hin - also doch ein Zeichen, daß wir so richtig gar nicht daran glauben.

Das ist sicher nicht für alle Menschen so.

So konnte ich mit meiner Mutter, als sie 1994 völlig überraschend die Krebsdiagnose erhielt in den letzten 7 Wochen vor ihrem Tod im Oktober 1996 schon über den Tod reden. Nur wusste ich damals nicht, was ich heute weiß....

Mein Vater der im Februar 2009 starb, wollte schon ca. 5 Jahre lang davor nicht mehr leben... Allerdings nicht, weil er sich auf ein schönes Jenseits freute, an dass er nicht glaubte, sondern weil er sein Leben für nicht mehr lebenswert hielt.

Wie ich heute las, sterben in Dtl. jährlich bis zu 14 000 Menschen durch Selbsttötung und das seien mehr, als durch Verkehrsunfälle, illegale Drogen und Gewalttaten zusammen.


Zitat:
Anstatt den Krannken auf diese Welt vorzubereiten und ihn nicht in Angst zu versetzen, sagen wir, er wird geheilt, aber innen wissen wir, daß es manchmal gar nicht sein kann - da ist die Diagnose zu eindeutig.
Das ist nicht grundsätzlich so.

Da habe ich z.B. eine Frau kennengelernt, die erhielt 1987 mit ca. 20 Jahren die Diagnose Schilddrüsenkrebs in fortgeschrittenem Zustand. Sie gaben ihr höchstens noch ein halbes Jahr ... Doch sie hat überlebt.

"Dein Wille geschehe" bedeutet immer auch, die Möglichkeit einer Heilung offen zu lassen. Sonst wird eine Diagnose zum sich selbsterfüllenden Todesurteil. (self-fulfilling prophecy)

Zitat:
Warum empfinden wir den Tod als schlimm und warum ist er zum Tabu-Thema in der Gesellschaft geworden ?

Das hängt mit der Verhaftung an alles Materielle zusammen und der starken Individualisierung und Ich-Bezogenheit ("Mein Wille geschehe!")
Vielleicht ist die damit verbundene Vereinsamung eine Ursache für die hohe Selbstmordrate.

Zitat:
Warum können wir nicht ganz natürlich mit Leben und Tod umgehen ?

Es gibt in unserer Gesellschaft Menschen, die das können und still praktizieren.
Du wirst darüber allerdings keine Interneteintragung finden.

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OM LOKAH SAMASTHA SUKHINO BHAVANTHU
Mögen alle Wesen in allen Welten glücklich sein.
Zitat:
Wir senden Trost und Heilung, aber wir berühren das Thema Tod nicht - von dem so viel geschrieben steht und wie schön es im Jenseits sein soll - nur leider möchte keiner hin - also doch ein Zeichen, daß wir so richtig gar nicht daran glauben.


Liebe Ikarus,
sicher ist es bei vielen so dass sie darüber reden bis sie selber betroffen sind um dann tatsächlich zu merken dass sie nicht daran glauben.

Zitat:
Anstatt den Kranken auf diese Welt vorzubereiten und ihn nicht in Angst zu versetzen, sagen wir, er wird geheilt, aber innen wissen wir, daß es manchmal gar nicht sein kann - da ist die Diagnose zu eindeutig.


Heilung muss nicht zwangsläufig Gesundung des Körpers bedeuten.

Zitat:
Warum empfinden wir den Tod als schlimm und warum ist er zum Tabu-Thema in der Gesellschaft geworden ?

Weil er für dieses Erdenleben endgültig ist und Mensch immer mehr dazu neigt sich nicht auf etwas festzulegen, sondern immer unverbindlicher wird.

Zitat:
Warum können wir nicht ganz natürlich mit Leben und Tod umgehen ?


Wieviel in unserem Alltag ist noch natürlich?

Der Mensch will nicht ausgeliefert sein, sondern mitbestimmen.
"Dein Wille geschehe" hat sich schon lange in "mein Wille geschehe" verwandelt.
Hingabe gibt es im materialistischen Menschsein nicht.

Zitat:
Warum machen wir uns etwas vor ?


Machst du dir etwas vor?

Meiner Meinung nach ist dieses Leben Teil eines großen Zyklus (ich denk dabei an die Geschichten der Larve zur Libelle oder der Raupe zum Schmetterling)
Das neue Buch von Walsh (zu Hause in Gott) beschreibt es auf eine etwas andere Art, aber auch nicht schlecht.

Eine Freundin von mir hat den Krebs "besiegt" aber sie ist nicht glücklich geworden. Heute 10 Jahre danach ist sie noch verbitterter und verschossener als vorher.

Eine andere Freundin hat ihren Krebs nicht überlebt, aber war am Ende ihres Lebens mit sich und allen Anderen in Frieden.

Welche Form der Heilung ist für unseren Menschverstand die "bessere"?

Verschiedene Heilungen zu vergleichen und bewerten zu wollen wäre vermessen. Wir können es nicht. Unser Verständnis für die Zusammenhänge reicht dafür nicht aus.

Mein Vater war zwei mal klinisch tot, hatte beide Male eine Nahtoderfahrung. Wir haben uns lange darüber unterhalten. Er sagt, "die wollten mich noch nicht, haben mir erklärt warum und jetzt bin ich halt noch ne Weile da.
Meine Mutter ist vor einigen Monaten fast an einer Darminfektion gestorben und erzählte:"Ich konnte nichts sehen, nicht mehr reden, mich nicht mehr bewegen, da waren Stimmen die haben gesagt ich sterbe, dann ich bin tot (Ärzte und Schwestern). Ich wollte ihnen sagen dass ich sie höre und noch lebe, aber das ging nicht. Dann waren da Gestalten die seltsam ausgesehen haben, mit denen konnte ich reden, denen hab ich gesagt dass ich nicht sterben kann weil mein Mann und meine Enkel ohne mich nur ganz schlecht zurechtkommen und dass sie mir helfen müssen das den Ärzten zu erklären weil die mich nicht hören... dann weiß ich ne weile nichts mehr. Und dann bin ich aufgewacht und alles hat mir weh getan, aber ich konnte wieder reden. und der Pfleger hat mich wieder gehört.
Während sie diese Erfahrung hatte hab ich versucht meinem Vater beizustehen, der zwar keine Angst vor dem eigenen Sterben hat, auch davon überzeugt ist dass es nach dem Tod hier weitergeht und auch auch schön ist, aber er hatte Angst davor nach 50 Ehejahren plötzlich ohne seine Frau zurecht kommen zu müssen. Es ging ihm nicht um das Sterben meiner Mutter, sondern um sein weiteres Leben ohne sie.

Es ist so wichtig mit Todkranken über das Sterben und den Tod zu reden, auch mit den Angehörigen.
Kennst du das Buch oder den Film "Oskar und die Dame in Rosa" kann ich dir nur empfehlen. Es ist ein dünnes Buch, wenig Seiten, aber sehr sehr hilfreich wenn man mit Kranken oder Sterbenden zu tun hat.

Im Oktober fang ich eine Hospizausbildung an, das treibt mich schon lange um. Gerade deshalb weil viele so große Angst vor dem Tod haben dass sie nicht darüber reden wollen, sondern ihn aus dem Leben verdrängen wollen.
Aber er gehört dazu. Wir alle sterben. Und wie wir sterben hängt davon ab wie wir leben. Von unserer Lebenseinstellung. So makaber das auch klingt.
Gottvertrauen und Hingabefähigkeit ist sehr nützlich wenn man sich mit dem eigenen Sterben und danach auch mit dem Sterben von Familienangehörigen, Freunden, Nachbarn oder Fremden auseinandersetzt.

Zum Abschluß noch ein Zitat/Gebet von Mikhail Naimy, das auf seinem Grabstein steht:

Dein Kind bin ich oh Herr.
Und diese schöne überreiche
und liebliche Erde,
in deren Schoß du mich gebettet hast,
ist nur die Wiege
aus der ich zu dir zurück krieche.

Kraft Licht Frieden und Liebe wünsche ich dir und deiner Freundin
Möge der höchste Plan des Einen sich erfüllen.
Zahira
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Möge Liebe, Licht und Frieden sich überall verbreiten
@ Zahira

Hast Du alles wunderbar ausgedrückt.

Freut mich auch, dass Du eine Hospitzausbildung machst. Hab ich auch vor 10/11 Jahren gemacht und danach Menschen begleitet.
Im Moment schaff ich es nicht, da die Versorgung meines behinderten Sohnes und mein eigener Gesundheitszustand dies grad nicht zulassen.

Liebe Grüße Linde
Danke liebe Linde,

man kann solche Ausbildungen und die Erfahrungen die man durch Begleitung Sterbender, Kranker oder Behinderter macht doch auch für sich selbst nutzen.

Du begleitest jetzt dich und deinen Sohn. Ich wünsche dir auch Menschen die dich begleiten.

Heilung Kraft und Vertrauen für dich.
Möge auch an dir sich der höchste Plan der Einheit erfüllen.
Licht und Segen
Zahira
>Als erstes musst du nach Geistigkeit dürsten, dann lebe das Leben! Lebe das Leben! Lebe das Leben!

Um diesen Durst zu bekommen denke nach über das Leben nach dem Tode.
Studiere die heiligen Worte, lies deine Bibel, lies die heiligen Bücher und studiere besonders die heiligen Aussagen Bahá'u'lláhs.
Gebet und Meditation, nimm Dir für beides viel Zeit.

Dann wirst du diesen großen Durst spüren, und nur dann kannst du anfangen, das Leben zu leben.

Ábdu'l-Bahá 1844-1921
Danke liebe Linde,
das sind wahre Worte.

Licht und Segen
Zahira
Danke, liebe Zahira, ja Du hast natürlich recht. Den größten Nutzen hat man natürlich selbst.
Danke für Deine lieben Worte!

Alles Liebe Linde
Hallo Ikarus

Wie gut es tut, dass wir für andere beten können. Ich wünsch Dir und Deiner Freundin ein gutes pax et bonum.
Ich werde sie und dich in mein Gebet einschliessen und dazu Dein von Erfurcht und liebe getragens Gebet benutzen. Wenn Du dich nicht fallen lässt, Kannst Du nicht erfahren, Dass Du getragen wirst.
pax et bonum Frater

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