Ehekurs auf Bibel-TV


@ alphai,

Zitat:
Ich habe die Erfahrung gemacht, daß man, wenn man dem Glauben entsprechend handelt, erleben kann, daß sich ein bestimmter Glaube (eine Wahrheit) bestätigt oder nicht.


Ich war immer gläubig. Als ich extrem christlich wurde, hat irgendwann gar nichts mehr gestimmt und nichts hat sich bestätigt.
Z.B. die vielen Verheißungen in den Psalmen:

"Gott wird dir einen Tisch im Angesicht deiner Feinde decken"
"Schaust du nach der Wohnung des Frevlers, ist sie nicht mehr."
"Wenn deine Gebete ernstlich sind, erhört dich der Herr."
"Gott ist wie ein Vater, er wird dir keine Schlange geben, wenn du um Brot bittest."
Das sind nur Kleckerbeispiele. Nichts davon hat sich bestätigt.

Was ich aber festgestellt habe, ist, dass wenn man sich sehr intensiv mit einer Sache beschäftigt, sie einem ständig in irgendeiner Form begegnet.
Z.B. hat mich meine Cousine einmal über die Maßen verletzt und gekränkt. Es ging um keine Meinungsverschiedenheit oder irgendeine kindische Beleidigung, sondern um mein Christsein - damals. Ich bin dann fluchtartig aus dem Haus und war untröstlich. In der U-Bahn wanderte mein Blick dann auf ein Plakat: "An der Krippe scheiden sich die Geister"
es war, ein Poster von der Heilsarmee.
Das hat mich natürlich bestätigt damals und unendlich getröstet.

Ich denke schon, dass da etwas ist, das uns begleitet, lenkt und führt, wenn wir uns dem öffnen. Das Christsein war damals mein Weg. Heute ist er das nicht mehr und trozdem passieren mir solche Dinge noch. Heute sind es andere "Zeichen" die mich dort abholen, wo ich gerade stehe. Mir wird ein Buch "gezeigt" oder ein Lied gibt mir Antwort oder ein Zufall zeigt sich rückblickend betrachtet als Fügung.


@ Long Road,

Zitat:
Die Frage ist: Was ist wenn man sucht und einfach nichts findet? Wenn man durch die ganze Stadt rennt und nicht einmal eine andere Person sieht, die eine Eistüte in der Hand hat.

Nur weil ich eine Eisdiele suche bedeutet ja nicht, dass es zwangsläufig eine gibt.


Bedeutet in Übersetzung:
Gott ist nicht so, wie er in der Bibel dargestellt wird. Da kann ich noch so lange warten, dass er sich so erweist.
Das legt nahe, dass Gott anders ist. Dass es eine andere Definition davon geben könnte, was "Gott" bedeutet.

Wieder bildlich:
Ich renne durch die ganze Stadt und lass' mich überraschen, welcher Laden mir begegnet. Ist es vielleicht gar keine Eisdiele, sondern eine Konditorei oder ein Lakritzladen? Ist der so versteckt, dass ich ihn nicht sofort finde?
Oder kommen mir keine Leute mit Eistüte entgegen, weil die meisten gar kein Eis mögen und die Eisdiele noch dazu abgelegen liegt?
Wenn dein Name etwas über den Weg aussagt, den du schon mit Suchen verbracht hast, geht es dir wie mir.
Ich bin dennoch zuversichtlich, irgendwann anzukommen und ich wünsche dir, dass du auch findest. Die Wege zur Wahrheit, zu dem Schlitz im Vorhang zu dem, was hinter der irdischen Existenz liegt, ist immer sehr persönlich. Ich glaube, dass Religionen die Kreuzungen sind, an denen sich diese Wege treffen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht weiter kommt, wenn man an der Kreuzung für immer stehen bleibt. Es ist nur manchmal schwer, sich den Menschen zu entziehen, die einfach nicht wissen, dass sie an einer Wegkreuzung stehen und einen überreden wollen, dort mit ihnen zu bleiben. Manche wollen einen auch überreden, nur auf ihrem Weg weiter zu gehen, obwohl die andern genauso gut zum Ziel führen.

LG
Helle
_________________
Im Labyrinth verliert man sich nicht
Im Labyrinth findet man sich
Im Labyrinth begegnet man nicht dem Minotaurus
Im Labyrinth begegnet man sich selbst

Hermann Kern
Liebe Helle

Helle hat folgendes geschrieben:


Bedeutet in Übersetzung:
Gott ist nicht so, wie er in der Bibel dargestellt wird. Da kann ich noch so lange warten, dass er sich so erweist.
Das legt nahe, dass Gott anders ist. Dass es eine andere Definition davon geben könnte, was "Gott" bedeutet.


Ich stimme dir grundsätzlich zu, mit zwei Vorbehalten:

1. Ja, es kann eine andere Definition von "Gott" geben. Ich denke aber, dass jede Defintion von "Gott" sinnlos ist. Jede Definition die wir uns ausdenken können wird falsch sein. Mit einem transzendenten, und uns daher nicht zugänglichen Gottesbegriff hätte ich ja keine Probleme.

2. Man muss auch die Möglichkeit, dass es vielleicht auch keinen Gott gibt, natürlich auch in Betracht ziehen. Zu sagen: "Ich weiß zwar nicht wer oder was Gott ist, ich bin mir aber sicher, dass es ihn gibt!" ist schon eine Einschränkung der Sichtweise, da man eine mögliche Nichtexistenz ausklammert.

Zitat:
Wieder bildlich:
Ich renne durch die ganze Stadt und lass' mich überraschen, welcher Laden mir begegnet. Ist es vielleicht gar keine Eisdiele, sondern eine Konditorei oder ein Lakritzladen? Ist der so versteckt, dass ich ihn nicht sofort finde?
Oder kommen mir keine Leute mit Eistüte entgegen, weil die meisten gar kein Eis mögen und die Eisdiele noch dazu abgelegen liegt?

Wenn dein Name etwas über den Weg aussagt, den du schon mit Suchen verbracht hast, geht es dir wie mir.


Nein, mein Name sagt überhaupt nichts über eine Suche aus Ich suche eigentlich gar nicht, ich mache es so wie in deinem Beispiel: Ich entdecke was es so für Läden in der Stadt gibt. Wenn ich gezielt nach einer Eisdiele suche könnte ich ja ein wunderbares Buchgeschäft übersehen. Das wäre sehr schade.

Zitat:

Ich bin dennoch zuversichtlich, irgendwann anzukommen und ich wünsche dir, dass du auch findest.


Ich wünsche dir auch alles Gute und hoffentlich findest du was du suchst. Ich suche nichts und habe trotzdem schon sehr viel gefunden. Trotzdem vielen Dank für die netten Worte.

Zitat:
Die Wege zur Wahrheit, zu dem Schlitz im Vorhang zu dem, was hinter der irdischen Existenz liegt, ist immer sehr persönlich. Ich glaube, dass Religionen die Kreuzungen sind, an denen sich diese Wege treffen, aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass man nicht weiter kommt, wenn man an der Kreuzung für immer stehen bleibt. Es ist nur manchmal schwer, sich den Menschen zu entziehen, die einfach nicht wissen, dass sie an einer Wegkreuzung stehen und einen überreden wollen, dort mit ihnen zu bleiben. Manche wollen einen auch überreden, nur auf ihrem Weg weiter zu gehen, obwohl die andern genauso gut zum Ziel führen.


Jeder soll den Weg beschreiten den sie/er für gut und richtig erachtet. Wenn jemand stehenbleiben will soll er eben stehen bleiben. Jemand anderen zu überreden ist nicht so gut.

Alles Liebe
Long Road hat folgendes geschrieben:
Ja, es kann eine andere Definition von "Gott" geben. Ich denke aber, dass jede Defintion von "Gott" sinnlos ist. Jede Definition die wir uns ausdenken können wird falsch sein. Mit einem transzendenten, und uns daher nicht zugänglichen Gottesbegriff hätte ich ja keine Probleme.


Der undurschschaubare, unendlich über uns stehende Gott - im Christentum mit "Gott-Vater" umschrieben.

Die Besonderheit im christlichen Glauben ist, dass dieser unendliche Gott hier in unserer wahrnehmbaren endlichen Realität konkret Gestalt annehmen wollte. In einem bestimmten Menschen - Jesus Christus. Insofern ist dies keine ausgedachte Definition, sondern eine "Selbsterklärung" Gottes, wenn man so will - eine "Übersetzung in Menschengestalt" dessen, was für uns unvorstellbar ist.

LG Burkl
Burkl hat folgendes geschrieben:
Long Road hat folgendes geschrieben:
Ja, es kann eine andere Definition von "Gott" geben. Ich denke aber, dass jede Defintion von "Gott" sinnlos ist. Jede Definition die wir uns ausdenken können wird falsch sein. Mit einem transzendenten, und uns daher nicht zugänglichen Gottesbegriff hätte ich ja keine Probleme.


Der undurschschaubare, unendlich über uns stehende Gott - im Christentum mit "Gott-Vater" umschrieben.

Die Besonderheit im christlichen Glauben ist, dass dieser unendliche Gott hier in unserer wahrnehmbaren endlichen Realität konkret Gestalt annehmen wollte. In einem bestimmten Menschen - Jesus Christus. Insofern ist dies keine ausgedachte Definition, sondern eine "Selbsterklärung" Gottes, wenn man so will - eine "Übersetzung in Menschengestalt" dessen, was für uns unvorstellbar ist.

LG Burkl


Ja. Und gemäß den Lehren der Hinduisten, Juden, Moslems, Baha'i etc. hat sich Gott auch in den jeweiligen Schriften, Propheten, Inkarnationen und Offenbarern selbst definiert. Das sind auch keine ausgedachten Definitionen, wenn man daran glaubt, sondern ebenfalls "Selbsterklärungen"

Dennoch: Gott, wenn es ihn denn gibt, wird von uns nie begreifbar oder beweisbar sein. Zumindest meiner Meinung nach.

Alles Liebe
@Long Road
Zu Deiner Frage - Ja - im Prinzip habe ich das gemeint.
In der Bibel steht z.B. daß Gott selbst sagt, daß ER sich finden läßt, von denen, die IHN von ganzem Herzen suchen.
Ich bin davon ausgegangen, daß ich nicht vollkommen unmotiviert drei Straßen weiter gehe, sondern schon diese Information bekommen habe. Also - vorausgesetzt ich suche eben eine Eisdiele, weil es eben so warm ist.
(Wenn Du was anderes suchst, kannst Du das genauso herausfinden; du kannst auch einfach schauen, was dir begegnet, dann ist es eben unwahrscheinlich, daß es gerade eine Eisdiele ist - aber nicht ausgeschlossen....wenn Du vielleicht die Geschichte von André Frossard kennst....?)
Wenn Du wissen willst, ob es stimmt, mußt Du trotztdem hingehen.
Was die Suche nach Gott betrifft, ist mein Weg da sehr direkt. Ich gehe davon aus, daß ein Gott, der diese Schöpfung erschaffen hat, auch problemlos in der Lage ist, mit den Geschöpfen in Kontakt zu treten.
Auch gehe ich davon aus, daß dieser Gott, der persönliche Wesen gewollt und erschaffen hat, auch selbst in noch viel größerem Maß eine Persönlichkeit ist.
Hingehen heißt also für mich: mit IHM in Kontakt treten, mit IHM sprechen und warten, ob ER antwortet.


@Helle
Zu Deiner Erfahrung kann ich leider nichts sagen, außer, daß ich schon erfahren habe, daß sich Seine Worte bestätigt haben. Vielleicht nicht immer so, wie ich mir das vorgestellt oder gewünscht hätte, aber im Nachhinein betrachtet, so wie es für mich gut war - natürlich immer mit dem Aspekt meiner persönlichen Freiheit, die mich manchen (schmerzlichen) Umweg geführt hat.
Meist erweist sich Gott als viel größer als unsere Gedanken und es geht auch nicht immer nur um unser persönliches bequemes Leben - wofür ich aber später dankbar bin.
Aber ich bin da auch immer so direkt, daß ich Gott einfach bitte, mir zu zeigen, wie die Dinge aus Seiner Perspektive aussehen, bzw. mir zu erklären, warum dies und jenes so gekommen und gelaufen ist. Z.B. ist mir da schon ein paarmal klar geworden, daß ich selbst wichtige Warnschilder ignoriert - und damit bestimmte Dinge verursacht habe....
....ach so - hab`ganz auf die Eistüte vergessen:

http://www.haefely.info/lebensfreude_andre-frossard.htm
Namaste

Liebe Alphai,

Im Grunde hat L. Road schon alles gesagt was ich geschrieben hätte bzw. hätte schreiben wollen. Was meine Person betrifft so habe ich mich mit jeder Weltreligion und etlichen kleineren Glaubensgemeinschaften auseinandergesetzt und das "beseelt" von der Motivation "Gott" zu finden oder eben zu widerlegen. In 20 Jahren bin ich für mich zu dem Glauben gelangt das es keinen Gott gibt. Ich hoffe sogar das dem so ist, da ich den Gedanken nicht mag mein Leben und Streben und den gesamten Kosmos in den Händen einer personalisierten Allmacht zu sehen. Vorallem nach dem ich Teile des Quran und das AT der Christen las ängstigte mich allein die Vorstellung. Jeder der gern Eis essen mag soll dies tun, ich werde es keinem Neiden während ich mich am Wasser meiner Freiheit gütlich tue.

Lieber Burkl,

Ich kenne deine Einstellung und respektiere deinen Glauben, aber wenn man Jesus Christus nur als Jesus v. N. anerkennt und "nur" als weisen Menschen sieht so kann er auch keinen Beweis für Gott darstellen bzw. ihn erfassbarer machen.

LG Tiro
_________________
„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Caput_Tiro hat folgendes geschrieben:

Ich kenne deine Einstellung und respektiere deinen Glauben, aber wenn man Jesus Christus nur als Jesus v. N. anerkennt und "nur" als weisen Menschen sieht so kann er auch keinen Beweis für Gott darstellen bzw. ihn erfassbarer machen.


Ist schon klar, dass man das so sehen kann - das respektiere ich auch.

Nur ein kleines Detail, dass dich vielleicht doch nachdenklich macht:

Von welchem mittellosen Zimmermann aus der äußersten römischen Provinz, der selbst nichts aufgeschrieben hat sowie einsam und von allen verlassen gekreuzigt wurde, wissen wir heute eigentlich noch etwas?

Er ist anders! Alle anderen Religionsgründer haben "ihr Reich" schon zu Lebzeiten errichtet und waren zum Zeitpunkt ihres Todes in irgendeiner Form "erfolgreich". Wieso sollte ein Mensch, der objektiv gesehen in seinem Leben eigentlich nichts erreicht hat und als "Verlierertyp" gestorben ist Menschen derart faszinieren, dass sie sein Leben aufgeschrieben haben und ihm nachfolgen - bis heute?

LG Burkl
Guten Abend Burkl,

Ich verstehe das Du darin einen Fingerzeig für seine göttliche Herkunft siehst. Ich sehe auch ein das man das kann, jedoch halte ich de Weisheit seines Redens und Handelns während seiner Jahre als Wandernder und die Tatsache das er mit seiner Haltung die damalige Gesellschaft in mind. 2 Lager spaltete für einen ebenso guten Grund für seine Beliebtheit und kultische Verehrung über den Tod hinaus. Das hieraus 2000 Jahre und mehr wurden ist wohl dem Enthusiasmus religiöser Eiferer und dem schriftstellerischen Talent gar manches Apostels zu verdanken. Aber ich gewve zu das sowohl deine als auch meine Ansicht wahr sein könnten oder auch beide nicht.

LG Tiro
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„Es gibt keinen Schöpfer außer dem Geist.“
(Lord Buddha)

"Es ist ein Vergnügen anzusehen, wie blind die Menschen für ihre eigenen Sünden sind und wie heftig sie die Laster verfolgen, die sie selbst nicht haben."
(Machiavelli)
Hallo alphai,
Zitat:
In der Bibel steht z.B. daß Gott selbst sagt, daß ER sich finden läßt, von denen, die IHN von ganzem Herzen suchen.


Um etwas zu suchen, muss ich eine gewisse Vostellung von dem haben, was ich suche. B e v o r ich beginne, zu suchen, habe ich mir also schon ein "Gottesbild" gemalt. Da ist dann auch klar, dass auf diesen Weg viele "Eisdielen" liegen.
Anders ausgedrückt, das Gespräch mit Gott ist ein Gespräch mit "xy" (Selbstgespräch oder dialektischer Monolog).
Ich bin da auch nicht so offen wie Long Road, um jeden Buchladen oder jede Kneipe mitzunehmen (ich weiss ja nicht genau, ob mir nicht nachher die Bücher um die Ohren fliegen, oder ich unter den Tisch getrunken werde).


Pjotr Kala
_________________
Hüte dich vor Institutionen, die dir das Denken abnehmen wollen!