Dreiecksbeziehung und Gedanken an den Tot


Bei mir geht es Gefühlsmäßig nur rauf und runter. In diesem Lebensabschnitt kommen bei mir zunehmend Gedanken auf, dass ich sterben möchte, um nichts mehr zu fühlen. Doch ich glaube nicht. dass ich das wirklich machen würde, denn wenn ich daran denke mir wehzutun oder mal auszurasten und meine Meinung zu sagen, dann fühle ich mich, als wenn ich zu nichts fähig wäre, als wenn sich alles abstellt und ich bald wieder meine Gefühle unterdrücken werde... wie immer. Ob ich das jetzt richtig beschrieben habe weiß ich nicht, es ist schwer in Worte zu fassen. Nur was ist wenn ich eine extreme Situation erlebe. Gehe ich dann daran kaputt und könnte mich doch umbringen?

Wenn ich mich richtig entsinne dann hat diese schlechte Phase vor etwas über einem Jahr angefangen. Zunächst war ich traurig wegen meinem Exfreund, aber das habe ich mitlerweile überwunden. Danach habe ich auf Wunsch meiner Eltern bei einer Heilpraktikerin bei einer Familienaufstellung mitgemacht. Dadurch wurde mir meine Situation mit meiner Familie vor Augen geführt. Ich habe einen Bruder, der viel Aufmerksamkeit von meinen Eltern verlangt, weil er vor vielen Sachen Angst hat. Meine Eltern haben gesehen dass ich mein Leben und meine Probleme geregelt bekomme und haben mir alle Freiheiten gegeben. Nur letztendlich bin ich somit auch alleine wenn ich Probleme habe und es mir schlecht geht. Mir ist es unangenehm mit meiner Familie über Probleme zu reden und ich empfinde das Zusammenleben mit ihnen nur als ein WG Leben. Das Ende von dem Lied ist, dass ich eine lange Zeit sehr traurig war und täglich geweint habe. Jetzt habe ich das alles zwar akzeptiert, aber ich fühle mich einsam.

Geendet hat die Trauerphase mit meinen Eltern, mit dem Beginn von neuen Problemen. Ich habe einen Jungen kennengelernt, in den ich mich auch verliebt habe. Ich denke oft auch, dass ich ihn Liebe... Ich habe mich ziemlich schnell auf ihn eingelassen. Trotz vieler Wahnungen von seinen Freunden, dass er ein Mistkerl ist, habe ich ihnen nicht geglaubt, weil ich den Kerl nicht so erlebt hatte wie sie es erzählt hatten. Mit dem Jungen läuft immer noch was und das schon seit ca. 11 Monaten. Neben mir hat er noch ein anderes Mädchen. Er ist in keine von uns verliebt und möchte auch keine Beziehung. Er hat uns klar gemacht, dass wir nicht mehr erwarten können. Das Mädchen ist jetzt ja man könnte sagen meine beste Freundin geworden. Wir verstehen uns super und machen ziemlich viel zusammen. Aber wegen dem Kerl lügen wir uns zum Teil an, denn wenn wir uns mit ihm treffen, möchten wir nicht unbedingt, dass es die andere mitbekommt, damit es nicht so weh tut. Leider bin ich zu Aufmerksam und zu misstrauisch und bekomme es so gut wie immer mit. Ich habe die "Beziehung" zu dem Kerl schonmal beendet. Seltsamerweise war ich auch nicht lange traurig, zu der Zeit habe ich aber weder das Mädchen noch den Kerl viel gesehen, ein guter Kumpel hat mich davon abgehalten und war für mich da. Doch ich dachte ich wäre über ihn hinweg und gegen ein bischen Spaß ab und zu würde ja nichts sprechen... aber alles ist wieder so geworden wie es war, nur dass jetzt mein Kumpel weggezogen ist und ich den Kerl und das Mädchen ständig sehe. Wir haben den selben Freundeskreis. Wenn ich jetzt die "Beziehung" beenden würde, würde ich nur sehen wie glücklich sie ist und es würde nur wehtun wenn ich ihn sehe oder die beiden zusammen. Deshalb kommt das nicht für mich in Frage. Ich glaube, dass das nur mehr Schmerz ergeben würde als so schon. Vorraussichtlich wird er für sein Studium umziehen und ich habe die Hoffnung, dass dann alles besser wird.

Ich bin ständig traurig und kann es nicht haben einen ganzen Tag alleine zu sein. Ich weiß einfach nichts mehr mit mir selber anzufangen und kann mich nur schwer selber beschäftigen. Auch wenn ich an die nächste Zeit denke, wieder zur Schule und alles, dann fühle ich mich, als wenn ich dem Leben müde bin. Das Gefühl nicht mehr zu wollen tritt immer häufiger auf. Dadurch dass ich mir einige meiner besten Freunde mal richtig weh getan haben, vertrauen ich mich nicht leicht jemanden an. Mir fällt es leichter Fremden gegenüber Gefühle zu zeigen als guten Freunden. Bei denen habe ich die Empfindung, dass sie nicht zuhören und sich nicht für meine Probleme interessieren.
Ich habe Angst vor dem Schmerz.
Ist Trauer und Schmerz nicht eine prägendere und intensivere Erfahrung als Freude und Glück? Der Schmerz holt einen schnell wieder ein. Wofür ist das Leben dann überhaupt Lebenswert, wenn es einem nur schlecht geht? Wofür quält man sich?
Hallo Serah

Zuerst einmal herzlich willkommen.

Zitat:
Mir ist es unangenehm mit meiner Familie über Probleme zu reden und ich empfinde das Zusammenleben mit ihnen nur als ein WG Leben.


Ein WG Leben ist an und für sich garnicht so übel, wenn man mit Freunden in einer Wg lebt, dann hat man sein Zimmer um sich zurückzuziehn wenn man allein sein will und wenn man Unterhaltung oder Zuspruch braucht ist der gemeinsame Raum auch dafür vorhanden.

Aber wenn man sich selbst von der Wg abschneidet, aus welchen Ängsten heraus auch immer, dann wird das Zusammenleben schon schwieriger.

Wie sollen deine Freunde (in deinem Fall deine Familie) denn wissen was dich so beschäftigt, wenn du nicht darüber redest?

Sicher können sie sich selbst so einiges vorstellen was es denn sein könnte warum du traurig bist, aber ob sie sich vorstellen, dass du dich gerade in ihrer Gesellschaft einsam fühlst, das bezweifele ich.

Zitat:
aber ich fühle mich einsam.


Das kannst du ändern.
Hört sich vielleicht gerade krass an, aber da es eines deiner Gefühle ist kannst auch nur du selbst es umwandeln. Von aussen kann man zwar deine Gefühle unterstützen, sie bestärken, sie auslösen,
aber sie nicht für dich ändern.
Dazu gehört dein Entschluss etwas anderes zu fühlen.

Das heisst du musst dich damit auseinandersetzen.

Schau dir genau an wann dieses Gefühl auftaucht und was die Auslöser dabei sind.

Zitat:
Er ist in keine von uns verliebt und möchte auch keine Beziehung.


Das ist etwas was ihr dann akzeptieren und respektieren müsst.

Zitat:
Wenn ich jetzt die "Beziehung" beenden würde, würde ich nur sehen wie glücklich sie ist und es würde nur wehtun wenn ich ihn sehe oder die beiden zusammen.

Ich glaube, dass das nur mehr Schmerz ergeben würde als so schon.

Ich bin ständig traurig und kann es nicht haben einen ganzen Tag alleine zu sein.

Auch wenn ich an die nächste Zeit denke, wieder zur Schule und alles, dann fühle ich mich, als wenn ich dem Leben müde bin.

Das Gefühl nicht mehr zu wollen ....

Bei denen habe ich die Empfindung,...

Ich habe Angst vor dem Schmerz.



Schau dir einmal sehr aufmerksam an was du da selbst ausdrückst.

Du wirst schnell bemerken, dass fast alles hier ausgedrückte so eine Art Kopfkino darstellt.

Da gibt es so viele wenn es so wäre, wenn es so würde, ich glaube dass es so sein würde usw.

Wenn du jetzt einmal beginnst das Drehbuch etwas umzuschreiben, dir also die Szenen etwas positiver ausdenkst und vorstellst, wie würde sich das dann auf deine Gefühle auswirken?

Wäre da dann immer noch soviel Angst und Schmerz?

Zitat:
Ich bin ständig traurig und kann es nicht haben einen ganzen Tag alleine zu sein. Ich weiß einfach nichts mehr mit mir selber anzufangen und kann mich nur schwer selber beschäftigen.


Hier würde ich an deiner Stelle so schnell als möglich mit deinem Hausarzt darüber reden. Du bist in einer depressiven Phase und ein Beruhigungsmittel kann da schon unterstützend wirken.

Aber deine Einstellung zu deiner Lebenssituation die kannst du nur lösen indem du dich damit auseinander setzt.


Ich wünsch dir alles Liebe und die nötige Kraft, die Dinge aus einer positiveren Perspektive heraus zu betrachten.