Ehekurs auf Bibel-TV


Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:
Um etwas zu suchen, muss ich eine gewisse Vostellung von dem haben, was ich suche. B e v o r ich beginne, zu suchen, habe ich mir also schon ein "Gottesbild" gemalt.


Das weiß Gott auch - deshalb gibt es ja Jesus Christus, damit die falschen Gottesbilder zurechtgerückt werden und ein Fixstern der Wahrheit über der Menschheit leuchtet. Der Mensch lernt und orientiert sich von Geburt an an anderen Menschen - Was gibt es eindringlicheres als ein menschliches Abbild? Was sollte "pädagogischer" und vor Allem menschenfreundlicher Sein als die Vorstellung, dass Gott selbst sich "vermenschlicht"? Was sollte menschengemäß die Antwort auf unsere existenziellen Fragen bringen können außer ein Mensch?

Zum Thema Wahrheitssuche würde ich ein Zitat der französischen Philosophin Simone Weil (1909-1943) bringen:

"Christus liebt es, dass man ihm die Wahrheit vorzieht, denn ehe er Christus ist, ist er die Wahrheit. Wendet man sich von ihm ab, um der Wahrheit nachzugehen, so wird man keine weite Strecke wandern, ohne in seine Arme zu stürzen."

LG Burkl
Hallo Burkl,

der Haken bei deiner Argumentation liegt genau bei unserer Orientierung an anderen Menschen. Wir lernen und übernehmen zunächst Werte von unseren Eltern, Lehrern usw. Aber irgendwann setzt man sich mit diesen "übernommenen" Werten auseinander. Je nachdem wie stark man transzendental oder eher logisch gepolt ist, wird man dann unterschiedliche Wege begehen.


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
Pjotr Kala hat folgendes geschrieben:

Ich bin da auch nicht so offen wie Long Road, um jeden Buchladen oder jede Kneipe mitzunehmen (ich weiss ja nicht genau, ob mir nicht nachher die Bücher um die Ohren fliegen, oder ich unter den Tisch getrunken werde).
Pjotr Kala


Haha, das hast du missverstanden. Ich bin grundsätzlich ein engstirniger Mensch

Ich habe geschrieben "ein wunderbares Buchgeschäft" und nicht "jeder beliebige Buchladen oder jede beliebige Kneipe". Natürlich trifft man auf viele Läden, aber die wenigsten laden zum Eintreten ein, da geht man dann eben weiter.

Alls Liebe
Zitat:
Wieso sollte ein Mensch, der objektiv gesehen in seinem Leben eigentlich nichts erreicht hat und als "Verlierertyp" gestorben ist Menschen derart faszinieren, dass sie sein Leben aufgeschrieben haben und ihm nachfolgen - bis heute?


Vielleicht weil Kaiser Konstantin das Christentum für sich instrumentalisierte und weil ein fränkischer Feldherr Gott versprach zum Christentum überzutreten, falls er ihm dabei helfen würde eine entscheidende Schlacht zu gewinnen.
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Den Wahn erkennt natürlich niemals, wer ihn selbst noch teilt.
Sigmund Freud
Hallo Long Road,

na, mit der Engstirnigkeit, dass müssen wir noch mal genauer prüfen.

Bleiben wir mal im Buchladen.
Gesetzt den Fall, es gibt eine Bibliothek, die alles Wissen (bewiesen) und alle
Glaubens-Erkenntnisse (metaphysisch) beinhaltet, und wir wären in der Lage, dies auch alles in unserem Gehirn zu verarbeiten, zu welchem Ergebnis würden wir kommen?

Ich weiss es wirklich nicht (genau so wenig wie ich weiss, ob ein Ehekurs auf Bibel-TV Sinn macht).


Pjotr Kala
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Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!
zur Sache mit den Gottesbildern: Eigentlich wollte ich genau das "vermeiden" - denn es ist mir klar, daß gerade diese Gottesbilder uns oft davon abhalten, Gott wirklich zu begegnen; entweder, weil wir uns, wie Du caput_tiro, dazu entschließen, lieber ohne einen solchen Gott (wie wir ihn uns vorstellen) zu leben - oder weil dieser Gott unserer Vorstellung unerreichbar ist. Wir haben Verschiedenes über IHN gehört und gelesen, aber all das hat uns nicht dazu gebracht, mit IHM Kontakt aufzunehmen.
Hier scheint mir ein springender Punkt zu sein; denn Gott achtet unsere Freiheit sehr hoch.
Nehmen wir wiedermal ein Beispiel: Ein neuer Nachbar ist eingezogen, Du hast verschiedenes über ihn gehört - der eine sagt, er ist unnahbar, der andere sagt, er ist schüchtern, der dritte sagt, er ist sehr höflich, der vierte meint, er ist arrogant, etc.
Du kannst nur herausfinden, wie ER wirklich ist, wenn Du ihm persönlich begegnest. Bloß, wenn Du an der Tür ein Schild hast "neue Nachbarn unerwünscht" oder "ich bin mit mir selber am glücklichsten" und Dich auch nicht unbedingt bemühst, ihn zu treffen, wirst du ihm nie begegnen.

Viele halten diese Tatsache, daß sich Gott für einen einzelnen Menschen interessieren könnte, für unmöglich. Das ist eben, weil wir von dieser Leistungsgesellschaft geprägt sind, wo sich der "Starke" nicht um den Schwachen kümmert. Gott ist eben da ganz anders. Aber ich muß Burkl zustimmen, im Leben und Wirken Jesu können wir vieles auf menschliche Art erkennen, wie Gott ist.
http://cross.tv/61328
hallo alphai
Zitat:
Viele halten diese Tatsache, daß sich Gott für einen einzelnen Menschen interessieren könnte, für unmöglich. Das ist eben, weil wir von dieser Leistungsgesellschaft geprägt sind, wo sich der "Starke" nicht um den Schwachen kümmert. Gott ist eben da ganz anders. Aber ich muß Burkl zustimmen, im Leben und Wirken Jesu können wir vieles auf menschliche Art erkennen, wie Gott ist.


Gott ist da ganz anders? Wie anders? Woran macht sich das fest? Am Gefühl? In der Meditation? Ein gutes Gespräch mit den Nachbarn?
Das ist alles mit Gott, aber eben auch ohne Gott möglich. Was macht sich allein am Glauben fest (ausser natürlich der ganze Bereich des Jenseits-Glaubens)?
Ja, Menschlichkeit im positiven Sinne können wir bei vielen herausragenden Persönlichkeiten finden, aber ist das dann schon Göttlichkeit?


Pjotr Kala
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Namaste

Liebe Alphai,

Alles ganz interessante Vergleiche, aber auf mich nicht anwendbar. Ich habe, wie schon öfter erwähnt, Jahre mit der Thematik "Allmachtsgott" verbracht in Gedanken und im Leben nach der Antwort auf die eine Frage gesucht "Gibt es ein Wesen in dem sich alles an Macht ballt, das Anfang und Ende ist und das alles umschliesst". Nach vielen Jahren wurde mir klar das es nur eines gibt das alles verbindet und umschliesst und das ist das Karma und das Karma in der Definition von "Macht" nicht vorkommt, da es nicht "Macht" ist, sondern fluss. Ich glaube an die Existenz von Göttern, den sogenannten Himmelsbewohnern, den Hungergeistern, Dämonen und einem halben dutzewnd weiterer Existenzen, aber ich glaube nicht an einen Allmächtigen Schöpfer.

Würde ich an einen solchen jedoch glauben, so würde ich annehmen das wir für ihn sind was Ameisen für uns sind: kurzweilig interessant, an falscher Stelle lebend störend und ansonsten völlig ohne Belang.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Tiro, und wenn Du Gott als Schöpfende Kraft allen Werdens definieren würdest, ohne ihm eine Form geben zu müssen ?
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Das, was sich im Menschen reinkarniert, ist das spirituelle Ego, die göttliche Individualität.
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