"Der Kater und der Junge"


Zum Thema "Über Leben und Tod" habe ich eine kleine 'Geschichte':

Es war einmal ein kleiner Junge, dessen Mutter einen kleinen Kater mit nach Hause brachte, kurz bevor er 7 wurde. Der Kater war noch fast nackt und hatte die Augen noch geschlossen, so jung war er, kaum grösser als die Hand des Jungen. Die Katzenmutter hatte diesen Kater aus dem Nest geschmissen, da er Katzenschnupfen hatte, und eine Gefahr für seine Geschwister war. In seinem jämmerlichen Zustand versuchte der Kater sich zu wärmen, indem er sich in eine Tüte verkroch. Dort wurde er von der Mutter des Jungen gefunden, welche ihn aud Mitleid mitnahm. Die Familie kümmerte sich um den Kater; säugte ihn mit einer Zuckerperlenflasche von einem Süssigkeitenstand einer Kirmes, reinigte seine Nase von Auswurf und pflegte ihn weiterhin so, dass er wundersamerweise überlebte. Der Junge und der Kater wuchsen zusammen auf und der Kater sass wie selbstverständlich am Tisch, wenn die Familie sich zum Essen oder Fernsehen zusammenfand. Immermehr wurde der Kater mehr ein "Familienmitglied denn ein Haustier, und weder der Kater, noch die Familie bemerkte es, da sie es als normal ansahen. Und so kam es, dass der Junge und der Kater einander verstehen lernten in Wort und Tat. Irgendwann bemerkte der Kater aber, dass er anders war als seine Familie; das er kein Mensch war. Es stimmte ihn immer Traurig, wenn er gerne Finger gehabt hätte; dann starrte er immer frustriert auf seine Pfoten. Wenn er, wegen seiner frühen Krankheit kleiner geblieben, von anderen Katzen übervorteilt wurde. Doch er gab nicht auf und benutze weiter sein Talent: Er konnte anders als die anderen Katzen denken, nicht so komplex wie ein Meinsch, aber doch soviel, dass es der Familie manchmal schon unheimlich wurde, wenn ein neckender Witz über ihn mit einem beleidigten Maunzen und einem Knuff mit der Pfote gegen den Fussnöchel geahndet wurde. Oder wenn er bei Tisch mit einem Maunzen um ein Stückchen vom Tisch bat, und auf die Frage, was er denn wolle, vom Stuhl aus seine Pfote ausstreckte, und eine einzelne Kralle ausfurh, um, ohne den Tisch oder das darauf zu berühren, auf eine spezielle Wurst zu deuten. Die einzige, die er dann auch frass und nicht mit einem beleidigten Blick beantwortete. Alles machten der Junge und sein Kater gemeinsam. Irgendwann kam die zeit, dass der Junge auszog und der Kater bei den Eltern blieb. Beide vermissten sich sehr.
Eies Tages riefen die Eltern den Jungen an, denn der Kater lag im sterben und es war Samstag, doch der Junge war mit Freunden das Wochenende weggefahren und konnte nicht zurück, und er bedauerte es sehr. Er bat die Eltern, mit der Bestattung (für die man sich wegen der besonderen Stellung des Katers in der Familie) bis zu seiner Ankunft am morgigen Abend, wenn er zurückkehren konnte, zu warten. Die Eltern stimmten zu, und die Mutter erzählte es dem Kater, welcher nur noch matt auf einer Decke lag. Als der Junge am nächsten Tag bei den Eltern ankam, lebte der Kater noch immer. Der Junge ging sofort zu ihm, und der Kater öffnete langsam die Augen und versuchte, zur begrüssung wie immer zu maunzen, lange hatte er geübt, bis es dem Menschlichen betonen des "Hallo!" ähnlich war. Doch er war schon zu schwach, und kein Ton entrang sich seiner Kehle. Der Junge nahm den Kater behutsam in seine Arme, wie er ihn als kleinen Kater immer gehalten hatte, und der Kater schaute ihn fragend an. "Es ist in Ordnung...", sagte der Junge, "ich bin jetzt da. Auf wiedersehen...."
Tränen füllten seine Augen als der Kater nochmal zu einem Maunzer ansetzte und dankbar schaute. Doch anstelle eines Maunzers atmete er aus und schloss die Augen für immer. Und er Junge begegnete das erste mal den Tod direkt. Und er begriff, warum niemand es beschreiben kann, was man dort fühlt. Man kann nur sagen, wie es nicht ist. Es ist nicht schlimm, einem Stebenden im Tod beizustehen. Es ist vielmehr "die letzte Ehre, die man der Person erweisen kann". Das lernte der Junge als letztes von seinem Kater. Und bis heute weiss er nicht, wieviel dieser Kater wirklich 'wusste,lernte und lehrte' wenn sie zusammen waren; und wieviel 'Zufall' war. Er weiss nur eines: Neben Aristoteles, Voltaire und Nietzsche ist sein Kater in seinen Augen einer der grössten Philosophen, von denen er gelernt hat.
Danke für die schöne Geschichte
Licht und Segen
Zahira
Danke für diese so schöne und auch wahre Geschichte.
Ich durfte ähnliches schon selbst erleben und bin sehr dankbar dafür.
DANKE

Alles Liebe

Claudi
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Ich habe für jedes Problem eine Lösung, doch leider passen die Lösungen nie zu meinen Problemen.
-unbekannt-
Lieber John Doc!

Die Geschichte erinnert mich an unsere Hündin Pupi, die auch ein Familienmitglied war und von der ich beim Sterben abschied nahm. Mir wird immer ihr weinendes Flehen Sekunden vor ihrem Tod in Erinnerung bleiben., gleich so als ob sie wusste, dass es mit ihr zu Ende geht und das der Abschied ist.

Alles Liebe

Erich
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Es leitet mich die reine Liebe, die frei von Ego und frei von Konditionierungen ist!